Jesaja 43 – 45
Kapitel 43
43 Und nun, dies ist, was Jehova, dein Schöpfer, gesprochen hat, o Jakob, und dein Bildner, o Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich zurückgekauft. Ich habe [dich] bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. 2 Falls du durch Gewässer ziehen solltest, will ich mit dir sein, und durch die Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Falls du durchs Feuer schreiten solltest, wirst du nicht versengt werden, noch wird dich die Flamme ansengen. 3 Denn ich bin Jehova, dein Gott, der Heilige Israels, dein RETTER. Ich habe Ägypten als Lösegeld für dich gegeben, Äthiopien und Sẹba an deiner Statt. 4 Der Tatsache zufolge, daß du kostbar gewesen bist in meinen Augen, bist du als ehrenwert betrachtet worden, und ich selbst habe dich geliebt. Und ich werde Menschen statt deiner geben und Völkerschaften statt deiner Seele.
5 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Vom Sonnenaufgang her werde ich deinen Samen bringen, und vom Sonnenuntergang her werde ich dich sammeln. 6 Ich werde zum Norden sprechen: ‚Gib her!‘ und zum Süden: ‚Halte nicht zurück. Bringe meine Söhne von fern her und meine Töchter vom äußersten Ende der Erde, 7 jeden, der nach meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner eigenen Herrlichkeit erschaffen habe, den ich gebildet, ja den ich gemacht habe.‘
8 Führe heraus ein Volk, [das] blind [ist], obwohl doch Augen da sind, und die, die taub sind, obwohl sie Ohren haben. 9 Mögen die Nationen alle an e i n e n Ort zusammengebracht werden, und mögen Völkerschaften versammelt werden. Wer ist unter ihnen, der dies mitteilen kann? Oder können sie uns gar die ersten Dinge hören lassen? Laßt sie ihre Zeugen stellen, damit sie gerechtgesprochen werden mögen, oder laßt sie hören und sagen: ‚Es ist die Wahrheit!‘ “
10 „Ihr seid meine Zeugen“, ist der Ausspruch Jehovas, „ja mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und an mich glaubt und damit ihr versteht, daß ich derselbe bin. Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir war weiterhin keiner. 11 Ich — ich bin Jehova, und außer mir gibt es keinen Retter.“
12 „Ich selbst habe [es] verkündet und habe gerettet und habe [es] hören lassen, als kein fremder [Gott] unter euch war. Und ihr seid meine Zeugen“, ist der Ausspruch Jehovas, „und ich bin Gott. 13 Auch bin ich die ganze Zeit derselbe; und es gibt keinen, der Befreiung aus meiner eigenen Hand bewirkt. Ich werde handeln, und wer kann sie abwenden?“
14 Dies ist, was Jehova, euer Rückkäufer, der Heilige Israels, gesprochen hat: „Um euretwillen will ich nach Babylon senden und die Riegel der Gefängnisse herunterkommen lassen und die Chaldạ̈er in den Schiffen mit wimmernden Rufen von ihrer Seite. 15 Ich bin Jehova, euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König.“
16 Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der selbst durch das Meer einen Weg macht und einen Pfad sogar durch starke Wasser, 17 der den Kriegswagen und das Roß herausführt, die Streitmacht und die Starken zur selben Zeit: „Sie werden daliegen, sie werden nicht aufstehen. Sie werden bestimmt ausgelöscht werden. Wie ein Flachsdocht[licht] sollen sie ausgemacht werden.“
18 „Gedenkt nicht der ersten Dinge, und den früheren Dingen schenkt nicht eure Beachtung. 19 Siehe! Ich tue etwas Neues. Jetzt wird es aufsprießen. Werdet ihr es nicht erkennen? In der Tat, durch die Wildnis werde ich einen Weg legen, durch die Wüste Ströme. 20 Das wildlebende Tier des Feldes wird mich verherrlichen, die Schakale und die Strauße; denn ich werde auch in der Wildnis Wasser gegeben haben, Ströme in der Wüste, um mein Volk, mein auserwähltes, trinken zu lassen, 21 das Volk, das ich mir gebildet habe, damit es meinen Lobpreis erzählt.
22 Aber du hast selbst mich nicht angerufen, o Jakob, weil du meiner müde geworden bist, o Israel. 23 Du hast mir nicht die Schafe deiner Ganzbrandopfer gebracht, und mit deinen Schlachtopfern hast du mich nicht verherrlicht. Ich habe dich nicht genötigt, mir mit einer Gabe zu dienen, noch habe ich dich mit duftendem Harz ermüdet. 24 Für mich hast du kein [Würz]rohr mit Geld gekauft; und mit dem Fett deiner Schlachtopfer hast du mich nicht gesättigt. Ja, du hast mich wegen deiner Sünden zu dienen genötigt; du hast mich ermüdet mit deinen Vergehungen.
25 Ich — ich bin es, der deine Übertretungen austilgt um meinetwillen, und deiner Sünden werde ich nicht gedenken. 26 Erinnere mich; laßt uns miteinander ins Gericht gehen; erzähl deinen eigenen Bericht, damit du recht bekommst. 27 Dein eigener Vater, der erste, hat gesündigt, und deine Wortführer, sie haben sich gegen mich vergangen. 28 So werde ich die Fürsten der heiligen Stätte entweihen, und preisgeben will ich Jakob als einen der Vernichtung Geweihten und Israel den Schimpfworten.
