
{"id":2532,"date":"2011-07-07T15:22:33","date_gmt":"2011-07-07T14:22:33","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2532"},"modified":"2011-07-07T15:41:24","modified_gmt":"2011-07-07T14:41:24","slug":"gottes-barmherzigkeit-%e2%80%94-eine-folge-der-treue-gegenuber-seinem-ehebund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2532","title":{"rendered":"Gottes Barmherzigkeit \u2014 eine Folge der Treue gegen\u00fcber seinem Ehebund"},"content":{"rendered":"<p>WT 15.06.1976<\/p>\n<p><em><strong>\u201eUnd ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender G\u00fcte und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewi\u00dflich Jehova erkennen\u201c (Hos. 2:19, 20).<\/strong><\/em><\/p>\n<p>EINE treulose Frau, die wiederholt die Ehe gebrochen hat, darf kaum erwarten, da\u00df ihr rechtm\u00e4\u00dfiger Mann ihr Barmherzigkeit erweist. Sie kann sich auch nicht mit Sicherheit darauf verlassen, da\u00df ihre Liebhaber st\u00e4ndig f\u00fcr ihren Unterhalt sorgen. Selbst leidenschaftliche Liebhaber m\u00f6gen nach einiger Zeit von einer solchen Ehebrecherin genug haben und sich nach einer anderen Geliebten umsehen. Wohin kann sie dann gehen? Treue gegen\u00fcber ihrem Ehebund sollte sie veranlassen, zu ihrem rechtm\u00e4\u00dfigen Mann zur\u00fcckzukehren. Wird er seiner ehebrecherischen Frau aber Barmherzigkeit erweisen und sie wiederaufnehmen? Wie oft geschieht das wohl in unserer unbarmherzigen Welt des zwanzigsten Jahrhunderts?<\/p>\n<p>2 Doch da ist jemand, der zu den Menschen sagt: \u201eEure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege .\u00a0.\u00a0. Denn wie die Himmel h\u00f6her sind als die Erde, so sind meine Wege h\u00f6her als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.\u201c Wer ist derjenige, dessen Denk- und Handlungsweise so erhaben ist? Er ist der Eine, der himmelhoch \u00fcber uns Menschen steht. Er, aus dessen Mund die obigen Worte hervorgingen, gibt sich selbst als Jehova zu erkennen, und zwar durch seinen Propheten Jesaja, den Sohn des Amoz (Jes. 55:8, 9; 1:1). Jehova \u00e4u\u00dferte diese Worte, als er vorhersagte, da\u00df sein Bundesvolk aus der Gefangenschaft im heidnischen Babylon in das ihm von Gott zugesprochene Land im Nahen Osten zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Entgegen allen menschlichen Gedanken oder \u00dcberlegungen sorgte dieser Gott der Barmherzigkeit daf\u00fcr, da\u00df diese R\u00fcckkehr im Jahre 537 v.\u00a0u.\u00a0Z. erfolgte.<\/p>\n<p>3 Mit der R\u00fcckkehr dieses Volkes in sein fernes Heimatland, das siebzig Jahre unbewohnt gewesen war, stand die L\u00f6sung eines Eheproblems in Verbindung, das Jehova betraf. Er war fast tausend Jahre fr\u00fcher mit diesem Volk, dem Volke Israel, ein Eheb\u00fcndnis eingegangen. Dieser Ehebund war in der N\u00e4he des Berges Sinai auf der Westseite des s\u00fcdlichen Teils der arabischen Halbinsel geschlossen worden, und der Prophet Moses hatte dabei als Mittler zwischen Gott und den Menschen gedient. Als grundlegendes Gesetz, das das Eheverh\u00e4ltnis regeln sollte, verk\u00fcndete Gott die Zehn Gebote. Das erste lautete: \u201eIch bin Jehova, dein Gott, der ich dich aus dem Land \u00c4gypten, aus dem Sklavenhause, herausgef\u00fchrt habe. Du sollst keine anderen G\u00f6tter wider mein Angesicht haben\u201c (2.\u00a0Mose 20:1-3).