Hosea – thematische Verlinkung

alle persönlichen Gedanken zu diesem Buch, Kommentare und ergänzenden Stoff findet ihr wie immer hier auf der Seite der Familie

 

Hosea 1 – 4

 

Hosea 5 – 7

 

Hosea 8 – 10

 

Hosea 11 – 14

 

die „Höhepunkte aus dem Buch Hosea“ findet ihr im WT vom 15.09.2007 und im Einsichtenbuch

Jule | 07.07.11 | Hosea, thematische Verlinkung der einzelnen Kapitel | No Comments |

Hüte dich vor der Neigung zum Ehebruch!

WT 01.12.1973

Hüte dich vor der Neigung zum Ehebruch!

ANFANG 1972 veröffentlichte eine populäre amerikanische Illustrierte einen Ehefragebogen und bat ihre Leser, ihn auszufüllen und einzusenden. Ungefähr sechs Monate später berichtete sie, sie habe 62 000 Antworten von Lesern erhalten, deren Stellungnahmen darauf hinausliefen, „daß sie sich in nüchternen, oft begeisterten, manchmal ärgerlichen Worten für die traditionelle Ehe aussprachen“. Aber „sich für die traditionelle Ehe auszusprechen“ heißt noch lange nicht, in Übereinstimmung damit zu leben (Life, 17. November 1972).

Betrachten wir das Beispiel eines sehr bekannten und beliebten Mannes. Nachdem er zwanzig Jahre lang als vorsitzführender Aufseher einer Versammlung gedient hatte, wurde er als reueloser Ehebrecher exkommuniziert, das heißt aus der Versammlung ausgeschlossen. Er war nicht etwa darauf aus gewesen zu sündigen. Er gelangte auf seinem weltlichen Arbeitsplatz lediglich in eine höhere Stellung, die ihm Ansehen verlieh und von ihm verlangte, größere Geschäftsreisen zu unternehmen. Dabei ergab es sich, daß er in Gesellschaft von Personen aß und trank, die keine Skrupel hatten, Ehebruch zu begehen, und so erlag er der Versuchung.

Wie es in solchen Fällen gewöhnlich ist, verschwieg er seiner Frau und der Christenversammlung den Sachverhalt und spielte eine Zeitlang den Heuchler. Er beachtete nicht die Warnungen der Bibel: „Wisset, daß eure Sünde euch einholen wird.“ „Die Sünden einiger Menschen sind öffentlich kund . . ., bei anderen Menschen aber werden die Sünden später ebenfalls kund.“ Ohne Zweifel pflegte er die Neigung zum Ehebruch, und als sich ihm die Gelegenheit dazu bot, befriedigte er diese Begierde und beharrte darin. Wie tragisch — nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Familie und für die Versammlung! — 4. Mose 32:23; 1. Tim. 5:24.

Bezeichnend für die unter Männern vorherrschende Neigung zum Ehebruch ist die Beliebtheit gewisser Männermagazine, in denen Bilder nackter Frauen und schmutzige Witze veröffentlicht werden. Zwar stellen immer mehr Zeitschriften zufolge der steigenden Kosten und des schwindenden Interesses der Leser ihr Erscheinen ein, jene Magazine aber, die zu Lüsternheit anregen, nehmen an Zahl zu und können sich trotz des hohen Einzelpreises einer millionenfachen Auflage rühmen.

Über amerikanische Frauen schrieb einer der führenden Autoren einer Frauenzeitschrift: „Das bestgehütete Geheimnis vieler amerikanischer Frauen ist . . . [die Tatsache, daß] sie von Männern träumen“, und zwar sind es unmoralische Träume. Gemäß seinen Ausführungen handelt es sich dabei nicht nur um eine weitverbreitete Gewohnheit, sondern es gibt sogar Psychiater, die solche Wachträume gutheißen. Ihrer Ansicht nach seien diese traumähnlichen Phantasievorstellungen eine willkommene Abhilfe für Langeweile oder den im Leben auftretenden Mangel an Romantik. Sie warnen aber davor, daß solche Wahnvorstellungen so zwingend und fordernd werden können, daß sie eine Ehe gefährden.

Die Neigung zum Ehebruch ist auf die Sünde unserer Ureltern zurückzuführen, denn sie ist eine Art Selbstsucht, ein selbstsüchtiges Verlangen, das dem Gesetz Gottes vorangestellt wird — genau das, was Adam und Eva taten, als sie sündigten.

Zweifellos legte der Schöpfer einen starken Paarungstrieb in den Menschen, so daß nicht die Gefahr bestand, daß die Menschheitsfamilie ausstirbt. Und in kluger und liebevoller Weise erschuf er die Geschlechter so, daß sie gegenseitig viel zu ihrer Freude und ihrem Glück und Wohlergehen beitragen können.

Aber der Schöpfer verleiht nicht nur Gaben, sondern er bestimmt auch klugerweise und zu Recht, wie diese Gaben gebraucht werden sollten. Er sorgte zum Beispiel dafür, daß die Menschheit durch Essen und Trinken — etwas, was für den Menschen angenehm sein würde — am Leben erhalten wird. Doch verfolgte er damit nicht die Absicht, daß die Menschen Säufer und Schlemmer werden sollten. Am allerwenigsten beabsichtigte er, daß sie stehlen oder morden sollten, um sich die Nahrung zu beschaffen, die sie begehrten oder benötigten. Aus diesem Grund werden Schlemmerei und Trunkenheit sowie Diebstahl und Mord in seinem Wort verurteilt. — Ps. 104:15; Spr. 23:20; Phil. 3:19; 1. Petr. 4:15.

Dasselbe gilt für Gottes Gabe der Geschlechtlichkeit. Gott erschuf den Menschen männlich und weiblich, und er allein besitzt das Recht, dem Menschen zu sagen, wie er diese Gabe gebrauchen sollte. Ehebruch und Hurerei werden daher in Gottes Wort verurteilt. (Hebr. 13:4) Die Bibel warnt nicht nur vor diesen Sünden selbst, sondern auch schon vor der Neigung dazu. Jesus äußerte zum Beispiel die Warnung, daß ein Verheirateter, der fortwährend eine Frau anblickt — nicht nur, um ihre Schönheit zu bewundern, sondern um das Verlangen nach Beziehungen mit ihr zu entwickeln —, in seinem Herzen bereits Ehebruch mit ihr begangen hat. — Matth. 5:28.

In ähnlicher Weise warnte der Apostel Paulus nicht nur vor der Sünde der Hurerei und des Ehebruchs, sondern auch vor jeder Unreinheit und vor zügellosem Wandel. All das könnte einen Christen daran hindern, ewiges Leben zu erlangen. (Gal. 5:19-21) Daß Paulus das rechte Verständnis darüber besaß und sehr besorgt war, ist an dem Rat zu erkennen, den er seinem Freund Timotheus in dieser Hinsicht gab. Er ermahnte ihn, ältere Frauen wie seine eigene Mutter zu behandeln, nämlich rücksichtsvoll und freundlich, und die jüngeren Frauen in der Versammlung wie seine leiblichen Schwestern. Und was verstand er darunter? „Mit aller Keuschheit.“ Als Paulus später ein zweites Mal an Timotheus schrieb, erachtete er es als angebracht, ihm diesbezüglich erneut einen Rat zu geben, indem er ihn aufforderte: „Fliehe die Begierden, die der Jugend eigen sind, jage aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen.“ Wie kann man Jehova Gott aus reinem Herzen im Gebet anrufen, wenn das Herz voller unreiner Gedanken oder Vorstellungen ist? — 1. Tim. 5:2; 2. Tim. 2:22.

Schon allein der Gedanke an ein romantisches Erlebnis hat für viele Verheiratete, deren Ehepartner kühl oder phantasielos ist oder von seinem Beruf zu sehr in Anspruch genommen wird, etwas Reizvolles an sich. Aber Romantik außerhalb der Ehe — wenn sie nicht zur Ehe führen soll — ist ein Fallstrick. Dr. Mace berichtet in seinem Buch Marriage — East and West (Die Ehe in Ost und West), wie sich eine Orientalin über ihre Freundin äußerte, die ein außereheliches „Verhältnis“ hatte: „Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich liebe meinen Mann und schätze meine Familie und habe nicht die Absicht, ihrem Beispiel zu folgen.“ Lächelnd fügte sie dann hinzu: „Aber es ist eben ein bißchen romantisch, meinen Sie nicht auch?“

Worin besteht die Lösung des Problems? Vor allem muß man über sein Herz wachen, indem man sorgfältig darauf achtet, mit welchen Gedanken es durch den Sinn angefüllt wird. (Spr. 4:23) Meide Unterhaltung, die zu einem unchristlichen Wandel anregt! Lies solche Dinge nicht in Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern! Statt über „romantische“ Episoden nachzudenken, solltest du den Rat des Apostels Paulus befolgen: „Schließlich, Brüder, was irgend wahr, was irgend von ernsthaftem Interesse, was irgend gerecht, was irgend keusch, was irgend liebenswert ist, worüber irgend man wohlredet, wenn es irgendeine Tugend und irgend etwas Lobenswertes gibt, diese Dinge erwägt weiterhin.“ Welch ein Gegenmittel für romantische Träumerei! — Phil. 4:8.

Aus Gottes Wort erfahren wir nicht nur, daß solche Liebesverhältnisse etwas Falsches und Böses sind, sondern auch, daß wir das Böse hassen sollten. (Ps. 97:10) Selbst wenn sich unsere romantischen Vorstellungen oder Träumereien nie verwirklichen, stiften sie doch Schaden. Auf welche Weise? Dadurch, daß sie unsere Liebe zu unserem Ehepartner und unsere Achtung vor ihm zwangsläufig untergraben und uns veranlassen, in unserem Bemühen, dem Schöpfer auch in anderer Hinsicht zu gefallen, sorglos zu werden, was ein schuldbeladenes Gewissen zur Folge hat und unseren Eifer für Gerechtigkeit schwächt.

Gottes Wort zeigt also deutlich, worin ein weiser Lauf besteht — nicht darin, daß man törichten Gefühlen und Neigungen nachgibt, sondern darin, daß man sich selbst in Zucht nimmt, nach richtigen Grundsätzen handelt, seine Lust am Gesetz Gottes hat, darüber nachsinnt und sich davon leiten läßt. — Ps. 1:1-6; Spr. 2:1-9.

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Gottes Barmherzigkeit bewirkt Versöhnung vor Har-Magedon

WT 15.06.1976

WIE sollte eine Frau ihrem rechtmäßigen Mann gegenüber eingestellt sein, der sie, nachdem sie ihn treulos verlassen hatte, wiederaufgenommen hat? Ja wie sollte sie reagieren und empfinden, wenn er sie danach sogar mit allerlei Liebesbezeugungen überschüttet? Sie sollte ihn wegen seiner unverdienten Güte sehr schätzen. Sie hat allen Grund, sich mehr denn je zu ihm hingezogen zu fühlen. Er müßte in ihrer Achtung gestiegen sein, und sie müßte sich bemühen, den erneuerten Ehebund nie mehr zu verletzen oder zu brechen. Ähnliche Reaktionen rief Jehovas Versöhnung mit seinem irdischen Bundesvolk hervor, und seit dem Jahre 1919 u. Z. sind solche Auswirkungen auch in bezug auf den mit Gott versöhnten Überrest geistiger Israeliten zu beobachten.

2 Wenn in biblischen Zeiten eine Frau ihren Ehegefährten nicht mehr „Mein Besitzer“, sondern „Mein Mann“ nannte, so verlangte dies von ihr eine Sinnesänderung, eine größere Zuneigung zu ihm. Auf hebräisch nannte sie ihn dann nicht mehr „Baali“, sondern „Ischi“ (Hos. 2:18, Leeser). Sara bewies ihre Achtung vor dem Patriarchen Abraham, indem sie ihn „Herr“ (hebräisch: Adoní) nannte. Sie war seine rechtmäßige Frau und ehrte ihn als ihren Mann. Sie betrachtete sich nicht als seine Sklavin, eine Sklavin, wie Hagar es war, ihre in Ägypten gekaufte Magd, die schließlich aus dem Hause Abrahams weggeschickt werden mußte (1. Mose 18:12; 1. Petr. 3:6). Jehova belohnte Sara für ihre hingebungsvolle Zusammenarbeit mit ihrem gottesfürchtigen Mann, indem er ein Wunder wirkte, so daß sie noch mit neunzig Jahren einen Sohn, ihren einzigen, bekam (1. Mose 21:1-7). Die gleiche Achtung, die Sara Abraham entgegenbrachte, bewies auch der Überrest der mit Gott versöhnten Israeliten Jehova gegenüber, nachdem sie im Jahre 537 v. u. Z. von Jehova aus Babylon befreit worden waren. Sie hatten das Gefühl, wieder Jehovas Organisation, sein „Weib“, zu sein. Seine Barmherzigkeit veranlaßte sie, ihn Ischi, „Mein Mann“, zu nennen.

3 In der heutigen Parallele zu diesem Geschehen wurde der reumütige Überrest geistiger Israeliten im Jahre 1919 aus Babylon der Großen befreit. Bis dahin hatten diese geistigen Israeliten die Aufmerksamkeit überwiegend auf Jesus, den Messias, und auf seine Braut, die Christenversammlung, gelenkt. Doch nun begannen sie, ihr Augenmerk mehr auf Jehova Gott, den himmlischen Vater des Messias, zu richten. Das Verhältnis zwischen ihm als dem himmlischen Ehegemahl und dem geistigen Israel war besonders seit 1892 außer acht gelassen worden. Man hatte seinen neuen Bund nicht richtig verstanden.

4 „Wer wird Jehova ehren?“ So lautete der Titel des Hauptartikels, der in der Wacht-Turm-Ausgabe vom 1. Februar 1926 veröffentlicht wurde. Von da an schenkte man dem Gott des geistigen Israel mehr Aufmerksamkeit. Im Jahre 1934 erschien dann in den Wachtturm-Ausgaben vom 1. Mai bis 15. August ein achtteiliger Artikel, betitelt „Seine Bündnisse“. Durch diese Artikelserie wurde den geistigen Israeliten treffend vor Augen geführt, daß Jehovas neuer Bund, dessen Mittler Jesus, der Messias, war, sich auf sie bezog.

5 Kurz danach, am 15. November 1934 brachte die Watch Tower Bible and Tract Society in Brooklyn (New York) das Buch Jehova in Englisch heraus. Die Kapitel 4 bis 11 enthielten eine Wiedergabe dieses vorher im Wachtturm veröffentlichten Artikels über das Thema „Seine Bündnisse“. Ja, der Überrest des geistigen Israel stand mit Jehova im neuen Bund. Nach und nach forderte das eheliche Verhältnis zwischen Jehova und dem geistigen Israel immer mehr Aufmerksamkeit. Die Barmherzigkeit, die er dem befreiten und mit ihm versöhnten Überrest des geistigen Israel erwiesen hatte, bewog diese weibesähnliche Organisation, ihn Ischi, „Mein Mann“, zu nennen. Seiner, der einzig rechtmäßigen Organisation, nicht der Organisation Satans, galt es anzugehören. Jehova, dem Souverän des ganzen Universums, gebührte ausschließliche Ergebenheit. Das hatte der Überrest nun erkannt.

Geistige Wohlfahrt und Sicherheit

6 Die hingebende Liebe zu Jehova, dem himmlischen Ehegemahl, wirkte sich für den mit ihm versöhnten Überrest sehr segensreich aus. Jehova hatte dies durch seinen Propheten Hosea mit folgenden Worten vorhersagen lassen: „Und ich will die Namen der Baalbildnisse von ihrem Mund entfernen, und sie [die zurückgekehrten Israeliten] werden ihrer nicht mehr bei ihrem Namen gedenken. Und für sie werde ich an jenem Tage gewißlich einen Bund schließen in Verbindung mit den wilden Tieren des Feldes und mit den fliegenden Geschöpfen der Himmel und den Kriechtieren des Erdbodens, und Bogen und Schwert und Krieg werde ich aus dem Lande zerbrechen, und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen. Und ich will dich mir verloben auf unabsehbare Zeit, und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:17-20).

7 Hätten die aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten Israeliten Jehova weiterhin Baali, „Mein Besitzer“, genannt, so wären sie immer wieder an die von ihnen oder ihren Vorvätern durch die Anbetung der Baalbildnisse begangene Sünde erinnert worden. Jehovas Handlungsweise ihnen gegenüber erregte in ihnen einen Abscheu gegen die Baale, und so entfernte er die Namen der Baalbildnisse von ihrem Mund. Sie waren entschlossen, der Baalbildnisse mit ihren abstoßenden Namen nicht mehr zu gedenken. Logischerweise wollten sie daher den himmlischen Ehegemahl der Nation Israel nicht mehr „Mein Baal“ oder Baali nennen (Hos. 2:18, Einheitsübersetzung; Jerusalemer Bibel; Zunz). Zufolge dieser Abneigung gegen Baal kehrten sie nie mehr zur Verehrung selbstgemachter Bildnisse zurück.

8 Auch der jüdische Überrest, der Jesus als den Messias annahm, war gegen jede Art von Götzendienst. Dieser Überrest wurde in den neuen Bund, dessen Mittler Jesus Christus war, aufgenommen. Eine ebenso ablehnende Haltung gegenüber allem, was mit Götzendienst zu tun hat, nimmt heute der Überrest geistiger Israeliten ein, den Jehova durch Jesus, den Messias, im Jahre 1919 aus Babylon der Großen befreit hat. Diese geistigen Israeliten bemühen sich, Jehova, ihrem Gott, ausschließlich ergeben zu sein. Sie lehnen es sogar ab, die Fahne irgendeiner Nation zu grüßen (2. Mose 20:1-6; 2. Kor. 6:15 bis 7:1). Sie wollen sich mit nichts verunreinigen, was irgendwie nach Baalskult aussieht. Sie dulden keine falschen Götter als Rivalen neben Jehova. Sie werden daher nicht in Mitleidenschaft gezogen, wenn er mit der Christenheit abrechnet. Er sagt: „Ich will Abrechnung halten mit ihr wegen aller Tage der Baalbildnisse, denen sie ständig räucherte, als sie sich fortgesetzt mit ihrem Ring und ihrem Schmuck zierte und ständig ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachging, und mich vergaß sie“ (Hos. 2:13; siehe auch V. 8).

