
{"id":2791,"date":"2011-11-30T10:37:45","date_gmt":"2011-11-30T09:37:45","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2791"},"modified":"2011-11-30T10:37:45","modified_gmt":"2011-11-30T09:37:45","slug":"hohelied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2791","title":{"rendered":"Hohelied"},"content":{"rendered":"<div id=\"main_Song_1\">\n<h1>Hohelied 1<\/h1>\n<h2>Du bist mein K\u00f6nig<\/h2>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Das sch\u00f6nste aller Lieder, von Salomo.<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Komm und k\u00fcss mich, k\u00fcss mich immer wieder! Ich genie\u00dfe deine Liebe mehr als den besten Wein.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Der Duft deiner Salben bet\u00f6rt mich. Dein Name ist wie ein besonderes Parf\u00fcm, darum lieben dich die M\u00e4dchen.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Nimm mich bei der Hand! Schnell, lass uns laufen, zu dir nach Hause wollen wir eilen!<br \/>\nDu bist mein K\u00f6nig! Ich freue mich \u00fcber dich, du bist mein ganzes Gl\u00fcck.t<br \/>\nDeine Liebe ist kostbarer als der edelste Wein. Kein Wunder, dass die M\u00e4dchen f\u00fcr dich schw\u00e4rmen!<\/p>\n<h2>Schaut nicht auf mich herab!<\/h2>\n<p><strong>5-6<\/strong>\u00a0Schaut nicht auf mich herab, ihr M\u00e4dchen von Jerusalem, weil meine Haut so dunkel ist, braun wie die Zelte der Nomaden. Ich bin dennoch sch\u00f6n, so wie die wertvollen Zeltdecken Salomos. Meine Br\u00fcder waren streng mit mir, sie lie\u00dfen mich ihre Weinberge h\u00fcten. Doch mich selbst zu pflegen, meinen Weinberg, daf\u00fcr hatte ich keine Zeit! Darum hat die Sonne mich dunkel gebrannt.<\/p>\n<h2>Wo bist du?<\/h2>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Sag mir, mein Geliebter, wo l\u00e4sst du deine Schafe weiden, wo l\u00e4sst du sie am Mittag lagern? Lass mich nicht vergebens nach dir suchen, nicht umherirren bei den Herden andrer Hirten!<\/p>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Wei\u00dft du&#8217;s wirklich nicht, du sch\u00f6nste aller Frauen? Folg den Spuren meiner Schafe, und weide deine kleinen Ziegen bei den Hirtenzelten!<\/p>\n<h2>Du bist sch\u00f6n!<\/h2>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Wie sch\u00f6n du bist, meine Freundin, sch\u00f6n wie eine Stute vor dem Prachtwagen des Pharaos!<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Deine Wangen sind von Ohrringen umrahmt, deinen Hals schm\u00fcckt eine Muschelkette.<\/p>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Ein Geschmeide aus Gold sollst du haben und Perlen um den Hals, in Silber gefasst!<\/p>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Wenn mein K\u00f6nig mit mir speist, riecht er den Duft meines Narden\u00f6ls.<\/p>\n<p><strong>13<\/strong>\u00a0Mein Geliebter ruht an meiner Brust wie ein mit Myrrhe gef\u00fcllter Beutel.<\/p>\n<p><strong>14<\/strong>\u00a0Er duftet wie die Bl\u00fcten des Hennastrauchs, der in den Weing\u00e4rten von En-Gedi w\u00e4chst.<\/p>\n<p><strong>15<\/strong>\u00a0Wie sch\u00f6n du bist, meine Freundin, wundersch\u00f6n bist du, deine Augen gl\u00e4nzen wie das Gefieder der Tauben.<\/p>\n<p><strong>16<\/strong>\u00a0Sch\u00f6n bist auch du, mein Liebster &#8211; wie freue ich mich \u00fcber dich! Das Gras ist unser Lager,<\/p>\n<p><strong>17<\/strong>\u00a0Zedern sind die Balken unsres Hauses und die Zypressen unser Dach.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_2\">\n<h1>Hohelied 2<\/h1>\n<h2>Du bist einzigartig!<\/h2>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Ich bin nur eine Narzisse in der Scharonebene, eine Lilie aus den T\u00e4lern.