Kapitel 44
44 Und nun höre, o Jakob, mein Knecht, und du, o Israel, den ich erwählt habe. 2 Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der dich gemacht und dich gebildet, der dir sogar vom Mutterleib an ständig geholfen hat: ‚Fürchte dich nicht, o mein Knecht Jakob, und du, Jẹschurun, den ich erwählt habe. 3 Denn ich werde Wasser ausgießen auf den Durstigen und rieselnde Bäche auf das Trockene. Ich werde meinen Geist ausgießen auf deinen Samen und meinen Segen auf deine Nachkommen. 4 Und sie werden gewiß aufsprießen wie zwischen dem grünen Gras, wie Pappeln an den Wassergräben. 5 Dieser wird sagen: „Ich gehöre Jehova.“ Und jener wird [sich] nach dem Namen Jakobs nennen, und ein anderer wird auf seine Hand schreiben: „Jehova gehörend.“ Und nach dem Namen Israels wird man [sich] benennen.‘
6 Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der König von Israel und sein Rückkäufer, Jehova der Heerscharen: ‚Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. 7 Und wer ist da wie ich? Er rufe aus, damit er es mitteile und es mir darlege. Seitdem ich das Volk vor alters eingesetzt habe, mögen sie sowohl die kommenden Dinge als auch die Dinge, die eintreten werden, ihrerseits ansagen. 8 Erschreckt nicht, und werdet nicht bestürzt. Habe ich [es] dich nicht seit jener Zeit persönlich hören lassen und [es] mitgeteilt? Und ihr seid meine Zeugen. Existiert ein Gott außer mir? Nein, da ist kein FELS. Ich habe keinen anerkannt.‘ “
9 Die Bildner des geschnitzten Bildes, sie alle sind eine Unwirklichkeit, und ihre Lieblinge selbst werden von keinem Nutzen sein; und als ihre Zeugen sehen sie nichts und wissen nichts, so daß sie beschämt werden. 10 Wer hat einen Gott gebildet oder ein nur gegossenes Bild gemacht? Von überhaupt keinem Nutzen ist es gewesen. 11 Siehe! All seine Mitgenossen selbst werden beschämt werden, und die Kunsthandwerker sind von den Erdenmenschen her. Sie alle werden sich zusammentun. Sie werden dastehen. Sie werden in Schrecken sein. Sie werden gleichzeitig beschämt werden.
12 Was den Eisen-Kunsthandwerker mit dem Schneidewerkzeug betrifft, er ist [daran] beschäftigt gewesen bei Kohlenglut; und mit den Hämmern bildet er es dann, und er bleibt daran beschäftigt mit seinem kräftigen Arm. Auch ist er hungrig geworden und daher kraftlos. Er hat kein Wasser getrunken, so wird er müde.
13 Was den Holz-Kunsthandwerker betrifft, er hat die Meßschnur ausgespannt; er zeichnet es mit roter Kreide vor; er bearbeitet es mit einem Holzschaber; und er fährt fort, es mit einem Zirkel vorzuzeichnen, und allmählich macht er es gleich der Darstellung eines Mannes, gleich der Schönheit eines Menschen, damit es in einem Haus sitze.
14 Da ist einer, dessen Geschäft es ist, Zedern umzuhauen; und er nimmt eine gewisse Baumart, ja einen stattlichen Baum, und er läßt ihn für sich unter den Bäumen des Waldes stark werden. Er pflanzte den Lorbeerbaum, und der strömende Regen selbst läßt ihn groß werden. 15 Und er ist [etwas] geworden, was dem Menschen [dazu dient,] ein Feuer in Brand zu halten. So nimmt er davon, um sich zu wärmen. In der Tat, er legt ein Feuer an und bäckt tatsächlich Brot. Er arbeitet auch an einem Gott, vor dem er sich niederbeugen kann. Er hat es zu einem geschnitzten Bild gemacht, und er wirft sich davor nieder. 16 Die Hälfte davon verbrennt er tatsächlich im Feuer. Auf der Hälfte davon brät er das Fleisch gar, das er ißt, und er wird satt. Er wärmt sich auch und sagt: „Ha! Ich habe mich gewärmt. Ich habe den Feuerschein gesehen.“ 17 Aber den Rest davon macht er tatsächlich zu einem Gott selbst, zu seinem geschnitzten Bild. Er wirft sich davor nieder und verbeugt sich und betet zu ihm und spricht: „Befreie mich, denn du bist mein Gott.“
18 Sie haben nicht erkannt, noch verstehen sie, weil ihre Augen verklebt worden sind, damit sie nicht sehen, ihr Herz, damit sie keine Einsicht haben. 19 Und keiner ruft sich ins Herz zurück oder hat Erkenntnis oder Verständnis, indem [er] sagt: „Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, und auf seinen Kohlen habe ich auch Brot gebacken; ich brate Fleisch und esse. Werde ich aber den Rest davon zu etwas bloß Verabscheuungswürdigem machen? Werde ich mich vor dem ausgedörrten Holz eines Baumes niederwerfen?“ 20 Er ernährt sich von Asche. Sein eigenes Herz, mit dem Spiel getrieben worden ist, hat ihn irregeführt. Und er befreit seine Seele nicht, noch spricht er: „Ist da nicht Falschheit in meiner Rechten?“
21 „Gedenke dieser Dinge, o Jakob, und du, o Israel, denn du bist mein Knecht. Ich habe dich gebildet. Du bist ein Knecht, der mir gehört. O Israel, du wirst von mir nicht vergessen werden. 22 Ich will wie mit einer Wolke deine Übertretungen auslöschen und wie mit Gewölk deine Sünden. Kehr doch um zu mir, denn ich will dich zurückkaufen.
