Richter 1 – 4

Kapitel 1

1 Und nach dem Tod Josuas geschah es, daß die Söhne Israels dann Jehova befragten, indem [sie] sagten: „Wer von uns wird zuerst zu den Kanaanitern hinaufziehen, um gegen sie zu kämpfen?“ 2 Hierauf sprach Jehova: „Juda wird hinaufziehen. Siehe! Ich werde das Land bestimmt in seine Hand geben.“ 3 Da sagte Juda zu Simeon, seinem Bruder: „Komm mit mir hinauf in [das Gebiet] meines Loses, und laß uns gegen die Kanaaniter kämpfen, und ich meinerseits will mit dir in [das Gebiet] deines Loses ziehen.“ Demgemäß zog Simeon mit ihm.

4 Da zog Juda hinauf, und Jehova gab die Kanaaniter und die Perisiter in ihre Hand, so daß sie sie in Besek besiegten, zehntausend Mann. 5 Als sie Adoni-Besek in Besek fanden, da kämpften sie gegen ihn und besiegten die Kanaaniter und die Perisiter. 6 Als Adoni-Besek die Flucht ergriff, da gingen sie daran, ihm nachzujagen, und faßten ihn und hieben ihm die Daumen seiner Hände und die großen Zehen seiner Füße ab. 7 Daraufhin sprach Adoni-Besek: „Siebzig Könige sind es gewesen, denen die Daumen ihrer Hände und die großen Zehen ihrer Füße abgeschnitten worden waren, die Speise unter meinem Tisch auflasen. Geradeso wie ich getan habe, so hat Gott mir vergolten.“ Danach brachte man ihn nach Jerusalem, und dort starb er.

8 Des weiteren führten die Söhne Judas Krieg gegen Jerusalem und nahmen es schließlich ein, und sie schlugen es dann mit der Schärfe des Schwertes, und sie steckten die Stadt in Brand. 9 Und danach zogen die Söhne Judas hinab, um gegen die Kanaaniter zu kämpfen, die die Berggegend und den Negeb und die Schephela bewohnten. 10 So marschierte Juda gegen die Kanaaniter, die in Hebron wohnten (der Name Hebrons nun war vordem Kirjath-Arba), und sie schlugen dann Scheschai und Ahiman und Talmai nieder.

11 Und sie marschierten von dort weiter gegen die Bewohner von Debir. (Der Name Debirs nun war vordem Kirjath-Sepher.) 12 Dann sprach Kaleb: „Wer Kirjath-Sepher schlägt und es tatsächlich einnimmt, dem will ich Achsa, meine Tochter, zur Frau geben.“ 13 Und Othniël, der Sohn des Kenas, Kalebs jüngerer Bruder, nahm es schließlich ein. Daher gab er ihm Achsa, seine Tochter, zur Frau. 14 Und es geschah, als sie nach Hause ging, daß sie ihn fortwährend anreizte, von ihrem Vater ein Feld zu erbitten. Dann klatschte sie, während sie auf dem Esel [saß], in die Hände. Hierauf sagte Kaleb zu ihr: „Was möchtest du?“ 15 Da sprach sie zu ihm: „Gewähre mir doch einen Segen, denn du hast mir ein Stück Land im Süden gegeben, und du sollst mir Gulloth-Majim geben.“ Somit gab Kaleb ihr Ober-Gulloth und Unter-Gulloth.

16 Und die Söhne des Keniters, dessen Schwiegersohn Moses war, kamen mit den Söhnen Judas aus der Palmenstadt zur Wildnis Juda hinauf, die im Süden von Arad [liegt]. Dann gingen sie und nahmen Wohnsitz bei dem Volk. 17 Juda aber marschierte mit Simeon, seinem Bruder, weiter, und sie gingen daran, die Kanaaniter zu schlagen, die Zephath bewohnten, und es der Vernichtung zu weihen. Daher wurde der Stadt der Name Horma gegeben. 18 Danach nahm Juda Gasa ein und sein Gebiet und Askalon und sein Gebiet und Ekron und sein Gebiet. 19 Und Jehova war weiterhin mit Juda, so daß er die Berggegend in Besitz nahm, doch konnte er die Bewohner der Tiefebene nicht aus ihrem Besitz vertreiben, weil sie Kriegswagen mit eisernen Sicheln hatten. 20 Als man Kaleb Hebron gab, so wie es Moses versprochen hatte, da trieb er die drei Söhne Enaks von dort aus.

21 Und die Söhne Benjamins trieben die Jebusiter, die Jerusalem bewohnten, nicht aus; sondern die Jebusiter wohnen weiterhin bei den Söhnen Benjamins in Jerusalem bis auf diesen Tag.

22 Unterdessen zog auch das Haus Joseph seinerseits gegen Bethel hinauf, und Jehova war mit ihnen. 23 Und das Haus Joseph begann Bethel auszukundschaften (übrigens war vordem der Name der Stadt Lus), 24 und die Wachen sahen schließlich einen Mann aus der Stadt herausgehen. Da sagten sie zu ihm: „Zeig uns bitte den Zugang zur Stadt, und wir werden dir bestimmt Güte erweisen.“ 25 Demzufolge zeigte ihnen der Mann den Zugang zur Stadt; und sie schlugen dann die Stadt mit der Schärfe des Schwertes, aber den Mann und seine ganze Familie ließen sie gehen. 26 Daraufhin zog der Mann in das Land der Hethiter und baute eine Stadt und gab ihr den Namen Lus. Das ist ihr Name bis auf diesen Tag.

27 Und Manasse nahm nicht Besitz von Beth-Schean und seinen abhängigen Ortschaften und Taanach und seinen abhängigen Ortschaften und den Bewohnern von Dor und seinen abhängigen Ortschaften und den Bewohnern von Jibleam und seinen abhängigen Ortschaften und den Bewohnern von Megiddo und seinen abhängigen Ortschaften; die Kanaaniter jedoch waren entschlossen, in diesem Land zu bleiben. 28 Und es geschah, daß Israel stark wurde und den Kanaanitern dann Zwangsarbeit auferlegte; und sie trieben sie nicht vollständig aus.

29 Auch Ephraim trieb die Kanaaniter nicht aus, die in Geser wohnten, sondern die Kanaaniter wohnten weiterhin mitten unter ihnen in Geser.

30 Sebulon trieb die Bewohner von Kitron und die Bewohner von Nahalol nicht aus, sondern die Kanaaniter wohnten weiterhin mitten unter ihnen und wurden der Zwangsarbeit unterworfen.

31 Ascher trieb die Bewohner von Akko und die Bewohner von Sidon und Achlab und Achsib und Helba und Aphik und Rehob nicht aus. 32 Und die Ascheriter wohnten weiterhin inmitten der Kanaaniter, die das Land bewohnten, denn sie trieben sie nicht aus.

33 Naphtali trieb die Bewohner von Beth-Schemesch und die Bewohner von Beth-Anath nicht aus, sondern sie wohnten weiterhin inmitten der Kanaaniter, die das Land bewohnten; und die Bewohner von Beth-Schemesch und von Beth-Anath wurden ihnen zur Zwangsarbeit eigen.

34 Und die Amoriter drängten die Söhne Dans ständig in die Berggegend, denn sie gestatteten ihnen nicht, in die Tiefebene herabzukommen. 35 So waren die Amoriter entschlossen, im Gebirge Heres und in Ajalon und in Schaalbim zu bleiben. Doch wurde die Hand des Hauses Joseph schließlich so schwer, daß sie Zwangsarbeit leisten mußten. 36 Und das Gebiet der Amoriter ging von der Steige Akrabbim, von Sela an aufwärts.

Kapitel 2

2 Dann ging Jehovas Engel von Gilgal nach Bochim hinauf und sprach: „Ich ging daran, euch aus Ägypten heraufzuführen und euch in das Land zu bringen, das ich euren Vorvätern zuschwor. Ferner sagte ich: ‚Niemals werde ich meinen Bund mit euch brechen. 2 Und ihr eurerseits sollt keinen Bund mit den Bewohnern dieses Landes schließen. Ihre Altäre solltet ihr niederreißen.‘ Aber ihr habt nicht auf meine Stimme gehört. Warum habt ihr das getan? 3 So habe ich meinerseits gesagt: ‚Ich werde sie nicht vor euch vertreiben, und sie sollen euch zu Schlingen werden, und ihre Götter werden euch als Köder dienen.‘ “

4 Und es geschah, sobald Jehovas Engel diese Worte zu allen Söhnen Israels geredet hatte, daß das Volk seine Stimme erhob und zu weinen begann. 5 Folglich gaben sie jenem Ort den Namen Bochim. Und sie brachten dann dort Jehova Opfer dar.

6 Als Josua das Volk wegsandte, da gingen die Söhne Israels ihrer Wege, ein jeder in sein Erbe, um das Land in Besitz zu nehmen. 7 Und das Volk diente weiterhin Jehova alle Tage Josuas und alle Tage der älteren Männer, die ihre Tage nach Josua verlängerten und die das ganze große Werk Jehovas gesehen hatten, das er für Israel tat. 8 Dann starb Josua, der Sohn Nuns, der Knecht Jehovas, im Alter von hundertzehn Jahren. 9 Und sie begruben ihn im Gebiet seines Erbes in Timnath-Heres in der Berggegend von Ephraim, nördlich vom Berg Gaasch. 10 Und auch jene ganze Generation wurde zu ihren Vätern versammelt, und eine andere Generation begann nach ihnen zu erstehen, die Jehova nicht kannte noch das Werk, das er für Israel getan hatte.

11 Und die Söhne Israels begannen zu tun, was böse war in den Augen Jehovas, und dienten den Baalen. 12 So verließen sie Jehova, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und gingen dazu über, anderen Göttern aus den Reihen der Götter der Völker, die rings um sie her waren, nachzufolgen, und sie begannen sich vor ihnen niederzubeugen, so daß sie Jehova kränkten. 13 Auf diese Weise verließen sie Jehova und nahmen den Dienst für Baal und die Aschtoret-Bildnisse auf. 14 Da entbrannte Jehovas Zorn gegen Israel, so daß er sie in die Hand der Plünderer gab, und sie begannen sie zu plündern; und er verkaufte sie dann in die Hand ihrer Feinde ringsumher, und sie konnten vor ihren Feinden nicht mehr standhalten. 15 Überall, wo sie auszogen, erwies sich Jehovas Hand gegen sie zum Unglück, so, wie es Jehova geredet, und so, wie es Jehova ihnen geschworen hatte; und sie gerieten in große Bedrängnis. 16 Da erweckte Jehova jeweils Richter, und sie retteten sie stets aus der Hand ihrer Plünderer.