<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Wie eine Lilie unter Dornen, so ist meine Freundin unter allen andren M\u00e4dchen!<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Wie ein Apfelbaum unter den B\u00e4umen des Waldes, so ist mein Liebster unter allen andren M\u00e4nnern! In seinem Schatten m\u00f6chte ich ausruhn und seine Fr\u00fcchte genie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Ich bin krank vor Liebe<\/h2>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Ins Weinhaust hat er mich gef\u00fchrt, dort zeigt er mir, dass er mich liebt.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0St\u00e4rkt mich mit Rosinenkuchen, erfrischt mich mit \u00c4pfeln, denn ich bin krank vor Liebe!<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Sein linker Arm liegt unter meinem Kopf, und mit dem rechten h\u00e4lt er mich umschlungen.<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Ihr M\u00e4dchen von Jerusalem, ich beschw\u00f6re euch: Lasst uns jetzt allein! Wir sind wie scheue Rehe und Gazellen &#8211; schreckt uns nicht auf, wir lieben uns.<\/p>\n<h2>Der Fr\u00fchling ist da!<\/h2>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Da kommt mein Geliebter! Er springt \u00fcber die Berge und h\u00fcpft \u00fcber die H\u00fcgel.<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Schnell wie eine Gazelle l\u00e4uft er, flink wie ein Hirsch. Schon steht er vor dem Haus! Er sp\u00e4ht durch das Gitter, blickt zum Fenster herein.<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Er sagt zu mir: \u00bbSteh auf, meine Freundin, meine Sch\u00f6ne, und komm!<\/p>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Die Regenzeit liegt hinter uns, der Winter ist vorbei!<\/p>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Die Blumen beginnen zu bl\u00fchen, die V\u00f6gel zwitschern, und \u00fcberall im Land h\u00f6rt man die Turteltaube gurren.<\/p>\n<p><strong>13<\/strong>\u00a0Die ersten Feigen werden reif, die Reben bl\u00fchen und verstr\u00f6men ihren Duft. Steh auf, meine Freundin, meine Sch\u00f6ne, und komm!<\/p>\n<p><strong>14<\/strong>\u00a0Versteck dich nicht wie eine Taube im Felsspalt! Zeig mir dein sch\u00f6nes Gesicht, und lass mich deine wunderbare Stimme h\u00f6ren!\u00ab<\/p>\n<p><strong>15<\/strong>\u00a0Fangt uns doch die kleinen F\u00fcchse, denn sie verw\u00fcsten den Weinberg, wenn die Reben in sch\u00f6nster Bl\u00fcte stehn.<\/p>\n<p><strong>16<\/strong>\u00a0Nur mir geh\u00f6rt mein Liebster, und ich geh\u00f6re ihm, dem Hirten, der seine Schafe auf Wiesen voller Lilien weidet.<\/p>\n<p><strong>17<\/strong>\u00a0Abends, wenn es k\u00fchl wird und die Nacht ihre Schatten \u00fcber das Land breitet, dann komm zu mir, mein Liebster! Sei schnell wie eine Gazelle, flink wie ein junger Hirsch, der von den rauen Bergen kommt!<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_3\">\n<h1>Hohelied 3<\/h1>\n<h2>N\u00e4chtliche Sehnsucht<\/h2>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Nachts auf meinem Bett sehnte ich mich nach meinem Liebsten. So gern wollte ich bei ihm sein, doch er war nicht da!<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0\u00bbIch will aufstehn, die Stadt durchstreifen, durch die Gassen und \u00fcber die Pl\u00e4tze laufen. Meinen Liebsten muss ich finden!\u00ab Ich suchte nach ihm, doch vergebens.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Bei ihrem Rundgang griff die Wache mich auf: \u00bbHabt ihr meinen Liebsten gesehen?\u00ab, fragte ich sie.