David und Bathseba

*** w10 1. 5. S. 30 Wenn ein „gebrochenes und zerschlagenes Herz“ auf Vergebung hofft ***

Wie man Gott näherkommt
Wenn ein „gebrochenes und zerschlagenes Herz“ auf Vergebung hofft
2. SAMUEL 12:1-14

WIR alle machen oft Fehler. Und manchmal fragen wir uns vielleicht: Hört mich Gott denn an, wenn ich ihm sage, wie traurig ich darüber bin? Wird er mir wohl vergeben? Die Bibel gibt uns da eine klare Antwort, die uns Mut macht: Obwohl Jehova Sünde niemals gutheißt, ist er gern bereit, jemand zu vergeben, wenn es ihm von Herzen leidtut. Ein klassisches Beispiel dafür ist der altisraelitische König David. Eine Episode aus seinem Leben kann man in 2. Samuel, Kapitel 12 nachlesen.

David hat sich Schlimmes zuschulden kommen lassen. Er beging Ehebruch mit Bathseba. Und als alle Versuche, seine Sünde zu vertuschen, missglücken, lässt er auch noch ihren Mann umbringen. David tut dann einige Monate lang so, als sei nichts gewesen. Doch Jehova hat alles gesehen. Er sieht aber auch, dass bei David noch Hoffnung auf Reue besteht (Sprüche 17:3). Was macht Jehova daraufhin?

Er schickt den Propheten Nathan zu David (Vers  1). Nathan, von heiligem Geist geleitet, geht beim König mit großem Fingerspitzengefühl vor, denn er weiß, dass er seine Worte sorgfältig wählen muss. Wie kann er David nur die Augen öffnen, damit er sich nicht weiter etwas vormacht und ihm wirklich aufgeht, was er Schlimmes angerichtet hat?

Nathan will David nicht gleich in die Defensive drängen und erzählt ihm eine Geschichte, mit der er das Herz des ehemaligen Hirten bestimmt erreichen wird. Sie handelt von zwei Männern, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte „viele Schafe und Rinder“, der Arme jedoch nur „ein einziges weibliches Lamm“. Eines Tages bekommt der Reiche jemand zu Besuch und möchte ihn bewirten. Anstatt jedoch ein eigenes Schaf zu schlachten, nimmt er das einzige Lamm des Armen. David, der denkt, dass die Geschichte wahr ist, wird wütend und platzt heraus: „Der Mann, der dies tut, verdient zu sterben!“ Warum? Weil er, wie David sagt, „kein Mitleid gehabt hat“ (Vers 2-6).

Nathans Geschichte hat ihren Zweck erfüllt. David hat im Grunde genommen gerade sein eigenes Urteil gesprochen. Nathan redet jetzt Klartext: „Du selbst bist der Mann!“ (Vers 7). Da Nathan stellvertretend für Gott spricht, empfindet Jehova offensichtlich so, als hätte David ihm das Ganze angetan. Dass David Gottes Gesetze brach, war ein Zeichen der Respektlosigkeit gegenüber dem, der sie erlassen hatte. Deshalb sagt Gott jetzt: „Du [hast] mich verachtet“ (Vers 10). Die scharfe Zurechtweisung trifft David bis ins Mark und er gibt zu: „Ich habe gegen Jehova gesündigt.“ Nathan beruhigt ihn, Jehova werde ihm vergeben, allerdings müsse David mit den Folgen leben (Vers 13, 14).

Nachdem Davids Sünden ans Licht gekommen waren, schrieb er auf, was wir heute in Psalm 51 lesen können. Hier schüttete er sein Herz aus, und man kann klar erkennen, wie unendlich leid es ihm tat, dass er durch seine Sünden Jehova verachtet hatte. Als er jetzt jedoch zu spüren bekam, wie gut es tut, wenn Gott einem vergibt, sagte der völlig zerknirschte König zu Jehova: „Ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten“ (Psalm 51:17). Was könnte jemand, der seine Fehler ehrlich bereut und auf Jehovas Vergebung hofft, wohl mehr aufbauen als diese schönen Worte?