23 Jubelt, ihr Himmel, denn Jehova ist in Tätigkeit getreten. Jauchzt im Triumph, ihr untersten Teile der Erde! Werdet fröhlich, ihr Berge, mit Jubelruf, du Wald und all ihr Bäume darin! Denn Jehova hat Jakob zurückgekauft, und an Israel zeigt er seine Schönheit.“
24 Dies ist, was Jehova gesagt hat, dein Rückkäufer und dein Bildner vom Mutterleib an: „Ich, Jehova, tue alles, indem ich allein die Himmel ausspanne, die Erde ausbreite. Wer war bei mir? 25 [Ich] vereitle die Zeichen der eitlen Schwätzer, und [ich bin es,] der selbst Wahrsager unsinnig handeln läßt; der Weise zurückweist und der sogar ihre Erkenntnis Torheit werden läßt; 26 der das Wort seines Knechtes wahr macht und der den Rat seiner eigenen Boten ausführt; der von Jerusalem spricht: ‚Sie wird bewohnt werden‘ und von den Städten Judas: ‚Sie werden wieder erbaut werden, und ihre verödeten Stätten werde ich aufrichten‘; 27 der zur Wassertiefe sagt: ‚Verdunste; und all deine Ströme werde ich austrocknen‘; 28 der von Cyrus spricht: ‚Er ist mein Hirt, und alles, woran ich Gefallen habe, wird er ausführen‘; auch indem [ich] von Jerusalem sage: ‚Es wird wieder erbaut werden‘ und vom Tempel: ‚Deine Grundlage wird dir gelegt werden.‘ “
Kapitel 45
45 Dies ist, was Jehova zu seinem Gesalbten gesprochen hat, zu Cyrus, dessen Rechte ich ergriffen habe, um vor ihm Nationen zu unterwerfen, so daß ich sogar die Hüften von Königen entgürte, um vor ihm die zweiflügeligen Türen zu öffnen, so daß sogar die Tore nicht verschlossen sein werden: 2 „Ich selbst werde vor dir hergehen, und die Unebenheiten des Landes werde ich gerademachen. Die kupfernen Türen werde ich zerschmettern, und die eisernen Riegel werde ich abhauen. 3 Und ich will dir die Schätze in der Finsternis und die verborgenen Schätze in den Verstecken geben, damit du erkennst, daß ich Jehova bin, der [dich] bei deinem Namen ruft, der Gott Israels. 4 Um meines Knechtes Jakob und um Israels, meines Auserwählten, willen ging ich sogar daran, dich bei deinem Namen zu rufen; ich gab dir dann einen Ehrennamen, obwohl du mich nicht kanntest. 5 Ich bin Jehova, und sonst gibt es keinen. Außer mir gibt es keinen Gott. Ich werde dich fest gürten, obwohl du mich nicht gekannt hast, 6 damit man vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her erkennt, daß es außer mir keinen gibt. Ich bin Jehova, und sonst gibt es keinen. 7 [Der] das Licht bildet und die Finsternis schafft, den Frieden macht und das Unglück schafft, ich, Jehova, tue all diese Dinge.
8 O ihr Himmel, laßt es von oben träufeln; und die Wolkenhimmel mögen mit Gerechtigkeit rieseln. Möge sich die Erde auftun, und möge sie fruchtbar sein mit Rettung, und möge sie Gerechtigkeit aufsprossen lassen zur selben Zeit. Ich selbst, Jehova, habe es geschaffen.“
9 Wehe dem, der mit seinem Bildner gestritten hat wie eine Tonscherbe mit den anderen Tonscherben des Erdbodens! Sollte der Ton zu seinem Bildner sagen: „Was machst du?“ und dein Werk [sprechen]: „Er hat keine Hände.“? 10 Wehe dem, der zum Vater sagt: „Wovon wirst du Vater?“ und zur Frau: „Womit bist du in Geburtsschmerzen?“
11 Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der Heilige Israels und sein Bildner: „Befragt mich doch über die kommenden Dinge hinsichtlich meiner Söhne; und das Tun meiner Hände solltet ihr mir anbefehlen. 12 Ich selbst habe die Erde gemacht und habe auch den Menschen darauf erschaffen. Ich — meine eigenen Hände haben die Himmel ausgespannt, und ihrem ganzen Heer habe ich geboten.“
13 „Ich selbst habe jemand erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine Wege werde ich gerademachen. Er ist es, der meine Stadt bauen wird, und die von den Meinigen, die im Exil sind, wird er ziehen lassen, nicht um einen Kaufpreis noch um Bestechung“, hat Jehova der Heerscharen gesagt.
14 Dies ist, was Jehova gesprochen hat: „Die Fronarbeiter Ägyptens und die Kaufleute Äthiopiens und die Sabạ̈er, hochgewachsene Männer, sie werden sogar zu dir übergehen, und dein werden sie werden. Hinter dir her werden sie wandern; in Fesseln werden sie herüberkommen, und vor dir werden sie sich niederbeugen. Zu dir werden sie beten [und sagen]: ‚In der Tat, Gott steht mit dir in Gemeinschaft, und sonst gibt es keinen; es gibt keinen [anderen] Gott.‘ “
15 Wahrlich, du bist ein Gott, der du dich verborgen hältst, der Gott Israels, ein RETTER. 16 Sie werden gewiß beschämt und auch gedemütigt werden, sie alle. Zusammen werden die Hersteller von [Götzen]gestalten in Demütigung dahinschreiten müssen. 17 Was Israel betrifft, es wird in Gemeinschaft mit Jehova bestimmt gerettet werden mit einer Rettung auf unabsehbare Zeiten. Ihr werdet nicht beschämt noch werdet ihr gedemütigt werden bis auf die unabsehbaren Zeiten der Ewigkeit.