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Kaum war ich an ihnen vorbei, da fand ich ihn, dem mein Herz geh\u00f6rt. Ich hielt ihn fest und lie\u00df ihn nicht mehr los. Ich f\u00fchrte ihn in das Haus meiner Mutter, in jene Kammer, in der sie mich geboren hat.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0Ihr M\u00e4dchen von Jerusalem, ich beschw\u00f6re euch: Lasst uns jetzt allein! Wir sind wie scheue Rehe und Gazellen &#8211; schreckt uns nicht auf, wir lieben uns.<\/p>\n<h2>Der Hochzeitszug<\/h2>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Wer kommt dort herauf aus der W\u00fcste, umgeben von Rauchs\u00e4ulen aus Weihrauch und Myrrhe und allen Parf\u00fcmen der H\u00e4ndler?<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Seht! Es ist die S\u00e4nfte Salomos, von sechzig M\u00e4nnern ist sie umringt, von Israels tapferen Soldaten.<\/p>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Sie alle sind im Kampf erprobt, sie tragen das Schwert an der Seite zum Schutz gegen \u00dcberf\u00e4lle in der Nacht.<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Eine S\u00e4nfte lie\u00df K\u00f6nig Salomo sich bauen aus dem kostbaren Holz des Libanon.<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Die Pfosten sind mit Silber beschlagen und die Lehnen mit Gold \u00fcberzogen. Der Stoff des Thronsitzes ist purpurrot, liebevoll bestickt von Jerusalems Frauen.<\/p>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Kommt heraus, ihr M\u00e4dchen von Jerusalem! Seht K\u00f6nig Salomo mit seiner Krone! Heute hat ihn seine Mutter gekr\u00f6nt, am Tag seiner Hochzeit, am Tag seines Gl\u00fccks!<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_4\">\n<h1>Hohelied 4<\/h1>\n<h2>Wie sch\u00f6n du bist!<\/h2>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Wie sch\u00f6n du bist, meine Freundin, wie wundersch\u00f6n! Deine Augen hinter dem Schleier gl\u00e4nzen wie das Gefieder der Tauben. Dein Haar flie\u00dft \u00fcber deine Schultern wie eine Herde Ziegen, die vom Gebirge Gilead ins Tal zieht.<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Deine Z\u00e4hne sind wei\u00df wie geschorene Schafe, wenn sie aus der Schwemme kommen. Keiner von ihnen fehlt.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Wie ein scharlachrotes Band leuchten deine Lippen, sie sind sch\u00f6n geschwungen. Hinter dem Schleier schimmern deine Wangen wie eine Scheibe vom Granatapfel.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Dein Hals ist rund und hoch wie der Turm Davids, dein Schmuck wie tausend Schilde, die daran h\u00e4ngen.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0Deine Br\u00fcste sind wie junge Zwillinge einer Gazelle, die auf Blumenwiesen weiden.<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Abends, wenn es k\u00fchl wird und die Nacht ihre Schatten \u00fcber das Land breitet, will ich zu dem H\u00fcgel kommen, der nach Myrrhe und Weihrauch duftet.<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Deine Sch\u00f6nheit ist vollkommen, meine Freundin, kein Makel ist an dir.<\/p>\n<h2>Du hast mich verzaubert<\/h2>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Komm mit mir, meine Braut, steig mit mir herab vom Libanon, verlass den Gipfel des Amanaberges, den steilen Senir und den Hermon! Denn dort leben die L\u00f6wen und Panther!<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Du hast mich verzaubert, mein M\u00e4dchen, meine Braut! Mit einem einzigen Blick hast du mein Herz geraubt. Schon eine Kette deines Halsschmucks zog mich in deinen Bann!