17 Und auch auf ihre Richter hörten sie nicht, sondern sie hatten unsittlichen Verkehr mit anderen Göttern und beugten sich dann vor ihnen nieder. Sie wichen rasch von dem Weg ab, auf dem ihre Vorväter gegangen waren, als sie den Geboten Jehovas gehorchten. Sie taten nicht ebenso. 18 Und als Jehova ihnen Richter erweckte, erwies es sich, daß Jehova mit dem Richter war, und alle Tage des Richters rettete er sie aus der Hand ihrer Feinde; denn Jehova empfand jeweils Bedauern wegen ihres Stöhnens über ihre Bedrücker und die, die sie umherstießen.

19 Und es geschah, wenn der Richter starb, daß sie jeweils umkehrten und verderblicher handelten als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachgingen, um ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzubeugen. Sie ließen nicht ab von ihren Handlungen und ihrem störrischen Benehmen. 20 Schließlich entbrannte Jehovas Zorn gegen Israel, und er sprach: „Weil diese Nation meinen Bund übertreten hat, den ich ihren Vorvätern gebot, und nicht auf meine Stimme gehört hat, 21 werde auch ich meinerseits keine einzige mehr von den Nationen, die Josua, als er starb, zurückließ, vor ihnen her austreiben, 22 um durch sie Israel auf die Probe zu stellen, ob sie den Weg Jehovas einhalten werden, indem sie darauf wandeln, so wie ihre Väter ihn eingehalten haben, oder nicht.“ 23 Demgemäß ließ Jehova diese Nationen [dort], indem er sie nicht schnell austrieb, und er gab sie nicht in Josuas Hand.

Kapitel 3

3 Dies nun sind die Nationen, die Jehova [dort] ließ, um durch sie Israel auf die Probe zu stellen, das heißt alle die, die keine der Kriege Kanaans erlebt hatten; 2 es war nur, damit die Generationen der Söhne Israels Erfahrung bekämen, um sie Krieg zu lehren, das heißt nur die, die solche Dinge zuvor nicht erfahren hatten: 3 die fünf Achsenherren der Philister und alle Kanaaniter, auch die Sidonier und die Hiwiter, die das Gebirge Libanon bewohnten, vom Berg Baal-Hermon an bis zum Eingang nach Hamath. 4 Und sie dienten fortgesetzt als Werkzeuge, Israel auf die Probe zu stellen, damit [man] erkenne, ob sie Jehovas Geboten, die er ihren Vätern durch Moses geboten hatte, gehorchen würden. 5 Und die Söhne Israels wohnten inmitten der Kanaaniter, der Hethiter und der Amoriter und der Perisiter und der Hiwiter und der Jebusiter. 6 Und sie nahmen sich dann deren Töchter zu Frauen, und ihre eigenen Töchter gaben sie deren Söhnen, und sie nahmen den Dienst für ihre Götter auf.

7 So taten die Söhne Israels, was böse war in Jehovas Augen, und sie vergaßen Jehova, ihren Gott, und gingen daran, den Baalen und den heiligen Pfählen zu dienen. 8 Darauf entbrannte Jehovas Zorn gegen Israel, so daß er sie in die Hand Kuschan-Rischathajims, des Königs von Mesopotamien, verkaufte; und die Söhne Israels dienten Kuschan-Rischathajim acht Jahre lang. 9 Und die Söhne Israels begannen zu Jehova um Hilfe zu rufen. Da erweckte Jehova den Söhnen Israels einen Retter, damit er sie rette, Othniël, den Sohn des Kenas, des jüngeren Bruders Kalebs. 10 Der Geist Jehovas kam nun über ihn, und er wurde der Richter Israels. Als er zur Schlacht auszog, da gab Jehova Kuschan-Rischathajim, den König von Syrien, in seine Hand, so daß seine Hand Kuschan-Rischathajim überwältigte. 11 Danach hatte das Land vierzig Jahre lang Ruhe. Schließlich starb Othniël, der Sohn des Kenas.

12 Und wieder einmal gingen die Söhne Israels dazu über, zu tun, was böse war in Jehovas Augen. Darauf ließ Jehova Eglon, den König von Moab, gegen Israel stark werden, weil sie taten, was böse war in Jehovas Augen. 13 Außerdem sammelte er die Söhne Ammons und Amaleks gegen sie. Dann zogen sie hin und schlugen Israel und nahmen Besitz von der Palmenstadt. 14 Und die Söhne Israels dienten Eglon, dem König von Moab, achtzehn Jahre lang. 15 Und die Söhne Israels begannen zu Jehova um Hilfe zu rufen. Da erweckte Jehova ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, einen Benjaminiter, einen linkshändigen Mann. Nach einiger Zeit sandten die Söhne Israels durch seine Hand Tribut an Eglon, den König von Moab. 16 Unterdessen machte sich Ehud ein Schwert, und es hatte zwei Schneiden, eine Elle war seine Länge. Dann gürtete er es unter sein Gewand an seine rechte Hüfte. 17 Und er überreichte dann Eglon, dem König von Moab, den Tribut. Eglon nun war ein sehr fetter Mann.

18 Und es geschah, als er mit dem Überreichen des Tributs fertig war, daß er die Leute, die Träger des Tributs, sogleich wegsandte. 19 Und er selbst kehrte bei den Steinbrüchen, die zu Gilgal waren, um, und er sagte dann: „Ich habe ein geheimes Wort für dich, o König.“ Da sprach er: „Still!“ Darauf gingen alle, die bei ihm standen, von ihm hinaus. 20 Und Ehud kam zu ihm, als er in seinem kühlen Dachgemach saß, das er für sich allein hatte. Und Ehud sagte weiter: „Ein Wort von Gott habe ich für dich.“ Darauf erhob er sich von seinem Thron. 21 Dann fuhr Ehud mit seiner linken Hand hinein und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch. 22 Und auch der Griff fuhr nach der Klinge hinein, so daß sich das Fett um die Klinge schloß, denn er zog das Schwert nicht aus seinem Bauch heraus, und die Fäkalien begannen herauszukommen. 23 Und Ehud ging dann durch das Luftloch hinaus, doch schloß er die Türen des Dachgemachs hinter sich zu und verschloß sie. 24 Und er seinerseits ging hinaus.

Und seine Diener kamen und begannen zu schauen, und da waren die Türen des Dachgemachs verschlossen. Da sprachen sie: „Er verrichtet gerade die Notdurft in der kühlen Innenkammer.“ 25 Und sie warteten so lange, bis sie sich schämten, und siehe, niemand öffnete die Türen des Dachgemachs. So nahmen sie den Schlüssel und öffneten sie, und siehe, ihr Herr war zur Erde gefallen, tot!

26 Was Ehud betrifft, er entrann, während sie zögerten, und er seinerseits ging an den Steinbrüchen vorüber und entrann nach Seira. 27 Und es geschah, als er schließlich dorthin kam, daß er in der Berggegend von Ephraim das Horn zu blasen begann; und die Söhne Israels begannen mit ihm aus der Berggegend hinabzuziehen, er an ihrer Spitze. 28 Dann sagte er zu ihnen: „Folgt mir, denn Jehova hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben.“ Und sie folgten ihm nach und nahmen schließlich die Furten des Jordan gegen die Moabiter ein, und sie gestatteten niemandem hinüberzugehen. 29 Und zu jener Zeit gingen sie daran, Moab niederzuschlagen, etwa zehntausend Mann, jeder ein Stämmiger und jeder ein tapferer Mann; und kein einziger entrann. 30 Und Moab wurde an jenem Tag der Hand Israels unterworfen; und das Land hatte fortan Ruhe, achtzig Jahre lang.

31 Und nach ihm war Schamgar, der Sohn Anaths, und er ging daran, die Philister niederzuschlagen, sechshundert Mann, mit einem Rinderstachel; und auch er rettete schließlich Israel.

Kapitel 4

4 Dann begannen die Söhne Israels wieder zu tun, was böse war in Jehovas Augen, jetzt, da Ehud tot war. 2 Deshalb verkaufte Jehova sie in die Hand Jabins, des Königs von Kanaan, der in Hazor regierte; und sein Heeroberster war Sisera, und er wohnte in [dem] Haroscheth der Nationen. 3 Und die Söhne Israels begannen zu Jehova zu schreien, weil er neunhundert Kriegswagen mit eisernen Sicheln hatte, und er seinerseits bedrückte die Söhne Israels zwanzig Jahre lang mit Härte.

4 Debora nun, eine Prophetin, die Frau Lappidoths, richtete Israel zu jener besonderen Zeit. 5 Und sie wohnte unter der Palme Deboras zwischen Rama und Bethel in der Berggegend von Ephraim; und die Söhne Israels gingen jeweils zu ihr hinauf zum Gericht. 6 Und sie sandte nun hin und ließ Barak rufen, den Sohn Abinoams aus Kedesch-Naphtali, und zu ihm sagen: „Hat nicht Jehova, der Gott Israels, den Befehl gegeben? ‚Geh hin, und du sollst dich auf dem Berg Tabor ausbreiten, und du sollst zehntausend Mann von den Söhnen Naphtalis und von den Söhnen Sebulons mit dir nehmen. 7 Und ich werde Sisera, den Obersten des Heeres Jabins, und seine Kriegswagen und seine Menge bestimmt zu dir ins Wildbachtal Kischon ziehen, und ich werde ihn gewiß in deine Hand geben.‘ “

8 Darauf sprach Barak zu ihr: „Wenn du mit mir gehen wirst, werde auch ich bestimmt gehen; aber wenn du nicht mit mir gehen wirst, werde ich nicht gehen.“ 9 Hierauf sagte sie: „Ich werde ganz bestimmt mit dir gehen. Dennoch wird die schöne Auszeichnung nicht dein werden auf dem Weg, den du gehst, denn Jehova wird Sisera in die Hand einer Frau verkaufen.“ Damit stand Debora auf und ging mit Barak nach Kedesch. 10 Und Barak begann Sebulon und Naphtali nach Kedesch zusammenzurufen, und zehntausend Mann zogen hinauf, indem sie seinen Fußstapfen folgten; und Debora ging mit ihm hinauf.