9 Der Christenheit, dem neuzeitlichen Gegenbild des Zehnstämmereiches Israel, steht eine „große Drangsal“ bevor (Matth. 24:21, 22). Gott wird mit ihr Abrechnung halten und gegen sie genauso vorgehen, wie er gegen Israel vorging: „Ich werde gewißlich die Königsherrschaft des Hauses Israel aufhören lassen. Und es soll an jenem Tage geschehen, daß ich den Bogen Israels in der Tiefebene Jesreel zerbrechen muß“ (Hos. 1:4, 5). Sie wird mit Gott nicht versöhnt werden. Wie verhält es sich aber mit dem reumütigen Überrest, der den Baalskult aufgegeben hat? Auf ihn treffen Jehovas Worte aus Hosea 2:18 zu: „Für sie werde ich an jenem Tage gewißlich einen Bund schließen in Verbindung mit den wilden Tieren des Feldes und mit den fliegenden Geschöpfen der Himmel und den Kriechtieren des Erdbodens, und Bogen und Schwert und Krieg werde ich aus dem Lande zerbrechen, und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen.“ Welch wunderbare Verheißung!

Gottes Bund in Verbindung mit den Tieren

10 Etwa achthundert Jahre nachdem diese Verheißung gegeben worden war, nahm ein Überrest natürlicher Israeliten Jesus als Messias an. Sie erlebten die Erfüllung dieser göttlichen Verheißung. Sie kamen aus den zwölf Stämmen Israels, zum Beispiel aus Juda, Benjamin, Levi und Ascher. Dennoch brachen unter diesen israelitischen Jüngern Jesu Christi keine Stammeskämpfe aus. Das kann auch von dem Überrest geistiger Israeliten gesagt werden, den Jehova im Jahre 1919 und danach aus Babylon der Großen befreit hat. Obwohl die Glieder dieses neuzeitlichen Überrestes aus allen Nationen stammen und in einer kriegstollen Welt leben, hat es unter ihnen noch nie Krieg gegeben (Matth. 28:19). Jehova hat „Bogen und Schwert und Krieg“ tatsächlich aus ihrem geistigen „Land“ auf der Erde zerbrochen (Hos. 2:18). Als Angehörige des geistigen Israel, dessen himmlischer Ehegemahl Jehova ist, halten sie Frieden untereinander (Mark. 9:50).

11 Wie ist dies möglich geworden? Dadurch, daß sie ihre Persönlichkeit geändert haben und sich bemühen, ihrem messianischen Führer, dem Friedefürsten, ähnlich zu werden (Jes. 9:6, 7). Jehova hat durch seinen heiligen Geist und sein geschriebenes Wort ihre Persönlichkeit umgewandelt und gefährliche, raubtierhafte Neigungen von ihnen entfernt (Röm. 12:1, 2). Er hat in übertragenem Sinne erfüllt, was er über den mit ihm versöhnten Überrest mit den Worten vorhersagte: „Für sie werde ich an jenem Tage gewißlich einen Bund schließen in Verbindung mit den wilden Tieren des Feldes und mit den fliegenden Geschöpfen der Himmel und den Kriechtieren des Erdbodens, . . . und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen“ (Hos. 2:18). Seit dem Ersten Weltkrieg (1914—1918) ist die Welt immer brutaler geworden, ja manche Menschen sind schlimmer als wilde Tiere. Jehova hat die Glieder des mit ihm versöhnten Überrestes in ein geistiges Paradies gebracht, in dem sie seine Gunst genießen. Wer an dieser Tatsache zweifelt und sich deshalb davon überzeugen möchte, braucht lediglich einen Königreichssaal der christlichen Zeugen Jehovas aufzusuchen, und er wird feststellen, daß dort Gottes Geist des Friedens herrscht.

12 Zwischen diesem Paradies geistiger Wohlfahrt und Sicherheit und dem religiösen „Land“ der Christenheit, die behauptet, mit Jehova Gott in einem Bund zu sein, besteht ein scharfer Gegensatz. An der Christenheit erfüllen sich die niederschmetternden Worte aus Hosea 2:12: „Ich will sie zu einem Wald machen, und die wilden Tiere des Feldes werden sie gewißlich verzehren.“ Die in geistigem Sinne ehebrecherische Christenheit ist wie ein Urwald geworden, der in keiner Hinsicht Sicherheit oder Schutz vor geistigen Gefahren oder vor raubtierartigen, angeblich christlichen Nationen bietet. Ihre Kirchenmitglieder sind der Weltweisheit preisgegeben, die ‘irdisch, animalisch und dämonisch’ ist (Jak. 3:15). Sie werden in geistigem Sinne verschlungen. Der Christenheit hat Jehova keinen Bund in Verbindung mit wilden Tieren und Vögeln verheißen. Er läßt sie nicht „in Sicherheit sich niederlegen“.

Eine Erneuerung des Ehebundes, die ewig währen soll

13 Jehova, der himmlische Ehegemahl des geistigen Israel, hat dem Überrest geistiger Israeliten außergewöhnliche Erbarmungen zukommen lassen. Und er bekundet ihm gegenüber weiterhin loyale Liebe und bewahrt ihm die Treue. Seine edle Gesinnung zeigt sich in den prophetischen Worten, die er an seine weibesähnliche Organisation, die der Überrest heute vertritt, richtete: „Und ich will dich mir verloben auf unabsehbare Zeit, und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte [loyaler Liebe, New World Translation, 1971, Fußnote] und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:19, 20).

14 Dreimal sagt Jehova zu dem reumütigen Überrest: „Ich will dich mir verloben.“ Dadurch verleiht er seinen Worten besonderen Nachdruck. Sie lassen seine große Liebe erkennen, die bewirkt, daß er seine Barmherzigkeit in außergewöhnlichem Maße bekundet. Seine Erneuerung des Ehebundes zeugt aber nicht nur von Barmherzigkeit, sondern auch von Gerechtigkeit und Recht. Wieso? Weil er den Bund aufgrund des Sühnopfers erneuert, das Jesus, der Messias, darbrachte und das den Forderungen der Gerechtigkeit entsprach (1. Joh. 1:7 bis 2:1). Die Wiederherstellung des ehelichen Verhältnisses zwischen dem Überrest geistiger Israeliten und Jehova beweist, daß Jehova wirklich treu ist und loyale Liebe übt. Es wird sich auch zeigen, daß er sich dem Überrest nicht vergeblich „in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen“ verlobt. Alle Loyalgesinnten werden diesem barmherzigen und loyalen Gott treu bleiben und ihm ausschließlich ergeben sein, und zwar auf unabsehbare Zeit, ja für immer, das heißt durch die bevorstehende „große Drangsal“ hindurch, die in Har-Magedon ihren Höhepunkt erreicht (Offb. 16:14, 16).

15 Jehova sagt zu dem reumütigen Überrest, dem er sich nun verlobt: „Und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:20). Das bedeutet, daß der Überrest Jehova nicht nur wegen der von ihm herbeigeführten barmherzigen Versöhnung erkannte, sondern auch wegen der Dinge, die er danach noch tun würde. Da die Glieder des Überrestes ihn nun besser denn je kannten, konnten sie in ihm deutlich den Quell der ihnen ständig zufließenden Segnungen sehen. Beachten wir daher, mit welch liebevollen und freudigen Worten Jehova, der uns mit allen zum Leben notwendigen Dingen versorgt, auf diese Tatsache hinweist:

16 „ ‚Und es soll geschehen an jenem Tage, daß ich antworten werde‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,ich werde den Himmeln antworten, und sie ihrerseits werden der Erde antworten; und die Erde ihrerseits wird dem Korn und dem süßen Wein und dem Öl antworten; und sie ihrerseits werden Jesreel [= Gott wird Samen säen] antworten. Und ich werde sie mir gewißlich wie Samen in die Erde säen, und ich will derjenigen Barmherzigkeit erweisen, der nicht Barmherzigkeit erwiesen wurde [hebräisch: Lo-Ruchama], und ich will zu denen, die nicht mein Volk sind [hebräisch: Lo-Ammi], sprechen: „Du bist mein Volk“; und sie ihrerseits werden sprechen: „Du bist mein Gott“ ‘ “ (Hos. 2:21-23; Elberfelder Bibel; Einheitsübersetzung).

17 Betrachten wir nun die Auswirkungen dieser Kette von Antworten oder Erwiderungen: In alter Zeit benötigte der mit Jehova versöhnte Überrest der Israeliten, die von ihrem Gott wie Samen in die Erde ihrer Heimat, des Landes Juda, gesät worden waren, Korn, süßen Wein und Öl. Diese bekömmlichen Dinge gehen aus der Erde hervor. Um die Bedürfnisse dieser Israeliten zu befriedigen, bitten Korn, süßer Wein und Öl die Erde, ihre Mineralstoffe an die Getreidehalme abzugeben, an die traubentragenden Weinreben und die Öl liefernden Ölbäume. Um dies tun zu können, ist die Erde auf den Regen angewiesen, den der Himmel spendet, wodurch verhindert wird, daß die Pflanzen verdorren. Die Erde bittet deshalb nun den Himmel darum, rechtzeitig Regen zu spenden. Der Himmel verschließt seine Schleusen nicht, sondern erhört die Bitte der Erde. Was kann aber der Himmel von sich aus tun? Er ist darauf angewiesen, daß der Schöpfer Wolken hervorruft, aus denen Regen zur Erde niederfällt. Der Schöpfer ist der große Regenmacher (Jer. 10:12, 13).

18 So bittet der Himmel schließlich Jehova, Regenwolken zu bilden und zu bewirken, daß sie sich entleeren. Zum Nutzen seines mit ihm versöhnten weibesähnlichen Volkes, das sich nun wieder auf dem Boden seiner Heimat befindet, antwortet Jehova dem Himmel. Auf einmal kommt der ganze Kreislauf in Gang und bewirkt, daß sein Volk Korn, süßen Wein und Öl erhält. So geben also diese Erzeugnisse der Erde Jesreel, das heißt dem Überrest der Israeliten, die Jehova gleichsam in die Erde ihrer Heimat sät, ihre Antwort.

19 Auf diese Weise erfährt der Überrest des Volkes Jehovas nach seiner Rückkehr, daß all die nützlichen Naturvorgänge in seiner Umwelt das Werk Jehovas sind. Sie sind nicht einem von Menschen erdachten Baal (oder Baalen) zuzuschreiben, der von Götzendienern jedes Jahr durch schamlose, abscheuliche Fruchtbarkeitsriten verehrt wird. Durch eine genaue Erkenntnis erleuchtet, war der Überrest jetzt dem wahren Gott ausschließlich ergeben.

20 Wie verhält es sich nun mit den Gliedern des befreiten Überrestes des geistigen Israel heute? Sie haben ebenfalls erkannt, daß der Gott, der sie aus Babylon der Großen befreit hat, auch der Urheber des geistigen Paradieses ist, in das er sie seit dem Jahre 1919 gebracht hat und in dem Wohlstand, Frieden und Sicherheit herrschen. Hunderttausende gottesfürchtige Menschen sind auf dieses geistige Paradies des Überrestes geistiger Israeliten aufmerksam geworden, wie das in Hesekiel 36:35, 36 mit den Worten vorhergesagt worden war: „Man wird gewißlich sprechen: ,Dieses Land da, das verödet war, ist wie der Garten Eden geworden . . .‘ Und die Nationen, die rings um euch übriggeblieben sind, werden erkennen müssen, daß ich selbst, Jehova, die niedergerissenen Dinge gebaut habe, ich habe gepflanzt, was verödet gewesen ist.“ So haben sich denn unzählige aufrichtige Menschen, eine „große Volksmenge“, die auf dieses geistige Paradies aufmerksam geworden sind, entschlossen, ebenfalls hineinzugehen, und genießen nun dort zusammen mit dem mit Gott versöhnten Überrest geistigen Wohlstand und Frieden sowie geistige Sicherheit.

21 Jehova erweist dem Überrest, der zur Zeit des Ersten Weltkrieges von Babylon der Großen gefangengehalten wurde, jetzt auf diese Weise Barmherzigkeit, was er damals nicht tat. Zu denen, die nicht sein Volk waren, sagt er nun: „Du bist mein Volk.“ Aus innerster Überzeugung erwidert der Überrest: „Du bist mein Gott“ (Hos. 2:23). Seine schafähnlichen Gefährten, die „große Volksmenge“, die sich jetzt ebenfalls im geistigen Paradies befinden, legen wie die Glieder des Überrestes eine öffentliche Erklärung darüber ab, daß Jehova ihr Gott ist (Offb. 7:9-17; Joh. 10:16). Das alles spielt sich in dem wiederhergestellten geistigen „Land“ ab, in dem Jehova den Überrest geistiger Israeliten wie Samen gesät hat, um die Bedeutung des Namens Jesreel, „Gott wird Samen säen“, zu erfüllen.

Eine Lebenswahre Veranschaulichung der Barmherzigkeit Gottes

22 Durch die übergroße Barmherzigkeit, die Jehova bekundet, gelingt es ihm, das Problem mit seinem Bundesvolk, seinem „Weib“, zu lösen. Um dies lebhaft zu veranschaulichen wies Jehova seinen Propheten Hosea an, in einem lebenswahren Drama die Hauptrolle zu spielen. Wir lesen darüber im dritten Kapitel seiner Prophezeiung:

23 „Und Jehova sprach weiter zu mir: ,Geh nochmal hin, liebe ein Weib, das von einem Gefährten geliebt wird und Ehebruch begeht wie im Fall der Liebe Jehovas zu den Söhnen Israels, während sie sich anderen Göttern zuwenden und [die mit deren Kult verbundenen] Rosinenkuchen lieben.‘ Und ich ging daran, sie mir für fünfzehn Silberstücke und ein Chomer-Maß Gerste und einen halben Chomer Gerste zu kaufen. Dann sprach ich zu ihr: ,Viele Tage lang wirst du als die Meine wohnen. Du sollst nicht Hurerei begehen, und du sollst keinem anderen Mann zu eigen werden; und auch ich will für dich sein.‘ Es ist, weil die Söhne Israels viele Tage ohne König und ohne Fürst und ohne Schlachtopfer und ohne Säule und ohne Ephod und Teraphim wohnen werden. Danach werden die Söhne Israels umkehren und gewißlich Jehova, ihren Gott, und David, ihren König, suchen; und sie werden gewißlich bebend zu Jehova und zu seiner Güte kommen im Schlußteil der Tage“ (Hos. 3:1-5).

24 Hosea stellte in dem prophetischen Drama, in dem er gehorsam seine Rolle spielte, Jehova dar. Er kaufte seine rechtmäßige Frau von dem ungenannten Mann, mit dem sie ehebrecherischen Umgang gepflegt hatte und dessen Sklavin sie geworden war, zurück. Um sie zurückzukaufen, gab er den Gegenwert von 30 Schekel Silber, den Preis für einen Sklaven (2. Mose 21:32). Diesem Bild entsprechend kaufte Jehova die im Lande Babylon versklavten israelitischen Gefangenen zurück. Den Erlösungspreis gab er dem Eroberer Babylons, dem Perser Cyrus dem Großen, wie das aus Jesaja 43:14 hervorgeht (Jes. 44:26 bis 45:4). Auf ähnliche Weise kaufte Jehova als himmlischer Ehegemahl im Jahre 1919 den Überrest des geistigen Israel aus der Sklaverei Groß-Babylons und dessen weltlicher politischer Verbündeten zurück. Er erlöste ihn durch seinen größeren Cyrus, Jesus Christus, dem er ‘die Nationen zu seinem Erbe gab und die Enden der Erde zu seinem Besitz’ (Ps. 2:8, 9).

25 Nachdem Hosea seine rechtmäßige Frau Gomer liebevoll wiederaufgenommen hatte, strafte er sie, indem er von ihr geschlechtliche Enthaltsamkeit verlangte, und wahrscheinlich enthielt er sich ebenfalls der ehelichen Gemeinschaft mit ihr. Auch die in Gefangenschaft lebenden Israeliten wurden bestraft, denn sie durften keinen eigenen König, keine Fürsten und auch keine Götzenpriester oder irgendwelche dem Götzenkult dienende Gegenstände haben (Hos. 13:11). Im Jahre 537 v. u. Z. nahm Jehova den bestraften, reumütigen Überrest seines Volkes, der die falsche Religion aufgegeben hatte und zu ihm zurückgekehrt war, liebevoll wieder auf. Diese Israeliten „suchten“ oder erwarteten den Messias, der sie von der Herrschaft der heidnischen Nationen befreien sollte. Dieser Messias war der König, der aus der Geschlechtslinie Davids kommen sollte (Dan. 9:24-27). Und zu der von Gott bestimmten Zeit kam er auch. Im Jahre 33 u. Z. verherrlichte Jehova Jesus, den Messias, als König im Himmel. Ein Überrest gläubiger Israeliten nahm ihn als himmlischen messianischen König an und folgte ihm nach (Kol. 1:13). Diesen Israeliten wurde Jehovas Barmherzigkeit zuteil (Röm. 9:24-26; 1. Petr. 2:9, 10).

26 Die ungläubige Nation Israel wurde wie Lo-Ruchama (Nichtbemitleidete). Das reuelose Jerusalem wurde im Jahre 70 u. Z. von den Römern zerstört, und die überlebenden Juden wurden in alle Welt zerstreut (Matth. 24:15-22; Luk. 21:20-24).