[Fußnote]
Einem Gast Lamm vorzusetzen war ein Ausdruck der Gastfreundschaft. Aber ein Lamm zu stehlen war ein Verbrechen und das Tier musste zur Strafe vierfach ersetzt werden (2. Mose 22:1). David fand es äußerst herzlos, dass der Reiche dem Armen das Lamm weggenommen hatte. Dadurch hatte dessen Familie keine Milch und Wolle mehr und dazu noch den Grundstock für eine neue Herde verloren.

Jule | 04.09.11 | biblische Personen, David |

4 Comments »

  1. WT 15.07.2007

    Sie sündigten nicht gegen den Geist

    11 Gelegentlich ist jemand, der seine schwere Sünde bekannt und von Versammlungsältesten Hilfe erhalten hat, immer noch sehr beunruhigt wegen seiner früheren Übertretungen des Gesetzes Gottes (Jakobus 5:14). Wem es so ergeht, für den ist es wahrscheinlich nützlich, das zu betrachten, was die Bibel über Sünder sagt, denen vergeben wurde.

    12 König David sündigte schwer in der Sache mit Bathseba, der Frau Urias. Von seinem Dach aus sah er, wie sich in der Nähe die schöne Frau badete. Danach ließ er sie in den Palast bringen und hatte intime Beziehungen mit ihr. Als er später erfuhr, dass sie schwanger war, versuchte er es zu arrangieren, dass ihr Mann Uria mit ihr zusammen war und dass dadurch der Ehebruch vertuscht werden könnte. Nachdem der Versuch gescheitert war, gab der König Anweisungen, die unweigerlich zum Tod Urias in einer Schlacht führten. Danach wurde Bathseba Davids Frau und bekam ein Kind, das aber nach der Geburt starb (2. Samuel 11:1-27).

    13 Jehova nahm sich der Sache mit David und Bathseba an. Er vergab David, weil er wohl seine Reue sah und auch den Königreichsbund berücksichtigte (2. Samuel 7:11-16; 12:7-14). Bathseba muss reumütig gewesen sein, denn sie durfte später die Mutter von König Salomo werden und eine Vorfahrin Jesu Christi (Matthäus 1:1, 6, 16). Wenn jemand gesündigt hat, sollte er berücksichtigen, dass Jehova auf eine reumütige Einstellung achtet.

    Kommentar — 9. April 2011 @ 22:32

  2. WT 01.08.2006

    Als es an Gottesfurcht fehlte

    In noch einem weiteren Fall ließ David es zeitweilig an Gottesfurcht fehlen. Er begann ein Verhältnis mit Bathseba, der Frau Urias. David wusste sehr wohl, dass er nicht die Frau eines anderen begehren, geschweige denn mit ihr Ehebruch begehen durfte (2. Mose 20:14, 17). Das Problem trat auf, als David Bathseba beim Baden erblickte. Die richtige Art der Gottesfurcht hätte David sofort bewogen, wegzusehen und nicht weiter darüber nachzudenken. Stattdessen sah David Bathseba fortwährend an, bis seine Leidenschaft stärker war als seine Gottesfurcht (Matthäus 5:28; 2. Samuel 11:1-4). David verlor aus den Augen, wie nahe ihm Jehova allezeit gewesen war (Psalm 139:1-7).

    16 Aus Davids Verhältnis mit Bathseba ging ein Sohn hervor. Kurz darauf sandte Jehova seinen Propheten Nathan zu David, um die Sünde aufzudecken. Nachdem David wieder zur Vernunft gekommen war, erlangte er seine Gottesfurcht zurück und bereute. Er flehte Jehova an, ihn nicht wegzuwerfen oder ihm den heiligen Geist zu entziehen (Psalm 51:7, 11). Jehova vergab David und minderte das Strafmaß, doch bewahrte er ihn nicht vor allen tragischen Folgen seiner Handlungen. Davids Sohn starb, und von nun an kam Schmerz und Leid über seine Familie. Welch ein hoher Preis für ein zeitweiliges Fehlen der Gottesfurcht! (2. Samuel 12:10-14; 13:10-14; 15:14).

    17 Heute kann es ebenfalls schwere, langfristige Folgen haben, Gott auf sittlichem Gebiet nicht zu fürchten. Man stelle sich den Schmerz einer jungen Frau vor, die erfuhr, dass ihr Mann ihr untreu war, als er sich im Ausland aufhielt. Niedergebeugt von Schock und Trauer, verbarg sie ihr Gesicht in den Händen und brach in Tränen aus. Wie lange wird es wohl dauern, bis ihr Mann ihr Vertrauen und ihre Achtung wiedergewonnen haben wird? Tragische Folgen wie diese können durch echte Gottesfurcht vermieden werden (1. Korinther 6:18).