18 Denn dies ist, was Jehova gesprochen hat, der Schöpfer der Himmel, ER, der [wahre] Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, ER, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde: „Ich bin Jehova, und sonst gibt es keinen. 19 Nicht im Verborgenen redete ich, an einem dunklen Ort der Erde; noch sagte ich zum Samen Jakobs: ‚Sucht mich einfach umsonst.‘ Ich bin Jehova, [ich] rede, was gerecht ist, teile mit, was gerade ist.
20 Tut euch zusammen, und kommt. Macht euch heran allesamt, ihr von den Nationen Entronnenen. Diejenigen, die das Holz ihres geschnitzten Bildes tragen, sind zu gar keiner Erkenntnis gekommen, auch diejenigen nicht, die zu einem Gott beten, der nicht retten kann. 21 Erstattet euren Bericht und eure Darlegung. Ja, laßt sie in Einheit zusammen beraten. Wer hat dies hören lassen von alters her? [Wer] hat es schon seit jener Zeit berichtet? Bin nicht ich es, Jehova, außer dem es keinen anderen Gott gibt, ein gerechter Gott und ein RETTER, außer dem es keinen gibt?
22 Wendet euch zu mir, und werdet gerettet, ihr alle [an den] Enden der Erde; denn ich bin Gott, und es gibt keinen sonst. 23 Bei mir selbst habe ich geschworen — aus meinem eigenen Mund ist in Gerechtigkeit das Wort ausgegangen, so daß es nicht zurückkehren wird —, daß sich vor mir jedes Knie beugen wird, jede Zunge schwören wird, 24 indem sie spricht: ‚Sicherlich gibt es in Jehova volle Gerechtigkeit und Stärke. Alle, die gegen ihn entbrennen, werden direkt zu ihm kommen und beschämt sein. 25 In Jehova werden sich alle Nachkommen Israels als recht zu sein erweisen und werden sich rühmen.‘ “
Jule | 07.21.09 | eigene Gedanken zum Geschehen, Jesaja, Text in der Bibel |
Jule
Jesaja 43 – 45
Jesaja 43:1,4,
Dies sagt Jehova zu uns. Erwärmt dies nicht unser Herz? Fliesst es nicht voller Liebe zu Jehova über?
Kommentar — 4. August 2009 @ 11:13
Jule
Kapitel 44 handelt vom Götzendienst, wie dumm er ist und wie entehrend für einen Anbeter Jehovas, der doch den echten Gott kennt und auch anbeten sollte – eigentlich!
Jesaja 44:6-8
Wir kennen doch Jehova – warum sollten wir uns anderen Göttern oder leblosen Götzen zuwenden?
Jesaja 44:9-11
Ja, wenn wir unseren wundervollen Gott, der immer an unserer Seite war und uns geholfen und gestützt hat, gegen einen leblosen Götzen eintauschen, dann werden wir wirklich beschämt.
Wie dumm dies ist, wird im Folgenden ganz klar gesagt:
Jesaja 44:12-13
noch nicht kapiert? Dann wird Jehova halt noch deutlicher, damit es auch der letzte versteht:
Jesaja 44:14-20
Eigentlich müsste jetzt jeder verstanden haben, dass er sich selbst zum Deppen macht, wenn er etwas von Menschen Geschaffenes anbetet. Die Worte waren ja nun wirklich klar und deutlich!
Haben wir selbst schon mal über diese Argumentation nachgedacht?
Kommentar — 4. August 2009 @ 11:13
Jule
Jesaja 44:21-22
wie denkt Jehova über uns, wenn wir so handeln?
Ich bin immer wieder begeistert, wie liebevoll und barmherig Jehova ist. Statt gleich zu strafen bittet er sein Volk immer wieder, doch Einsicht zu bekunden und umzukehren.
Wer darauf nicht reagiert und sich hartnäckig weigert – der hat wirklich die Strafe verdient, die Jehova solchen Menschen angedacht hat.
Kommentar — 4. August 2009 @ 11:13
Jule
Jesaja 43 – 45
Jesaja 43:1-4
Leider hinterlassen solche Verse oftmals einen völlig falschen Eindruck, ganz besonders, wenn wir sie aus dem Zusammenhang reißen:
Denn hier könnte nun der Eindruck entstehen, dass uns überhaupt nichts passieren kann, wenn wir nur Jehova auf die richtige Weise anbeten.
Wir denken hier vielleicht an die drei jungen Hebräer, die sich geweigert hatten, das goldene Standbild anzubeten. Sie wurden in denm Feuerofen geworden und doch wurde ihnen kein einziges Haar gekrümmt.
Oder wir denken an Daniel, der sich weigerte, nicht mehr zu Jehova zu beten. Er wurde in eine Löwengrube geworfen. Dennoch ist ihm nichts passiert, obwohl er die ganze Nacht darin mit den hungrigen Löwen verbringen mußte.
Weil sie Jehova liebten und sich weigerten, Abstriche bei der wahren Anbetung zu machen, kamen sie in Lebensgefahr. Aber Jehova errettete sie, weil er sie liebte und weil sie ihm treu waren.
Denken wir an das Volk Israel, das er trockenen Fußes durch das Rote Meer führte oder denken wir an Jona, der im Bauch eines großen Fisches überlebte. Jehova beschützte sie, weil sie zu seinem Volk gehörten und er beschützte sogar den ungehorsamen Jona, der sich geweigert hatte, das zu tun, was Jehova ihm aufgetragen hatte.
Auf diese Personen passt das hier im Text gesagte, selbst wenn es aus dem Zusammenhang gerissen ist.