<\/p>\n<p>4 Jehova hatte die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels von der Bedr\u00fcckung und der Zwangsarbeit im alten \u00c4gypten befreit und sie dadurch in Wirklichkeit als seine Nation, als sein \u201eWeib\u201c, erkauft oder erl\u00f6st (Jes. 63:7-9). Diese weibes\u00e4hnliche Nation geh\u00f6rte also ihm; er war ihr ehelicher Besitzer. Als solcher beschlo\u00df er, mit ihr einen Ehevertrag einzugehen. Dieser Vertrag war der feierliche Vertrag, der auf Gottes Gesetzessammlung beruhte und allgemein als mosaischer Bund oder Gesetzesbund bezeichnet wird. Da den Israeliten daran gelegen war, von Gott, ihrem himmlischen Besitzer, gesegnet und besch\u00fctzt zu werden, waren sie bereit, diese Ehe einzugehen. Sie versprachen, ihren Ehevertrag, den Gesetzesbund, treu einzuhalten. So wurden sie das alleinige Bundesvolk Gottes auf der Erde. Jehova sagte deshalb: \u201eIch selbst [war] ihr ehelicher Besitzer\u201c (Jer. 31:31, 32).<\/p>\n<p>5 In einer sittlich verkommenen Welt, die dem Baal und vielen anderen falschen G\u00f6ttern anhing, war es f\u00fcr die Nation Israel sehr schwer, ihren Ehebund, ihren Vertrag mit Jehova, ihrem Gott und ehelichen Besitzer, treu einzuhalten. Mit der Zeit wurde daher fast die ganze Nation Jehova untreu und beging geistigen Ehebruch (Jak. 4:4). Im Jahre 997 v.\u00a0u.\u00a0Z. wurde das Zw\u00f6lfst\u00e4mmereich Israel geteilt. Die ehebrecherische Handlungsweise des als Israel bekannten Zehnst\u00e4mmereiches wurde durch die Handlungsweise der Frau des Propheten Hosea, Gomer genannt, dargestellt.<\/p>\n<p>6 Gomer wurde \u201eein Weib der Hurerei\u201c und hatte schlie\u00dflich \u201eKinder der Hurerei\u201c (Hos. 1:1-3). Das veranschaulichte, wie das Zehnst\u00e4mmereich Israel mit g\u00f6tzendienerischen Nationen politische B\u00fcndnisse schlo\u00df. Die weibes\u00e4hnliche Nation Israel vertraute allm\u00e4hlich auf diese heidnischen Nationen statt auf ihren ehelichen Besitzer, Jehova. Sie schrieb ihren wirtschaftlichen Wohlstand jetzt diesen weltlichen Nationen statt Jehova zu. Sie betete die G\u00f6tter dieser Nationen an und machte sich so der groben Verletzung ihres Ehebundes mit ihrem Erl\u00f6ser und ehelichen Besitzer, Jehova, schuldig. Er f\u00fchrte daher einen Rechtsfall gegen das in geistigem Sinne ehebrecherische K\u00f6nigreich Israel. Nach den Bestimmungen des Ehebundes hatte er das Recht und die Pflicht, gegen das abtr\u00fcnnige Israel vorzugehen, und das tat er schlie\u00dflich auch. Er sagte:<\/p>\n<p>7 \u201eDarum, siehe, verz\u00e4une ich deinen Weg mit Dornen; und ich will eine Steinmauer gegen sie auff\u00fchren, so da\u00df sie ihre eigenen Pfade nicht finden wird. Und sie wird tats\u00e4chlich ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachjagen, aber sie wird sie nicht einholen; und wird sie gewi\u00dflich suchen, aber sie wird sie nicht finden. Und sie wird sprechen m\u00fcssen: ,Ich will gehen und zu meinem Mann zur\u00fcckkehren, dem ersten, denn es ging mir damals besser als jetzt.\u2018 Sie selbst aber erkannte nicht, da\u00df ich es war, der ihr das Korn und den s\u00fc\u00dfen Wein und das \u00d6l gegeben hatte, und da\u00df ich sie selbst Silber in Menge hatte haben lassen und Gold, von dem sie f\u00fcr Baal Gebrauch machten [das sie zum Baalsbild gemacht haben, Z\u00fcrcher Bibel]\u201c (Hos. 2:6-8)<\/p>\n<p>8 Nach diesen Worten wollte Jehova das Volk des Zehnst\u00e4mmereiches Israel z\u00fcchtigen, aber nicht etwa, um dessen K\u00f6nigsherrschaft zu retten, denn er dachte nicht daran, seine durch den Propheten Hosea fr\u00fcher ge\u00e4u\u00dferten Worte r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen: \u201eIch werde gewi\u00dflich die K\u00f6nigsherrschaft des Hauses Israel aufh\u00f6ren lassen. Und es soll an jenem Tage geschehen, da\u00df ich den Bogen Israels in der Tiefebene Jesreel zerbrechen mu\u00df\u201c (Hos. 1:4, 5).