27 Inzwischen sind neunzehnhundert Jahre vergangen. Im Jahre 1914 ist für die gegenwärtige unbarmherzige Welt, zu der auch die Christenheit gehört, die „Zeit des Endes“ angebrochen (Dan. 12:4). Nach dem Ersten Weltkrieg begann ein reumütiger Überrest wahrer geistiger Israeliten, die im neuen Bund standen, Jehova, ihren Gott, zu suchen. Zitternd und bebend kamen sie zu ihm, um als sein Bundesvolk wieder seine Gunst zu erlangen (Ps. 50:5). Sie fanden „David, ihren König“, nämlich Jesus Christus, der seit seiner Inthronisierung im Jahre 1914, dem Ende der Zeiten der Nationen, als König im Himmel herrscht. Mit glühendem Eifer begannen sie, seine zeitgemäße Prophezeiung aus Matthäus 24:14 zu erfüllen. Was tun sie also seither? Sie predigen „diese gute Botschaft vom Königreich“ auf der ganzen Erde, „allen Nationen zu einem Zeugnis“, bevor die „große Drangsal“ beginnt, die in Har-Magedon ihren gewaltigen Höhepunkt erreicht. Zufolge dieser Predigttätigkeit ist Gottes Barmherzigkeit auch einer „großen Volksmenge“ zuteil geworden. Diese schafähnlichen Menschen suchen den einen wahren Gott, Jehova, und seinen messianischen König, den größeren David, ebenfalls, und zwar besonders seit 1935.

28 Jehova hat seinem mit ihm versöhnten Überrest und der aus schafähnlichen Untertanen des Messias bestehenden „großen Volksmenge“ bereits in großem Maße und auf wunderbare Weise Barmherzigkeit erwiesen. Am herrlichsten wird sich aber seine Barmherzigkeit darin zeigen, daß er den Überrest und die „große Volksmenge“ in der weltweiten „großen Drangsal“, die mit Har-Magedon endet, am Leben erhält. Diese Menschen, die Empfänger der unvergleichlichen Barmherzigkeit, die er vor dem ganzen Universum bekunden wird, werden dann in seine neue Ordnung einziehen, die er nach Har-Magedon herbeiführen wird. „Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes“ (2. Kor. 1:3).

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Gottes Barmherzigkeit — eine Folge der Treue gegenüber seinem Ehebund

WT 15.06.1976

„Und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewißlich Jehova erkennen“ (Hos. 2:19, 20).

EINE treulose Frau, die wiederholt die Ehe gebrochen hat, darf kaum erwarten, daß ihr rechtmäßiger Mann ihr Barmherzigkeit erweist. Sie kann sich auch nicht mit Sicherheit darauf verlassen, daß ihre Liebhaber ständig für ihren Unterhalt sorgen. Selbst leidenschaftliche Liebhaber mögen nach einiger Zeit von einer solchen Ehebrecherin genug haben und sich nach einer anderen Geliebten umsehen. Wohin kann sie dann gehen? Treue gegenüber ihrem Ehebund sollte sie veranlassen, zu ihrem rechtmäßigen Mann zurückzukehren. Wird er seiner ehebrecherischen Frau aber Barmherzigkeit erweisen und sie wiederaufnehmen? Wie oft geschieht das wohl in unserer unbarmherzigen Welt des zwanzigsten Jahrhunderts?

2 Doch da ist jemand, der zu den Menschen sagt: „Eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege . . . Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Wer ist derjenige, dessen Denk- und Handlungsweise so erhaben ist? Er ist der Eine, der himmelhoch über uns Menschen steht. Er, aus dessen Mund die obigen Worte hervorgingen, gibt sich selbst als Jehova zu erkennen, und zwar durch seinen Propheten Jesaja, den Sohn des Amoz (Jes. 55:8, 9; 1:1). Jehova äußerte diese Worte, als er vorhersagte, daß sein Bundesvolk aus der Gefangenschaft im heidnischen Babylon in das ihm von Gott zugesprochene Land im Nahen Osten zurückkehren würde. Entgegen allen menschlichen Gedanken oder Überlegungen sorgte dieser Gott der Barmherzigkeit dafür, daß diese Rückkehr im Jahre 537 v. u. Z. erfolgte.

3 Mit der Rückkehr dieses Volkes in sein fernes Heimatland, das siebzig Jahre unbewohnt gewesen war, stand die Lösung eines Eheproblems in Verbindung, das Jehova betraf. Er war fast tausend Jahre früher mit diesem Volk, dem Volke Israel, ein Ehebündnis eingegangen. Dieser Ehebund war in der Nähe des Berges Sinai auf der Westseite des südlichen Teils der arabischen Halbinsel geschlossen worden, und der Prophet Moses hatte dabei als Mittler zwischen Gott und den Menschen gedient. Als grundlegendes Gesetz, das das Eheverhältnis regeln sollte, verkündete Gott die Zehn Gebote. Das erste lautete: „Ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhause, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter wider mein Angesicht haben“ (2. Mose 20:1-3).

4 Jehova hatte die zwölf Stämme Israels von der Bedrückung und der Zwangsarbeit im alten Ägypten befreit und sie dadurch in Wirklichkeit als seine Nation, als sein „Weib“, erkauft oder erlöst (Jes. 63:7-9). Diese weibesähnliche Nation gehörte also ihm; er war ihr ehelicher Besitzer. Als solcher beschloß er, mit ihr einen Ehevertrag einzugehen. Dieser Vertrag war der feierliche Vertrag, der auf Gottes Gesetzessammlung beruhte und allgemein als mosaischer Bund oder Gesetzesbund bezeichnet wird. Da den Israeliten daran gelegen war, von Gott, ihrem himmlischen Besitzer, gesegnet und beschützt zu werden, waren sie bereit, diese Ehe einzugehen. Sie versprachen, ihren Ehevertrag, den Gesetzesbund, treu einzuhalten. So wurden sie das alleinige Bundesvolk Gottes auf der Erde. Jehova sagte deshalb: „Ich selbst [war] ihr ehelicher Besitzer“ (Jer. 31:31, 32).

5 In einer sittlich verkommenen Welt, die dem Baal und vielen anderen falschen Göttern anhing, war es für die Nation Israel sehr schwer, ihren Ehebund, ihren Vertrag mit Jehova, ihrem Gott und ehelichen Besitzer, treu einzuhalten. Mit der Zeit wurde daher fast die ganze Nation Jehova untreu und beging geistigen Ehebruch (Jak. 4:4). Im Jahre 997 v. u. Z. wurde das Zwölfstämmereich Israel geteilt. Die ehebrecherische Handlungsweise des als Israel bekannten Zehnstämmereiches wurde durch die Handlungsweise der Frau des Propheten Hosea, Gomer genannt, dargestellt.

6 Gomer wurde „ein Weib der Hurerei“ und hatte schließlich „Kinder der Hurerei“ (Hos. 1:1-3). Das veranschaulichte, wie das Zehnstämmereich Israel mit götzendienerischen Nationen politische Bündnisse schloß. Die weibesähnliche Nation Israel vertraute allmählich auf diese heidnischen Nationen statt auf ihren ehelichen Besitzer, Jehova. Sie schrieb ihren wirtschaftlichen Wohlstand jetzt diesen weltlichen Nationen statt Jehova zu. Sie betete die Götter dieser Nationen an und machte sich so der groben Verletzung ihres Ehebundes mit ihrem Erlöser und ehelichen Besitzer, Jehova, schuldig. Er führte daher einen Rechtsfall gegen das in geistigem Sinne ehebrecherische Königreich Israel. Nach den Bestimmungen des Ehebundes hatte er das Recht und die Pflicht, gegen das abtrünnige Israel vorzugehen, und das tat er schließlich auch. Er sagte:

7 „Darum, siehe, verzäune ich deinen Weg mit Dornen; und ich will eine Steinmauer gegen sie aufführen, so daß sie ihre eigenen Pfade nicht finden wird. Und sie wird tatsächlich ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachjagen, aber sie wird sie nicht einholen; und wird sie gewißlich suchen, aber sie wird sie nicht finden. Und sie wird sprechen müssen: ,Ich will gehen und zu meinem Mann zurückkehren, dem ersten, denn es ging mir damals besser als jetzt.‘ Sie selbst aber erkannte nicht, daß ich es war, der ihr das Korn und den süßen Wein und das Öl gegeben hatte, und daß ich sie selbst Silber in Menge hatte haben lassen und Gold, von dem sie für Baal Gebrauch machten [das sie zum Baalsbild gemacht haben, Zürcher Bibel]“ (Hos. 2:6-8)

8 Nach diesen Worten wollte Jehova das Volk des Zehnstämmereiches Israel züchtigen, aber nicht etwa, um dessen Königsherrschaft zu retten, denn er dachte nicht daran, seine durch den Propheten Hosea früher geäußerten Worte rückgängig zu machen: „Ich werde gewißlich die Königsherrschaft des Hauses Israel aufhören lassen. Und es soll an jenem Tage geschehen, daß ich den Bogen Israels in der Tiefebene Jesreel zerbrechen muß“ (Hos. 1:4, 5).

9 Einzelne Israeliten konnten jedoch aus der Züchtigung der abtrünnigen Nation Nutzen ziehen, zum Beispiel solche, die sich wie einst die siebentausend vor Baal nicht gebeugt hatten (1. Kö. 19:18; Röm. 11:1-5). Behalten wir folgendes im Sinn: Als Jehova im Jahre 740 v. u. Z. das Königreich Israel aufhören und die überlebenden Israeliten nach Assyrien wegführen ließ, hob er seinen mit der ganzen Nation Israel geschlossenen Ehebund nicht auf. Auch als er im Jahre 607 v. u. Z. Jerusalem zerstören und die überlebenden Juden in die Gefangenschaft nach Babylonien führen ließ, hob er den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, nicht auf, durch den die Zwölfstämmenation Israel mit ihm als himmlischem Ehegemahl in ein eheliches Verhältnis getreten war. Dieses Verhältnis zwischen Jehova und ganz Israel wurde erst im Jahre 33 u. Z. aufgelöst, als die Führer der Juden Jesus Christus hinrichten ließen (Kol. 2:14).

10 Die Zehnstämmenation Israel suchte zwar Hilfe bei den weltlichen Nationen, die ihre „leidenschaftlichen Liebhaber“ gewesen waren, aber Jehovas Zeit, mit ihr abzurechnen, kam unerbittlich auf sie zu. Sie konnte noch so eifrig nach ihren „Liebhabern“ suchen; es war keiner zu finden, der ihr helfen konnte. Sie war wie mit einem undurchdringlichen Dornendickicht umzäunt, so daß es unmöglich war, ihr zu helfen. Ihre ehemaligen „Liebhaber“ waren nicht in der Lage, ihr den nötigen Beistand zu leisten, obwohl sie es gern getan hätten. Nach dreijähriger Belagerung durch die Assyrer wurde Israels Hauptstadt Samaria im Jahre 740 v. u. Z. erobert. Die überlebenden Israeliten wurden in das Land ihrer Eroberer weggeführt. Das Königreich der zehn Stämme Israels wurde in dem ihnen einst von Gott zugesprochenen Land nie wiederaufgerichtet. Wer konnte denn aus der von Jehova vorgenommenen Züchtigung Nutzen ziehen? Nur einzelne von denen, die nach Assyrien in die Gefangenschaft geführt worden waren. Sie dachten über ihre Situation nach und erinnerten sich, wie gut es ihre Vorväter hatten, die Jehova, ihrem himmlischen Ehegemahl und Gott, gedient hatten. Sie erkannten nun, was für sie besser wäre, und wandten sich deshalb vom Baalskult ab und bemühten sich, ihr Bundesverhältnis zu Jehova zu erneuern.

11 Wann erhielten die israelitischen Gefangenen in Assyrien Gelegenheit, vereint an den von Jehova bestimmten Ort zurückzukehren, um ihn dort wieder anzubeten? Erst im Jahre 537 v. u. Z., unter einer neuen Weltmacht. Wie kam es dazu? Um das Jahr 632 v. u. Z. wurde Assyriens Hauptstadt Ninive von den Babyloniern eingenommen, und Babylon wurde Weltmacht. Die assyrischen Provinzen, in denen die gefangenen Israeliten lebten, wurden Provinzen des Babylonischen Reiches. Etwa fünfundzwanzig Jahre später wurde an dem nun ebenfalls abtrünnig gewordenen Königreich Juda Jehovas Strafgericht vollzogen. Im Jahre 607 v. u. Z. ließ Jehova die Stadt Jerusalem und ihren Tempel zerstören. Tausende überlebender Juden wurden nach Babylonien weggeführt, wo sie mit den gefangenen Israeliten zusammentrafen, die in den ehemaligen assyrischen Provinzen lebten.

12 Nach fast siebzig Jahren war Jehovas weibesähnliche Organisation auf der Erde in seinen Augen genügend gezüchtigt worden. In seiner Barmherzigkeit hatte er den vorhergesagten Perser Cyrus erweckt, der 539 v. u. Z. Babylon stürzte. Kurz danach, im Jahre 537 v. u. Z., veranlaßte Jehova dann Cyrus den Großen, einen Erlaß herauszugeben, der reumütigen Israeliten gestattete, in ihre geliebte Heimat zurückzukehren.

13 Erwies Gott, der himmlische Ehegemahl, seinem Bundesvolk, den zwölf Stämmen Israels, dadurch nicht in außergewöhnlichem Maße Barmherzigkeit? Ganz gewiß; denn gemäß dem mosaischen Bund, dem Gesetzesbund, war dies nicht zu erwarten. Wir lesen darin nämlich folgendes: „Falls ein Mann eine Frau nimmt und sie sich als Ehefrau wirklich zu seinem Besitz macht, so soll es geschehen, wenn sie in seinen Augen keine Gunst finden sollte, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat, daß er dann ein Scheidungszeugnis für sie ausschreiben und es ihr in die Hand legen und sie aus seinem Hause entlassen soll. Und sie soll aus seinem Hause wegziehen und hingehen und die Frau eines anderen Mannes werden. Wenn der letztgenannte Mann sie schließlich haßt und ein Scheidungszeugnis für sie ausgeschrieben und es ihr in die Hand gelegt und sie aus seinem Hause entlassen hat oder falls der letztgenannte Mann, der sie sich zur Frau genommen hat, sterben sollte, so wird ihr erster Besitzer, der sie entlassen hat, sie nicht zurücknehmen dürfen, damit sie wieder seine Frau wird, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das ist etwas Verabscheuungswürdiges vor Jehova, und du sollst das Land, das Jehova, dein Gott, dir als Erbe gibt, nicht in die Sünde hineinführen“ (5. Mose 24:1-4).

14 In den Tagen des Propheten Jeremia wies Jehova die bundbrüchigen Juden des Königreiches Juda nachdrücklich auf dieses Gesetz hin, um ihnen zu zeigen, daß er Israel mit Recht für immer hätte durch Scheidung entlassen können. Er inspirierte Jeremia zu den Worten: „Es gibt einen Spruch: ,Wenn ein Mann seine Frau wegsenden sollte und sie tatsächlich von ihm weggehen und eines anderen Mannes werden würde, sollte er je wieder zu ihr zurückkehren?‘ Ist jenes Land [Juda] nicht bestimmt entweiht worden? ,Und du selbst hast Prostitution begangen mit vielen Gefährten; und sollte es eine Rückkehr zu mir geben?‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Jer. 3:1).

15 Angesichts dieser Tatsache war es nur der alles übertreffenden Barmherzigkeit Jehovas zuzuschreiben, daß sein Ehebund mit ganz Israel nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. noch jahrhundertelang bestehenblieb. Doch im Jahre 33 u. Z. kam es zum endgültigen Bruch, als die Nation Israel Jesus, den Messias, verwarf und ihn außerhalb der Mauern Jerusalems töten ließ. Damals wurde ihre Ehe mit Jehova Gott aufgelöst. Hat sich dies seither in der jüdischen Geschichte bestätigt? Jawohl. Einzelnen Juden, die an Jesus, den Messias, glaubten, ermöglichte es Jehova in seiner Barmherzigkeit jedoch, ihr Verhältnis zu ihm durch einen neuen Bund, dessen Mittler Jesus, der Messias, war, zu erneuern.

16 Heute behauptet die Christenheit, in diesem neuen Bund zu stehen. Sie ist aber trotz dieser Behauptung, trotz des Heiligen Jahres, das die katholische Kirche 1975 feierte, und trotz anderer religiöser Erweckungsbestrebungen zum Untergang in der „großen Drangsal“, die nun bald über die heutige gottlose Welt hereinbrechen wird, verurteilt. In seiner Liebe und Barmherzigkeit hat Jehova aber einen reumütigen Überrest geistiger Israeliten aus der babylonischen Christenheit herausgerufen, damit dieser nicht mit ihr vernichtet werde (Offb. 18:4). Doch nicht nur ein Überrest geistiger Israeliten ist aus ihr herausgekommen. Auch eine „große Volksmenge“, bestehend aus anderen schafähnlichen Menschen, hat seit dem Jahre 1935 aus Jehovas Barmherzigkeit Nutzen gezogen. Diese Menschen sind aus allen Teilen Groß-Babylons herausgekommen. Sie haben sich dem Überrest angeschlossen und sind nun Jehova ausschließlich ergeben (Offb. 7:9-17; Joh. 10:16).