11 Übrigens hatte sich Heber, der Keniter, von den Kenitern, den Söhnen Hobabs, dessen Schwiegersohn Moses war, getrennt, und er hatte sein Zelt in der Nähe des großen Baumes in Zaanannim aufgeschlagen, das bei Kedesch [liegt].

12 Dann berichteten sie Sisera, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Tabor hinaufgegangen war. 13 Sogleich rief Sisera alle seine Kriegswagen zusammen, die neunhundert Kriegswagen mit eisernen Sicheln, und das ganze Volk, das mit ihm war, aus [dem] Haroscheth der Nationen zum Wildbachtal Kischon. 14 Debora sprach nun zu Barak: „Mache dich auf, denn dies ist der Tag, an dem Jehova Sisera bestimmt in deine Hand geben wird. Ist nicht Jehova vor dir her ausgezogen?“ Und Barak stieg dann vom Berg Tabor hinab und zehntausend Mann ihm nach. 15 Und Jehova begann Sisera und alle seine Kriegswagen und das ganze Lager durch die Schärfe des Schwertes vor Barak her in Verwirrung zu bringen. Schließlich stieg Sisera vom Wagen und ergriff die Flucht zu Fuß. 16 Und Barak jagte den Kriegswagen und dem Lager nach bis nach [dem] Haroscheth der Nationen, so daß das ganze Lager Siseras durch die Schärfe des Schwertes fiel. Auch nicht e i n e r blieb übrig.

17 Was Sisera betrifft, er floh zu Fuß zum Zelt Jaels, der Frau Hebers, des Keniters, denn es war Frieden zwischen Jabin, dem König von Hazor, und dem Hause Hebers, des Keniters. 18 Dann kam Jael heraus, Sisera entgegen, und sagte zu ihm: „Wende dich hierher, mein Herr, wende dich hierher zu mir. Fürchte dich nicht.“ Da bog er zu ihr ab in das Zelt. Später deckte sie ihn mit einer Schlafdecke zu. 19 Nach einiger Zeit sprach er zu ihr: „Gib mir bitte ein wenig Wasser zu trinken, denn ich habe Durst.“ Somit öffnete sie einen Milchschlauch und gab ihm zu trinken, wonach sie ihn zudeckte. 20 Und er sagte weiter zu ihr: „Steh am Eingang des Zeltes, und es soll geschehen, wenn irgend jemand kommt und dich fragt und spricht: ‚Ist ein Mann hier?‘, daß du dann sagen sollst: ‚Nein!‘ “

21 Und Jael, die Frau Hebers, ging daran, einen Zeltpflock zu ergreifen und den Hammer in ihre Hand zu nehmen. Dann ging sie heimlich zu ihm hin und stieß den Pflock durch seine Schläfen und schlug ihn in die Erde, während er fest eingeschlafen und ermattet war. So starb er.

22 Und siehe, da war Barak, der Sisera nachjagte. Jael kam jetzt heraus, ihm entgegen, und sagte zu ihm: „Komm, und ich werde dir den Mann zeigen, den du suchst.“ Da ging er zu ihr hinein, und siehe, da war Sisera, tot hingefallen, mit dem Pflock in seinen Schläfen.

23 So unterwarf Gott an jenem Tag Jabin, den König von Kanaan, vor den Söhnen Israels. 24 Und die Hand der Söhne Israels wurde immer härter gegen Jabin, den König von Kanaan, bis sie Jabin, den König von Kanaan, [vom Leben] abgeschnitten hatten.

Jule | 03.19.09 | eigene Gedanken zum Geschehen, ergänzender Stoff, Fragen, die ich mir gestellt habe, Richter, Text in der Bibel, , , , |

14 Comments »

  1. Jule

    Richter 1 – 4

    Richter 1:1-36
    Von den 12 Stämmen trieben nur 6 die Kanaaniter aus, so wie es Jehova geboten hatte. Dies waren die Stämme Juda, Simeon, Kaleb, Joseph und Dan. Die anderen 6 Stämme Benjamin, Manasse, Ephraim, Sebulon, Ascher und Naphtali ließen die Kanaaniter am Leben, lebten mitten unter ihnen und brachten sich damit selbst in große Gefahr!

    Warum gehorchten sie nicht Jehovas Gebot?

    Teilweise, weil sie nicht genügend auf Jehova vertrauten, denn die Kanaaniter waren stark und „hatten Kriegswagen mit eisernen Sicheln“ (Vers 20). Auch heißt es, dass die Kanaaniter „entschlossen waren, in diesem Land zu bleiben“ und deshalb trieben die Stämme sie „nicht vollständig“ aus, sondern „erlegten ihnen Zwangsarbeit auf“ als sie stärker wurden (Vers 28).

    Warum nutzten sie ihre neue Stärke nicht, um sie ganz zu vertreiben? Von den Söhnen Benjamins wird gesagt „die Jebusiter wohnten weiterhin bei den Söhnen Benjamins in Jerusaem bis auf diesen Tag“ (Vers 21). Warum???

    Naja ok, war doch eine menschliche Reaktion, dass sie sie aus Angst gewähren ließen, oder? Und welche Gefahr denn, wenn sie sie mitten unter sich wohnen ließen? Jehova würde ihnen schon helfen, oder?

    Ja, wenn sie davon überzeugt waren, dass ihnen Jehova helfen würde, warum führten sie dann nicht seinen Willen aus?

    Hatte ihr Ungehorsam Konsequenzen? Ja!

    Richter 2:2-3

    Und ihr eurerseits sollt keinen Bund mit den Bewohnern dieses Landes schließen. Ihre Altäre solltet ihr niederreißen.‘ Aber ihr habt nicht auf meine Stimme gehört. Warum habt ihr das getan? 3 So habe ich meinerseits gesagt: ‚Ich werde sie nicht vor euch vertreiben, und sie sollen euch zu Schlingen werden, und ihre Götter werden euch als Köder dienen.‘ „

    Jehova sagte, dass sie ihnen dann zur Schlinge werden sollten, weil sie ihrerseits nicht auf ihn gehört hatten. So hat halt alles, was wir tun, Konsequenzen!


    Wie ging es nach dem Tod Josuas weiter?

    Richter 2:10-13

    Und auch jene ganze Generation wurde zu ihren Vätern versammelt, und eine andere Generation begann nach ihnen zu erstehen, die Jehova nicht kannte noch das Werk, das er für Israel getan hatte.

    11 Und die Söhne Israels begannen zu tun, was böse war in den Augen Jehovas, und dienten den Baalen. 12 So verließen sie Jehova, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und gingen dazu über, anderen Göttern aus den Reihen der Götter der Völker, die rings um sie her waren, nachzufolgen, und sie begannen sich vor ihnen niederzubeugen, so daß sie Jehova kränkten. 13 Auf diese Weise verließen sie Jehova und nahmen den Dienst für Baal und die Aschtoret-Bildnisse auf.

    Jehova hatte sich sehr für die Israeliten eingesetzt und sie mit großen Zeichen errettet – aber sie vergaßen es und hatten keine Wertschätzung. Daher verhöhnten und kränkten sie Gott!

    Jehova rettete sie, aber sie dankten es nicht IHM, sondern anderen – falschen – Göttern. Wie traurig.

    Kennen wir das? Dass wir alles für andere tun, aber diese es uns nicht nur nicht danken, sondern uns sogar verhöhnen?

    Undankbarkeit schmerzt und kränkt sogar Jehova. Von daher ist es völlig normal und legitim, wenn wir gekränkt sind.

    Richter 2:22-3:4

    um durch sie Israel auf die Probe zu stellen, ob sie den Weg Jehovas einhalten werden, indem sie darauf wandeln, so wie ihre Väter ihn eingehalten haben, oder nicht.“ 23 Demgemäß ließ Jehova diese Nationen [dort], indem er sie nicht schnell austrieb, und er gab sie nicht in Josuas Hand.

    3 Dies nun sind die Nationen, die Jehova [dort] ließ, um durch sie Israel auf die Probe zu stellen, das heißt alle die, die keine der Kriege Kanaans erlebt hatten; 2 es war nur, damit die Generationen der Söhne Israels Erfahrung bekämen, um sie Krieg zu lehren, das heißt nur die, die solche Dinge zuvor nicht erfahren hatten: 3 die fünf Achsenherren der Philister und alle Kanaaniter, auch die Sidonier und die Hiwiter, die das Gebirge Libanon bewohnten, vom Berg Baal-Hermon an bis zum Eingang nach Hamath. 4 Und sie dienten fortgesetzt als Werkzeuge, Israel auf die Probe zu stellen, damit [man] erkenne, ob sie Jehovas Geboten, die er ihren Vätern durch Moses geboten hatte, gehorchen würden.

    Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, Jehovas Herz zu erfreuen (Sprúche 27:11). Es zeigt auch, wie wichtig die Geschichte mit Abraham und Isaak ist, denn nachher sagt Jehova zu Abraham „jetzt weiss ich wirklich…“ und bestätigt auch wieder das Buch Hiob.

    Jehova läßt Prüfungen zu, damit offenbar wird, was in unserem Herzen ist!

    Kommentar — 20. März 2009 @ 11:31

  2. Jule

    hier wird auch die ganze Barmherzigkeit Jehovas deutlich.

    Denn die Söhne Israels kränkten ihn immer wieder mit ihrem Ungehorsam und damit, dass sie anderen Göttern nachliefen. So entbrannte Jehovas Zorn und er gab sie in die Hände ihrer Feinde.

    Richter 2:18-19

    Und als Jehova ihnen Richter erweckte, erwies es sich, daß Jehova mit dem Richter war, und alle Tage des Richters rettete er sie aus der Hand ihrer Feinde; denn Jehova empfand jeweils Bedauern wegen ihres Stöhnens über ihre Bedrücker und die, die sie umherstießen.

    19 Und es geschah, wenn der Richter starb, daß sie jeweils umkehrten und verderblicher handelten als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachgingen, um ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzubeugen. Sie ließen nicht ab von ihren Handlungen und ihrem störrischen Benehmen.