<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Wie gl\u00fccklich macht mich deine Liebe, mein M\u00e4dchen, meine Braut! Ich genie\u00dfe deine Liebe mehr als den besten Wein. Dein Duft ist bezaubernder als jedes Parf\u00fcm.<\/p>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Wie Honig schmecken deine Lippen, meine Braut, ja, s\u00fc\u00dfe Honigmilch ist unter deiner Zunge! Und wie der Wald dort auf dem Libanon, so duften deine Kleider!<\/p>\n<h2>Ein Gartenvoll edler Pflanzen<\/h2>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Mein M\u00e4dchen ist ein Garten, in dem die sch\u00f6nsten Pflanzen wachsen. Aber noch ist er mir verschlossen. Meine Braut ist eine Quelle mit frischem Wasser, aber noch kann ich nicht davon trinken.<\/p>\n<p><strong>13<\/strong>\u00a0An Granatb\u00e4umen reifen k\u00f6stliche Fr\u00fcchte, und die Hennastr\u00e4ucher bl\u00fchen.<\/p>\n<p><strong>14<\/strong>\u00a0Dort wachsen Narde und Safran, Kalmus und Zimt, Weihrauchstr\u00e4ucher, Myrrhe und Alo\u00eb und die edelsten Balsamgew\u00e4chse.<\/p>\n<p><strong>15<\/strong>\u00a0Eine Quelle bew\u00e4ssert den Garten, ihr Wasser sprudelt herab vom Libanon.<\/p>\n<p><strong>16<\/strong>\u00a0Kommt, Nordwind und S\u00fcdwind, durchweht meinen Garten, tragt seine D\u00fcfte hinaus! Komm, mein Liebster, in deinen Garten, und genie\u00dfe die k\u00f6stlichen Fr\u00fcchte!<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_5\">\n<h1>Hohelied 5<\/h1>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Ich betrete den Garten, mein M\u00e4dchen, meine Braut. Ich pfl\u00fccke die Myrrhe und ernte den Balsam. Ich \u00f6ffne die Wabe und esse den Honig. Ich trinke den Wein und genie\u00dfe die Milch. Esst auch ihr, Freunde, trinkt euren Wein! Berauscht euch an der Liebe!<\/p>\n<h2>Suche in der Nacht<\/h2>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Ich schlief, doch mein Herz war wach. Da, es klopft! Mein Liebster kommt!<br \/>\nMach auf, mein M\u00e4dchen, meine Freundin, meine Liebste, meine Vollkommene! Mach auf, denn mein Haar ist nass vom Tau der Nacht.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Ich habe mein Kleid schon ausgezogen, soll ich es deinetwegen wieder anziehn? Meine F\u00fc\u00dfe habe ich schon gewaschen, ich w\u00fcrde sie nur schmutzig machen.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Jetzt streckt er seine Hand durch die \u00d6ffnung in der T\u00fcr. Mein Herz schl\u00e4gt bis zum Hals, weil er in meiner N\u00e4he ist.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0Ich springe auf und will dem Liebsten \u00f6ffnen; meine H\u00e4nde greifen nach dem Riegel, sie sind voll von Myrrhen\u00f6l.<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Schnell \u00f6ffne ich die T\u00fcr f\u00fcr meinen Liebsten, doch weg ist er, spurlos verschwunden. Entsetzen packt mich: Er ist fort! Ich suche ihn, doch ich kann ihn nirgends finden; ich rufe laut nach ihm, doch er gibt keine Antwort.<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Bei ihrem Rundgang greifen mich die W\u00e4chter auf. Sie schlagen und verwunden mich, sie rei\u00dfen mir das Kopftuch weg.<\/p>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Ihr M\u00e4dchen von Jerusalem, ich beschw\u00f6re euch: Wenn ihr meinen Liebsten findet, dann sagt ihm, dass ich krank vor Liebe bin.<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Warum beschw\u00f6rst du uns, du sch\u00f6nste aller Frauen? Was hat dein Liebster anderen voraus?<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Mein Liebster ist sch\u00f6n und kr\u00e4ftigt, unter Tausenden ist keiner so wie er!