Die Strafe für geistigen Ehebruch

17 Da die Religionsgemeinschaften der Christenheit behaupten, mit dem Gott der Bibel in einem Bundesverhältnis zu stehen, sich aber durch ihre Freundschaft mit Politikern und Militaristen in geistigem Sinne der Prostitution preisgegeben haben, werden sie der Strafe nicht entgehen. Sie sollten daran denken, daß über die Nation Israel damals Gottes Flüche kamen, weil sie den Gesetzesbund, der zwischen ihr, dem „Weibe“ Jehovas, und ihm, ihrem himmlischen Ehegemahl, bestand, übertreten hatte. Jehova warnte sie vor dieser Bestrafung, indem er zu Hosea weiter sagte:

18 „ ,Darum werde ich umkehren und gewißlich mein Korn zu seiner Zeit und meinen süßen Wein zu seiner rechten Zeit wegnehmen, und ich will meine Wolle und mein Linnen [meinen Flachs, Menge] zur Bedeckung ihrer Blöße wegreißen. Und nun werde ich ihre Schamteile vor den Augen ihrer leidenschaftlichen Liebhaber aufdecken, und da wird kein Mann sein, der sie meiner Hand entreißt. Und ich werde gewißlich all ihr Frohlocken, ihr Fest, ihren Neumond und ihren Sabbat und jede ihrer Festzeiten aufhören lassen. Und ich will ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, von denen sie sprach: „Sie sind mir eine Gabe, die mir meine leidenschaftlichen Liebhaber gegeben haben“; und ich will sie zu einem Wald machen, und die wilden Tiere des Feldes werden sie gewißlich verzehren. Und ich will Abrechnung halten mit ihr wegen aller Tage der Baalbildnisse, denen sie ständig räucherte, als sie sich fortgesetzt mit ihrem Ring und ihrem Schmuck zierte und ständig ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachging, und mich vergaß sie‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Hos. 2:9-13).

19 Die Nation Israel hatte also Jehova vergessen. Welche Behandlung verdiente sie daher? Sie war Jehova, ihrem himmlischen Ehegemahl, untreu geworden, und so war er gemäß den eindeutigen Warnungen in den Bestimmungen des Ehebundes, den er mit ihr geschlossen hatte, verpflichtet, ihr seine materiellen Segnungen zu entziehen. Er war nicht verpflichtet, für eine Ehebrecherin zu sorgen, für eine Nation, die ihren Bund gebrochen und sich der Anbetung von Baalbildnissen zugewandt hatte, ja die ehebrecherische Beziehungen zu weltlichen Liebhabern unterhielt. Er konnte ihre moralische Unzuverlässigkeit und ihre Zügellosigkeit mit Recht vor aller Öffentlichkeit bloßstellen, so daß sich sogar ihre weltlichen Freunde voll Verachtung von ihr abwandten.

20 Jehova wollte sie einem Urwald gleichmachen, der keinen Schutz und keine Sicherheit vor wilden Tieren bietet. Es hätte ihr nichts genutzt, aufgrund ihrer Abstammung von den treuen Patriarchen Abraham, Isaak, Jakob (Israel) und den zwölf Stammvätern, den Söhnen Jakobs, Straffreiheit zu beanspruchen. Die verwandtschaftlichen Bande, durch die sie mit jenen Männern verbunden war, wären nicht stark genug, um sie aus der Hand Jehovas zu reißen, wenn er sein Strafurteil an ihr vollstrecken würde.

21 Das bedeutete nicht, daß Jehova des Bundes, den er mit seinem Freund Abraham im Jahre 1943 v. u. Z. geschlossen hatte, nicht mehr gedachte und ihn nicht halten würde. Jehova hatte bei sich selbst geschworen, als er diesen Bund machte, und er wird ihn nie brechen. Die ehebrecherische Nation Israel bewies aber, daß sie trotz ihrer Abstammung von Abraham nicht würdig war, an der Erfüllung dieses Bundes teilzuhaben. Jehova hatte zu Abraham, dem Vorvater der Israeliten, gesagt: „Erweise dich als ein Segen. Und ich will die segnen, die dich segnen; und den, der Übles auf dich herabruft, werde ich verfluchen, und alle Familien des Erdbodens werden sich bestimmt durch dich segnen“ (1. Mose 12:2, 3). „Ich [werde] dich bestimmt segnen . . . und deinen Samen bestimmt mehren . . . wie die Sterne der Himmel und wie die Sandkörner, die am Ufer des Meeres sind; und dein Same wird das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen. Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde . . . segnen“ (1. Mose 22:17, 18).

22 Das Hauptglied des Samens Abrahams, der Messias, war noch nicht gekommen, als Samaria im Jahre 740 v. u. Z. zerstört wurde. Dieser messianische Nachkomme Abrahams war auch noch nicht gekommen, als Jerusalem im Jahre 607 v. u. Z. zerstört wurde. Doch er mußte aus Abrahams Abstammungs- oder Geschlechtslinie kommen. Jehova ließ zwar zu, daß die Feinde das Königreich Israel und das Königreich Juda stürzten, aber er mußte den natürlichen Samen Abrahams erhalten. Warum? Eben, weil aus dieser Linie der Messias kommen sollte, durch den alle Nationen der Erde gesegnet werden (Matth. 1:1-3; Gal. 3:8-29). Zu diesem Zweck bewahrte Jehova in seiner Barmherzigkeit einen Überrest reumütiger Israeliten während der siebzigjährigen Gefangenschaft, die der Zerstörung Jerusalems und dem Sturz des Königreiches Juda folgte. Er hielt an seinem Ehebund unverbrüchlich fest. Dann erweckte er den Mann, der ein Vorbild des Messias sein sollte: Cyrus, den Eroberer Babylons. Diesen Befreier benutzte Jehova, um den Überrest des Samens Abrahams in das Land Juda zurückzuführen.

23 Um diese Versöhnung zwischen ihm und seinem „Weibe“, seinem Bundesvolk, vorherzusagen, inspirierte Jehova seinen Propheten Hosea zu folgenden Worten: „ ‚Darum, siehe, ich überrede sie, und ich will sie in die Wildnis gehen lassen, und ich will ihr zu Herzen reden. Und ich will ihr von da an ihre Weingärten geben und die Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung; und sie wird dort gewißlich antworten wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, da sie aus dem Land Ägypten heraufkam. Und es soll geschehen an jenem Tage‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,daß du mich Mein Mann [ischi] nennen wirst, und du wirst mich nicht mehr Mein Besitzer [baali] nennen‘ “ (Hos. 2:14-16).

24 Während der Gefangenschaft im Lande Babylon waren die Israeliten gleichsam in der „Wildnis“. Dort ‘überredete’ Jehova in seiner Barmherzigkeit den reumütigen Überrest, und durch liebevolle Zucht und durch die Propheten Hesekiel und Daniel ‘redete er ihm zu Herzen’. Er hatte verheißen, seiner gezüchtigten weibesgleichen Organisation ‘von da an ihre Weingärten zu geben’. Das bedeutete, daß er sie aus der babylonischen „Wildnis“ herausnehmen und sie in ihr lange verödetes Heimatland, nach Juda und Jerusalem, zurückführen würde.

25 Jehovas Bezugnahme auf die „Talebene Achor“ erinnerte an folgende Begebenheit: Nachdem die Israeliten bei der Einnahme Kanaans die Stadt Jericho zerstört hatten, wurden der habgierige Achan und seine Angehörigen gesteinigt. Achan hatte von der Beute genommen und so zufolge seiner Selbstsucht das Gebot Jehovas verletzt und dadurch Israel in Schwierigkeiten gebracht. Das Tal, in dem Achan gesteinigt wurde, erhielt daher passenderweise den Namen „Talebene Achor“, denn Achor bedeutet „Betrübnis“ (Josua 7:10-26). Jehovas Verheißung, seiner weibesähnlichen Organisation „die Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung“ zu geben, wies demnach auf ihre Rückkehr in ihre Heimat hin, wo diese Talebene lag.

26 Wie verhielten sich nun die reumütigen Israeliten, die den Überrest der weibesähnlichen Organisation Jehovas ausmachten? ‘Antworteten’ sie auf seine Bemühungen, ‘sie zu überreden’ und ‘ihnen zu Herzen zu reden’, ja gingen sie dankbar darauf ein? Die biblische Geschichte beantwortet diese Frage mit Ja. Die Nation Israel hatte in den Tagen ihrer „Jugend“ von ganzem Herzen ‘geantwortet’. Sie hatte Jehovas Einladung, den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, einzugehen und so seine weibesähnliche Organisation zu werden, angenommen. In ähnlicher Weise ging der reumütige Überrest im alten Babylon auf die Erneuerung des Ehebundes zwischen Israel und seinem himmlischen Ehegemahl, Jehova, ein. Zum Beweis für die Erneuerung dieses Eheverhältnisses gebrauchte Jehova Cyrus den Großen, das Vorbild des Messias, um den treuen israelitischen Überrest in dessen Heimat, nach Juda und Jerusalem, zurückzuführen.

27 Der in sein Land zurückgekehrte Überrest des Bundesvolkes Jehovas wandte sich nie mehr dem Baalskult oder irgendeiner anderen Form des Götzendienstes zu. Diese Israeliten bemühten sich nach ihrer Rückkehr eifrig, die Anbetung ihres Gottes und himmlischen Ehegemahls in dem Land, das er ihnen gegeben hatte, wiederherzustellen. Sie empfanden ebenso tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung wie ihre Vorfahren, als diese von Ägypten und dessen Streitkräften befreit worden waren. Es war so, als ob sie dem himmlischen Ehegemahl Israels nähergekommen oder mit ihm vertrauter geworden wären. Unwillkürlich redete die weibesähnliche Organisation Jehova jetzt mit vertrauteren, liebevolleren Bezeichnungen an. Sie nannte ihn daher in geistigem Sinne „Mein Mann“ statt „Mein Besitzer“. Sie wollte nicht mehr das Gefühl haben, lediglich „Besitz“ oder Eigentum eines Herrn zu sein. Sie wollte das Empfinden haben, ihm eine Gehilfin zu sein, wie Eva es ihrem Mann Adam hätte sein sollen (1. Mose 2:19-24). Wie wunderbar das alles war!

28 Ebenso wunderbar ist die neuzeitliche Parallele hierzu. Zu welch erstaunlichen Ergebnissen hat doch Jehovas Barmherzigkeit als Folge seiner Treue gegenüber seinem geistigen Ehebund heute schon geführt! Glücklich sind die, denen seine Barmherzigkeit jetzt zuteil wird!

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Die Prophezeiung Hoseas lässt uns Jehovas Barmherzigkeit erkennen

WT 01.03.1990

Vor einiger Zeit haben wir im Rahmen des Bibelleseprogramms der Theokratischen Predigtdienstschule das Buch Hosea gelesen. Wenn man es durchgelesen hat, könnte man sich fragen:

„Was lerne ich daraus über Jehova als Person, über seine Eigenschaften und Wege?“

Wie spätere Bibelschreiber dieses Buch gebrauchten, deutet darauf hin, daß wir daraus viel über Jehovas liebevolle Barmherzigkeit lernen können. (Vergleiche Matthäus 9:13 mit Hosea 6:6; Römer 9:22-26 mit Hosea 1:10 und 2:21-23.) Daß Jehova bereit war, Israel Barmherzigkeit zu erweisen, wurde durch Hoseas Verhalten gegenüber Gomer, seiner Frau, veranschaulicht (Hosea 1:2; 3:1-5). Obwohl Blutvergießen, Stehlen, Hurerei und Götzendienst in Israel überhandnahmen, ‘redete Jehova dem Volk zu Herzen’ (Hosea 2:13, 14; 4:2).

Jehova war nicht verpflichtet, eine solche Barmherzigkeit zu erweisen, sondern er tat es „aus eigenem, freiem Willen“, vorausgesetzt, daß die Israeliten von Herzen kommende Reue bekundeten und ihre sündige Handlungsweise aufgaben (Hosea 14:4; vergleiche Hosea 3:3).

Wenn du so über Jehovas außergewöhnliche Barmherzigkeit nachsinnst, wird dein Herz angeregt und deine persönliche Bindung an ihn gestärkt.

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Hosea 10 – 14: Die Wege Jehovas sind gerade

„Die Wege Jehovas sind gerade, und die Gerechten sind es, die darauf wandeln werden“ (HOSEA 14:9).

ALS Jehova in den Tagen des Propheten Moses den Israeliten als Nation einen Start gab, war alles recht und gerade. In den Anfangsjahren des 8. Jahrhunderts v. u. Z. hatte sich ihre Lage inzwischen so verschlechtert, dass Gott ihnen schwere Vergehen zur Last legen musste. Das geht aus den Kapiteln 10 bis 14 des Buches Hosea hervor.

2 Israels Herz war heuchlerisch geworden. In jenem Zehnstämmereich hatten die Menschen „Bosheit gepflügt“ und Ungerechtigkeit geerntet (Hosea 10:1, 13). „Als Israel ein Knabe war, da liebte ich ihn“, sagte Jehova, „und aus Ägypten rief ich meinen Sohn“ (Hosea 11:1). Dafür, dass Gott die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft befreit hatte, bedankten sie sich mit Lug und Trug (Hosea 11:12). Deshalb riet Jehova Israel Folgendes: „Zu deinem Gott solltest du umkehren, indem du liebende Güte und Recht bewahrst“ (Hosea 12:6).

3 Mit dem rebellischen Samaria und seinem König sollte es ein verhängnisvolles Ende nehmen (Hosea 13:11, 16). Dennoch beginnt das letzte Kapitel der Prophezeiung Hoseas mit dem Aufruf: „Kehre doch zurück, o Israel, zu Jehova, deinem Gott.“ Wenn die Israeliten reumütig Vergebung suchten, würde Gott Barmherzigkeit üben. Natürlich müssten sie anerkennen, dass ‘die Wege Jehovas gerade sind’, und darauf wandeln (Hosea 14:1-6, 9).

4 Dieser Abschnitt der Prophezeiung Hoseas enthält viele Grundsätze, die uns helfen können, mit Gott zu wandeln. Wir werden folgende betrachten: 1. Jehova erwartet von uns Anbetung ohne Heuchelei; 2. Gott erweist seinem Volk loyale Liebe; 3. wir sollten beständig auf Jehova hoffen; 4. Jehovas Wege sind immer gerade, und 5. Sünder können zu Jehova zurückkehren.

Jehova erwartet von uns Anbetung ohne Heuchelei

5 Jehova erwartet von uns, dass wir in Reinheit und ohne Heuchelei heiligen Dienst für ihn verrichten. Aus Israel war jedoch ein „verwildernder Weinstock“ geworden. Die Bewohner Israels hatten für die falsche Anbetung die „Altäre gemehrt“. Diese Abtrünnigen hatten Säulen aufgestellt — vielleicht Obelisken, die für die unreine Anbetung entworfen worden waren. Jehova stand kurz davor, diese Altäre zu zerbrechen und solche Säulen zu zerstören (Hosea 10:1, 2).

6 Heuchelei ist unter Jehovas Dienern fehl am Platz. Doch was passierte den Israeliten? Ihr Herz war tatsächlich heuchlerisch geworden! Obwohl sie einst mit Jehova als ein ihm hingegebenes Volk einen Bund geschlossen hatten, hatten sie sich, wie er feststellen musste, der Heuchelei schuldig gemacht. Was können wir daraus lernen? Wenn wir uns Gott hingegeben haben, dürfen wir keine Heuchler sein. In Sprüche 3:32 werden wir gewarnt: „Wer auf Abwegen geht, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges, aber SEIN trauter Umgang ist mit den Rechtschaffenen.“ Um mit Gott wandeln zu können, muss bei uns „Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben“ zu erkennen sein (1. Timotheus 1:5).

Gott erweist seinem Volk loyale Liebe

7 Wenn wir Gott ohne Heuchelei und auf rechtschaffene Weise anbeten, schenkt er uns seine liebende Güte oder loyale Liebe. Den eigenwilligen Israeliten wurde gesagt: „Sät Samen für euch in Gerechtigkeit; erntet gemäß liebender Güte. Beackert für euch urbares Land, wenn es Zeit ist, nach Jehova zu suchen, bis er kommt und euch Unterweisung in der Gerechtigkeit erteilt“ (Hosea 10:12).

8 Hätten die Israeliten doch nur reumütig nach Jehova gesucht! Dann hätte er ihnen gern „Unterweisung in der Gerechtigkeit erteilt“. Falls wir persönlich schwer gesündigt haben, wollen wir nach Jehova suchen, ihn um Vergebung bitten und uns von Ältesten in geistiger Hinsicht helfen lassen (Jakobus 5:13-16). Wir sollten uns auch von Gottes heiligem Geist leiten lassen, denn „wer im Hinblick auf sein Fleisch sät, wird von seinem Fleisch Verderben ernten, wer aber im Hinblick auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten“ (Galater 6:8). Wenn wir ‘im Hinblick auf den Geist säen’, werden wir weiterhin Gottes loyale Liebe verspüren.

9 Jehova geht mit seinem Volk stets liebevoll um. Davon können wir überzeugt sein, denn in Hosea 11:1-4 wird bestätigt: „Als Israel ein Knabe war, da liebte ich ihn, und aus Ägypten rief ich meinen Sohn . . . Sie machten sich daran, den Baalsbildnissen zu opfern, und den geschnitzten Bildern begannen sie zu räuchern. Was aber mich betrifft, ich lehrte Ephraim [die Israeliten] gehen, nahm sie auf meine Arme; und sie erkannten nicht, dass ich sie geheilt hatte. Mit den Seilen des Erdenmenschen zog ich sie beständig, mit den Stricken der Liebe, sodass ich ihnen wie die wurde, die ein Joch an ihren Kinnbacken abheben, und sanft brachte ich einem jeden Speise.“

10 Jehova vergleicht Israel hier mit einem kleinen Kind. Er brachte den Israeliten das Laufen bei und nahm sie auf seine Arme. Er zog sie mit den „Stricken der Liebe“. Was für ein rührendes Bild! Versetzen wir uns einmal in die Lage von Eltern, die ihrem Kind helfen, die ersten Schritte zu machen. Unsere Arme sind weit ausgestreckt. Vielleicht benutzen wir auch so etwas wie „Stricke“, an denen sich das Kleine festhalten kann, damit es nicht hinfällt. So zärtlich liebt uns Jehova. Gern führt er uns mit den „Stricken der Liebe“.

11 Jehova wurde im Umgang mit den Israeliten wie jemand, der ‘ein Joch an ihren Kinnbacken abhob und sanft einem jeden Speise brachte’. Gott handelte wie jemand, der bei einem Tier das Joch weghob oder zurückschob, damit es bequem fressen konnte. Erst als die Israeliten das Joch der Unterwerfung unter Gott zerbrachen, kamen sie unter das bedrückende Joch ihrer Feinde (5. Mose 28:45, 48; Jeremia 28:14). Sehen wir uns vor, dass wir niemals in die Klauen unseres Erzfeindes Satan geraten und unter seinem bedrückenden Joch leiden müssen. Wandeln wir lieber weiterhin loyal mit unserem liebevollen Gott.

