
{"id":3269,"date":"2013-03-28T10:26:55","date_gmt":"2013-03-28T09:26:55","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=3269"},"modified":"2013-03-28T10:26:55","modified_gmt":"2013-03-28T09:26:55","slug":"welcher-feiertag-ist-eigentlich-wichtiger-karfreitag-oder-ostersonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=3269","title":{"rendered":"Welcher Feiertag ist eigentlich wichtiger, Karfreitag oder Ostersonntag?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIn dem gekreuzigten Christus liegt die wahre Theologie und Erkenntnis Gottes.\u201c Diesen Gedanken hatte Martin Luther im Jahre 1518 in dem ber\u00fchmt gewordenen Streitgespr\u00e4ch an der Universit\u00e4t Heidelberg entfaltet, das unter dem Namen Heidelberger Disputation in die Theologiegeschichte eingegangen ist.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte die r\u00f6mische Kirche Luther wegen des Ablassstreites schon im Visier. Sie wollte dazu seine Position h\u00f6ren. Luther ging auf die Problematik des Ablasses im engeren Sinne aber gar nicht ein, sondern er behandelte das Thema der Werkgerechtigkeit und der Kreuzestheologie. Luther vermittelte in seinen Thesen den Grundgedanken seiner Theologie: die v\u00f6llige Abh\u00e4ngigkeit des Menschen von der Gnade Gottes. Nicht durch seine Werke erlangt der Mensch Gottes Gnade, sondern allein durch seinen Glauben. Deshalb spielt die Kreuzestheologie f\u00fcr Luther eine so wichtige Rolle. Luther sagt: \u201eMan kann Gott nur finden in Leiden und Kreuz.\u201c Denn Erl\u00f6sung und Befreiung von der S\u00fcnde finden genau an diesem Ort statt, am Kreuz, das Christus f\u00fcr uns getragen hat.<\/p>\n<p>Aus dieser Konzentration der evangelischen Lehre und Predigt auf die Bedeutung des Erl\u00f6sungswerkes Christi am Kreuz entwickelte sich der Karfreitag zum wichtigsten Feiertag in den evangelischen Landeskirchen. In der katholischen und orthodoxen Kirche wurde dagegen vor allem der Triumph der Auferstehung, der Sieg \u00fcber den Tod herausgehoben. In einigen katholischen Gegenden wurde in fr\u00fcheren Zeiten sogar der Karfreitag bewusst als Arbeitstag gestaltet, um sich von den Protestanten abzugrenzen.<\/p>\n<h3>Auferstehung ist ohne Kreuz nicht zu denken<\/h3>\n<p>Der Blick in die Kirchengeschichte scheint deutlich zu belegen, welcher der Feiertage der wichtigere ist. Den Evangelischen der Karfreitag. Den Katholiken der Ostersonntag. Doch ganz so einfach kann man es sich nicht machen. Denn f\u00fcr Martin Luther war der Karfreitag nicht allein mit den Schrecken eines sinnlosen Kreuzestodes verbunden. Wir k\u00f6nnen das Kreuz nur feiern und verk\u00fcndigen im Blick auf den \u00f6sterlichen Sieg Gottes \u00fcber den Tod. Deshalb konnte Martin Luther vom \u201elieben Karfreitag\u201c sprechen. Endlich sind die Schrecken des Todes ein f\u00fcr allemal \u00fcberwunden. Genauso kommt auch die katholische Theologie in der Verk\u00fcndigung der Auferstehung vom Kreuz her und klammert dieses nicht aus.<\/p>\n<p>Auferstehung ist ohne Kreuz nicht zu denken. Und Kreuz nicht ohne Auferstehung. Romano Guardini hat das so auf den Punkt gebracht: \u201eDer Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen, dessen andere Seite Auferstehung hei\u00dft.\u201c Kreuz und Auferstehung, Tod und Leben, Vernichtung und Erl\u00f6sung, geh\u00f6ren aufs Engste zusammen. Im Symbol des Kreuzes greift beides untrennbar ineinander. Aber weil wir Menschen beides nicht zusammen denken k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir dieses Paradox aufl\u00f6sen. Indem wir es zeitlich entfalten und auseinanderziehen. So werden Kreuz und Auferstehung zu einem Weg von Karfreitag nach Ostern.<\/p>\n<p>Es ist ein Weg, den wir im Leben immer wieder gehen. Wir nehmen Abschied und Neues beginnt. Beides hat seinen Ort und beides braucht Raum im Leben. Und wenn es uns gelingt, beidem Raum zu geben, dann wird die Frage, was wichtiger ist, ganz und gar unwichtig.<\/p>\n<p>(Bischofskolummne)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIn dem gekreuzigten Christus liegt die wahre Theologie und Erkenntnis Gottes.\u201c Diesen Gedanken hatte Martin Luther im Jahre 1518 in dem ber\u00fchmt gewordenen Streitgespr\u00e4ch an der Universit\u00e4t Heidelberg entfaltet, das unter dem Namen Heidelberger Disputation in die Theologiegeschichte eingegangen ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte die r\u00f6mische Kirche Luther wegen des Ablassstreites schon im Visier. 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