<\/p>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Sein Gesicht schimmert wie Gold, sein Haar ist rabenschwarz, seine Locken erinnern an die Bl\u00fctenrispen einer Dattelpalme.<\/p>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Seine Augen sind von vollkommener Sch\u00f6nheit, so wie Tauben, die in Milch baden und aus vollen B\u00e4chen trinken.<\/p>\n<p><strong>13<\/strong>\u00a0Seine Wangen duften nach Balsamkr\u00e4utern, nach kostbaren Salben. Seine Lippen leuchten wie rote Lilien, sie sind benetzt mit Myrrhen\u00f6l.<\/p>\n<p><strong>14<\/strong>\u00a0Seine Arme sind wie Goldbarren, mit T\u00fcrkissteinen verziert. Sein Leib gleicht einer Statue aus Elfenbein, \u00fcber und \u00fcber mit Saphiren bedeckt.<\/p>\n<p><strong>15<\/strong>\u00a0Seine Beine sind Alabasters\u00e4ulen, die auf goldenen Sockeln stehn. Eindrucksvoll wie der Libanon ist seine Gestalt, stattlich wie m\u00e4chtige Zedern.<\/p>\n<p><strong>16<\/strong>\u00a0Seine K\u00fcsse sind z\u00e4rtlich, alles an ihm ist wundersch\u00f6n.<br \/>\nSo ist mein Liebster, mein Freund, ihr M\u00e4dchen von Jerusalem.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_6\">\n<h1>Hohelied 6<\/h1>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Wohin ist dein Liebster denn gegangen, du sch\u00f6nste aller Frauen? Wir wollen mit dir gehn und nach ihm suchen, wo k\u00f6nnte er denn sein?<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Mein Liebster ging in seinen Garten, wo Balsamkr\u00e4uter wachsen. Dort ist die Weide seiner Herde, dort pfl\u00fcckt er sch\u00f6ne Lilien.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Nur mir geh\u00f6rt mein Liebster, und ich geh\u00f6re ihm, dem Hirten, der seine Schafe auf Wiesen voller Lilien weidet.<\/p>\n<h2>Sch\u00f6ner als alle bist du!<\/h2>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Sch\u00f6n bist du, meine Freundin, sch\u00f6n wie Tirzat, bezaubernd wie Jerusalem; du hast mich erobert wie ein m\u00e4chtiges Heer, das zum Krieg auszieht.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0Wende deine Augen von mir ab, denn dein Blick \u00fcberw\u00e4ltigt mich.<br \/>\nDein Haar flie\u00dft \u00fcber deine Schultern wie eine Herde Ziegen, die vom Gebirge Gilead ins Tal zieht.<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Deine Z\u00e4hne sind wei\u00df wie Schafe, wenn sie aus der Schwemme kommen; keiner von ihnen fehlt.<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Hinter dem Schleier schimmern deine Wangen wie eine Scheibe vom Granatapfel.<\/p>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Mag der K\u00f6nig sechzig Ehefrauen haben, achtzig Nebenfrauen und M\u00e4dchen ohne Zahl:<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Ich liebe nur die eine, meine Liebste, die Vollkommene. Sie ist die einzige Tochter ihrer Mutter, ihr Lieblingskind, dem sie das Leben gab. K\u00f6nnten die Frauen und Nebenfrauen des K\u00f6nigs sie sehen, sie alle w\u00fcrden von ihr schw\u00e4rmen:<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Sie ist so sch\u00f6n wie das Morgenrot, so herrlich wie der Mond und der Schein der Sonne! Sie kann einen Mann erobern wie ein m\u00e4chtiges Heer, das zum Krieg auszieht.<\/p>\n<h2>Sehnsucht<\/h2>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Ich ging hinunter ins Tal, in den Garten, wo die Walnussb\u00e4ume stehen. Ich wollte sehen, ob die B\u00e4ume schon bl\u00fchen, ob der Weinstock neue Bl\u00e4tter treibt und ob am Granatbaum Knospen sprie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Ohne dass ich es merkte, trieb mich die Sehnsucht zu meinem M\u00e4dchen, hin zu meiner Liebsten.t<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_7\">\n<h1>Hohelied 7<\/h1>\n<h2>Dreh dich im Tanz!