Beständig auf Jehova hoffen

12 Um weiterhin mit Gott zu wandeln, müssen wir beständig auf ihn hoffen. Den Israeliten wurde gesagt: „Was dich betrifft, zu deinem Gott solltest du umkehren, indem du liebende Güte und Recht bewahrst, und hoffe beständig auf deinen Gott“ (Hosea 12:6). Die Israeliten konnten beweisen, dass sie reumütig zu Jehova umkehrten, indem sie liebende Güte und Recht übten und beständig auf Gott hofften. Selbst wenn wir bisher treu mit Gott gewandelt sind, müssen wir auch weiterhin liebende Güte und Recht üben und beständig auf Gott hoffen (Psalm 27:14).

13 Hoseas Prophezeiung hinsichtlich der Israeliten liefert uns einen besonderen Grund, auf Gott zu hoffen: „Von der Hand des Scheols werde ich sie erlösen“, sagte Jehova, „vom Tod werde ich sie zurückholen. Wo sind deine Stacheln, o Tod? Wo ist deine vernichtende Gewalt, o Scheol?“ (Hosea 13:14). Jehova wollte die Israeliten damals nicht vor dem buchstäblichen Tod bewahren, sondern er wollte schließlich den Tod für immer verschlingen und seinen Sieg zunichte machen.

14 An gesalbte Mitchristen schrieb Paulus den folgenden Auszug aus der Prophezeiung Hoseas: „Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anzieht und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anzieht, dann wird sich das Wort erfüllen, das geschrieben steht: ‚Der Tod ist für immer verschlungen.‘ ‚Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?‘ Der Stachel, der den Tod verursacht, ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das GESETZ. Gott aber sei Dank, denn er gibt uns den Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15:54-57). Jehova auferweckte Jesus und gab so die trostreiche Gewähr, dass alle, die im Gedächtnis Gottes sind, auferweckt werden (Johannes 5:28, 29). Welch ein schöner Grund, auf Jehova zu hoffen! Doch außer der Auferstehungshoffnung gibt es noch mehr, was uns veranlasst, mit Gott zu wandeln.

Jehovas Wege sind immer gerade

15 Wir wandeln weiterhin mit Gott, weil wir fest daran glauben, dass ‘die Wege Jehovas gerade sind’. Die Bewohner Samarias wandelten nicht auf Gottes gerechten Wegen. Deshalb mussten sie für ihre Sünden und ihr fehlendes Vertrauen auf Jehova die Folgen tragen. Es wurde vorhergesagt: „Samaria wird für schuldig gehalten werden, denn es ist gegen seinen Gott tatsächlich rebellisch. Durch das Schwert werden sie fallen. Ihre eigenen Kinder werden zerschmettert werden, und ihre schwangeren Frauen, sie werden aufgeschlitzt werden“ (Hosea 13:16). Historische Aufzeichnungen lassen erkennen, dass die Assyrer, die Samaria eroberten, zu derart schrecklichen Grausamkeiten fähig waren.

16 Samaria war die Hauptstadt des Zehnstämmereichs Israel. Doch hier steht der Name Samaria wohl für das ganze Gebiet dieses Königreichs (1. Könige 21:1). Der assyrische König Salmanassar V. belagerte 742 v. u. Z. die Stadt Samaria. Als Samaria 740 v. u. Z. fiel, wurden viele der prominenten Bewohner nach Mesopotamien und Medien deportiert. Ob man die Einnahme Samarias Salmanassar V. oder seinem Nachfolger Sargon II. zuschreiben muss, bleibt ungewiss (2. Könige 17:1-6, 22, 23; 18:9-12). Auf jeden Fall wird in den Annalen Sargons die Deportation von 27 290 Israeliten an den oberen Euphrat und nach Medien erwähnt.

17 Die in Samaria Lebenden mussten teuer dafür bezahlen, dass sie Jehovas gerade Wege nicht einhielten. Auch für uns als Gott hingegebene Christen hätte es tragische Folgen, wenn wir Sünde treiben und Gottes gerechte Maßstäbe verachten würden. Schlagen wir diesen schlechten Weg nie ein! Halten wir uns lieber an die Worte des Apostels Petrus: „Möge niemand von euch als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als jemand leiden, der sich in die Sachen anderer Leute einmischt. Leidet er aber als Christ, so schäme er sich nicht, sondern er verherrliche Gott weiterhin in diesem Namen“ (1. Petrus 4:15, 16).

18 Wir ‘verherrlichen Gott weiterhin’, wenn wir nicht eigene Wege gehen, sondern auf seinen geraden Wegen wandeln. Kain wurde zum Mörder, weil er eigene Wege ging und die Warnung Jehovas in den Wind schlug, dass die Sünde auf ihn lauerte (1. Mose 4:1-8). Bileam ließ sich vom König von Moab dafür bezahlen, Israel zu verfluchen, aber es misslang ihm (4. Mose 24:10). Gott brachte den Leviten Korah und andere zu Tode, weil sie sich gegen die Autorität von Moses und Aaron aufgelehnt hatten (4. Mose 16:1-3, 31-33). Bestimmt möchten wir nicht den mörderischen „Pfad Kains“ gehen, uns nicht ‘in den Lauf des Irrtums Bileams stürzen’ und nicht ‘in der rebellischen Rede Korahs zugrunde gehen’ (Judas 11). Doch selbst wenn jemand von uns einen schweren Fehler macht, sichert uns die Prophezeiung Hoseas Trost zu.

Sünder können zu Jehova zurückkehren

19 Selbst wer eine schwere Sünde begangen hat und gestrauchelt ist, kann zu Jehova zurückkehren. In Hosea 14:1, 2 finden wir die inständige Bitte: „Kehre doch zurück, o Israel, zu Jehova, deinem Gott, denn du bist in deinem Vergehen gestrauchelt. Nehmt Worte mit euch, und kehrt zu Jehova um. Sprecht zu ihm, ihr alle: ‚Mögest du Vergehen verzeihen; und nimm an, was gut ist, und wir wollen dagegen die jungen Stiere unserer Lippen darbieten.‘ “

20 Falls die Israeliten bereuten, konnten sie Gott ‘die jungen Stiere ihrer Lippen’ darbieten. Das waren aufrichtige Schlachtopfer der Lobpreisung. Paulus spielte auf diese Prophezeiung an, als er Christen aufforderte, Gott „ein Schlachtopfer der Lobpreisung dar[zu]bringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (Hebräer 13:15). Wir betrachten es heute als ein großes Vorrecht, mit Gott zu wandeln und solche Opfer darzubringen.

21 Israeliten, die ihren schlechten Weg verließen und zu Gott umkehrten, brachten ihm ‘die jungen Stiere ihrer Lippen’ dar. Deshalb wurden sie, Gottes Versprechen getreu, in geistiger Hinsicht wieder geheilt. In Hosea 14:4-7 heißt es: „Ich [Jehova] werde ihre Untreue heilen. Ich werde sie aus eigenem, freiem Willen lieben, weil sich mein Zorn von ihm abgewandt hat. Ich werde für Israel wie der Tau werden. Er wird blühen wie die Lilie und wird Wurzeln schlagen wie der Libanon. Seine Schösslinge werden auslaufen, und seine Würde wird wie die des Olivenbaums werden, und sein Duft wird wie der des Libanon sein. Sie werden wieder in seinem Schatten wohnen. Sie werden Korn wachsen lassen und werden sprossen wie der Weinstock. Sein Gedenkname wird sein wie der Wein des Libanon.“

22 Reumütige Israeliten würden geistig geheilt werden und wieder Gottes Liebe spüren. Jehova wäre dann wie erfrischender Tau für sie, weil er sie großzügig segnen würde. Sein wiederhergestelltes Volk hätte eine Würde „wie die des Olivenbaums“ und es würde auf den Wegen Gottes wandeln. Was wird nun von uns erwartet, da wir entschlossen sind mit Jehova Gott zu wandeln?

Weiterhin auf Jehovas geraden Wegen wandeln

23 Um weiterhin mit Gott wandeln zu können, muss bei uns „die Weisheit von oben“ zu erkennen sein und wir müssen immer gemäß seinen geraden Wegen handeln (Jakobus 3:17, 18). Der letzte Vers der Prophezeiung Hoseas lautet: „Wer ist weise, dass er diese Dinge verstehen kann? Verständig, dass er sie erkennen kann? Denn die Wege Jehovas sind gerade, und die Gerechten sind es, die darauf wandeln werden; aber die Übertreter, sie werden darauf straucheln“ (Hosea 14:9).

24 Wir wollen uns nicht nach der Weisheit und den Maßstäben der heutigen Welt ausrichten, sondern wir werden lieber auf Gottes geraden Wegen wandeln (5. Mose 32:4). Hosea wandelte mindestens 59 Jahre lang darauf. Treu überbrachte er göttliche Botschaften, denn er wusste, dass die Weisen und Verständigen diese Worte verstehen würden. Wie ist es mit uns? Solange uns Jehova noch predigen lässt, suchen wir weiter nach Menschen, die weise handeln und seine unverdiente Güte annehmen. Und wir sind froh, dies in enger Zusammenarbeit mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ zu tun (Matthäus 24:45-47).

25 Die Betrachtung der Prophezeiung Hoseas hilft uns bestimmt, weiterhin mit Gott zu wandeln und dabei auf ewiges Leben in der von ihm verheißenen neuen Welt zu hoffen (2. Petrus 3:13; Judas 20, 21). Was für eine großartige Hoffnung! Und diese Hoffnung erfüllt sich für uns persönlich, wenn wir in Wort und Tat hinter der Aussage stehen: „Die Wege Jehovas sind gerade.“

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Hosea 6 – 9: Mit Gott wandeln und Gutes ernten

WT 15.11.2005

„Denn Wind säen sie ständig, und Sturmwind werden sie ernten“ (HOSEA 8:7).

EINE Wanderung durch ein gefährliches Gelände ist sicherer, wenn man einen erfahrenen Führer an seiner Seite hat. Es wäre nur vernünftig, sich von ihm führen zu lassen, statt auf eigene Faust loszuziehen. Dieses Beispiel lässt sich in gewisser Hinsicht auf unsere Situation übertragen. Jehova bietet uns sozusagen an, uns durch die endlose Wüste der schlechten Welt von heute zu führen. Es ist nur vernünftig, mit ihm zu wandeln, statt seine eigenen Wege zu gehen. Wie können wir mit Gott wandeln? Indem wir uns von seinem Wort leiten und führen lassen.

2 Der vorhergehende Artikel drehte sich um das symbolische Drama aus den Kapiteln 1 bis 5 von Hosea. Dabei haben wir einige Nutzanwendungen besprochen, die uns helfen, mit Gott zu wandeln. Jetzt möchten wir ein paar Höhepunkte aus den Kapiteln 6 bis 9 erörtern. Zunächst ein kurzer Überblick über diese vier Kapitel.

Kurzer Überblick

3 Jehova hatte den Propheten Hosea in erster Linie zum nördlichen Zehnstämmereich Israel geschickt. Diese Nation (nach ihrem vorherrschenden Stamm auch Ephraim genannt) hatte sich von Gott abgewandt. In Hosea 6 bis 9 wird geschildert, wie untreu das Volk war: Es übertrat den Bund Jehovas und tat ständig Schlechtes (Hosea 6:7). Die Israeliten kehrten nicht zu Jehova zurück, sondern vertrauten auf Bündnisse mit anderen Nationen. Da sie dauernd Schlechtes säten, würden sie auch Schlechtes ernten. Mit anderen Worten: Ihnen stand ein Strafgericht bevor. Doch Hosea hatte für sie auch eine zu Herzen gehende Botschaft: Sie könnten jederzeit zu Jehova zurückkehren und auf seine Barmherzigkeit zählen — vorausgesetzt, sie würden beweisen, dass sie aus tiefstem Herzen bereuen.

4 In diesen vier Kapiteln aus Hoseas Prophezeiung finden wir weitere Hinweise, die uns helfen, mit Gott zu wandeln. Sehen wir uns einmal vier praktische Lehren an: 1. Echte Reue zeigt sich in Taten, nicht nur in Worten; 2. Opfer allein machen Jehova noch keine Freude; 3. es schmerzt Jehova, wenn sich seine Anbeter von ihm abwenden, und 4. wir müssen Gutes säen, um Gutes zu ernten.

Wie sich echte Reue zeigt

5 Aus Hoseas Prophezeiung lernen wir viel über Reue und Barmherzigkeit. In Hosea 6:1-3 lesen wir: „Kommt, und lasst uns doch zu Jehova umkehren, denn er selbst hat zerrissen, aber er wird uns heilen. Er schlug fortgesetzt, doch wird er uns verbinden. Er wird uns lebendig machen nach zwei Tagen. Am dritten Tag wird er uns aufstehen lassen, und wir werden vor ihm leben. Und wir werden erkennen, wir werden danach jagen, Jehova zu erkennen. Wie die Morgenröte steht sein Hervortreten fest. Und er wird zu uns kommen wie ein Regenguss; wie ein Frühlingsregen, der die Erde satt tränkt.“

6 Wer sprach hier? Manche denken, dass es die untreuen und ungehorsamen Israeliten waren, die so Reue vorheucheln und Gottes Barmherzigkeit ausnutzen wollten. Andere meinen, dass hier der Prophet Hosea das Volk anflehte, zu Jehova zurückzukehren. Wie auch immer, die entscheidende Frage ist: Kehrte das Zehnstämmereich Israel als Ganzes zu Jehova zurück und zeigte es echte Reue? Die Antwort lautet: Nein. Jehova ließ durch Hosea sagen: „Was soll ich dir tun, o Ephraim? Was soll ich dir tun, o Juda, wenn eure liebende Güte wie das Morgengewölk ist und wie der Tau, der früh vergeht?“ (Hosea 6:4). Damit zeichnete Jehova wirklich ein trauriges Bild von dem geistigen Zustand seines Volkes! Die liebende Güte oder loyale Liebe war nahezu verschwunden — wie der Tau am Morgen, der mit der aufgehenden Sonne schnell verdunstet. Die Israeliten gaben zwar vor, zu bereuen, aber Jehova entdeckte nichts, was von seiner Seite aus Barmherzigkeit gerechtfertigt hätte. Was war ihr Problem?

7 Ihre Reue kam nicht von Herzen. In Hosea 7:14 drückt Jehova sein Missfallen darüber aus: „Sie riefen nicht von Herzen um Hilfe zu mir, obwohl sie auf ihren Betten ständig heulten.“ In Vers 16 sagt er noch: „Sie kehrten dann zurück, nicht zu etwas Höherem“ — das heißt „nicht zu einer erhabenen Form der Anbetung“ (Fußnote). Sie wollten nicht das ändern, was nötig war, um ihr Verhältnis zu Jehova wieder in Ordnung zu bringen und sich so erneut auf dem hohen Niveau der Anbetung Jehovas bewegen zu können. Sie wollten eigentlich gar nicht mit Gott wandeln.

8 Und noch etwas stimmte an der Reue der Israeliten nicht. Sie begingen nach wie vor alle möglichen Sünden, wie Betrug, Mord, Diebstahl oder Götzendienst, und verbündeten sich mit anderen Nationen. In Hosea 7:4 werden sie mit dem „Ofen“ eines Bäckers verglichen, offensichtlich, weil in ihnen schlechte Wünsche brannten. Verdienten sie in diesem beklagenswerten Zustand überhaupt Barmherzigkeit? Ganz bestimmt nicht! Hosea lässt die rebellischen Israeliten wissen, dass Jehova „ihrer Vergehung gedenken“ und seine „Aufmerksamkeit auf ihre Sünden richten“ wird (Hosea 9:9). Mit Barmherzigkeit brauchten sie nicht zu rechnen!

9 Was lernen wir aus Hoseas Worten über Reue und Barmherzigkeit? Das abschreckende Beispiel der treulosen Israeliten lehrt uns, dass wir von Herzen bereuen müssen, wenn wir Jehovas Barmherzigkeit spüren möchten. Woran erkennt man eine solche Reue? Jehova lässt sich nicht von Tränen oder von bloßen Worten täuschen. Echte Reue zeigt sich durch Taten. Wer Barmherzigkeit erfahren möchte, muss den Weg der Sünde ganz und gar verlassen und sein Leben nach den hohen Maßstäben der Anbetung Jehovas ausrichten.

Opfer allein machen Jehova noch keine Freude

10 Nun zur zweiten Lehre, die uns helfen kann, mit Gott zu wandeln. Sie lautet: Opfer allein machen Jehova noch keine Freude. In Hosea 6:6 heißt es: „An liebender Güte habe ich [Jehova] Gefallen gefunden und nicht am Schlachtopfer; und an der Erkenntnis Gottes mehr als an Ganzbrandopfern.“ Jehova findet also Gefallen an liebender Güte oder loyaler Liebe — eine Eigenschaft, die aus dem Herzen kommt — und daran, dass wir ihn erkennen. Aber vielleicht fragt sich der eine oder andere: Warum wird hier gesagt, dass Jehova an Opfern und Ganzbrandopfern kein Gefallen hat? Wurden solche Opfer nach dem Gesetz des Moses denn nicht sogar verlangt?

11 Ja, das ist richtig. Doch bei den Zeitgenossen Hoseas stimmte etwas ganz Grundlegendes nicht. Allem Anschein nach gab es Israeliten, die solche Opfer pflichtbewusst darbrachten, um sich einen Anstrich von Ergebenheit zu geben. Gleichzeitig sündigten sie immer weiter. Daran war abzulesen, dass es in ihrem Herzen keinen Funken loyaler Liebe gab. Außerdem lehnten sie die Erkenntnis Gottes ab. Das zeigte sich darin, dass sie sich nicht danach ausrichteten. Was nützten ihre Opfer, wenn doch ihr Herz und ihre Lebensweise nicht in Ordnung waren? Ihre Opfer waren für Jehova Gott abstoßend.