    In dieser Situation erinnerten sie sich an Jehova, dass doch ER der wahre Gott ist und dass nur er es ist, der sie befreien kann. Und so riefen sie ihn stets um Hilfe an und stets empfand Jehova Bedauern mit ihnen und befreite sie.

    Hätte ich gehandelt wie ER? Oder hätte ich nicht viel eher gedacht „geschieht ihnen Recht, sie wolllten es ja nicht anders“?

    Wie kann ich Jehova in diesem Punkt nachahmen?

    Bin ich nachtragend? Oder freue ich mich etwa an dem Unglück derer, die mich befeinden?

    Falls dem so ist, sollte ich schleunigst an meiner Einstellung arbeiten…

    Ausserdem erkennen wir in diesen Kapiteln, wie wichtig es ist, dass man einer vernünftigen Führung folgt und dass wir, falls wir Eltern sind, uns als eine vernünftige Führung für unsere Kinder erweisen.

    Denn wenn jeweils der Richter verstarb, der das Volk in der wahren Anbetung angeführt hatte, dann gingen sie wieder dazu über, zu tun, was böse war in Jehovas Augen.

    Also achten wir darauf, dass wir unseren Kindern eine gute Anleitung geben und dass wir selbst als gutes Vorbild voran gehen!

    Kommentar — 20. März 2009 @ 11:44

  3. Jule

    Deborah

    wieso war eine Frau Richterin? Weil sie eine Prophetin war?

    Sollten die Frauen nicht den Männern untertan sein? Wie kommt es, dass nun eine Frau über das Volk und somit auch die Männer gestellt war?

    *** w81 1. 2. S. 30 Fragen von Lesern ***

    Kann Debora gemäß Richter 4:4 als ein Richter des Volkes Israel betrachtet werden, wie es zum Beispiel Simson und Gideon waren?

    Der Bericht in Richter 4:4 lautet: „Debora nun, eine Prophetin, die Frau Lappidoths, richtete Israel zu jener besonderen Zeit.“ In Richter 2:16 heißt es: „Da pflegte Jehova Richter zu erwecken, und sie retteten sie jeweils aus der Hand ihrer Plünderer.“ Die Hauptaufgabe eines Richters bestand somit darin, die Israeliten von ihren Feinden zu befreien. Wenn von Debora in Richter 4:4 gesagt wird, sie „richtete Israel zu jener besonderen Zeit“, so bedeutete das nicht, daß sie sich die Stellung eines Mannes anmaßte und alle Pflichten eines Richters in Israel erfüllte. Im Gegensatz zu Samuel, Gideon und anderen Richtern richtete sie nicht ganz Israel und handelte nicht als Befreier oder „Retter“ des Volkes. In Nehemia 9:27 wird für „Richter“ die Bezeichnung „Retter“ gebraucht. (Vergleiche Richter 3:9, 15.)

    Da Debora eine Prophetin war, sagte sie Barak, was der Wille Jehovas war. Jehova gebrauchte sie, um Barak als Richter zu berufen, damit er die Feinde besiege. Nicht Debora, sondern Barak diente als der „Retter“, für den Jehova sorgte, obgleich Barak Debora bat, mit ihm zu gehen. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, daß Debora alle Aufgaben erfüllte, die gewöhnlich mit dem Amt eines Richters in Israel verbunden waren. Die hervorstechendste bestand darin, die Stämme im Krieg gegen die Feinde Jehovas anzuführen.

    Demnach kann Debora zwar zu Recht als eine Prophetin bezeichnet werden, doch richtete sie in Israel in gewisser Hinsicht nur im allgemeinen Sinne; sie nahm nicht voll die Stellung eines männlichen Richters in Israel ein. In Richter 4:5 lesen wir: „Sie wohnte unter der Palme Deboras zwischen Rama und Bethel in der Berggegend von Ephraim; und die Söhne Israels gingen jeweils zu ihr hinauf zum Gericht.“ Wenn schwierige Probleme entstanden, konnte sie den Israeliten sagen, welche Lösung Jehova dafür hatte, denn der Geist Jehovas ruhte auf ihr.

    Barak war dagegen ein Richter, der die Befreiung für die Israeliten herbeiführte. Daraus läßt sich vernünftigerweise schlußfolgern, daß Barak ein Richter im umfassenden Sinne des Wortes war, und das ist im Einklang mit Hebräer 11:32, wo er zu den Richtern des Volkes Israel gezählt wird. Aus diesen Gründen wird Debora in der Liste der Richter des Volkes Israel, die in dem Buch Aid to Bible Understanding auf Seite 980 erscheint, nicht erwähnt.

    Kommentar — 20. März 2009 @ 11:54

  4. Jule

    Richter 1 – 4

    Richter 1:23-26

    Und das Haus Joseph begann Bẹthel auszukundschaften (übrigens war vordem der Name der Stadt Lus), 24 und die Wachen sahen schließlich einen Mann aus der Stadt herausgehen. Da sagten sie zu ihm: „Zeig uns bitte den Zugang zur Stadt, und wir werden dir bestimmt Güte erweisen.“ 25 Demzufolge zeigte ihnen der Mann den Zugang zur Stadt; und sie schlugen dann die Stadt mit der Schärfe des Schwertes, aber den Mann und seine ganze Familie ließen sie gehen. 26 Daraufhin zog der Mann in das Land der Hethịter und baute eine Stadt und gab ihr den Namen Lus. Das ist ihr Name bis auf diesen Tag.

    „Zeige uns bitte den Zugang zur Stadt“ – die Stadt Lus

    Was ist das nur für ein Mann, der seine ganzer Stadt verrät um des eigenen Vorteils Willen? Es wird ja nicht gesagt, dass er mit der Israeliten kooperiert, weil er von Jehova gehört hatte und an ihn glaubte – sondern weil man ihm versprach, ihn zu verschonen.

    Die Stadt wird eingenommen, die Bewohner werden vernichtet und die Israeliten geben ihr einen neuen Namen.

    Aber „macht nichts“, denn der Mann zieht mit seiner Familie etwas weiter und gründet eine neue Stadt – und gibt dieser den Namen Lus!

    Sind wir auch so schlau und liefern unsere Freunde und Brüder ans Messer – um unseres eigenen Vorteils Willen?

    Wie dachte Jehova wohl über diesen Mann und wie wird ER wohl über uns denken, wenn wir ebenso ‚umsichtig und weise‘ handeln wie er?

    Kommentar — 23. März 2010 @ 18:29

  5. Thom

    Richter 1-4
    Zitate von J.N.Darby


    iese Anwesenheit Gottes, die zum Segen bei ihnen ist, gibt sich dem Glauben zu erkennen, einmal durch einen Sieg über sehr starke Feinde (Ri 1, 1-7); ein andermal durch das Erlangen eines besonderen Segens: „Wasserquellen“ (V. 13-15), und in allen Einzelheiten ihrer Verwirklichung der Verheißungen. Sogar die Philister wurden vertrieben (V. 18). Gleichzeitig aber versagte der Glaube Judas und Simeons, Ephraims und Manasses und aller Stämme, und infolgedessen versagte auch ihre Lebenskraft, ihr Bewusstsein von dem Werte der Gegenwart Gottes, und dass sie Ihm geweiht waren, und sie merkten auch nicht das unter ihren Gegnern bestehende Böse; wenn sie es gemerkt hätten, würde das deren Anwesenheit in ihrer Mitte unerträglich gemacht haben.

    Welche Verunehrung Gottes, welche Sünde, solche Personen zu verschonen, zu dulden! Welche Treulosigkeit Gott gegenüber war diese Gleichgültigkeit, und was für eine unfehlbare Quelle des Bösen und der Verderbtheit in Israel! Sie aber empfanden das alles nicht. Es mangelte ihnen sowohl an geistlichem Unterscheidungsvermögen als auch an Glauben, und die Quellen des Bösen und des Elends wohnten neben dem Volke, und zwar im Lande Gottes und Israels.
    Als aber ein anderes Geschlecht in Israel aufkam, das Jehova nicht kannte und all die großen Werke Seiner Hand nicht gesehen hatte, und als sie den Göttern der Völker dienten, die Israel verschont hatte, schützt sie Gott nicht mehr. Treulos drinnen, fällt Israel in die Hände des Feindes draußen. Und dann, wie wir gesehen haben, wurde Jehova in ihrer Bedrängnis vom Mitleid bewegt und erweckte ihnen Richter, die Seinen Namen anerkannten und die Erweisung Seiner Macht wieder in ihre Mitte brachten.

    Gott hatte, da Er wusste, was das Volk war und in welchem Zustande es sich befand, innerhalb der Grenzen ihres Landes das belassen, was ihren Gehorsam auf die Probe stellte – die Philister, die Sidonier usw. auf dass sie den Krieg lernten und die Wege und die Regierung Jehovas erfuhren.

    Und doch verwandelte die Weisheit und die Vorkenntnis Gottes, der weiß, was im Menschen ist, die Untreue des Volkes in Segen. Äußeres Wohlergehen ohne Prüfung hätte dem Unglauben nicht geholfen, während es sie jener Seelenübungen und Kämpfe beraubt hätte, in denen sie das Wesen Gottes hätten kennen lernen können – Seine Wege und Seine Beziehungen mit ihnen, aber auch was ihre eigenen Herzen waren.

    Jetzt werde ich die wichtigsten Gegenstände durchnehmen, die in der Geschichte dieses Buches dargestellt werden. Othniel, Ehud und Schamgar waren nacheinander die ersten von Gott erweckten Werkzeuge, um Sein Volk zu befreien.

    Zunächst müssen wir das Versagen des Volkes vermerken, welches anfängt, falschen Göttern zu dienen; daraufhin folgt ihre Knechtschaft. In ihrer Bedrängnis schreien sie zu Jehova. Dies ist stets der Weg, auf dem Befreiung kommt (Ri. 3, 9. 15; 4, 3). In diesem letzten Falle verlässt Jehova Seine üblichen Wege. Die Nation hatte ihre Kraft und Energie verloren, sogar in bezug auf innere Angelegenheiten. Das wird dadurch bewirkt, wenn man immer wieder fällt: das Bewusstsein von der Kraft Gottes geht verloren.