<\/h2>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Dreh dich, Sulamith, dreh dich beim Tanz im Kreise, denn wir wollen dich bewundern!<br \/>\nWas gibt es denn zu sehen, wenn ich den Reigen von Mahanajim tanze?<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Wie sch\u00f6n sind deine F\u00fc\u00dfe in den Sandalen, du F\u00fcrstentochter! Die Rundungen deiner H\u00fcften sind wie ein Halsgeschmeide, ein Werk aus K\u00fcnstlerhand.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Dein Scho\u00df gleicht einer runden Schale, die stets mit edlem Wein gef\u00fcllt ist. Dein Bauch ist golden wie Weizen, von Lilien umkr\u00e4nzt.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Deine Br\u00fcste sind wie junge Zwillinge einer Gazelle.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0Dein Hals gleicht einem Turm aus Elfenbein, und deine Augen sind wie die Teiche von Heschbon am Bat-Rabbim-Tor. Deine Nase ist wie der Libanonturm, der nach Damaskus blickt.<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Dein Kopf ist sch\u00f6n und majest\u00e4tisch wie das Karmelgebirge. Dein Haar schimmert wie Purpur, deine Locken k\u00f6nnen einen K\u00f6nig fesseln.<\/p>\n<h2>Deine Liebe macht mich gl\u00fccklich<\/h2>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0Wie sch\u00f6n du bist! Deine Liebe macht mich gl\u00fccklich.<\/p>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Deine Gestalt gleicht einer hohen Dattelpalme, und deine Br\u00fcste sind wie ihre Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Ich will auf die Palme steigen und ihre reifen Fr\u00fcchte genie\u00dfen. Freuen will ich mich an deinen Br\u00fcsten, die den Trauben am Weinstock gleichen. Deinen Atem will ich trinken, der wie frische \u00c4pfel duftet;<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0deine Lippen will ich sp\u00fcren, denn sie schmecken mir wie edler Wein.<br \/>\nJa, m\u00f6ge der Wein dich erfreuen, dass du ihn im Schlaf noch auf den Lippen sp\u00fcrst.<\/p>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Ich geh\u00f6re meinem Liebsten, und sein Herz sehnt sich nach mir.<\/p>\n<h2>Ich will dir meine Liebe schenken<\/h2>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Komm, wir gehn hinaus aufs Feld, mein Liebster, unter Hennastr\u00e4uchern lass uns die Nacht verbringen!<\/p>\n<p><strong>13<\/strong>\u00a0In der Fr\u00fche wollen wir zum Weinberg gehen und sehen, ob der Weinstock treibt, ob seine kleinen Bl\u00fcten aufgegangen sind und der Granatbaum schon die ersten Knospen hat. Dort will ich dir meine Liebe schenken!<\/p>\n<p><strong>14<\/strong>\u00a0Die Liebes\u00e4pfelt verstr\u00f6men ihren Duft. K\u00f6stliche Fr\u00fcchte liegen vor unsrer T\u00fcr, frisch geerntete und solche, die ich f\u00fcr dich, mein Liebster, aufbewahrt habe.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"main_Song_8\">\n<h1>Hohelied 8<\/h1>\n<h2>K\u00f6nnten wir doch ungest\u00f6rt sein!<\/h2>\n<p><strong>1<\/strong>\u00a0Ach w\u00e4rst du doch mein Bruder, h\u00e4tte meine Mutter dich gestillt! Dann k\u00f6nnte ich dich unbek\u00fcmmert k\u00fcssen, wenn wir uns auf der Stra\u00dfe treffen, und niemand w\u00fcrde Ansto\u00df daran nehmen!<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>\u00a0Ins Haus meiner Mutter w\u00fcrde ich dich f\u00fchren, dort k\u00f6nntest du mir deine Liebe zeigen; ich g\u00e4be dir gew\u00fcrzten Wein zu trinken und Nektar von den Fr\u00fcchten des Granatbaums.