12 Hoseas Worte enthalten eine Warnung für viele Kirchgänger heute. Sie pflegen religiöse Bräuche und möchten Gott dadurch Opfergaben darbringen, aber ihr tägliches Verhalten wird kaum oder gar nicht davon berührt. Können solche Menschen Gott wirklich gefallen, wenn ihr Herz sie nicht antreibt, Gott gut kennen zu lernen und dieses Wissen über ihn umzusetzen, indem sie der Sünde den Rücken kehren? Niemand sollte denken, er könne Gott allein durch fromme Werke Freude machen. Jehova findet kein Gefallen an jemand, der sich durch einen Dienst für ihn, der reine Formsache ist, seine Gunst verdienen will, statt wirklich nach seinem Wort zu leben (2. Timotheus 3:5).

13 Als wahre Christen müssen wir uns merken, dass Opfer allein Jehova noch keine Freude machen. Natürlich opfern wir Jehova keine Tiere. Aber wir bringen ihm „ein Schlachtopfer der Lobpreisung“ dar, „das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (Hebräer 13:15). Es ist wichtig, dass wir nicht so werden wie die sündigen Israeliten zur Zeit Hoseas und denken, verkehrtes Verhalten sei durch solche Opfer gutzumachen. Ein Beispiel: Eine Jugendliche beging heimlich Unmoral und gab später zu: „Ich ging viel mehr predigen, weil ich dachte, ich könnte den Fehler dadurch ausgleichen.“ So ähnlich versuchten es auch die eigensinnigen Israeliten. Doch Jehova kann unser Schlachtopfer der Lobpreisung nur dann annehmen, wenn wir es ihm aus dem richtigen Beweggrund heraus geben und entsprechend leben.

Es schmerzt Jehova, wenn ihn seine Anbeter verlassen

14 In der dritten Lehre aus Hosea, Kapitel 6 bis 9 geht es darum, wie Jehova empfindet, wenn sich seine Anbeter von ihm abwenden. Gott kann sowohl warmherzig als auch energisch sein. Er freut sich aus tiefstem Herzen über alle, die ihre Sünden bereuen, und empfindet inniges Mitgefühl für sie. Ist jemand jedoch reuelos, schreitet er energisch und entschlossen zur Tat. Da Gott sehr viel daran liegt, dass es uns gut geht, freut er sich, wenn wir treu mit ihm wandeln. „Jehova findet Gefallen an seinem Volk“, sagt Psalm 149:4. Doch wie empfindet Jehova, wenn seine Diener nicht treu sind?

15 Über die untreuen Israeliten sagte Jehova: „Sie selbst haben wie der Erdenmensch den Bund übertreten. Dort haben sie treulos gegen mich gehandelt“ (Hosea 6:7). Das mit „treulos handeln“ wiedergegebene hebräische Wort bedeutet auch „betrügen“ oder „treulos verlassen“. Dasselbe hebräische Wort wird in Maleachi 2:10-16 für das illoyale Verhalten der Israeliten verwendet, die ihrem Ehepartner untreu waren. Über den Gebrauch dieses Verbs in Hosea 6:7 heißt es in einem Nachschlagewerk, es sei ein „Bild aus dem Bereich der Ehe, das diese Beziehung als etwas sehr Persönliches, Intimes charakterisiert . . . Es beschreibt eine zwischenmenschliche Situation, in der die Liebe mit Füßen getreten wurde.“

16 Durch den Bund, den Jehova mit Israel geschlossen hatte, war die Nation für ihn wie eine Ehefrau. Als sein Volk die Bedingungen dieses Bundes mit Füßen trat, war das daher wie Ehebruch. Gott war sozusagen ein treuer Ehemann, doch sein Volk hatte ihn verlassen!

17 Wie sieht es mit uns aus? Gott ist es nicht gleichgültig, ob wir mit ihm wandeln oder nicht. „Gott ist Liebe“ und unser Verhalten berührt seine Gefühle — vergessen wir das nie! (1. Johannes 4:16). Schlagen wir einen falschen Weg ein, schmerzt das Jehova und wir ziehen uns sein Missfallen zu. Daran immer zu denken kann in Versuchungen eine stark abschreckende Wirkung auf uns haben.

Wie wir Gutes ernten können

18 Die vierte Lehre aus Hoseas Prophezeiung dreht sich darum, wie wir Gutes ernten können. Hosea beschreibt, wie unsinnig und fruchtlos der treulose Kurs der Israeliten war: „Denn Wind säen sie ständig, und Sturmwind werden sie ernten“ (Hosea 8:7). Dieser Text enthält einen Grundsatz, den wir uns gut einprägen sollten: Was wir jetzt tun und wie es uns später ergeht, steht in direktem Zusammenhang. Wie bestätigte sich dieser Grundsatz bei den untreuen Israeliten?

19 Sie sündigten ständig weiter und säten dadurch Schlechtes. Könnten sie immer so weitermachen, ohne jemals die Quittung dafür zu bekommen? Auf keinen Fall würden sie dem Strafurteil entgehen. In Hosea 8:13 wird gesagt, dass Jehova „ihrer Vergehung gedenken und Abrechnung halten [wird] wegen ihrer Sünden“. Und in Hosea 9:17 kann man lesen: „Mein Gott wird sie verwerfen, denn sie haben nicht auf ihn gehört, und sie werden Flüchtlinge unter den Nationen werden.“ Jehova würde die Israeliten für ihre Sünden zur Rechenschaft ziehen. Weil sie Schlechtes gesät hatten, würden sie Schlechtes ernten. Gottes Urteil wurde im Jahr 740 v. u. Z. vollstreckt, als die Assyrer das Zehnstämmereich Israel stürzten und die Bewohner in die Gefangenschaft wegführten.

20 Die Quintessenz ihrer Erfahrung? Man erntet, was man sät. Zu dieser Grundwahrheit sagt Gottes Wort warnend: „Lasst euch nicht irreführen: Gott lässt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Galater 6:7). Wenn wir Schlechtes säen, werden wir Schlechtes ernten. Wer zum Beispiel ein unmoralisches Leben führt, muss die bitteren Folgen tragen. Mit jemandem, der sein schlechtes Verhalten nicht bereut, geht es nicht gut aus.

21 Wie können wir aber Gutes ernten? Dazu ein einfacher Vergleich: Wird ein Bauer Weizen säen, wenn er Gerste ernten möchte? Natürlich nicht! Er muss das aussäen, was er ernten will. So ist es auch bei uns. Wenn wir Gutes ernten möchten, müssen wir Gutes säen. Überlegen wir uns deshalb: Möchten wir auch künftig Gutes ernten, das heißt weiter ein ausgefülltes Leben führen mit der Aussicht auf ewiges Leben in Gottes neuer Welt? Dann müssen wir auch künftig Gutes säen, das heißt mit Gott wandeln und uns nach seinen gerechten Maßstäben ausrichten.

22 Aus Hosea, Kapitel 6 bis 9 haben wir also vier Lehren gezogen, die uns helfen können, mit Gott zu wandeln: 1. Echte Reue zeigt sich in Taten; 2. Opfer allein machen Jehova noch keine Freude; 3. es schmerzt Jehova, wenn sich seine Anbeter von ihm abwenden, und 4. wir müssen Gutes säen, um Gutes zu ernten. Wie sind uns noch die letzten fünf Kapitel in diesem Bibelbuch eine Hilfe dabei, mit Gott zu wandeln?

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Die Frau Hoseas und die Kinder

Einsichtenbuch

Die Frau Hoseas und die Kinder

Hosea gehorchte dem Gebot Jehovas und nahm sich „eine Frau der Hurerei und Kinder der Hurerei“ (Hos 1:2). Das heißt nicht, daß der Prophet eine Prostituierte oder eine unmoralische Frau heiratete, die schon uneheliche Kinder hatte. Es zeigt vielmehr an, daß seine Frau Ehebruch begehen und Kinder von anderen Männern haben würde, während sie bereits mit dem Propheten verheiratet wäre. Hosea heiratete Gomer, die ‘ihm einen Sohn, Jesreel, gebar’ (1:3, 4). Gomer brachte später eine Tochter, Lo-Ruhama, zur Welt und danach einen Sohn mit Namen Lo-Ammi. Beide Kinder waren offensichtlich die Folge ihres Ehebruchs, denn der Prophet wird in Verbindung mit der Geburt dieser Kinder nicht erwähnt (1:6, 8, 9). Lo-Ruhama bedeutet „[Ihr wurde] keine Barmherzigkeit erwiesen“, und die Bedeutung von Lo-Ammi ist „Nicht mein Volk“. Diese Namen zeigen an, daß sich das widerspenstige Volk Israel das Mißfallen Jehovas zugezogen hatte. Doch der Name des Erstgeborenen — „Jesreel“, was „Gott wird [Samen] säen“ bedeutet — wird in einer Prophezeiung, die auf die Wiederherstellung hinweist, in positivem Sinne auf das Volk angewandt (2:21-23).

Nach der Geburt der Kinder verließ Gomer anscheinend Hosea und ging zu ihren Liebhabern. Es wird aber nicht gesagt, daß er sich von ihr scheiden ließ. Offensichtlich wurde sie später von ihren Geliebten verlassen und geriet in Armut und in die Sklaverei, denn Hosea 3:1-3 scheint anzudeuten, daß der Prophet sie wie eine Sklavin kaufte und sie sich wieder zur Frau nahm. Sein Verhältnis zu Gomer entsprach dem Verhältnis Jehovas zu Israel, denn Gott war ebenfalls bereit, seinem sündigen Volk zu verzeihen, als es seine geistige Hurerei bereute (Hos 2:16, 19, 20; 3:1-5).

Manche Bibelgelehrte haben Hoseas Heirat als eine Phantasie, eine Trance oder einen Traum angesehen, der nie Wirklichkeit wurde. Aber der Prophet gab in keiner Weise zu verstehen, daß es sich um eine Vision oder einen Traum handelte. Andere haben die Heirat für eine Allegorie oder ein Gleichnis gehalten. Hosea benutzte aber keine symbolischen oder bildlichen Ausdrücke, als er darüber sprach. Dies als einen Bericht über Hoseas tatsächliche Heirat mit Gomer und über die buchstäbliche Wiederherstellung ihres Verhältnisses zu dem Propheten zu betrachten verleiht der historischen und direkten Anwendung auf Israel Gewicht und Bedeutung. Es tut dem klaren biblischen Bericht keinen Abbruch und stimmt mit den Tatsachen überein: Jehovas Erwählung Israels, der folgende geistige Ehebruch der Nation Israel und die Wiederherstellung ihres Verhältnisses zu Gott, nachdem sie bereut hatte.

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Hosea 1 – 5: Die Prophezeiung Hoseas hilft uns mit Gott zu wandeln

WT 15.11.2005

„Jehova werden sie nachwandeln“ (HOSEA 11:10).

GEFALLEN uns Dramen mit brillanten Schauspielern und einer faszinierenden Handlung? Das Bibelbuch Hosea enthält ein symbolisches Drama. Dieses Drama dreht sich um das Familienleben des Propheten Hosea und hat mit dem sinnbildlichen Ehebund zu tun, den Jehova durch den Gesetzesbund mit der Nation Israel schloss.

2 Den Hintergrund für dieses Drama liefert das erste Kapitel des Buches Hosea. Anscheinend lebte Hosea im Zehnstämmereich Israel (auch Ephraim genannt, weil der vorherrschende Stamm so hieß). Er prophezeite zur Regierungszeit der sieben letzten Herrscher von Israel und der Könige Usija, Jotham, Ahas und Hiskia von Juda (Hosea 1:1). Hosea prophezeite also mindestens 59 Jahre lang. Das Buch, das seinen Namen trägt, wurde zwar kurz nach 745 v. u. Z. vollendet, aber von Bedeutung ist es auch heute, wo Millionen Menschen wie vorausgesagt ‘Jehova nachwandeln’ (Hosea 11:10).

Was ein Überblick erkennen lässt

3 Ein kurzer Überblick über Hosea, Kapitel 1 bis 5 bestärkt uns in dem Entschluss, mit Gott zu wandeln und Glauben auszuüben sowie gemäß seinem Willen zu leben. Obwohl sich die Bewohner des Königreiches Israel des geistigen Ehebruchs schuldig machten, wollte Gott mit ihnen barmherzig verfahren, sofern sie bereuten. Das wurde dadurch veranschaulicht, wie Hosea mit Gomer, seiner Frau, verfuhr. Nach ihrem ersten gemeinsamen Kind bekam Gomer anscheinend zwei uneheliche Kinder. Hosea nahm seine Frau dennoch wieder bei sich auf, so wie Jehova bereit war, den reumütigen Israeliten Barmherzigkeit zu erweisen (Hosea 1:1 bis 3:5).

4 Jehova führte einen Rechtsfall gegen Israel, weil keine Wahrheit, keine liebende Güte und keine Gotteserkenntnis im Land war. Und wie er sagte, würde er mit dem götzendienerischen Israel und dem eigenwilligen Königreich Juda abrechnen. Er erklärte jedoch auch, dass sein Volk ihn suchen würde, wenn es „in Bedrängnis“ wäre (Hosea 4:1 bis 5:15).

Das Drama nimmt seinen Verlauf

5 Jehova gebot Hosea: „Geh, nimm dir eine Frau der Hurerei und Kinder der Hurerei, denn durch Hurerei wendet sich das Land ganz bestimmt davon ab, Jehova zu folgen“ (Hosea 1:2). Wie verbreitet war die Hurerei in Israel? „Der Geist der Hurerei, er hat sie [die Bewohner des Zehnstämmereichs] abirren lassen, und durch Hurerei begeben sie sich von der Stellung unter ihrem Gott hinweg. . . . eure Töchter [begehen] Hurerei und . . . eure eigenen Schwiegertöchter [begehen] Ehebruch. . . . was die Männer betrifft, mit den Huren sondern sie sich ab, und mit den weiblichen Tempelprostituierten opfern sie“ (Hosea 4:12-14).

6 In Israel grassierte sowohl buchstäbliche als auch geistige Hurerei. Jehova wollte deshalb mit den Israeliten „Abrechnung“ halten (Hosea 1:4; 4:9). Diese Warnung ist für uns heute bedeutsam. Jehova wird mit denen abrechnen, die Unmoral treiben und deren Glaubensausübung unrein ist. Wer aber mit Gott wandelt, hält sich an seine Maßstäbe für die reine Anbetung und weiß, dass „kein Hurer . . . irgendein Erbe im Königreich des Christus und Gottes hat“ (Epheser 5:5; Jakobus 1:27).

7 Offensichtlich war Gomer unberührt, als Hosea sie heiratete, und war eine treue Ehefrau, als sie ihm später „einen Sohn gebar“ (Hosea 1:3). Wie in dem Drama dargestellt, schloss Gott mit den Israeliten ebenfalls einen Bund, der einem Vertrag für eine reine Ehe entsprach. Das war, kurz nachdem er sie 1513 v. u. Z. aus der ägyptischen Sklaverei befreit hatte. Durch die Zustimmung zu dem Bund versprach Israel Jehova, seinem „ehelichen Besitzer“, die Treue (Jesaja 54:5). Diese sinnbildliche Ehe zwischen Israel und Gott wurde durch Hoseas reine Ehe mit Gomer dargestellt. Aber wie sehr sich die Lage doch änderte!

8 Hoseas Frau „wurde dann abermals schwanger und gebar eine Tochter“. Dieses Mädchen und ein weiteres Kind waren wahrscheinlich außereheliche Kinder von Gomer (Hosea 1:6, 8). Da Gomer Israel darstellte, könnte die Frage aufkommen: Wie kam es, dass Israel sich prostituierte? 997 v. u. Z. trennten sich zehn Stämme Israels von den südlichen Stämmen Juda und Benjamin. Im nördlichen Zehnstämmereich Israel wurde die Kälberanbetung eingeführt, damit das Volk nicht mehr nach Jerusalem zog, um Jehova im Tempel anzubeten. Der Baalskult mit seinen Sexorgien bürgerte sich in Israel ein.

9 Nach der Geburt von Gomers zweitem, wahrscheinlich unehelichem Kind sagte Gott zu Hosea: „Nenne ihren Namen Lo-Ruhama [was „(Ihr wurde) keine Barmherzigkeit erwiesen“ bedeutet], denn ich werde dem Hause Israel nicht wieder Barmherzigkeit erweisen, weil ich sie ganz bestimmt hinwegnehmen werde“ (Hosea 1:6). Jehova ‘nahm sie hinweg’, als die Assyrer die Israeliten 740 v. u. Z. in die Gefangenschaft wegführten. Jehova war jedoch barmherzig mit dem Zweistämmereich Juda und rettete es, aber nicht durch Bogen, Schwert, Krieg, Rosse oder Reiter (Hosea 1:7). 732 v. u. Z. tötete ein Engel in nur einer Nacht 185 000 assyrische Soldaten, die Judas Hauptstadt Jerusalem bedrohten (2. Könige 19:35).

Jehovas Rechtsfall gegen Israel

10 Gomer verließ Hosea und wurde eine „Frau der Hurerei“, die mit einem anderen Mann in einem ehebrecherischen Verhältnis lebte. Das veranschaulichte, wie das Königreich Israel schließlich politische Bündnisse mit götzendienerischen Nationen schloss und immer mehr auf sie vertraute. Israel schrieb seinen Wohlstand nicht dem Segen Jehovas zu, sondern den Göttern dieser Nationen und brach den Ehebund mit Gott durch falsche Anbetung. Dass Jehova wegen des geistigen Ehebruchs einen Rechtsfall mit der Nation hatte, ist daher nicht verwunderlich (Hosea 1:2; 2:2, 12, 13).