Aber was ist z.B. mit Naboth, der sich weigerte seinen Garten an Ahab zu verkaufen, weil er sich daran hielt, dass der Erbbesitz nicht verkauft werden sollte? Er wurde durch eine Böse Intrige falsch angeklagt und zu Tode gesteinigt.
Oder was ist mit Jakobus, der trotz Verbot eifrig Gottes Königreich verkündigte? Er wurde zu Tode gesteinigt.
Oder Jesus Christus, der wohl sicherlich treueste und loyalste Mensch, der jemals gelebt hatte. Er starb einen schmachvollen Tod am Marterpfahl!
Wir sehen, dass die eben gelesenen Worte aus dem Buch Jesaja nicht unbedingt bedeuten, dass uns Jehova vor jedem Schaden bewahrt – nur weil wir ihm treu ergeben sind. Wir denken da auch an all die treuen Brüder, die in der NS-Zeit hingerichtet wurden, weil sie sich weigertern, in den Krieg zu ziehen, oder an die Verbotszeit in der damaligen DDR oder an all die Treuen, die heute unter Verbot ausharren.
Manchmal hat Jehova einen guten Grund, warum er zuläßt, dass uns schwerer Schaden zugefügt wird, bis hin zum Tod. Denken wir da an den Tod Jesu, der damit die Prophezeiungen erfüllte und auch erfüllen mußte, um das Lösegeld für die ganze Menschheit zu erbringen.
Wir wissen ja auch um die Streitfrage: wenn Jehova jeden einzelnen seiner Diener immer und überall vor jedem Schaden bewahrt, dann gibt er damit ja Satan Recht: dann würden ihm ganz viele aus selbstsüchtigen Gründen dienen – und nicht einfach, weil sie IHN lieben!
Wie wir sehen, ist es ganz wichtig, die Bibel auch immer wieder als Ganzes zu lesen – damit wir nicht irregeführt und entmutigt werden, wenn es uns mal schlecht geht und irgendwelchen „netten“ Menschen – wie seinerzeit Rabschake – uns weismachen, unser Gott habe uns verlassen oder keinen Gefallen mehr an uns.
Denn wir wissen ja, dass dies die Masche des Widersachers Gottes ist, der will, dass wir aufhören, Jehova zu dienen. Denn dann kann er zu Jehova sagen: „Siehst du?!“
Wollen wir das? Sicherlich nicht!
Kommentar — 22. Juli 2012 @ 15:09
Jule
Was bedeutet es eigentlich für mich ganz persönlich, dass ich den Namen „Zeuge Jehovas“ tragen darf?
Jesaja 43:8-13
Wir alle kennen Jesaja 43:10, denn wir zitieren ihn immer wieder gern zu der Frage, warum wir seinerzeit den Namen Zeugen Jehovas angenommen haben und auch heute noch tragen. Allerdings war der Text noch im Zusammenhang, als die Resolution damals verkündet worden ist und auch begeistert angenommen wurde. Wenn wir die Verse 8 bis 13 lesen, begreifen wir hoffentlich wirklich, warum wir diesen Namen heute tragen und erweisen uns dessen auch als würdig!
Leider scheinen einige den Sinn davon heute nicht mehr zu verstehen. Oftmals scheint es so, als sei es eine Art Vereinszugehörigkeit, oder irgendein Name, nach dem wir genannt werden. Aber Jehova sagt hier, dass nicht der Name das Wichtige ist und alles andere läuft so nebenher – sondern dass wir das erfüllen, was er in Jesaja sagt – und den Namen gibt es sozusagen als eine Art Gütesiegel obendrauf.
Es geht doch darum, dass man auch heute oftmals den Glauben an Gott mit allen möglichen Dingen vermischt. Da passen „Christ sein“ und Esotherik oder Spiritismus zusammen, die Hoffnung wird ‚auf die Edlen‘ der Erdenmenschen gesetzt, alles mögliche hat einen hohen Stellenwert bei uns, aber Jehova kommt ganz hinten an.
Nun stellen wir uns bildlich vor, wie Jehova alle Menschen zusammenruft um ihren Glauben und ihren Gott vorzustellen. Wer kann da gegen Jehova bestehen? Wer ist wie er?
Nun kommen wir als sein Volk ins Spiel. Allerdings nicht so sehr als sein Namensvolk – denn das, was im Kontext erwähnt wird, macht ja leider auch nicht vor den eigenen Reihen Halt.
Jehova will, dass diejenigen vortreten, dessen alleiniger Gott Jehova ist. Menschen, denen ER das Wichtigste im Leben ist. Menschen, die sich viel mit Jehova beschäftigt haben und es auch weiterhin noch tun. Die sich auskennen. Menschen, die wissen, wie ER ist und wie er in der Vergangenheit mit seinem Volk gehandelt hat und die auch die Prophezeiungen kennen und wissen, wo und wann sie sich wie erfüllt haben.
Denn alle diese Dinge sollen sie bezeugen.
Aber ich kann nur das bezeugen, was ich auch selbst gesehen habe. Informationen aus zweiter Hand kann ich nicht bezeugen. Wenn mich der Richter nach einem Unfallhergang befragt, was ich gesehen habe – dann will er nicht von mir hören, was ein anderer gesagt hat. Er will hören, was ich selbst – ich ganz persönlich – beobachtet habe.
Also was könnte ich über meinen Gott bezeugen? Gut, ich war nicht dabei, als er die Erde erschuf oder als er mit Moses oder Abraham gesprochen oder mit seinem Volk in der Wildnis gehandelt hat. Aber dafür hat Jehova in weiser Voraussicht Männer inspiriert, die sein Wort für uns aufgeschrieben haben. Und hier bin ich dann schon bei dem ersten Punkt: glaube ich wirklich, dass die Bibel Gottes Wort ist? Lasse ich das dadurch erkennen, dass ich eifrig darin lese?