    Kommentar — 9. April 2011 @ 22:33

  3. Geschichtenbuch

    Geschichte 62
    Probleme in Davids Familie

    WÄHREND David in Jerusalem regiert, hilft Jehova seiner Armee oft, die Feinde zu besiegen. Jehova hatte den Israeliten ja das Land Kanaan versprochen. Und jetzt bekommen sie endlich mit Jehovas Hilfe das ganze Land, das er ihnen versprochen hat.
    David ist ein guter Herrscher. Er liebt Jehova. Gleich nachdem er Jerusalem erobert hat, bringt er die Bundeslade dorthin. Er möchte auch einen Tempel bauen, wo sie dann stehen soll.

    Als David älter wird, macht er allerdings einen schlimmen Fehler. Eigentlich weiß er, dass es verkehrt ist, sich etwas zu nehmen, was jemand anders gehört. Aber dann sieht er eines Abends vom Dach seines Palasts aus eine sehr schöne Frau. Sie heißt Bathseba. Ihr Mann ist ein Soldat und heißt Uria.

    David möchte Bathseba unbedingt haben. Deswegen lässt er sie in seinen Palast holen. Ihr Mann ist gerade im Krieg. David schläft mit ihr und bald merkt sie, dass sie ein Baby bekommen wird. David ist verzweifelt. Er schickt seinem Truppenführer Joab eine Nachricht. Joab soll Uria an die vorderste Kampflinie stellen, damit er umkommt. Als Uria tot ist, heiratet David Bathseba.

    Jehova ist sehr böse auf David. Er schickt seinen Diener Nathan zu ihm. Nathan soll mit David reden und ihm seine Sünden klar machen. Das siehst du hier auf dem Bild. David ist tieftraurig. Es tut ihm alles furchtbar Leid und deswegen muss er nicht sterben. Aber Jehova sagt: »Weil du so etwas Schlimmes getan hast, wirst du viele Probleme in deiner Familie haben.« Und was für Probleme David bekommt!

    Erst stirbt der Sohn von Bathseba. Dann ist Davids ältester Sohn Amnon einmal mit seiner Schwester Tamar alleine und zwingt sie, mit ihm zu schlafen. Davids Sohn Absalom ist darüber so wütend, dass er Amnon umbringt. Später zieht Absalom viele Israeliten auf seine Seite und lässt sich selber zum König machen. David gewinnt den Krieg gegen seinen eigenen Sohn, denn Absalom wird getötet. Ja, David hat viele Probleme.

    In der Zwischenzeit hat Bathseba wieder einen Sohn bekommen. Er heißt Salomo. Als David alt und krank ist, will sich sein Sohn Adonia selber zum König machen. David fordert aber den Priester Zadok auf, Salomo Öl auf den Kopf zu gießen. Das bedeutet, dass Salomo König werden soll. Bald danach stirbt David. Er ist 70 Jahre alt geworden und hat 40 Jahre lang regiert. Jetzt ist Salomo der König von Israel.

    2. Samuel 11:1-27; 12:1-18; 1. Könige 1:1-48

    Kommentar — 9. April 2011 @ 22:38

  4. 01.04.2004

    „Hört auf Zucht“

    10 Jahre vergingen. David wurde ein beliebter und herausragender König. Er war sein Leben lang so treu gewesen und hatte so viele schöne Psalmen zum Lobpreis Jehovas geschrieben, dass man leicht hätte denken können, jemand wie er würde nie schwer sündigen. Aber genau das passiert. Eines Tages sieht der König vom Flachdach seines Hauses aus einer schönen Frau beim Baden zu. Er erkundigt sich nach ihr und erfährt, dass es sich um Bathseba handelt, deren Mann Uria im Krieg ist. Darauf lässt David sie zu sich kommen und schläft mit ihr. Später lässt sie ihm sagen, dass sie schwanger ist. Wenn das herauskäme, würde es einen Riesenskandal geben! Auf Ehebruch steht nach dem Gesetz Mose die Todesstrafe. Offenbar denkt der König, die Sünde ließe sich vertuschen. Er schickt Boten zu seinem Heer mit dem Befehl, Uria solle nach Jerusalem zurückkommen. David hofft, Uria werde die Nacht bei Bathseba verbringen. Aber das tut er nicht. Jetzt weiß David nicht mehr aus noch ein und schickt deshalb Uria mit einem Brief an Joab, den Heerobersten, zurück in den Krieg. Darin befiehlt er Joab, Uria in der Schlacht so einzusetzen, dass er mit Sicherheit umkommt. Joab gehorcht, und Uria wird getötet. Als die Trauerzeit Bathsebas vorbei ist, nimmt David sie zur Frau (2. Samuel 11:1-27).