    In jenem Zeitabschnitt, von dem wir reden, richtete ein Weib Israel. Es war ein Zeichen der Allmacht Gottes, denn sie war eine Prophetin. Es stand aber dem üblichen Handeln Gottes entgegen und war eine Schande für die Männer. Debora beruft Barak (denn wo der Geist Gottes wirkt, da unterscheidet und lenkt Er); sie teilt ihm den Befehl Gottes mit. Er gehorcht; es mangelt ihm aber an Glauben, so voranzugehen wie einer, der von Gott eine direkte Anweisung empfangen hat und infolgedessen keine andere braucht. Diese direkten Mitteilungen geben das Bewusstsein von der Gegenwart Gottes, und dass Er zugunsten Seines Volkes eingreift. Barak will nicht ohne Debora ziehen. Dieser Mangel an Glauben gereicht ihm aber nicht zur Ehre. Die Männer werden die Stellung behalten, die dem Maße ihres Glaubens entspricht; und Gott wird wieder durch die Mitwirkung eines Weibes verherrlicht. Barak hat genügend Glauben, um zu gehorchen, wenn er jemanden in der Nähe hat, der sich unmittelbar auf Gott stützt, aber nicht genug, um es selbst zu tun. Dies ist allzu oft der Fall. Gott verwirft ihn nicht, aber Er ehrt ihn auch nicht. Tatsächlich ist das keineswegs derselbe Glaube an Gott, und doch wird Gott durch den Glauben geehrt.

    Kommentar — 26. März 2010 @ 09:22

  6. Jule

    Richter 1 – 4

    Richter 1:1-2

    Als Josua gestorben war, fragten die Israeliten den Herrn: »Welcher Stamm soll als erster losziehen und die Kanaaniter angreifen?« 2 Der Herr antwortete: »Der Stamm Juda soll beginnen! Ich gebe das Land in seine Gewalt.«

    Hatte Josua denn keinen Nachfolger bestimmt?

    Hatte Jehova nicht vorgesorgt? Benötigte er die „Führer“ nur, um das Volk in das verheißene Land zu führen?

    Sollte es danach wieder so weitergehen wie zuvor – der Patriarch hat das Sagen?

    Kommentar — 22. März 2012 @ 15:43

  7. Jule

    Richter 1:12-13

    Kaleb, der judäische Heerführer, versprach seinen Männern: »Wer Kirjat-Sefer erobert, der erhält meine Tochter Achsa zur Frau!« 13 Kalebs jüngerem Bruder Otniël, dem Sohn des Kenas, gelang es, die Stadt einzunehmen. Dafür sollte er Achsa zur Frau bekommen.

    Wieso wird das nun hier erwähnt?

    Ich dachte, wir befinden uns hier in der Zeit nach dem Tod von Josua – diese Begebenheit war aber doch noch zu seinen Lebzeiten.

    Ich sehe auch irgendwie keinen Zusammenhang, warum das jetzt hier in Erinnerung gebracht werden müßte

    Kommentar — 22. März 2012 @ 15:44

  8. Jule

    Richter 1:22-26

    Die Stämme Ephraim und Manasse brachen auf und zogen nach Bethel, das früher Lus hieß. Als sie die Gegend auskundschaften wollten, um die Stadt zu erobern, half der Herr ihnen: 24 Ihre Späher entdeckten einen Mann, der gerade die Stadt verließ. Sie hielten ihn an und sagten: »Zeig uns, wie wir nach Bethel hineinkommen! Dafür werden wir dich verschonen.« 25 Da zeigte er ihnen einen unbewachten Zugang zur Stadt. Sie drangen ein und töteten alle Einwohner mit dem Schwert. Nur den Mann und seine Verwandten ließen sie am Leben. 26 Er ging ins Land der Hetiter und gründete dort eine Stadt namens Lus, die es heute noch gibt.

    Schon irgendwie merkwürdig, dass dieses Verhalten des Mannes lobend hervor gehoben wird.

    Ok, er hat Gottes Volk geholfen, die Stadt einzunehmen – trotzdem finde ich sein Verhalten sehr sehr schäbig!

    Kommentar — 22. März 2012 @ 15:45

  9. Jule

    Richter 2:7-15

    Die Israeliten blieben dem Herrn treu, solange Josua lebte und nach ihm die Ältesten, die noch selbst gesehen hatten, wie der Herr ihrem Volk mit machtvollen Taten geholfen hatte. 8 Josua, der Sohn Nuns, der Diener des Herrn, starb im Alter von 110 Jahren. 9 Man begrub ihn auf dem Grundstück, das ihm und seinen Nachkommen gehören sollte; es lag in Timnat-Heres nördlich des Berges Gaasch im Gebirge Ephraim.

    10 Als von seiner Generation keiner mehr lebte, gab es eine neue Generation, die den Herrn weder kannte noch wusste, was er für Israel getan hatte. 11 Sie taten, was der Herr verabscheute: Sie dienten anderen Göttern 12 und wandten sich ab vom Herrn, dem Gott ihrer Vorfahren, der ihr Volk aus Ägypten befreit hatte. Den Götzen der Völker ringsum liefen sie nach und beteten sie an. Damit forderten sie den Zorn des Herrn heraus. 13 Sie kehrten ihm den Rücken und dienten dem Gott Baal und der Göttin Aschera. 14 Der Herr war zornig auf die Israeliten. Er sorgte dafür, dass Räuberbanden sie ausplünderten und ihre Nachbarvölker mächtiger wurden als sie. Nun konnten die Israeliten sich nicht mehr behaupten. 15 Was sie auch unternahmen, um sich zu verteidigen – der Herr ließ es ihnen misslingen. Sie gerieten in große Bedrängnis, so wie er es ihnen angekündigt hatte.

    Man könnte es auch anders formulieren:

    Die nachfolgenden Generationen waren nur Mitläufer, sie hatten sich den Glauben ihrer Eltern nicht zu eigen gemacht. Sie hatten den Sinn nicht verstanden, denn sie dachten, es reiche aus, zu Gottes Volk zu gehören und sich mit den anderen im Tempel (oder damals: in der Stiftshütte) zu versammeln. Aber damit bekamen sie nicht automatisch ein Verhältnis zu ihrem Schöpfer – es war eher eine Art Ritual.

    Da diejenigen, die Jehova wirklich „kannten“, nicht mehr lebten, ist dies wohl niemanden aufgefallen – oder es wurde dem vielleicht keine große Bedeutung beigemessen.

    Aber für Jehova reicht so „ein Glaube“ nicht. Wie Jakobus später sagt, muss der Glaube auch gelebt werden.

    Jakobus 2:14
    *** cj Kap. 2 S. 76-77 2. Kapitel ***

    Man beachte, daß Jakobus hier nicht dem widerspricht, was Paulus sagt, nämlich daß „ein Mensch ohne Gesetzeswerke durch Glauben gerechtgesprochen wird“ (Röm. 3:28). Jakobus stimmt damit völlig überein, aber er wendet sich gegen einen Mißbrauch oder eine Verdrehung dieser Lehre. Die Verdrehung bestand in der Ansicht, jemand, der lediglich richtige Vorstellungen von der Rechtfertigung durch Glauben habe, ohne diesen Glauben aber durch gute Werke zu beweisen, sei in Gottes Augen gerecht und werde schließlich gerettet werden. In Wirklichkeit ist, wie Jakobus erklärt, jeder sogenannte Glaube, der einen nicht zu guten Werken antreibt, kein echter Glaube. Ein solcher Mensch „sagt“ lediglich, „er habe Glauben“. Wer behauptet, er glaube an Christi Sühnopfer, und sagt, er sei ein Christ, aber seinen Glauben nicht durch Taten beweist, ist in Wirklichkeit kein Christ. Von welchem Nutzen ist sein „Glaube“, wenn dieser keine Änderungen in seiner Persönlichkeit und seiner Handlungsweise bewirkt? Wie könnte er das tun, was Jesus seinen Nachfolgern gebot: „Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure vortrefflichen Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Matth. 5:16)?

    Würde irgend jemand einen Mann als einen echten, hingebungsvollen Arzt bezeichnen, der sich zwar eine Praxis eingerichtet und seinen Glauben an die Heilkunst zum Ausdruck gebracht, aber noch nie jemanden behandelt oder jemandem geholfen hat? Jesus sagte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist“ (Matth. 7:21). Was Jakobus in Vers 14 sagt, paßt gut zu seiner Beschreibung in Kapitel 1:26, 27, wo er von einem Mann spricht, den ‘es dünkt’ oder der sich einbildet, er sei ein Anbeter Gottes, der aber keine Frucht seines Glaubens oder seiner Form der Anbetung hervorbringt.

    Wir müssen ein eigenes Verhältnis zu unserem Gott aufbauen, ihn selbst kennen lernen, damit er auch unser Freund wird! Wir müssen Zeit mit ihm verbringen, ihm zuhören, mit ihm reden und ihn selbst kennen lernen. Nur dann wird er auch unser Freund.

    Das erinnert mich an meine Kindheit. Meine Eltern waren mit zwei Paaren befreundet, die auch Kinder in unserem Alter hatten. Wir haben uns oft gegenseitig besucht, mit der einen Familie waren wir sogar öfters im Urlaub. Trotzdem sind diese Paare die Freunde meiner Eltern gewesen – nicht meine. Obwohl wir oft bei denen zu Besuch waren und die bei uns, und auch trotz der gemeinsamen Urlaube kenne ich die Freunde meiner Eltern nicht wirklich. Wenn überhaupt, dann nur sehr oberflächlich. Denn ich war zwar bei den Besuchen und im Urlaub auch anwesend, aber da ich noch ein Kind war und diese die Freunde der Eltern, habe ich mich nicht wirklich mit ihnen beschäftigt. Daher kenne ich sie eigentlich kaum. Sie sind wohl „Bekannte“, aber nicht meine Freunde. Sie sind die Freunde meiner Eltern.

    Wenn ich wirklich Zeit mit ihnen verbracht hätte und selbst lange und intensive Gespräche mit ihnen geführt hätte – dann hätte ich sie selbst kennen gelernt und dann hätte daraus vielleicht auch eine Freundschaft entstehen können.