Wenn ich dies tue, dann lerne ich Jehova richtig gut kennen. Mit jedem Mal etwas besser. Dann kann ich auch bezeugen, wie er ist und gehandelt hat, denn durch das Lesen war ich hautnah dabei. Immerhin lasse ich sein Wort ja in mir lebendig werden.
Und dann gibt es ja auch noch meine eigenen Erfahrungen, die ich mit ihm gemacht habe. Diese kann ich bezeugen. Andere daran teilhaben lassen, wie wunderbar Jehova mit mir gehandelt hat. Wie oft er geholfen hatte, wenn ich dachte „ich kann nicht mehr“.
Ja, wenn ich Jehova durch intensives Lesen in der Bibel gut kennen gelernt habe und auch selbst viele Erfahrungen damit gemacht habe, wie machtvoll, gerecht und liebevoll er mit mir gehandelt hat – dann kann ich in der Menge aufstehen und bezeugen, dass Jehova der allein wahre Gott ist. Und dadurch erweise ich mich als sein Zeuge!
Und genau dies waren auch die Anfänge der Zeugen Jehovas:
Damals forschte Bruder Rutherford intensiv in der Bibel, weil er Jehova unmd seinen Willen noch besser kennen lernen wollte. Er redete mit anderen darüber, schrieb sogar Zeitungsartikel und Bücher darüber. So kann er mit anderen Menschen in Kontakt, die ebenso ernsthaft nach Jehova suchten. So lernten sie IHN immer besser kennen, erkannten wie sich die Prophezeiungen erfüllten und schrieben darüber, um andere mit daran teilhaben zu lassen. Schon allein dadurch „legten sie Zeugnis dafür ab“, dass Jehova allmächtig ist und „ein Vorhersager von Ereignissen“.
Irgendwann im Laufe der Zeit begriff er, dass eigentich er und seine Brüder, die wie er ernsthaft die Bibel studierten, genau diese Zeugen sind, die in Jesaja 43 erwähnt wurden. Daher war die logische Schlußfolgerung, diesen Namen anzunehmen, um sich von den anderen Menschen abzugrenzen, die vorgeben, Jehova zu dienen. So war der Name eigentlich „nur“ das Prüfsiegel, was ihnen verliehen wurde, „weil auch Zeugen Jehovas drin sind“
(Siehe jv Kap. 7 S. 79-82)
Dies müssen wir unbedingt begreifen, denn wir leben in den letzten Tagen und es ist heute noch wichtiger denn je, dass die Menschen erkennen, wer der wahre Gott ist. Immerhin ist mit dem Namen Jehovas ja ein Vorhaben verbunden und er hat angekündigt, dass er diejenigen vernichten wird, die sich weigern, seinen Willen zu tun. In Hesekiel wird immer wieder der Satz angeführt: „dann werden sie erkennen, dass ich Jehova bin!“
Gerade in der heutigen Zeit benötigt Jehova solche „Zeugen“, die den Menschen bezeugen, dass er der allein wahre Gott ist, dass er allmächtig und allweise ist, dass er die Dinge voraussagt und eintreffen lässt usw.
Daher sollten wir uns der höchst wichtigen Verantwortung bewusst sein, was es eigentlich bedeutet, wenn wir diesen Namen „Zeugen Jehovas“ tragen. Es gab mal einen Werbeslogan: „P…, da weiß man, was man hat“. Dieser sollte auch auf uns als Zeugen Jehovas zutreffen:
Es ist also nicht nur irgendsoein Name, den wir erhalten haben, den wir tragen, weil es alle „in unserem Verein“ so tun, sondern ein Name mit Bedeutung.
Viellicht ist es hier auch wieder an der Zeit, unsere Notizen vom diesjährigen Kreiskongress „Gottes Name werde geheiligt“ herauszukramen und uns an all die Gedanken zu erinnern, die wir dort gehört haben und die Dinge auch in die Tat umzusetzen…
Kommentar — 22. Juli 2012 @ 15:44
Jule
Jesaja 43:15-19
Das hört sich fast so an, als würde Jehova zu uns heute sprechen:
Er erinnert an all die guten Dinge, die er in der Vergangenheit für sein Volk getan hat. Aber wir sollten heute nicht mehr auf Wunder hoffen, sondern frohen Mutes unseren Weg gehen, uns auf die Dinge vor uns konzentrieren.
Wenn wir genau hinsehen, dann bemerken wir, dass Jehova bereits fleißig im Hintergrund arbeitet. Bald ist es soweit! Befinden wir uns vielleicht sogar schon in der großen Drangsal? Vielleicht bemerken wir es nicht, weil sie sich anders gestaltet, als wir das vermutet hätten…
Kommentar — 23. Juli 2012 @ 15:57
Jule
Jesaja 43 – 45
Jesaja 43 – Gottes Ruhm verkünden
Eine weitere interessante Ergänzung zu den Gedanken vom vergangenen Jahr, was es bedeutet, ein Zeuge für Jehova zu sein:
Im Vers 21 spricht er von seinem Volk, das er sich auserwählt hat, „das Volk, das ich mir gebildet habe, damit sie meinen Ruhm verkündigen“! Tun wir dies?
Worum drehen sich unsere Gespräche und was verkündigen wir, wenn wir von Haus zu Haus gehen, oder wenn wir informell Zeugnis geben?
Erschöpft sich unser formeller Dienst darin, dass wir Publikationen an den Mann bringen und der informelle darin, dass wir begründen, dass und warum wir als Zeugen Jehovas keinen Geburtstag oder andere Feste feiern und Bluttransfusionen ablehnen? Oder verkünden wir seinen Ruhm?
