
{"id":3174,"date":"2013-03-01T23:28:57","date_gmt":"2013-03-01T22:28:57","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=3174"},"modified":"2013-03-18T23:29:18","modified_gmt":"2013-03-18T22:29:18","slug":"die-alte-leier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=3174","title":{"rendered":"Die alte Leier"},"content":{"rendered":"<div id=\"bibelvers\">Wochenspruch zum Sonntag Okuli:<br \/>\nMeine Augen sehen stets auf den Herrn<br \/>\n(Aus Psalm 25, Vers 15)<\/div>\n<p><b>Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,<\/b><\/p>\n<p>kennen Sie dieses Gedicht?<\/p>\n<p><i>Zerschlagen ist die alte Leier<br \/>\nam Felsen, welcher Christus hei\u00dft!<br \/>\nDie Leier, die zur b\u00f6sen Feier<br \/>\nbewegt ward von dem b\u00f6sen Geist.<br \/>\nDie Leier, die zum Aufruhr klang,<br \/>\ndie Zweifel, Spott und Abfall sang.<br \/>\nOh Herr, oh Herr, ich knie nieder,<br \/>\nvergib, vergib mir meine Lieder!<\/i><\/p>\n<p>Es wird dem Dichter Heinrich Heine zugeschrieben, der lange Atheist war. Deswegen wurde das Gedicht in christlichen Predigten oft zitiert. Das Problem dabei ist nur: In keiner einzigen Ausgabe von Heines Werken ist dieses Gedicht \u00fcberliefert.<\/p>\n<p>Ich habe den Verdacht, irgendein \u00fcbermotivierter Christ des 19. Jahrhunderts hat diese Verse Heine zugeschrieben, um seinem Glaubensbekenntnis gr\u00f6\u00dfere Autorit\u00e4t zu verleihen.<\/p>\n<p>Ich kann verstehen, wenn man auf so eine Geschichte reinf\u00e4llt. Man h\u00f6rt es nur zu gern, wenn jemand Ber\u00fchmtes sich bekehrt.<\/p>\n<p>Was ich daran aber immer schade finde ist, dass Christen zu solchen Mitteln greifen oder eben solche Zitate ungepr\u00fcft \u00fcbernehmen, weil sie ihnen so gut in den Kram passen.<\/p>\n<p>Wenn so etwas n\u00e4mlich auffliegt, ist beides hin: Die Glaubw\u00fcrdigkeit und die gute Geschichte.<\/p>\n<p>Dabei gibt es wirklich Texte von Heine, die in diese Richtung gehen. Sie sind nicht ganz so eindeutig. Daf\u00fcr aber trotzdem sehr erbaulich! Sein wirklich letztes Gedicht, in dem Heine <a href=\"https:\/\/webmailerng.1und1.de\/trinity-rms-web\/redirect.html?goto=http%3A%2F%2Fr.backclick.de%2Fbc%2Fservlet%2Frl%3Fr%3DAQAAAA8AAOkhALoiPgABSP8AAAAAAAAAAAAAAACvUQ\" target=\"_blank\">das Menschenherz als Gottes gr\u00f6\u00dfte Sch\u00f6pfung<\/a> preist, endet mit diesen Worten:<\/p>\n<p><i>Gro\u00df ist des Herren Gloria,<br \/>\nHier unten gro\u00df, wie in der H\u00f6h.<br \/>\nIch singe ihm ein Kyrie<br \/>\nEleison und Halleluja.<\/p>\n<p>Er schuf so sch\u00f6n, er schuf so s\u00fc\u00df<br \/>\nDas Menschenherze, und er blies<br \/>\nHinein des eignen Odems Geist,<br \/>\nDes Odems, welcher Liebe hei\u00dft.<\/p>\n<p>Fort mit der Lyra Griechenlands,<br \/>\nFort mit dem liederlichen Tanz<br \/>\nDer Musen, fort! In fr\u00f6mmern Weisen<br \/>\nWill ich den Herrn der Sch\u00f6pfung preisen.<\/p>\n<p>Fort mit der Heiden Musika!<br \/>\nDavidis frommer Harfenklang<br \/>\nBegleite meinen Lobgesang!<br \/>\nMein Psalm ert\u00f6nt: Halleluja!<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wochenspruch zum Sonntag Okuli: Meine Augen sehen stets auf den Herrn (Aus Psalm 25, Vers 15) Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, kennen Sie dieses Gedicht? Zerschlagen ist die alte Leier am Felsen, welcher Christus hei\u00dft! Die Leier, die zur b\u00f6sen Feier bewegt ward von dem b\u00f6sen Geist. 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