    Das Volk, das nun nach dem Tod von Josua und den anderen übrig blieb, scheint eine ähnliche Beziehung mit Jehova zu haben, wie ich zu den Freunden meiner Eltern. Scheinbar kannten sie Jehova nicht einmal wirklich. Sie waren zwar bei den Festen und in der Stiftshütte anwesend – aber eher aus einer Gewohnheit heraus. Nicht aber, weil sie ihn „erkannt hätten“. Dazu hätte Aktivität gehört.

    Ebenso kann es unseren Kindern ergehen, die in der Wahrheit aufwachsen. Sie gehen zwar mit uns zur Zusammenkunft – aber vielleicht doch eher so, wie ich mit meinen Eltern zu ihren Freunden zu Besuch gegangen bin. Sie sind zwar körperlich anwesend, aber sie haben keinen Bezug zu der Sache. Das ist der Glaube ihrer Eltern und sie gehen mit, weil sie Achtung und Respekt vor ihren Eltern haben. Aber noch ist es der Glaube und der Gott ihrer Eltern – nicht ihr eigener.

    Dazu müßten sie sich selbst, ganz persönlich mit diesem Glauben und diesem Gott beschäftigen. Sie müssen selbst in der Bibel lesen, ein eigenes persönliches Studienprogramm haben. Und das nicht als eine Art Ritual – weil man es so macht, weil jedes Kind von ZJ das Geschichtenbuch und das Buch „Was lehrt die Bibel wirklich“ studiert haben sollte. Das wäre eher ein Besuch mit den Eltern bei deren Freunden.

    Wie schließen wir denn „im richtigen Leben“ Freundschaften? Als erstes muss ein Interesse an der Person da sei. Sie muss für uns erst mal den Reiz haben, sie kennen zu lernen. Dann werden wir selbst die Nähe der Person suchen, mit ihr reden, sie fragen, was sie so macht, was sie vorhat, wie sie denkt und fühlt und warum. Je mehr Zeit wir mit der Person verbringen, je intensiver die Gespräche werden – desto besser lernen wir sie kennen. Das, was wir sehen und hören, gefällt uns und wir wollen noch mehr Zeit mit ihr verbringen. Das ist kein Ritual, sondern unsere Wertschätzung für sie wird zunehmen. Bald ist eine Freundschaft entstanden und vielleicht wird mit der Zeit sogar Liebe daraus!

    Wenn wir dies für Jehova empfinden, dann haben wir die richtige Motivation und dann werden wir auch bestrebt sein, so zu leben, dass es IHM gefällt. Dann werden wir gar nicht auf sie Idee kommen, Dinge zu tun, die ihn schmerzen. Dann werden wir bei solchen Dingen nicht einmal mit den Gedanken verweilen.

    Dann ist Jehova unser Gott und nicht nur der unserer Eltern und dann ist es wirklich unser Glaube und nicht nur der der Eltern.

    Dies hat das Volk Jehovas damals versäumt. Wie steht es in dieser Hinsicht mit uns?

    Suchen wir voller Sehnsucht Jehovas Nähe und lesen wir täglich in der Bibel, um ihn noch besser kennen zu lernen? Reden wir mit ihm? Verbringen wir gern unsere Zeit mit ihm?

    Ist uns dies so wichtig, dass alles andere in unserem Leben zweitrangig ist?

    Wir hatten letzte Woche bereits einen Studienartikel zum Thema „Jehova Opfer bringen“. Wie sehen meine Opfer aus? Gebe ich Jehova mein Allerbestes?

    Ein Mann, der seine Braut liebt, will ihr Blumen mitbringen. Holt er diese aus dem Mülleimer – oder kauft oder pflückt er frische und schöne? Wie empfindet seine Verlobte wohl, wenn er ein gutgehendes Blumengeschäft oder einen wunderschönen Garten hat – und bringt ihr alte, verwelkte Blumen mit, wo Blüten und Blätter fehlen? Ob sie sich von ihm wirklich geliebt fühlt? Käme ein solcher Mann wirklich auf die Idee, ihr so ein Gestrüpp zu schenken?

    Was zeigen unsere Taten, wo wir in dieser Hinsicht stehen?

    Kommentar — 22. März 2012 @ 15:47

  10. Jule

    Richter 4:6-9

    »Der Herr, der Gott Israels, befiehlt dir: ›Rufe 10000 Soldaten aus den Stämmen Naftali und Sebulon zusammen, und zieh mit ihnen auf den Berg Tabor! 7 Ich werde dafür sorgen, dass Sisera, der Heerführer Jabins, mit seinen Wagen und seinem Heer zum Fluss Kischon kommt. Dort gebe ich ihn in deine Gewalt.‹«

    8 Barak antwortete: »Ich werde nur gehen, wenn du mitkommst. Ohne dich unternehme ich nichts.«

    9 »Ich komme mit«, willigte Debora ein, »aber der Ruhm dieses Feldzugs wird nicht dir gehören, denn der Herr wird einer Frau den Sieg über Sisera schenken!«

    War dies die Konsequenz daraus, dass er ohne Deborah nicht ziehen wollte?

    Denn wozu benötigte er sie? Jehova hatte ihm gesagt, was er tun sollte. Da war nicht von Deborah die Rede. Er hätte das allein tun können – und vielleicht auch sollen!?

    Nun wollte er erst gehen, wenn diese Frau mitkam. Wollte Jehova ihm nun zeigen, wie unsinnig das eigentlich war? So nach dem Motto:

    „wenn du dich ohne eine Frau nicht mutig genug und dem Feind nicht gewachsen fühlst – dann muss eben auch eine Frau das erledigen, was du eigentlich tun solltest.“

    Vielleicht wollte Jehova ihn dadurch beschämen?

    Kommentar — 22. März 2012 @ 15:49

  11. Jule

    Richter 1 – 4

    Richter 1 – das Land wird weiter aufgeteilt, aber sie vertreiben sie nicht ganz

    1 Und es geschah nach dem Tod Josuas, da fragten die Söhne Israels den Herrn und sprachen: Wer von uns soll zuerst hinaufziehen, um gegen die Kanaaniter zu kämpfen? 2 Und der Herr sprach: Juda soll hinaufziehen! Siehe, ich habe das Land in seine Hand gegeben.

    3 Da sprach Juda zu seinem Bruder Simeon: Zieh mit mir hinauf in mein Los und lass uns gegen die Kanaaniter kämpfen, so will ich auch mit dir in dein Los ziehen! Und Simeon zog mit ihm.

    4 Als nun Juda hinaufzog, gab der Herr die Kanaaniter und Pheresiter in ihre Hand, und sie schlugen sie bei Besek, 10 000 Mann. 5 Und als sie den Adoni-Besek in Besek fanden, kämpften sie gegen ihn; und sie schlugen die Kanaaniter und Pheresiter. 6 Und Adoni-Besek floh; aber sie jagten ihm nach und ergriffen ihn und schlugen ihm die Daumen und die großen Zehen ab. 7 Da sprach Adoni-Besek: 70 Könige mit abgehauenen Daumen und großen Zehen lasen [ihr Brot] auf unter meinem Tisch. Wie ich gehandelt habe, so hat mir Gott wieder vergolten ! Und man brachte ihn nach Jerusalem; und er starb dort. 8 Die Söhne Judas hatten nämlich gegen Jerusalem gekämpft und es erobert, und sie hatten die Einwohner mit der Schärfe des Schwertes geschlagen, die Stadt aber in Brand gesteckt.

    9 Danach zogen die Söhne Judas hinab, um gegen die Kanaaniter zu kämpfen, die auf dem Bergland und im Negev und in der Schephela wohnten. 10 Juda zog auch gegen die Kanaaniter, die in Hebron wohnten; Hebron aber hieß vor Zeiten Kirjat-Arba; und sie schlugen Sesai und Achiman und Talmai. 11 Von dort zogen sie gegen die Einwohner von Debir; Debir aber hieß vor Zeiten Kirjat-Sepher.

    12 Und Kaleb sprach: Wer Kirjat-Sepher schlägt und erobert, dem will ich meine Tochter Achsa zur Frau geben! 13 Da eroberte es Otniel, der Sohn des Kenas, des jüngeren Bruders Kalebs; und er gab ihm seine Tochter Achsa zur Frau. 14 Und es geschah, als sie einzog, da spornte sie ihn an, von ihrem Vater einen Acker zu erbitten. Und sie sprang vom Esel. Da sprach Kaleb zu ihr: Was willst du? 15 Sie sprach: Gib mir einen Segen! Denn du hast mir ein Südland gegeben; so gib mir auch Wasserquellen! Da gab ihr Kaleb die oberen Wasserquellen und die unteren Wasserquellen.

    16 Und die Söhne des Keniters , des Schwiegervaters Moses, waren mit den Söhnen Judas aus der Palmenstadt in die Wüste Juda hinaufgezogen, die südlich von Arad liegt; und so gingen sie hin und wohnten bei dem Volk. 17 Juda aber zog hin mit seinem Bruder Simeon; und sie schlugen die Kanaaniter, die in Zephat wohnten, und vollstreckten an ihnen den Bann und nannten die Stadt Horma .

    18 Dazu eroberte Juda Gaza samt seinem Gebiet und Askalon samt seinem Gebiet und Ekron samt seinem Gebiet. 19 Und der Herr war mit Juda, sodass er das Bergland eroberte; aber die Bewohner der Ebene vertrieb er nicht aus ihrem Besitz, denn sie hatten eiserne Streitwagen .

    20 Und sie gaben dem Kaleb Hebron, wie es Mose gesagt hatte; und dieser vertrieb daraus die drei Söhne Enaks. 21 Aber die Söhne Benjamins vertrieben die Jebusiter nicht, die in Jerusalem wohnten; sondern die Jebusiter wohnten bei den Söhnen Benjamins in Jerusalem bis zu diesem Tag.

    22 Auch das Haus Joseph zog hinauf, nach Bethel , und der Herr war mit ihnen. 23 Und das Haus Joseph ließ Bethel auskundschaften; die Stadt hieß aber früher Lus. 24 Und die Späher sahen einen Mann aus der Stadt herauskommen und sprachen zu ihm: Zeige uns doch, wo wir in die Stadt eindringen können, so wollen wir dir Gnade erweisen! 25 Da zeigte er ihnen, wo die Stadt zugänglich war, und sie schlugen die Stadt mit der Schärfe des Schwertes; den Mann aber und seine ganze Sippe ließen sie gehen. 26 Da zog der Mann in das Land der Hetiter und baute eine Stadt und nannte sie Lus; das ist ihr Name bis zum heutigen Tag.