Worüber sprechen wir mit anderen, wenn wir keine Zeugen Jehovas, aber aktive Christen sind?
Drängt uns unser Herz, die Gute Botschaft an andere weiterzugeben, dass Jehova uns liebt und ein enger Freund von uns sein will?
weitere Gedanken finden wir hier:
Kommentar — 24. Juli 2013 @ 19:08
Jule
Psalm 44 – der wahre Gott sagt die Befreiung voraus
weitere Gedanken finden wir hier:
Kommentar — 24. Juli 2013 @ 19:16
Jule
Jesaja 45 – Mit Gott hadern
Da spricht Jehova ein wichtiges Thema an: wir Menschen neigen dazu, auch mit unserem Gott zu hadern, wenn es nicht so läuft, wie wir es uns gedacht haben oder wünschen!
In Vers 9 sagt er von uns: “Wehe dem, der mit deinem Schöpfer hadert und ihn fragt, ‘was tust du?’”. Davor erzählt er, was er alles für sein Volk tun wird, und wir lesen in der Bibel ständig davon, dass er diejenigen beschützt, die treu zu ihm halten. Wir haben ja bereits im vergangenen Jahr länger darüber nachgedacht, dass wir nicht immer “auf der sicheren Seite” mit unserem Gott sind und auch Beispiele aufgeführt, die das Gegenteil bezeugen.
Aber nun kommen wir zu einem Problem, das ich persönlich schon seit einer geraumen Weile habe: ich weiss um all die Verheißungen, die uns Jehova in seinem Wort gibt und ich weiss und bin überzeugt davon, dass er dies auch kann und tut. Aber aufgrund der vielen schlimmen Dinge, die in den vergangenen Jahren bei uns passiert sind, habe ich die Zuversicht verloren, dass er dies auch bei uns tun will. Da ich aber nicht mit meinem Gott hadern will, schlucke ich dies herunter und dies macht sich dann darin Luft, dass ich nicht über meine Angst hinausgehe.
Erst Anfang der Woche fragte mich eine “alte” Freundin, wie es bei mir zu so einem Rückfall in die Phobie kommen konnte, hatte ich doch Ende 2000 meine Angst so toll besiegt, dass ich sogar nach Holland oder an die Ostsee gefahren bin und mit einem Wochenendticket ganz allein vom Harz nach Iserlohn. Selbst die ersten Jahre hier in Berlin waren super toll, wir waren laufend unterwegs, sogar bis nach Potsdam, Belitz oder zum Wildtierpark bei Zoosen. Und nun komme ich nicht mal um den See oder wenn, dann unter sehr großen Schwierigkeiten. Die Schwester, mit der ich gestern unten am See war, fragte, wie das seinerzeit bei mir angefangen hatte mit der Phobie und warum es jetzt nicht mehr klappt. Sie hat sogar mit mir auf der Bank gebetet – dennoch hat es fast die ganzen zwei Stunden gebraucht, bis der unwiderstehliche Drang zum Weglaufen nachliess.
Ich versuchte, ihr zu erklären, dass ich sehr wohl überzeugt bin, dass Jehova helfen kann und es auch tut, aber nicht mehr glaube, dass er das bei mir will. Das war etwas kompliziert, da Lucy nicht so gut Deutsch spricht und ich nicht so gut Englisch, dass ich solche Dinge in ihrer Sprache formulieren könnte.
Heute habe ich mir zwei Ansprachen von Joyce Meyer angehört und die Quintesenz war:
Langsam stehe ich wieder unter Zeitdruck, denn bereits in der Besuchswoche im Mai konnten wir nicht so mitmachen, wie wir wollten – wegen der doofen Phobie – und der nächste Besuch kommt bereits Anfang August und dann noch mal Mitte bis Ende August. Diesmal wollen wir nicht wieder hier allein am See die Leute ansprechen, sondern mit dem Team in den Mauerpark gehen. Denn die opfern alle ihren Urlaub und kommen von weit her, um unsere Gruppe zu unterstützen. Und ich kann nicht einmal die kleine Distanz bis zum Mauerpark überwinden.
Aber ich merke auch, dass ich mich selbst immer mehr unter Druck setze und dieser Druck mir Kraft raubt und mir das Gefühl gibt, ich würde es nie schaffen ;-(
Warum kann ich nur nicht weiterhin so freudig und offenherzig auf meinen Gott vertrauen, wie ich es noch bis vor gut 2 Jahren getan habe? Liegt es wirklich an dem, was er zugelassen hat und dass ich dies eine niemals von IHM gedacht hätte? Mache ich mit meiner “Weigerung”, über die Angst hinauszugehen – also es trotzdem zu tun, trotz und mit der Angst – Jehova Vorwürfe darüber, was er getan (oder hier in meinem Fall “nicht getan”) hat?
Versuche ich den Vorwurf zu umgehen, indem ich ihn nicht ausspreche und mich weigere, darüber nachzudenken – und macht es sich dann wirlich in dieser Form Luft?