    11 Davids Plan scheint aufgegangen zu sein. Aber eigentlich müsste er wissen, dass Jehova die ganze Sache nicht verborgen geblieben sein kann (Hebräer 4:13). Monate vergehen, und das Kind kommt zur Welt. Jetzt schickt Gott den Propheten Nathan zu David. Nathan schildert dem König einen Fall, bei dem ein reicher Mann, der viele eigene Schafe hatte, einem armen Mann sein einziges, lieb gewonnenes Schaf wegnahm und es schlachtete. Davids Gerechtigkeitsempfinden schlägt bei der Geschichte sofort an, aber er ahnt nichts von ihrem Hintersinn. Schnell ist David mit einem Urteil gegen den reichen Mann bei der Hand. Zornig sagt er zu Nathan: „So wahr Jehova lebt, der Mann, der dies tut, verdient zu sterben!“ (2. Samuel 12:1-6).

    12 „Du selbst bist der Mann!“, erwidert Nathan. David hat sich selbst gerichtet. Davids Zorn schlägt zweifellos in tiefe Scham und großen Schmerz um. Fassungslos hört er, wie Nathan das unausweichliche Urteil Jehovas verkündet. Trost oder Zuspruch hat er nicht für den König. David hat das Wort Jehovas verachtet, indem er etwas sehr Böses getan hat. Dafür, dass er Uria mit dem Schwert des Feindes getötet hat, wird nun das Schwert nicht mehr von seinem eigenen Haus weichen. Und dafür, dass er sich heimlich die Frau Urias genommen hat, wird ihm etwas Ähnliches widerfahren — aber in aller Öffentlichkeit! (2. Samuel 12:7-12).

    13 Man muss David zugute halten, dass er seine Schuld nicht abstritt. Er wurde nicht auf den Propheten Nathan wütend. Und er versuchte nicht, die Schuld auf andere abzuwälzen oder sein Verhalten irgendwie zu rechtfertigen. Mit seinen Sünden konfrontiert, übernahm David die volle Verantwortung, indem er sagte: „Ich habe gegen Jehova gesündigt“ (2. Samuel 12:13). Psalm 51 verrät, wie sehr ihn seine Schuld bedrückte und dass er von Herzen bereute. Er bat Jehova inständig: „Wirf mich nicht weg von deinem Angesicht; und deinen heiligen Geist o nimm nicht weg von mir.“ Er war davon überzeugt, dass Jehova in seiner Barmherzigkeit ein „gebrochenes und zerschlagenes Herz“, voll Reue über die Sünde, nicht verachten würde (Psalm 51:11, 17). David verließ sich auch weiter auf Gottes Geist. Und Jehova vergab ihm, auch wenn er ihm die schmerzlichen Folgen seiner Sünde nicht ersparte.

    14 Wir alle sind unvollkommen, und wir alle sündigen (Römer 3:23). Es kann vorkommen, dass wir wie David eine schwere Sünde begehen. Wie ein liebevoller Vater, der seine Kinder in Zucht nimmt, erzieht Jehova alle, die ihm gern dienen wollen. Allerdings fällt es nicht leicht, Zucht anzunehmen, so nützlich sie auch ist. Es kann sogar sehr „betrüblich“ sein (Hebräer 12:6, 11). Aber wenn wir ‘auf Zucht hören’, können wir wieder mit Jehova versöhnt werden (Sprüche 8:33). Damit uns Jehova weiter seinen Geist geben und uns segnen kann, müssen wir uns zurechtweisen lassen und uns anstrengen, vor ihm als bewährt dazustehen.

    Kommentar — 9. April 2011 @ 22:40

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