    27 Manasse aber vertrieb die Einwohner von Beth-Schean und seinen Tochterstädten nicht , auch nicht diejenigen von Taanach und seinen Tochterstädten, noch die Bewohner von Dor und seinen Tochterstädten, noch die Bewohner von Jibleam und seinen Tochterstädten, noch die Bewohner von Megiddo und seinen Tochterstädten; sondern es gelang den Kanaanitern, in diesem Land zu bleiben.

    28 Und als Israel erstarkte, machte es die Kanaaniter fronpflichtig ; aber es vertrieb sie nicht aus ihrem Besitz. 29 Und Ephraim vertrieb die Kanaaniter nicht, die in Geser wohnten; sondern die Kanaaniter blieben in ihrer Mitte in Geser. 30 Sebulon vertrieb die Bewohner von Kitron nicht, auch nicht die Bewohner von Nahalol; und die Kanaaniter wohnten in ihrer Mitte und wurden fronpflichtig. 31 Asser vertrieb die Bewohner von Akko nicht, auch nicht die Bewohner von Zidon, Achelab, Achsib, Helba, Aphik und Rechob; 32 sondern die Asseriter wohnten mitten unter den Kanaanitern, die im Land blieben; denn sie vertrieben sie nicht aus ihrem Besitz. 33 Naphtali vertrieb weder die Bewohner von Beth-Schemesch noch die Einwohner von Beth-Anat, sondern wohnte mitten unter den Kanaanitern, die das Land bewohnten; aber die Bewohner von Beth-Schemesch und Beth-Anat wurden ihnen fronpflichtig. 34 Und die Amoriter drängten die Söhne Dans auf das Bergland zurück und ließen sie nicht in die Ebene herabkommen. 35 Und es gelang den Amoritern, in Har-Heres, in Ajalon und in Saalbim zu bleiben; aber die Hand des Hauses Joseph wurde ihnen zu schwer, und sie wurden fronpflichtig.

    36 Und die Grenze der Amoriter zog sich vom Skorpionensteig von dem Felsmassiv an aufwärts.

    Interessant, dass sich Jehova nicht immer bestimmter Menschen bediente, um mit seinem Volk zu reden: nach Moses und Josua scheint es erst einmal keinen Führer zu geben und zu befragt das Volk Jehova selbst.

    Weitere Gedanken finden wir hier:

    Kommentar — 29. März 2013 @ 10:30

  12. Jule

    Richter 2 – warum weinen sie, ald der Engel zu ihnen spricht?

    1 Und der Engel des Herrn kam von Gilgal herauf nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe; und ich sagte : Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich!

    2 Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht ! Warum habt ihr das getan? 3 So habe ich nun auch gesagt: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu Fangnetzen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden!

    4 Als nun der Engel des Herrn diese Worte zu allen Kindern Israels redete, da erhob das Volk seine Stimme und weinte. 5 Daher nannten sie den Ort Bochim ; und sie brachten dort dem Herrn Opfer dar.

    6 Als nämlich Josua das Volk entlassen hatte, zogen die Kinder Israels jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen. 7 Und das Volk diente dem Herrn , solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des Herrn gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.

    8 Als aber Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des Herrn , im Alter von 110 Jahren gestorben war, 9 da begruben sie ihn im Gebiet seines Erbteils, in Timnat-Heres, auf dem Bergland Ephraim, nördlich vom Berg Gaasch.

    10 Und als auch jene ganze Generation zu ihren Vätern versammelt war, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die den Herrn nicht kannte, noch die Werke, die er an Israel getan hatte. 11 Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des Herrn , und sie dienten den Baalen; 12 und sie verließen den Herrn , den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten den Herrn ; 13 denn sie verließen den Herrn und dienten dem Baal und den Astarten.

    14 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er gab sie in die Hand von Räubern, die sie beraubten; und er verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, sodass sie vor ihren Feinden nicht mehr bestehen konnten.

    15 Überall, wohin sie zogen, war die Hand des Herrn gegen sie zum Unheil, wie der Herr es ihnen gesagt und wie der Herr es ihnen geschworen hatte; so wurden sie hart bedrängt.

    16 Doch erweckte der Herr Richter , die sie aus den Händen derer retteten, die sie beraubten. 17 Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht, sondern sie hurten mit anderen Göttern und beteten sie an und wichen bald ab von dem Weg, auf dem ihre Väter im Gehorsam gegen die Gebote des Herrn gegangen waren; sie handelten nicht ebenso.

    18 Wenn aber der Herr ihnen Richter erweckte, so war der Herr mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der Herr hatte Mitleid wegen ihrer Wehklage über ihre Bedränger und Unterdrücker. 19 Wenn aber der Richter starb, so handelten sie wiederum verderblich, mehr als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachfolgten, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; sie ließen nicht ab von ihrem Treiben und ihrem halsstarrigen Wandel.

    20 Darum entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er sprach: Weil dieses Volk meinen Bund übertreten hat, den ich ihren Vätern geboten habe, und sie meiner Stimme nicht folgen, 21 so will auch ich in Zukunft niemand mehr von den Völkern, die Josua bei seinem Tod übrig gelassen hat, vor ihnen vertreiben, 22 damit ich Israel durch sie prüfe , ob sie den Weg des Herrn bewahren und darin wandeln werden, wie ihre Väter ihn bewahrten, oder nicht!

    23 So ließ der Herr diese Völker verbleiben und vertrieb sie nicht schnell aus ihrem Besitz, wie er sie auch nicht in die Hand Josuas gegeben hatte.

    Warum weinten sie, als der Engel zu ihnen sprach? (Vers 4)

    Hatten sie Angst vor dem Engel oder Angst, die Erfordernisse nicht erfüllen zu können – oder waren sie nur emotional gerührt, wie wir dies bei einer Hochzeit sind?

    Aber in dem was zu dem Wandel des Volkes und Jehovas Reaktion darauf gesagt wird, bewahrheitet sich unser Lieblingstext aus Römer: „nichts kann uns von Gottes Liebe trennen!“

    Immer sind sie selbst es, die sich von ihrem Gott abwenden. Er ist immer wieder schnell bereit, ihnen mit weit geöffneten Armen entgegen zu kommen.

    Weitere Gedanken finden wir hier:

    Kommentar — 29. März 2013 @ 16:02

  13. Jule

    Richter 3 – Jehova hält, was er verspricht!

    1 Das sind aber die Völker, die der Herr übrig bleiben ließ, um durch sie alle diejenigen Israeliten zu prüfen , welche alle die Kämpfe um Kanaan nicht erlebt hatten; 2 nur um den Geschlechtern der Söhne Israels davon Kenntnis zu geben und sie die Kriegführung zu lehren, weil sie zuvor nichts davon wussten: 3 die fünf Fürsten der Philister und alle Kanaaniter und Zidonier und Hewiter, die auf dem Libanon-Gebirge wohnten, vom Berg Baal-Hermon an bis nach Lebo-Hamat. 4 Und sie dienten dazu, dass Israel durch sie geprüft wurde, damit es sich zeigte, ob sie den Geboten des Herrn folgen würden, die er ihren Vätern durch Mose geboten hatte.

    5 Als nun die Söhne Israels mitten unter den Kanaanitern , Hetitern, Amoritern, Pheresitern, Hewitern und Jebusitern wohnten, 6 da nahmen sie deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten ihren Göttern. 7 Und die Kinder Israels taten, was böse war in den Augen des Herrn , und sie vergaßen den Herrn , ihren Gott, und dienten den Baalen und Ascheren .

    8 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel; und er verkaufte sie unter die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Aram-Naharajim ; und die Kinder Israels dienten dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre lang.

    9 Da schrien die Kinder Israels zum Herrn . Und der Herr erweckte den Kindern Israels einen Retter, der sie befreite : Otniel , den Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders Kalebs. 10 Und der Geist des Herrn kam über ihn, und er richtete Israel und zog aus zum Kampf. Und der Herr gab Kuschan-Rischatajim, den König von Aram-Naharajim, in seine Hand, sodass seine Hand über Kuschan-Rischatajim mächtig wurde. 11 Da hatte das Land 40 Jahre lang Ruhe. Und Otniel, der Sohn des Kenas, starb.

    12 Und die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des Herrn . Da stärkte der Herr Eglon, den König der Moabiter, gegen Israel, weil sie taten, was in den Augen des Herrn böse war. 13 Und er sammelte um sich die Ammoniter und die Amalekiter und zog hin und schlug Israel und nahm die Palmenstadt ein. 14 Und die Kinder Israels dienten Eglon, dem König von Moab, 18 Jahre lang.

    15 Da schrien die Kinder Israels zum Herrn . Und der Herr erweckte ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, einen Benjaminiter , der linkshändig war. Und die Kinder Israels sandten durch ihn den Tribut an Eglon, den König von Moab. 16 Da machte sich Ehud ein zweischneidiges Schwert , eine Spanne lang, und gürtete es unter seinem Gewand an seine rechte Hüfte.

    17 Und er überbrachte Eglon, dem König von Moab, den Tribut. Eglon aber war ein sehr fetter Mann. 18 Als er nun die Überreichung des Tributs vollzogen hatte, ließ er die Leute gehen, die den Tribut getragen hatten; 19 er selbst aber kehrte um bei den Götzenbildern von Gilgal und sprach zu dem König: Ich habe dir, o König, etwas Geheimes zu sagen! Er aber sprach: Schweig! Und alle, die um ihn her standen, gingen von ihm hinaus. 20 Da kam Ehud zu ihm hinein. Er aber saß in seinem kühlen Obergemach, das für ihn allein bestimmt war. Und Ehud sprach: Ein Wort Gottes habe ich an dich! Da stand er von seinem Thron auf. 21 Ehud aber griff mit seiner linken Hand zu und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch, 22 und es fuhr auch der Griff der Klinge hinein, und das Fett schloss sich um die Klinge; denn er zog das Schwert nicht aus seinem Bauch, sodass es ihm hinten hinausging. 23 Danach ging Ehud hinaus in den Vorsaal und schloss die Türe des Obergemachs hinter sich zu und verriegelte sie.