<\/p>\n<p>9 Einzelne Israeliten konnten jedoch aus der Z\u00fcchtigung der abtr\u00fcnnigen Nation Nutzen ziehen, zum Beispiel solche, die sich wie einst die siebentausend vor Baal nicht gebeugt hatten (1.\u00a0K\u00f6. 19:18; R\u00f6m. 11:1-5). Behalten wir folgendes im Sinn: Als Jehova im Jahre 740 v.\u00a0u.\u00a0Z. das K\u00f6nigreich Israel aufh\u00f6ren und die \u00fcberlebenden Israeliten nach Assyrien wegf\u00fchren lie\u00df, hob er seinen mit der ganzen Nation Israel geschlossenen Ehebund nicht auf. Auch als er im Jahre 607 v.\u00a0u.\u00a0Z. Jerusalem zerst\u00f6ren und die \u00fcberlebenden Juden in die Gefangenschaft nach Babylonien f\u00fchren lie\u00df, hob er den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, nicht auf, durch den die Zw\u00f6lfst\u00e4mmenation Israel mit ihm als himmlischem Ehegemahl in ein eheliches Verh\u00e4ltnis getreten war. Dieses Verh\u00e4ltnis zwischen Jehova und ganz Israel wurde erst im Jahre 33 u.\u00a0Z. aufgel\u00f6st, als die F\u00fchrer der Juden Jesus Christus hinrichten lie\u00dfen (Kol. 2:14).<\/p>\n<p>10 Die Zehnst\u00e4mmenation Israel suchte zwar Hilfe bei den weltlichen Nationen, die ihre \u201eleidenschaftlichen Liebhaber\u201c gewesen waren, aber Jehovas Zeit, mit ihr abzurechnen, kam unerbittlich auf sie zu. Sie konnte noch so eifrig nach ihren \u201eLiebhabern\u201c suchen; es war keiner zu finden, der ihr helfen konnte. Sie war wie mit einem undurchdringlichen Dornendickicht umz\u00e4unt, so da\u00df es unm\u00f6glich war, ihr zu helfen. Ihre ehemaligen \u201eLiebhaber\u201c waren nicht in der Lage, ihr den n\u00f6tigen Beistand zu leisten, obwohl sie es gern getan h\u00e4tten. Nach dreij\u00e4hriger Belagerung durch die Assyrer wurde Israels Hauptstadt Samaria im Jahre 740 v.\u00a0u.\u00a0Z. erobert. Die \u00fcberlebenden Israeliten wurden in das Land ihrer Eroberer weggef\u00fchrt. Das K\u00f6nigreich der zehn St\u00e4mme Israels wurde in dem ihnen einst von Gott zugesprochenen Land nie wiederaufgerichtet. Wer konnte denn aus der von Jehova vorgenommenen Z\u00fcchtigung Nutzen ziehen? Nur einzelne von denen, die nach Assyrien in die Gefangenschaft gef\u00fchrt worden waren. Sie dachten \u00fcber ihre Situation nach und erinnerten sich, wie gut es ihre Vorv\u00e4ter hatten, die Jehova, ihrem himmlischen Ehegemahl und Gott, gedient hatten. Sie erkannten nun, was f\u00fcr sie besser w\u00e4re, und wandten sich deshalb vom Baalskult ab und bem\u00fchten sich, ihr Bundesverh\u00e4ltnis zu Jehova zu erneuern.<\/p>\n<p>11 Wann erhielten die israelitischen Gefangenen in Assyrien Gelegenheit, vereint an den von Jehova bestimmten Ort zur\u00fcckzukehren, um ihn dort wieder anzubeten? Erst im Jahre 537 v.\u00a0u.\u00a0Z., unter einer neuen Weltmacht. Wie kam es dazu? Um das Jahr 632 v.\u00a0u.