11 Wie büßte ganz Israel dafür, dass es seinen ehelichen Besitzer verlassen hatte? Gott ließ das Volk nach Babylonien „in die Wildnis gehen“. Diese Nation eroberte Assyrien, das Land, in das die Israeliten 740 v. u. Z. deportiert worden waren (Hosea 2:14). Als Jehova das Zehnstämmereich damals zu Ende gehen ließ, annullierte er seinen Ehebund mit der ursprünglichen Zwölf-Stämme-Nation Israel nicht. Er hob den Gesetzesbund, durch den die zwölf Stämme Israels sinnbildlich eine Ehe mit ihm eingegangen waren, nicht einmal dann auf, als er zuließ, dass die Babylonier 607 v. u. Z. Jerusalem zerstörten und die Bewohner Judas gefangen nahmen. Dieses Verhältnis wurde erst beendet, als die jüdischen Führer Jesus Christus ablehnten und ihn 33 u. Z. zu Tode bringen ließen (Kolosser 2:14).

Jehova ermahnt Israel

12 Gott ermahnte die Nation Israel, „ihre Hurerei von sich [zu] entfernen“, aber sie wollte denen nachgehen, die sie leidenschaftlich liebten (Hosea 2:2, 5). „Darum“, sagte Jehova, „verzäune ich deinen Weg mit Dornen; und ich will eine Steinmauer gegen sie aufführen, sodass sie ihre eigenen Pfade nicht finden wird. Und sie wird tatsächlich ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachjagen, aber sie wird sie nicht einholen; und sie wird sie gewiss suchen, aber sie wird sie nicht finden. Und sie wird sprechen müssen: ‚Ich will gehen und zu meinem Mann zurückkehren, dem ersten, denn es ging mir damals besser als jetzt.‘ Sie aber erkannte nicht, dass ich es war, der ihr das Korn und den süßen Wein und das Öl gegeben hatte, und dass ich sie selbst Silber in Menge hatte haben lassen und Gold, von dem sie für Baal Gebrauch machten [oder: „das sie zum Baalsbildnis machten“, Fußnote]“ (Hosea 2:6-8).

13 Israel suchte zwar die Hilfe der Nationen, die seine „leidenschaftlichen Liebhaber“ gewesen waren, aber keine konnte ihm beistehen. Israel war wie von undurchdringlichem Dickicht umgeben, sodass niemand dorthin gelangen konnte, um Hilfe zu leisten. Nach dreijähriger Belagerung durch die Assyrer fiel Israels Hauptstadt Samaria im Jahr 740 v. u. Z. Danach wurde das Zehnstämmereich nie wieder aufgerichtet. Wie Jehova erklärte, würden nur wenige der gefangenen Israeliten sich bewusst werden, wie gut alles gewesen war, als ihre Vorväter Jehova gedient hatten. Diese wenigen würden die Baalsanbetung ablehnen und nach einer Erneuerung ihres Bundesverhältnisses mit Jehova trachten.

Ein weiterer Blick auf das Drama

14 Folgende Worte erhellen den Zusammenhang zwischen Hoseas Eheangelegenheiten und Israels Verhältnis zu Jehova: „Jehova sprach weiter zu mir: ,Geh nochmals hin, liebe eine Frau, die von einem Gefährten geliebt wird und Ehebruch begeht‘ “ (Hosea 3:1). Hosea befolgte die Anweisung und kaufte Gomer von dem Mann zurück, mit dem sie zusammenlebte. Danach ermahnte Hosea seine Frau energisch: „Viele Tage lang wirst du als die Meine wohnen. Du sollst nicht Hurerei begehen, und du sollst keinem anderen Mann zu Eigen werden“ (Hosea 3:2, 3). Gomer fügte sich und Hosea nahm mit ihr wieder Ehebeziehungen auf. Wie traf dies auf die Handlungsweise Gottes mit Israel und Juda zu?

15 Während sich die Gefangenen aus Israel und Juda in Babylon aufhielten, redete Jehova ihnen durch seine Propheten zu Herzen. Damit er zu seinem Volk barmherzig sein konnte, musste es bereuen und ebenso zu seinem ehelichen Besitzer zurückkehren wie einst Gomer zu ihrem Mann. Dann würde Jehova seine zurechtgewiesene, mit einer Frau vergleichbare Nation aus der babylonischen „Wildnis“ nach Juda und Jerusalem zurückholen (Hosea 2:14, 15). Diese Prophezeiung erfüllte sich 537 v. u. Z.

16 Auch die folgende Prophezeiung erfüllte sich: „Für sie werde ich an jenem Tag gewiss einen Bund schließen in Verbindung mit dem wild lebenden Tier des Feldes und mit dem fliegenden Geschöpf der Himmel und dem Kriechtier des Erdbodens, und Bogen und Schwert und Krieg werde ich aus dem Land zerbrechen, und ich will sie in Sicherheit sich niederlegen lassen“ (Hosea 2:18). Der jüdische Überrest, der in sein Heimatland zurückkehrte, lebte in Sicherheit, ohne Furcht vor irgendwelchem Getier. Diese Prophezeiung erfüllte sich auch 1919, als der Überrest des geistigen Israel aus „Groß-Babylon“ befreit wurde, dem weltweiten Machtbereich der falschen Religion. Jetzt lebt der Überrest mit seinen Gefährten, denen Leben auf der Erde in Aussicht steht, in einem geistigen Paradies in Sicherheit. Tierhafte Wesenszüge gibt es unter diesen wahren Christen nicht (Offenbarung 14:8; Jesaja 11:6-9; Galater 6:16).

Eine Lehre daraus ziehen

17 Gott ist barmherzig und gnädig, und wir sollten es auch sein. Das ist eine Lehre aus den ersten Kapiteln von Hosea (Hosea 1:6, 7; 2:23). Gottes Bereitschaft, gegenüber reumütigen Israeliten barmherzig zu sein, steht im Einklang mit dem inspirierten Spruch: „Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben, doch dem, der sie bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erwiesen werden“ (Sprüche 28:13). Für reumütige Missetäter sind auch die Worte des Psalmisten beruhigend: „Ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten“ (Psalm 51:17).

18 Hoseas Prophezeiung betont das Mitgefühl und die Barmherzigkeit des Gottes, den wir anbeten. Selbst wenn jemand von Jehovas gerechten Wegen abweicht, kann er bereuen und umkehren. Wenn er das tut, heißt Jehova ihn willkommen. Er war barmherzig gegenüber reumütigen Angehörigen der Nation Israel, mit der er sinnbildlich einen Ehebund geschlossen hatte. Obwohl sie Jehova ungehorsam waren und ‘dem Heiligen Israels Schmerz bereiteten, war er barmherzig und gedachte ständig dessen, dass sie Fleisch waren’ (Psalm 78:38-41). Seine große Barmherzigkeit sollte uns dazu bewegen, weiterhin mit dem mitfühlenden Gott, Jehova, zu wandeln.

19 Obwohl in der Nation Israel Sünden wie Mord, Diebstahl und Ehebruch stark verbreitet waren, ‘redete er ihr zu Herzen’ (Hosea 2:14; 4:2). Auch uns sollte es innerlich berühren, wenn wir über Jehovas Barmherzigkeit und sein Mitgefühl nachdenken, und wir sollten uns dadurch noch stärker zu ihm hingezogen fühlen. Fragen wir uns daher: Wie kann ich Jehovas Barmherzigkeit und sein Mitgefühl im Umgang mit anderen besser nachahmen? Bin ich wie Gott bereit zu vergeben, wenn ein Mitchrist mich um Vergebung bittet? (Psalm 86:5).

20 Gott verleiht wahre Hoffnung. Er verhieß zum Beispiel: „Ich will ihr . . . die Tiefebene Achor als Eingang zur Hoffnung [geben]“ (Hosea 2:15). Jehovas Organisation, die für ihn wie eine Ehefrau ist, hatte damals die sichere Hoffnung, in ihrem Heimatland, wo die „Tiefebene Achor“ lag, wieder tätig zu werden. Die Erfüllung dieses Versprechens im Jahre 537 v. u. Z. liefert uns einen guten Grund, uns über die sichere Hoffnung zu freuen, die Jehova uns gibt.

21 Um weiterhin mit Gott wandeln zu können, müssen wir stets Erkenntnis über ihn in uns aufnehmen und danach leben. Erkenntnis über Jehova fehlte in Israel sehr (Hosea 4:1, 6). Einige schätzten die göttliche Belehrung jedoch überaus, handelten entsprechend und wurden sehr gesegnet. Hosea war einer von ihnen. Dazu gehörten auch die 7 000, die zur Zeit Elias ihr Knie nicht vor dem Baal gebeugt hatten (1. Könige 19:18; Römer 11:1-4). Unsere Dankbarkeit für die göttliche Unterweisung hilft uns, weiterhin mit Gott zu wandeln (Psalm 119:66; Jesaja 30:20, 21).

22 Jehova erwartet von Männern, die unter seinem Volk die Führung übernehmen, dass sie Abtrünnigkeit zurückweisen. In Hosea 5:1 wird jedoch gesagt: „Hört dies, o Priester, und gebt Acht, o Haus Israel, und ihr, o Haus des Königs, schenkt Gehör, denn mit euch hat das Gericht zu tun; denn ein Fallstrick seid ihr für Mizpa geworden und wie ein über Tabor ausgebreitetes Netz.“ Abtrünnige Führer waren ein Fallstrick und ein Netz für die Israeliten, weil sie sie zum Götzendienst verleiteten. Der Tabor und ein Ort namens Mizpa waren wahrscheinlich Hochburgen dieser falschen Anbetung.

23 Bisher hat uns Hoseas Prophezeiung gezeigt, dass Jehova ein barmherziger Gott ist, der denen Hoffnung und Segen schenkt, die ihr Leben nach seiner Anleitung ausrichten und Abtrünnigkeit zurückweisen. Wir wollen daher wie einst die reumütigen Israeliten Jehova suchen und uns bemühen, ihm stets zu gefallen (Hosea 5:15). Dann ernten wir Gutes und verspüren eine Art Freude und Frieden, die nur diejenigen kennen, die treu mit Gott wandeln (Psalm 100:2; Philipper 4:6, 7).

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |

Gottes Barmherzigkeit in Har-Magedon

WT 01.06.1976

EHEPROBLEME gibt es, seitdem Sünde und Bosheit auf der Erde regieren. Auch in Gottes Ehe mit dem Volk Israel gab es Schwierigkeiten.

2 Gott stellte durch die Verhältnisse in der Ehe seines Propheten Hosea die Verhältnisse in seiner Ehe mit Israel dar. Auf seinen Befehl hatte Hosea Gomer, die Tochter Diblajims, geheiratet. Diese Ehe versinnbildlichte die Ehe, die Jehova im Jahre 1513 v. u. Z. durch den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, mit dem Volk Israel eingegangen war. Nachdem König Salomo, der Sohn Davids, 997 v. u. Z. gestorben war, wurde die Nation Israel, die zu jener Zeit also schon lange mit Jehova vermählt war, in zwei Teile geteilt. Die beiden Stämme Juda und Benjamin blieben zusammen unter dem Königreich Juda. Die anderen zehn Stämme bildeten das Königreich Israel. Der erste König des Zehnstämmereiches war Jerobeam I., der Sohn Nebats, aus dem Stamm Ephraim. Unter diesem Jerobeam brach das Königreich Israel seinen Ehebund mit Jehova, indem es die Anbetung Jehovas in Jerusalem durch einen nationalen Götzenkult in Form der Verehrung von zwei goldenen Kälbern ersetzte, von denen eines in Dan und das andere in Bethel errichtet worden war. Auf diese Weise machte sich das Zehnstämmereich des Ehebruchs schuldig wie Gomer, die Frau des Propheten Hosea.

3 Wie entwickelten sich die Verhältnisse in Hoseas Ehe als Veranschaulichung der Verhältnisse in Jehovas Ehe mit der Zwölfstämmenation Israel, nachdem Gomer Hosea einen ehelichen Sohn, Jesreel genannt, geboren hatte? Hosea berichtet weiter: „Und sie wurde dann abermals schwanger und gebar eine Tochter. Und Er [Gott] sprach weiter zu ihm [zu Hosea]: ,Nenne ihren Namen Lo-Ruchama, denn ich werde dem Hause Israel nicht wieder Barmherzigkeit erweisen, weil ich sie [die Israeliten] wirklich hinwegnehmen werde. Aber dem Hause Juda werde ich Barmherzigkeit erweisen, und ich will sie [die Judäer] erretten durch Jehova, ihren Gott; aber ich werde sie nicht erretten durch Bogen oder durch Schwert oder durch Krieg oder durch Reiter‘ “ (Hos. 1:6, 7).

4 In diesem Fall sagt Hosea nicht, Gomer habe „ihm“ eine Tochter geboren. Es wird daher allgemein angenommen, daß diese Tochter, die Lo-Ruchama genannt wurde, ein ‘Kind der Hurerei’ war (Hos. 1:2). Der Ehebruch, dessen sich Hoseas Frau Gomer schuldig gemacht hatte, entsprach der Entwicklung der Verhältnisse in Jehovas Ehe mit der Nation Israel. Die Bedeutung des Namens, der der Tochter Gomers gegeben wurde, und der Grund, weshalb Jehova Hosea gebot, ihr diesen unschönen, ominösen Namen zu geben, sind von besonderer Wichtigkeit. Der Name der Tochter, Lo-Ruchama, bedeutet buchstäblich „Nichtbemitleidete“. Jehova gebrauchte diesen Namen prophetisch und richtete sich damit gegen die in geistigem Sinne ehebrecherische Zehnstämmenation Israel, deren König seinen Sitz in Jesreel hatte. Aus welchem Grund?

5 Die Christenheit sollte an der Beantwortung dieser Frage interessiert sein, denn der Name Lo-Ruchama ist heute von Bedeutung. Der Grund, den Jehova dafür angibt, paßt auf die heutige Christenheit: „Denn ich werde dem Hause Israel nicht wieder Barmherzigkeit erweisen“ (Hos. 1:6). Heute ist die Christenheit die Nichtbemitleidete, diejenige, der keine Barmherzigkeit erwiesen wird. Sie gibt zwar vor, durch den „neuen Bund“, der durch Jesus Christus als Mittler im Jahre 33 u. Z. geschlossen wurde, in einem ehelichen Verhältnis zu Jehova Gott zu stehen, macht sich aber wie das Zehnstämmereich Israel fortgesetzt des geistigen Ehebruchs schuldig (Jer. 31:31-34; Luk. 22:19, 20; Hebr. 8:6-12). Was war die Folge davon, daß Jehova dem in geistigem Sinne ehebrecherischen Zehnstämmereich Israel keine Barmherzigkeit mehr erwies? Es wurde im Jahre 740 v. u. Z., also weniger als hundert Jahre danach, vernichtet. Da Jehova auch der Christenheit, dem neuzeitlichen Gegenstück Israels, keine Barmherzigkeit mehr erweisen wird, wird sie in der bevorstehenden „großen Drangsal“, die in Har-Magedon ihren Höhepunkt erreicht, in ähnlicher Weise vernichtet (Matth. 24:21, 22).

6 Handelte Jehova ganz und gar mitleidlos, als er das Zehnstämmereich Israel aus dem Dasein auslöschte? Versagte er damals allen Stämmen der Nation, die am Berg Sinai durch den Gesetzesbund in ein eheliches Verhältnis zu ihm getreten war, seine Barmherzigkeit? Jehova beantwortet diese Fragen selbst mit den Worten: „Aber dem Hause Juda werde ich Barmherzigkeit erweisen, und ich will sie erretten durch Jehova, ihren Gott; aber ich werde sie nicht erretten durch Bogen oder durch Schwert oder durch Krieg, durch Rosse oder durch Reiter“ (Hos. 1:7).

7 Wir tun gut daran zu beachten, aus welch triftigem Grund Jehova beschloß, dem Zweistämmereich Juda und Jerusalem, seiner Hauptstadt, Barmherzigkeit zu erweisen. Der Grund für Jehovas Barmherzigkeit geht aus seinen Worten in Hosea 11:12 deutlich hervor: „Mit Lügen hat Ephraim mich umringt und mit Trug das Haus Israel [das durch den führenden Stamm Ephraim vertreten wurde]. Juda aber schweift noch umher bei Gott, und bei dem Heiligsten ist er vertrauenswürdig.“ Das Haus Juda ‘schweifte noch umher’ bei seinem Gott, bei Jehova, dem Heiligsten. Jehova war daher um seines Namens willen gezwungen, das Haus Juda zu retten. Darum sagte er: „Ich will sie erretten durch Jehova, ihren Gott.“

8 Jehova wollte das Haus Juda retten, wenn er das Zehnstämmereich hinwegnehmen und „die Königsherrschaft des Hauses Israel aufhören lassen“ würde. Um dies zu tun, müßte er gegen das assyrische Reich vorgehen. Assyrien war durch seine militärische Stärke damals Weltmacht geworden. Um das Haus Juda unter diesen Umständen ohne Kriegsbogen, ohne Schwert, ohne Krieg, ohne Kriegsrosse und ohne Reiter zu retten, würde er etwas Außergewöhnliches tun müssen.

Ein Hinweis auf Gottes Barmherzigkeit in Harmagedon

9 Im Jahre 740 v. u. Z. gebrauchte Jehova die assyrische Weltmacht als „Axt“, um das ehebrecherische, götzendienerische „Haus Israel“ gleichsam umzuhauen. Die Residenzstadt Jesreel wurde entvölkert, die Hauptstadt Samaria eingenommen, und die überlebenden Israeliten wurden gefangen weggeführt und in weit entfernten Provinzen Assyriens angesiedelt (Jes. 10:15). Dadurch geriet Jerusalem, die Stadt, in der König Hiskia aus dem königlichen Hause Davids über das Zweistämmereich Juda regierte, in eine gefährliche Lage. Acht Jahre später fielen die assyrischen Streitkräfte in das Land Juda ein und eroberten nach und nach seine Städte. Der assyrische König Sanherib verfügte über genügend Bogen, Schwerter und anderes Kriegsmaterial sowie über genügend Kriegsrosse und Reiter. Auf welche Weise würde Jehova nun dem Hause Juda Barmherzigkeit erweisen? Die Lage entwickelte sich so, daß sie für ihn zu einer Herausforderung wurde.

