
{"id":3561,"date":"2013-07-12T12:09:39","date_gmt":"2013-07-12T11:09:39","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=3561"},"modified":"2013-07-12T12:09:39","modified_gmt":"2013-07-12T11:09:39","slug":"fallruckzieher-und-hackentricks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=3561","title":{"rendered":"Fallr\u00fcckzieher und Hackentricks"},"content":{"rendered":"<div id=\"bibelvers\">Wochenspruch:<br \/>\nSo seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtb\u00fcrger, sondern ihr seid Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.<br \/>\n(Epheser 2,19)<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"content\">Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer,zuerst kommt die L\u00e4rmexplosion. Dann trifft die Bierfont\u00e4ne meinen Nacken. Ein wildfremder Mann wirft sich mir an den Hals. Er schreit. Sein Zigarettenatem knallt mir ins Gesicht. Papierfetzen erf\u00fcllen die Luft. Das Dr\u00f6hnen zehntausender Stimmen ist ohrenbet\u00e4ubend.<\/p>\n<p>Ich recke beide F\u00e4uste in den abendlichen Sommerhimmel. Adrenalin, Endorphine und alles, was mein K\u00f6rper sonst noch aufzubieten hat, signalisieren mir: Das ist einer der gl\u00fccklichsten Momente in den bisherigen siebzehn Jahren deines Lebens. Eine gro\u00dfe Pranke knallt auf meine Schulter. Ich drehe mich um und blicke in das Gesicht meines besten Freundes Andreas. Auch hier: Freude, Freude, nichts als Freude.<\/p>\n<p>Es ist der 28. Mai des Jahres 1997. Ich stehe auf dem Dortmunder Friedensplatz und schaue noch immer ungl\u00e4ubig auf die Gro\u00dfbildleinwand. Rund sechshundert Kilometer weiter s\u00fcdlich hat Lars Ricken soeben das 3:1 f\u00fcr den BVB im Champions-League-Finale gegen den haushohen Favoriten Juventus Turin geschossen.<\/p>\n<p>Schnitt.<\/p>\n<p>Wir schreiben das Jahr 2013 und es ist Juni. Und wieder dieses Tor f\u00fcr die Ewigkeit: Andy M\u00f6ller passt steil auf Ricken, der das Leder zehn Sekunden nach seiner Einwechslung aus 25 Metern \u00fcber den Turiner Torwart Angelo Peruzzi lupft. Doch ich bin nicht mehr siebzehn Jahre alt. Ich stehe auch nicht mehr auf dem Dortmunder Friedensplatz, sondern sitze an meinem Schreibtisch.<\/p>\n<p>Es ist Samstag und es ist halb f\u00fcnf. Eigentlich w\u00e4re jetzt der Anpfiff zur zweiten Bundesliga-Halbzeit. Eigentlich. Es gibt jedoch keinen Bundesligafu\u00dfball an diesem Wochenende, denn es ist Sommerpause.<\/p>\n<p>Und so sitze ich hier bei strahlendem Sonnenschein und schaue mir auf meinem Laptop all die gro\u00dfen Tore an.<\/p>\n<p>Warum ich das tue? Warum ich nicht das sch\u00f6ne Wetter nutze und spazieren gehe? Warum ich nicht Freunde besuche oder mich um die Blumen auf meinem Balkon k\u00fcmmere?<\/p>\n<p>Die Antwort ist so banal wie sie erschreckend ist: Weil es ein Samstag ohne Fu\u00dfball ist, und weil ich genau das jetzt brauche:<\/p>\n<p>Diese Bilder voller Nostalgie und verblichenem Glanz. Bei fast allen Toren wei\u00df ich noch wo ich war, als sie fielen. Das ist ein St\u00fcck meiner Geschichte mit diesem Sport. Ein St\u00fcck der Geschichte eines Fans.<\/p>\n<p>Und daf\u00fcr ist die Sommerpause ja vielleicht auch da: einmal innezuhalten und sich vor Augen zu f\u00fchren, wie wichtig mir dieser Sport und mein Verein sind, auch all das Gute und Schlechte, das ich mit dem Fu\u00dfball erlebt habe: Meisterschaften, Beinahe-Abstiege, endlose Ausw\u00e4rtsfahrten, qu\u00e4lende Unentschieden, harte Niederlagen, glanzvolle Siege.<\/p>\n<p>Wenn es um meinen Glauben geht, mache ich das viel zu selten. Ich halte mir viel zu selten vor Augen wie sie aussieht, meine ganz pers\u00f6nliche Geschichte mit Gott. Auch da gab es Zeiten der Verlassenheit, der \u00c4ngste, auch der unfassbar schmerzenden Niederlagen. Aber es gab auch die Aufstiege, die Zeiten des Triumphs und der rauschenden Feste.<\/p>\n<p>Wieso aber nehme ich mir keine Zeit, einmal dar\u00fcber nachzudenken? Warum setze ich mich nicht einmal an einem sonnigen Samstagnachmittag auf meinen Balkon und lasse meine gro\u00dfe Geschichte mit dem Gr\u00f6\u00dften Revue passieren?<\/p>\n<p>Vielleicht deshalb, weil Gott immer da ist, weil ich mich in seiner Gegenwart stets geborgen wei\u00df?<\/p>\n<p>Oder habe ich eventuell Angst, dass mich diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in eine H\u00f6hle f\u00fchrt, in die ich gar nicht hinein m\u00f6chte? Aber es ist schon paradox: Der Fu\u00dfball ist nicht mein Gott. Gott ist mein Gott. Jesus Christus ist mein Gott. Der Heilige Geist ist mein Gott.<\/p>\n<p>Auch deshalb: Ich muss sie aufsp\u00fcren, diese fulminanten Fallr\u00fcckzieher, Hackentricks und Blutgr\u00e4tschen Gottes in meinem Leben.<\/p>\n<p>Vielleicht brauche ich daf\u00fcr ja auch spirituell eine Sommerpause.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wochenspruch: So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtb\u00fcrger, sondern ihr seid Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Epheser 2,19) &nbsp; Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer,zuerst kommt die L\u00e4rmexplosion. Dann trifft die Bierfont\u00e4ne meinen Nacken. Ein wildfremder Mann wirft sich mir an den Hals. Er schreit. Sein Zigarettenatem knallt mir ins Gesicht. 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