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>\u00a0Sein linker Arm liegt unter meinem Kopf, und mit dem rechten h\u00e4lt er mich umschlungen.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>\u00a0Ihr M\u00e4dchen von Jerusalem, ich beschw\u00f6re euch: Lasst uns jetzt allein! Schreckt uns nicht auf, wir lieben uns.<\/p>\n<h2>Die Macht der Liebe<\/h2>\n<p><strong>5<\/strong>\u00a0Wer ist sie, die heraufkommt aus der W\u00fcste, Arm in Arm mit ihrem Liebsten?<br \/>\nUnter dem Apfelbaum, da habe ich deine Liebe geweckt, dort, wo deine Mutter dich empfing, wo sie dir das Leben gab.<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>\u00a0Lass mich deinem Herzen nahe sein, so wie der Siegelring auf deiner Brust. Ich m\u00f6chte einzigartig f\u00fcr dich bleiben, so wie der Siegelreif um deinen Arm.<br \/>\nUn\u00fcberwindlich wie der Tod, so ist die Liebe, und ihre Leidenschaft so unentrinnbar wie das Totenreich! Wen die Liebe erfasst hat, der kennt ihr Feuer: Sie ist eine Flamme Gottes!<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>\u00a0M\u00e4chtige Fluten k\u00f6nnen sie nicht ausl\u00f6schen, gewaltige Str\u00f6me sie nicht fortrei\u00dfen. B\u00f6te einer seinen ganzen Besitz, um die Liebe zu kaufen, so w\u00fcrde man ihn nur verspotten.<\/p>\n<h2>Leicht zu erobern?<\/h2>\n<p><strong>8<\/strong>\u00a0Unsre Schwester ist fast noch ein Kind und hat noch keine Br\u00fcste. Doch kommt einmal die Zeit, dass jemand um sie werben wird, dann m\u00fcssen wir zur Stelle sein!<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>\u00a0Wenn sie uneinnehmbar ist wie eine Mauer, dann schm\u00fccken wir sie mit einem silbernen Turm. Doch wenn sie leicht zu erobern ist wie eine offene T\u00fcr, dann verriegeln wir sie mit Zedernbalken.<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>\u00a0Ich bin wie eine Mauer, und meine Br\u00fcste sind wie Wacht\u00fcrme. Doch meinem Liebsten gebe ich mich hin.<\/p>\n<h2>Reicher als Salomo<\/h2>\n<p><strong>11<\/strong>\u00a0Salomo besa\u00df einen Weinberg in Baal-Hamon. Er \u00fcberlie\u00df ihn den P\u00e4chtern, und bei der Ernte sollte jeder ihm tausend Silberm\u00fcnzen zahlen.<\/p>\n<p><strong>12<\/strong>\u00a0Die tausend g\u00f6nne ich dir, Salomo, und zweihundert den P\u00e4chtern, doch mein Weinberg geh\u00f6rt mir allein!<\/p>\n<h2>Rufe nur mich<\/h2>\n<p><strong>13<\/strong>\u00a0Du M\u00e4dchen in den G\u00e4rten, noch andre M\u00e4nner lauschen, ob du sie rufst. Nur mich lass deine Stimme h\u00f6ren!<\/p>\n<p><strong>14<\/strong>\u00a0Ja, komm rasch zu mir, mein Liebster! Sei schnell wie eine Gazelle, flink wie ein junger Hirsch, der von den Bergen kommt, wo duftende Kr\u00e4uter wachsen!<\/p>\n<\/div>\n<h1><\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hohelied 1 Du bist mein K\u00f6nig 1\u00a0Das sch\u00f6nste aller Lieder, von Salomo. 2\u00a0Komm und k\u00fcss mich, k\u00fcss mich immer wieder! Ich genie\u00dfe deine Liebe mehr als den besten Wein. 3\u00a0Der Duft deiner Salben bet\u00f6rt mich. Dein Name ist wie ein besonderes Parf\u00fcm, darum lieben dich die M\u00e4dchen. 4\u00a0Nimm mich bei der Hand! Schnell, lass uns [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[514,446],"tags":[],"class_list":["post-2791","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bibelleseprogram","category-hohelied"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2791"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2791\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2792,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2791\/revisions\/2792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}