10 Als Sanherib die Stadt Libna belagerte, sandte er an König Hiskia, der in dem etwa 30 Kilometer entfernten Jerusalem residierte, ein gotteslästerliches Ultimatum. Jehova gab darauf seinem Propheten Jesaja eine Botschaft ein, die seinen Zorn zum Ausdruck brachte. Diese herausfordernde Botschaft sollte die Abordnung, die sich vor den Mauern Jerusalems aufgestellt hatte, dem höhnenden König Sanherib zurückbringen. Nachdem dieser die Warnungsbotschaft erhalten hatte, rettete Jehova Juda, um seinen Namen zu erhöhen.

11 „Und es begab sich in jener Nacht“, wird in 2. Könige 19:35-37 berichtet, „daß der Engel Jehovas dann auszog und hundertfünfundachtzigtausend im Lager der Assyrer niederschlug. Als man am Morgen früh aufstand, nun, da waren sie alle tot, Leichname. Daher zog Sanherib, der König von Assyrien, weg und ging und kehrte zurück, und er nahm Wohnsitz in Ninive. Und es begab sich, als er sich im Hause Nisrochs, seines Gottes, niederbeugte, daß ihn Adrammelech und Sarezer, seine eigenen Söhne, mit dem Schwerte niederschlugen, und sie selbst entrannen in das Land Ararat. Und Esar-Chaddon, sein Sohn, begann an seiner Statt zu regieren.“

12 War das nicht ein hervorragender Beweis der Barmherzigkeit Jehovas gegenüber dem Königreich Juda, das damals dem geistigen Ehebund, in dem es mit Jehova stand, treu war? Wir sehen darin heute einen tröstlichen Hinweis auf die Barmherzigkeit, die Jehova in dem bevorstehenden Krieg von Har-Magedon bekunden wird (Offb. 16:14, 16). Den ihn herausfordernden irdischen Streitkräften, die im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, Har-Magedon genannt, unter Satan, dem Teufel, gegen die treuen Zeugen Jehovas kämpfen werden, wird er keine Barmherzigkeit erweisen. Jehova wird seine treuen Zeugen auf der Erde retten, ohne daß sie zu Bogen, Schwertern, zu einer Kriegsmacht, zu Rossen, Reitern oder anderen Kampfmitteln Zuflucht nehmen müßten.

13 Es wird eine Zeit sein, in der Gott an den „Gefäßen des Zornes“ seinen Zorn kundtun und dem gesalbten Überrest der Miterben Christi, der im Vorbild durch das „Haus Juda“ dargestellt wurde, Barmherzigkeit erweisen wird (Röm. 9:22). Diese geistigen Israeliten werden dem neuen Bund, durch den Jehova mit seinem geistigen Israel vermählt ist, treu bleiben. Der Name Lo-Ruchama (Nichtbemitleidete) trifft nicht auf den Überrest der treuen geistigen Israeliten, sondern auf die Christenheit zu (Gal. 6:16; Jak. 1:1; Offb. 7:4-8). Sie werden „durch Jehova, ihren Gott“, gerettet. Sie werden am Leben bleiben.

14 Als König Sanherib damals Jerusalem bedrohte, erwies Jehova nicht nur dem „Hause Juda“ Barmherzigkeit. Auch Nichtjuden, bekannt als Rechabiter, wurde seine Barmherzigkeit zuteil. Die Rechabiter waren Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, des Keniters. Als König Jehu von Israel einst nach Samaria fuhr, um im Auftrag Jehovas den Baalskult auszurotten, lud er Jonadab ein mitzufahren, indem er sagte: „Geh doch mit mir und sieh, daß ich keine Rivalität gegenüber Jehova dulde“ (2. Kö. 10:15-27). Jonadab fuhr mit.

15 Als im Jahre 740 v. u. Z. Samaria fiel, blieben die Nachkommen des Rechabiters Jonadab am Leben. Sie überlebten auch Sanheribs Einfall in das Land Juda im Jahre 732 v. u. Z. Auch später, in den Tagen des Propheten Jeremia, lebten Rechabiter im Königreich Juda. Das war in den letzten Tagen Jerusalems, vor dessen Zerstörung durch die Babylonier im Jahre 607 v. u. Z. Jehova verhieß den Rechabitern wegen ihrer Treue seinen Schutz, so daß sie die Zerstörung Jerusalems überleben würden (Jer. 35:1-19). Wen stellten jene Empfänger der Barmherzigkeit Jehovas dar? Sie veranschaulichten die aus Anbetern Jehovas bestehende „große Volksmenge“, die heute mit dem gesalbten Überrest verbunden ist. Auch sie werden die bevorstehende „große Drangsal“ überleben, in der Hoffnung, schließlich in einem irdischen Paradies zu leben (Offb. 7:9-17).

„Nicht mein Volk“

16 Wir müssen uns schon jetzt, noch vor dem Beginn der unmittelbar bevorstehenden „großen Drangsal“, Jehovas Barmherzigkeit zunutze machen. Denken wir daran, daß der Christenheit in dieser Drangsal keine Barmherzigkeit erwiesen wird! Wir sollten uns daher von ihr trennen. Es wird in jener Zeit deutlich zu erkennen sein, daß sie nicht zu Jehovas Volk gehört und deshalb verworfen worden ist. Das bedeutet für sie Vernichtung. Sie ist die Lo-Ruchama (die Nichtbemitleidete) von heute (Hos. 1:6). Ihre vollständige Verwerfung wurde durch die weitere Entwicklung der Verhältnisse in der Ehe des Propheten Hosea veranschaulicht. Hosea sagt von seiner Frau Gomer: „Und sie entwöhnte Lo-Ruchama nach und nach, und sie wurde dann schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach Er [Jehova]: ,Nenne seinen Namen Lo-Ammi, denn ihr seid nicht mein Volk, und ich selbst werde mich nicht als der Eure erweisen‘ “ (Hos. 1:8, 9). Mit diesen Worten endet in jüdischen Bibelübersetzungen und in Ausgaben der griechischen Septuaginta das erste Kapitel des prophetischen Buches Hosea.

17 Der zweite Sohn Gomers, der Frau Hoseas, war, wie angenommen wird, ebenfalls kein Sohn Hoseas, sondern ein ‘Kind der Hurerei’ Gomers. Hosea sagt nicht, daß Gomer diesen zweiten Sohn ihm geboren habe. Jehova hatte also guten Grund, den Knaben Lo-Ammi nennen zu lassen, denn dieser Name bedeutet „Nicht mein Volk“, und seine Bedeutung war prophetisch. Jehova erklärte selbst, weshalb er dem Knaben diesen ominösen Namen gab, indem er an das Zehnstämmereich, das „Haus Israel“, die Worte richtete: „Denn ihr seid nicht mein Volk, und ich selbst werde mich nicht als der Eure erweisen.“ Mit diesen Worten erklärte Jehova, daß er nicht mehr der himmlische Ehegemahl des bundbrüchigen „Hauses Israel“ war.

18 Jehova gab deutlich zu erkennen, daß er nicht mehr der Gott und der geistige Ehegemahl des abtrünnigen „Hauses Israel“ war, als er im Jahre 740 v. u. Z. zuließ, daß Samaria, die Hauptstadt Israels, von den Assyrern eingenommen wurde. Das „Haus Israel“ war also nicht mehr sein Volk; es war, wie er sagte, „Lo-Ammi“ oder „Nicht mein Volk“. Wie eine durch Scheidung entlassene Frau ging dieses Volk nach Assyrien in die Gefangenschaft. Das in geistigem Sinne ehebrecherische „Haus Israel“ hatte die Gelegenheit, durch den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, für Jehova ein „Königreich von Priestern“ zu werden, verschmäht (2. Mose 19:5, 6).

19 Jehovas „neuer Bund“, dessen Mittler Jesus Christus, der größere Moses, ist, dient einem ähnlichen Zweck. Dieser Zweck wird nicht durch die Christenheit, das neuzeitliche Gegenstück Israels, erfüllt. Sie hat versucht, im gegenwärtigen System der Dinge auf der Erde zu regieren, indem sie sich mit den politischen Herrschern dieser Welt verbündet hat. Jesus Christus wird sie wissen lassen, daß sie keine Aussicht hat, an seinem Erbe im himmlischen Königreich teilzuhaben, wenn sich seine Worte erfüllen: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ,Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weichet von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matth. 7:21-23).

Einzelne können auf Gottes Barmherzigkeit hoffen

20 Das Zehnstämmereich Israel, das Vorbild der Christenheit, wurde in dem ihm einst von Gott gegebenen Land im Nahen Osten nie mehr aufgerichtet. Einzelne Angehörige dieses verworfenen „Hauses Israel“ sollten jedoch Gelegenheit erhalten, sich Jehovas Barmherzigkeit zunutze zu machen, zu ihm umzukehren und schließlich wieder zu seinem anerkannten Volk zu gehören. Dieses Vorrecht sollten sie nach dem Sturz der babylonischen Weltmacht, die Assyrien ablösen würde, erhalten. Cyrus, der Eroberer, würde dann die gefangenen Anbeter des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs freilassen. Jehova wies auf dieses Ereignis hin, indem er durch seinen Propheten Hosea weiter sagte:

21 „Und die Zahl der Söhne Israels soll wie die Sandkörner des Meeres werden, die nicht gemessen oder gezählt werden können. Und es soll geschehen, daß an dem Ort, an dem zu ihnen jeweils gesagt wurde: ,Ihr seid nicht mein Volk‘, zu ihnen gesagt werden wird: ,Die Söhne des lebendigen Gottes.‘ Und die Söhne Judas und die Söhne Israels werden gewißlich zu einer Einheit zusammengebracht werden und werden in der Tat e i n Haupt für sich einsetzen und aus dem Lande heraufziehen; denn groß wird der Tag von Jesreel [Gott wird säen] sein“ (Hos. 1:10, 11).

22 Diese auf Barmherzigkeit hinweisende Prophezeiung erfüllte sich im Vorbild im Jahre 537 v. u. Z., als der Eroberer Babylons, der Perser Cyrus, einen gottesfürchtigen Überrest der „Söhne Israels“ und der „Söhne Judas“ „aus dem Lande heraufziehen“ ließ, in dem sie von Babylon gefangengehalten worden waren. Auf den Befehl des Cyrus, des Knechtes Jehovas, zogen sie als eine Einheit aus, um Jehovas Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen (2. Chron. 36:20-23; Esra 1:1-11). In ihrem eigenen Land konnten sie sich dann wieder zahllos vermehren wie die Sandkörner am Ufer des Meeres, die nicht gemessen oder gezählt werden können. Auf diese Weise würde ‘der Tag von Jesreel groß sein’. In diesem Fall sollte sich die Bedeutung des Namens Jesreel, „Gott wird säen“, in günstigem Sinne erfüllen. Gott würde die Söhne seines Volkes wie Samen säen, indem er sie vermehren würde.

23 Jehova würde die Israeliten also nicht mehr Lo-Ammi oder „Nicht mein Volk“ nennen. In der Erfüllung im Vorbild sollten sie „die Söhne des lebendigen Gottes“ genannt werden. Wie sich dies im Gegenbild im Bereich des Christentums erfüllte, beschreibt der Apostel Paulus in Römer 9:25, 26 und der Apostel Petrus in 1. Petrus 2:9, 10. Nachdem die natürlichen Söhne Israels im Jahre 33 u. Z. Jesus als den Messias verworfen hatten, waren sie nicht mehr Jehovas Volk. Jehova hob den Gesetzesbund, durch den er mit der Zwölfstämmenation Israel seit den Tagen des Moses vermählt gewesen war, auf. In seiner Barmherzigkeit nahm er aber einen Überrest dieser Nation in den neuen Bund auf, dessen Mittler sein Sohn, Jesus, der Messias, war. Auf diese Weise gründete er eine neue Nation, ein geistiges Israel (Gal. 6:16; Jak. 1:1; Röm. 2:28, 29; Offb. 7:4-8).

24 Leider wurden nicht genügend natürliche Israeliten Christen, um den ganzen „Samen Abrahams“ zu bilden, durch den alle Nationen der Erde gesegnet werden sollen. Daher wandte sich Jehova Personen zu, die nie sein Volk, die Lo-Ammi, „Nicht mein Volk“, gewesen waren. Vom Jahre 36 u. Z. an gab er solchen nichtisraelitischen Gläubigen Gelegenheit, unter dem neuen Bund Glieder des geistigen Israel zu werden. Sie wurden zu einem Teil des „Samens Abrahams“ gemacht, der wie die Sandkörner am Ufer des Meeres werden sollte (Gal. 3:8-29; 1. Mose 22:18).

25 Das „e i n e Haupt“, das die „zusammengebrachten“ geistigen Israeliten ‘für sich eingesetzt haben’, ist Jesus Christus, der jetzt regierende König. Durch ihn, den größeren Cyrus, wurde der reumütige Überrest nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1919, aus der Macht Groß-Babylons befreit. Durch diesen Überrest wurde Jehovas reine Anbetung auf der Erde wiederhergestellt. Jehova machte diese befreiten geistigen Israeliten zu „Söhnen des lebendigen Gottes“. Sie hoffen zufolge seiner Barmherzigkeit, in dem herannahenden „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, Har-Magedon genannt, gerettet zu werden, ja ihn zu überleben und dann dabeizusein, wenn Gottes neue Ordnung beginnt. Auch die „große Volksmenge“, die ebenfalls Jehova anbetet, hofft, wie einst die Rechabiter aus Gottes Barmherzigkeit Nutzen zu ziehen und zusammen mit dem Überrest am Leben zu bleiben.

26 Hoffen wir selbst, Jehovas Barmherzigkeit zu erfahren? Wenn ja, dann müssen wir die Christenheit als das erkennen, was sie ist: als eine geistige Hure. Sie hat sich mit babylonischer Religion befleckt und sich so zu einem Teil Groß-Babylons gemacht. Sie wird deshalb in der bevorstehenden „großen Drangsal“ zusammen mit diesem Weltreich der falschen Religion vernichtet werden. Wir möchten nicht zu ihren „Kindern der Hurerei“ gehören. Als Empfänger der Barmherzigkeit Jehovas tun wir nun das, was er uns gebietet:

27 „Sprecht zu euren Brüdern: ,Mein Volk!‘ und zu euren Schwestern: ,O Weib, dem Barmherzigkeit erwiesen worden ist [hebräisch: O Ruchama]!‘ Führt einen Rechtsfall mit eurer Mutter; führt einen Rechtsfall, denn sie ist nicht mein Weib, und ich bin nicht ihr Mann. Und sie sollte ihre Hurerei von sich wegtun und ihre Taten des Ehebruchs zwischen ihren Brüsten hinweg, damit ich sie nicht nackt ausziehe und sie tatsächlich hinstelle wie am Tag ihrer Geburt und sie wirklich einer Wildnis gleichmache und sie gleich einem wasserlosen Land hinlege und sie durch Durst zu Tode bringe. Und ihren Söhnen werde ich nicht Barmherzigkeit erweisen, denn sie sind die Söhne der Hurerei. Denn ihre Mutter hat Hurerei begangen. Sie, die schwanger war mit ihnen, hat schändlich gehandelt, denn sie hat gesagt: ,Ich will denen nachgehen, die mich leidenschaftlich lieben, denen, die mir mein Brot und mein Wasser, meine Wolle und mein Linnen, mein Öl und mein Getränk geben‘ “ (Hos. 2:1-5).

28 Wir wollen deshalb Jehova, den himmlischen Ehegemahl, gehorsam unterstützen, während er seinen Rechtsfall mit der Christenheit führt, die heuchlerisch behauptet, mit ihm in einem Ehebund zu stehen. Wir wollen vor dem höchsten Gericht des Universums darauf hinweisen, daß die Christenheit sich der geistigen Hurerei, des geistigen Ehebruchs, schuldig gemacht hat, indem sie ein Freund der Welt geworden ist (Jak. 4:4). Sie ist führenden, einflußreichen und wohlhabenden Weltlingen nachgegangen, um sich von diesen ihre selbstsüchtigen, materialistischen Wünsche erfüllen zu lassen. Trotz der göttlichen Warnung weigert sie sich hartnäckig, ‘ihre Hurerei von sich wegzutun und ihre Taten des Ehebruchs zwischen ihren Brüsten hinweg’. Ihre religiösen Kinder, ihre Kirchenmitglieder, sind „Söhne der [geistigen] Hurerei“. Wir sind voll und ganz damit einverstanden, daß Jehova sie in der „großen Drangsal“ vernichten läßt.

29 Wir sollten uns mit der Gruppe von Menschen brüderlich verbunden fühlen, die wir nach der Bibel als Jehovas Volk erkennen, von dem er sagt: „Mein Volk!“ Wir sollten uns wie durch Familienbande, so als ob wir Schwestern wären, mit der gereinigten, treuen und wahrhaftigen Organisation verbunden fühlen, der Jehova in der „Zeit des Endes“ der gegenwärtigen Welt, vor der bevorstehenden „großen Drangsal“, Barmherzigkeit erwiesen hat (Matth. 24:21, 22; Offb. 7:14). Wir sollten sie als die neuzeitliche Ruchama erkennen und zu ihr sagen: „O Weib, dem Barmherzigkeit erwiesen worden ist!“ (Hos. 2:1). Wenn wir dies aufrichtig tun, dürfen wir hoffen, daß Jehova auch uns gegenüber barmherzig ist, wenn er denen, die er für würdig hält, in dem „Krieg des großen Tages Gottes“, „an dem Ort, der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird“, Barmherzigkeit erweist (Offb. 16:14, 16).
Zürcher Bibel, Fußnote.

Jule | 07.07.11 | Hosea, Nachforschungen zum Bibellesen | No Comments |