Als ich am Wochenende auf der Suche nach einigen Traktaten und Broschüren war, die wir in den Besuchswochen im August verwenden könnten, bin ich auch über eine ganz besondere gestolpert, sie hieß: “Von mir aus ist diese Sache geschehen” und geht auf das Gute ein, das ja auch durch solche Erfahrungen bewirkt wird.
in dem Buch “Lege deine Nerven in Gottes Hand” geht der christliche Nervenarzt darauf ein, dass oftmals Egoismus die Wurzel für unsere Probleme ist: So ist ein Mensch, der sich selbst ständig beobachtet, ob nicht Schlimmes mit ihm und seinem Körper passiert, ständig mit sich selbst beschäftigt und sieht daher nicht das, was um ihn herum passiert und viel wichtiger ist. Denn solche Personen – ich zähle mich schamvoll dazu – sind in der Regel pumperlgesund und das bin ich auch, wenn man von der Arthrose absieht, die meine ganzen Gelenke befallen hat. Aber nicht sie plagt mich so sehr, sondern die meisten Schmerzen sind Verspannungsschmerzen – aufgrund anhaltender Spannung und Besorgnis. Auch Personen, die ständig wütend und gereizt sind, haben das Problem, dass sie sich selbst und ihr eigenes Befinden viel zu wichtig nehmen.
In der einen Ansprache von Joyce Meyer vorhin sagte sie etwas Ähnliches, wie Thom: wir denken viel zu viel darüber nach, was wir tun, anstatt es zu tun. Es steht uns nicht zu, morgens beim Aufwachen zu sagen “ich bin noch müde, ich bleibe liegen” – wenn wir einem Beruf nachgehen. Und es kann auch nicht angehen, dass ich ständig sage “wir können da nicht mitmachen, weil es mir nicht gut geht und ich Angst habe”, denn ich entscheide dann für meinen Mann mit und im Mai auch für die ganze Gruppe, die sich dann zum Nachteil aller anderen genötigt sah, den Ansprechdienst hier an den See zu verlegen. Das ist sehr egoistisch und ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber so richtig nachgedacht.
Auch gestern mit Lucy – sie wäre gern mit mir um den See geschlendert, mal hier und mal dort eine kurze Rast. Und was hat sie bekommen? Auf der ersten Bank war Schluß. Gut, sie war es, die die Bank vorgeschlagen hatte und es hätte vielleicht eher ganz rum geklappt, wenn wir durchgegangen wären – so wie ich es dann mit Thom mache. Aber eigentlich ist es Blödsinn, ich hätte nur einfach gehen müssen. Ich wäre ganz bestimmt nicht tot umgekippt und wenn ich mich dabei unwohl gefühlt hätte, dann wäre es mein Problem gewesen. So habe ich es aber zu ihrem Problem gemacht und das war nicht fair.
Ein Punkt, den mir meine Tochter heute vorwirft – sie hatte wegen mir und meiner blöden Panik wirklich auf vieles verzichten müssen und am Anfang hier in Berlin habe ich mich geschämt, dass ich all die Dinge mit meinem Mann und der Stieftochter unternommen habe, auf die sie seinerzeit verzichten musste, weil es nicht ging. Ich hatte Angst!
In mehreren Ansprachen von Joyce Meyer habe ich die Geschichte einer Frau gehört, die Zeit ihres Lebens ihre Wohnung nicht verließ und sich bei einer Freundin darüber ausheulte, wie arm dran sie doch sei, so zu bedauern. Die Freundin hörte sich das an und fragte dann: “Warum tust du es denn nicht?”, “weil ich Angst habe”. “Wenn das so ist”, überlegte die Freundin, “warum tust du es dann nicht mit der Angst?”
Ja, warum tue ich es nicht? Weil ich das Gefühl der Angst nicht haben will. Es ist zu schmerzhaft für mich und fühlt sich für mich zu bedrohlich an. Aber es ist weder gefährlich, noch bedrohlich und wenn ich meinen Verstand einschalten würde, dann müsste ich mich eigentlich selbst ohrfeigen – denn ich weiß es aus Erfahrung. Seit Ende 2000 ist es nicht mehr nur etwas, was mir Ärzte und Psychologen sagen, sondern ich habe es selbst erlebt: die Angst tut mir nichts und wenn ich mich darauf einlasse, dann geht sie von selbst wieder weg. Der beste Trick war schon immer: mutig der Angst entgegen zu gehen und sie herauszufordern. Denn das mag sie überhaupt nicht und verschwindet in der Regel. Aber weil ich in der letzten Zeit so viele schmerzhafte Erfahrungen damit gemacht habe, weigere ich mich wohl innerlich, den richtigen und so wichtigen Schritt zu tun. Auf Kosten meiner Umwelt.
Statt dessen bin ich enttäuscht von meinem Gott, dass er mich so hängen lässt, wie es sich für mich anfühlt und dass er all die schlimmen Dinge zugelassen hat. Dabei liegt es jetzt ganz allein an mir. Niemand kann mir das abnehmen, ich muss es ganz allein tun. Jehova sichert mir in seinem Wort zu, dass er mich nicht allein lassen wird und dass er es nur soweit zulassen wird, wie ich es auch ertragen kann. Aber er fordert mich auf, den Schritt zu tun Wieder ein Gedanke, den ich aus den verschiedensten Ansprachen kenne, sei es von Bayless Conley, John Angelina oder Johannes Harl. Alle sagen das selbe: du musst schon den Schritt tun, das kann dir niemand abnehmen!
Dies wird auch sehr anschaulich in der neuesten Ansprache von Joyce Meyer gezeigt, wo sie den “Fels” wegrollt – “Rollt den Stein beiseite”
Wie kann ich mich bei Jehova darüber beschweren, dass ich aus dem Loch nicht herauskomme, wenn ich selbst nicht bereit bin, den entscheidenen Schritt zu tun? Wie haben wir heute gehört? “Der einzige Weg aus der Angst heraus ist es, es mit der Angst zu tun”
hier finden wir den passenden Stoff im Jesaja-Buch zu diesem Kapitel:
Kommentar — 24. Juli 2013 @ 19:23