    24 Als er nun hinausgegangen war, kamen die Diener; als sie aber sahen, dass die Türe des Obergemachs verschlossen war, sprachen sie: Gewiss bedeckt er seine Füße in dem kühlen Gemach! 25 Und sie warteten so lange, bis sie sich dessen schämten ; und siehe, niemand machte die Türe des Obergemachs auf; da nahmen sie den Schlüssel und schlossen auf; und siehe, da lag ihr Herr tot auf dem Boden!

    26 Ehud aber war entkommen, während sie so zögerten, und ging an den Götzen vorüber und entkam nach Seira. 27 Und als er heimkam, blies er in ein Schopharhorn auf dem Bergland Ephraim, und die Söhne Israels zogen mit ihm vom Bergland herab, und er vor ihnen her.

    28 Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, denn der Herr hat die Moabiter, eure Feinde, in eure Hand gegeben ! Und sie zogen hinab, ihm nach, und besetzten die Furten des Jordan gegen Moab hin und ließen niemand hinüber; 29 und sie schlugen die Moabiter zu jener Zeit, etwa 10 000 Mann, alles starke und tapfere Männer, sodass nicht einer entkam. 30 So wurden zu jener Zeit die Moabiter unter die Hand Israels gebracht; und das Land hatte Ruhe, 80 Jahre lang.

    31 Nach ihm trat Schamgar auf, der Sohn Anats; der erschlug 600 Philister mit einem Rinderstachel ; und auch er errettete Israel.

    Wie wir sehen, hält Jehova Wort: er hatte ihnen gesagt, dass er sie verlassen würde, wenn sie sich anderen Göttern zuwenden – und dies tut er. Aber ebenso hält er seine Zusage ein, sich ihrer zu erbarmen, wenn sie bereit zur Umkehr sind.

    Was mir auch aufgefallen ist: dass er immer erst dann eingreift, wenn sie zu ihm schreien!

    Wenn wir uns den Bericht ansehen, dann leiden sie zu dem Zeitpunkt immer schon einige Jahre unter der jeweiligen Knechtschaft. Und obwohl Jehova sieht, wie sie bedrückt werden und leiden, greift er immer erst dann ein, wenn sie sich an ihn wenden und zu ihm schreien.

    Diesen Gedanken habe ich bereits in mehreren Vorträgen von Bayless Conley gehört, dass wir Gottes Verheißung auch für uns einfordern müssen – erst dann erhalten wir sie! Das hört sich für mich sehr logisch an, besonders wenn ich dies hier wieder lese.

    Aber ist dies wirklich der einzige Grund?

    Könnte es nicht auch so sein, dass sie davor versucht haben, sich aus eigener Kraft zu befreien? Vieleicht haben sie sogar die ganze Zeit ihre anderen Götter angerufen und solange sie dies tun, besteht ja für Jehova auch keinerlei Veranlassung einzugreifen.

    Vielleicht kapieren sie erst jetzt, dass ihnen ihre anderen Götter nicht helfen können und daher wenden sie sich jetzt – in letzter Instanz, als allerletzte Möglichkeit – an Jehova.

    Dies erinnert irgendwie an die Szene auf dem Berg Karmel, wo sie zuerst stundenlang Baal anrufen und er nicht reagiert. Aber als Elia dann Jehova anruft, reagiert dieser sofort.

    Schon interessant, wie bereitwillig ER sie immer wieder mit offenen Armen aufnimmt, wenn sie sich dann doch an ihn wenden – nur, weil niemand anderes mehr helfen kann. Aber so liebevoll und barmherzig ist unser Gott: immer zum Vergeben bereit nimmt er einen Sünder mit offenen Armen auf, sobald dieser Anstalten macht, von seinem verkehrten Weg umzukehren.

    Und dies ist unser Gott! Wie wunderbar!!!

    Kommentar — 30. März 2013 @ 00:23

  14. Jule

    Richter 4 – Barak vertraut nicht wirklich auf Jehova, er benötigt noch die Anwesenheit von Deborah

    1 Als aber Ehud gestorben war, taten die Kinder Israels wieder, was böse war in den Augen des Herrn . 2 Da verkaufte sie der Herr in die Hand Jabins, des Königs der Kanaaniter, der in Hazor regierte; und sein Heerführer war Sisera , der in Haroset-Gojim wohnte. 3 Da schrien die Kinder Israels zum Herrn ; denn er hatte 900 eiserne Streitwagen , und er unterdrückte die Kinder Israels mit Gewalt 20 Jahre lang.

    4 Und Debora , eine Prophetin , die Frau Lapidots, richtete Israel zu jener Zeit. 5 Und sie saß unter der Debora-Palme [zu Gericht], zwischen Rama und Bethel , auf dem Bergland Ephraim, und die Kinder Israels kamen zu ihr hinauf vor Gericht .

    6 Und sie sandte hin und ließ Barak rufen, den Sohn Abinoams, von Kedesch-Naphtali , und sprach zu ihm: Hat nicht der Herr , der Gott Israels, geboten : Geh hin und zieh auf den Berg Tabor ; und nimm mit dir 10 000 Mann von den Söhnen Naphtalis und von den Söhnen Sebulons! 7 Denn ich will Sisera, den Heerführer Jabins, mit seinen Streitwagen und mit seinen Heerhaufen zu dir an den Bach Kison ziehen lassen und ihn in deine Hand geben.

    8 Barak aber sprach zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so will ich gehen; gehst du aber nicht mit mir, so gehe ich nicht! 9 Da sprach sie: Ich will freilich mit dir gehen; aber der Ruhm des Feldzuges, den du unternimmst, wird nicht dir zufallen; denn der Herr wird Sisera in die Hand einer Frau verkaufen!

    Und Debora machte sich auf und zog mit Barak nach Kedesch. 10 Da berief Barak Sebulon und Naphtali nach Kedesch und zog mit 10 000 Mann Fußvolk hinauf; auch Debora zog mit ihm hinauf.

    11 Heber aber, der Keniter, hatte sich von den Kenitern, den Söhnen Hobabs, des Schwiegervaters Moses, getrennt und hatte sein Zelt bei der Terebinthe von Zaanaim neben Kedesch aufgeschlagen. 12 Und es wurde dem Sisera berichtet, dass Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Tabor gezogen sei. 13 Da berief Sisera alle seine Streitwagen, 900 eiserne Streitwagen, und das ganze Volk, das mit ihm war, von Haroset-Gojim an den Bach Kison.

    14 Debora aber sprach zu Barak: Mache dich auf! Denn dies ist der Tag, an dem der Herr den Sisera in deine Hand gegeben hat! Ist nicht der Herr vor dir ausgezogen ? Da stieg Barak vom Berg Tabor hinunter und die 10 000 Mann hinter ihm her. 15 Und der Herr brachte Sisera samt allen seinen Streitwagen und seinem ganzen Heer durch die Schärfe des Schwertes vor Barak in Verwirrung, sodass Sisera von seinem Streitwagen sprang und zu Fuß floh. 16 Barak aber jagte den Streitwagen und dem Heer nach bis nach Haroset-Gojim; und das ganze Heer Siseras fiel durch die Schärfe des Schwertes, sodass nicht einer übrig blieb.

    17 Sisera aber floh zu Fuß zum Zelt Jaels , der Frau Hebers, des Keniters; denn Jabin, der König von Hazor, und das Haus Hebers, des Keniters, hatten Frieden miteinander.

    18 Jael aber trat heraus, dem Sisera entgegen, und sprach zu ihm: Kehre ein, mein Herr, kehre ein zu mir und fürchte dich nicht! Und er kehrte bei ihr ein ins Zelt, und sie deckte ihn mit einer Decke zu. 19 Er aber sprach zu ihr: Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken; denn ich bin durstig! Da öffnete sie den Milchschlauch und gab ihm zu trinken und deckte ihn [wieder] zu. 20 Und er sprach zu ihr: Stelle dich an den Eingang des Zeltes, und wenn jemand kommt und dich fragt und spricht: Ist jemand hier?, so sage: Nein! 21 Da nahm Jael, die Frau Hebers, einen Zeltpflock und einen Hammer zur Hand und ging leise zu ihm hinein und schlug ihm den Pflock durch die Schläfe, sodass er in die Erde drang. Er aber war vor Müdigkeit fest eingeschlafen; und er starb.

    22 Und siehe, da kam Barak, der den Sisera verfolgte; Jael aber trat heraus, ihm entgegen, und sprach zu ihm: Komm her, ich will dir den Mann zeigen , den du suchst! Und als er zu ihr hineinkam, lag Sisera tot da, und der Pflock steckte in seiner Schläfe. 23 So demütigte Gott zu jener Zeit Jabin, den König von Kanaan, vor den Kindern Israels.

    24 Und die Hand der Kinder Israels lastete je länger, je schwerer auf Jabin, dem König von Kanaan, bis sie Jabin, den König von Kanaan, völlig vernichtet hatten.

    Auch hierzu haben wir bereits einige Gedanken gesammelt:

    Einen von Darby fand ich besonders interessant, denn er formuliert eine Schwäche, mit der ich selbst immer wieder kämpfe:

    Er gehorcht; es mangelt ihm aber an Glauben, so voranzugehen wie einer, der von Gott eine direkte Anweisung empfangen hat und infolgedessen keine andere braucht. Diese direkten Mitteilungen geben das Bewusstsein von der Gegenwart Gottes, und dass Er zugunsten Seines Volkes eingreift.

    Barak will nicht ohne Debora ziehen. Dieser Mangel an Glauben gereicht ihm aber nicht zur Ehre. Die Männer werden die Stellung behalten, die dem Maße ihres Glaubens entspricht; und Gott wird wieder durch die Mitwirkung eines Weibes verherrlicht.

    Barak hat genügend Glauben, um zu gehorchen, wenn er jemanden in der Nähe hat, der sich unmittelbar auf Gott stützt, aber nicht genug, um es selbst zu tun. Dies ist allzu oft der Fall. Gott verwirft ihn nicht, aber Er ehrt ihn auch nicht. Tatsächlich ist das keineswegs derselbe Glaube an Gott, und doch wird Gott durch den Glauben geehrt.

    hier findet ihr die Geschichte in dem Buch mit Biblischen Geschichten für die lieben Kids: „Zwei mutige Frauen“

    Kommentar — 30. März 2013 @ 00:33

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