\u00a0Z. wurde Assyriens Hauptstadt Ninive von den Babyloniern eingenommen, und Babylon wurde Weltmacht. Die assyrischen Provinzen, in denen die gefangenen Israeliten lebten, wurden Provinzen des Babylonischen Reiches. Etwa f\u00fcnfundzwanzig Jahre sp\u00e4ter wurde an dem nun ebenfalls abtr\u00fcnnig gewordenen K\u00f6nigreich Juda Jehovas Strafgericht vollzogen. Im Jahre 607 v.\u00a0u.\u00a0Z. lie\u00df Jehova die Stadt Jerusalem und ihren Tempel zerst\u00f6ren. Tausende \u00fcberlebender Juden wurden nach Babylonien weggef\u00fchrt, wo sie mit den gefangenen Israeliten zusammentrafen, die in den ehemaligen assyrischen Provinzen lebten.<\/p>\n<p>12 Nach fast siebzig Jahren war Jehovas weibes\u00e4hnliche Organisation auf der Erde in seinen Augen gen\u00fcgend gez\u00fcchtigt worden. In seiner Barmherzigkeit hatte er den vorhergesagten Perser Cyrus erweckt, der 539 v.\u00a0u.\u00a0Z. Babylon st\u00fcrzte. Kurz danach, im Jahre 537 v.\u00a0u.\u00a0Z., veranla\u00dfte Jehova dann Cyrus den Gro\u00dfen, einen Erla\u00df herauszugeben, der reum\u00fctigen Israeliten gestattete, in ihre geliebte Heimat zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>13 Erwies Gott, der himmlische Ehegemahl, seinem Bundesvolk, den zw\u00f6lf St\u00e4mmen Israels, dadurch nicht in au\u00dfergew\u00f6hnlichem Ma\u00dfe Barmherzigkeit? Ganz gewi\u00df; denn gem\u00e4\u00df dem mosaischen Bund, dem Gesetzesbund, war dies nicht zu erwarten. Wir lesen darin n\u00e4mlich folgendes: \u201eFalls ein Mann eine Frau nimmt und sie sich als Ehefrau wirklich zu seinem Besitz macht, so soll es geschehen, wenn sie in seinen Augen keine Gunst finden sollte, weil er etwas Anst\u00f6\u00dfiges an ihr gefunden hat, da\u00df er dann ein Scheidungszeugnis f\u00fcr sie ausschreiben und es ihr in die Hand legen und sie aus seinem Hause entlassen soll. Und sie soll aus seinem Hause wegziehen und hingehen und die Frau eines anderen Mannes werden. Wenn der letztgenannte Mann sie schlie\u00dflich ha\u00dft und ein Scheidungszeugnis f\u00fcr sie ausgeschrieben und es ihr in die Hand gelegt und sie aus seinem Hause entlassen hat oder falls der letztgenannte Mann, der sie sich zur Frau genommen hat, sterben sollte, so wird ihr erster Besitzer, der sie entlassen hat, sie nicht zur\u00fccknehmen d\u00fcrfen, damit sie wieder seine Frau wird, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das ist etwas Verabscheuungsw\u00fcrdiges vor Jehova, und du sollst das Land, das Jehova, dein Gott, dir als Erbe gibt, nicht in die S\u00fcnde hineinf\u00fchren\u201c (5.\u00a0Mose 24:1-4).<\/p>\n<p>14 In den Tagen des Propheten Jeremia wies Jehova die bundbr\u00fcchigen Juden des K\u00f6nigreiches Juda nachdr\u00fccklich auf dieses Gesetz hin, um ihnen zu zeigen, da\u00df er Israel mit Recht f\u00fcr immer h\u00e4tte durch Scheidung entlassen k\u00f6nnen. Er inspirierte Jeremia zu den Worten: \u201eEs gibt einen Spruch: ,Wenn ein Mann seine Frau wegsenden sollte und sie tats\u00e4chlich von ihm weggehen und eines anderen Mannes werden w\u00fcrde, sollte er je wieder zu ihr zur\u00fcckkehren?\u2018 Ist jenes Land [Juda] nicht bestimmt entweiht worden? ,Und du selbst hast Prostitution begangen mit vielen Gef\u00e4hrten; und sollte es eine R\u00fcckkehr zu mir geben?\u2018 ist der Ausspruch Jehovas\u201c (Jer. 3:1).<\/p>\n<p>15 Angesichts dieser Tatsache war es nur der alles \u00fcbertreffenden Barmherzigkeit Jehovas zuzuschreiben, da\u00df sein Ehebund mit ganz Israel nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems im Jahre 607 v.\u00a0u.\u00a0Z. noch jahrhundertelang bestehenblieb. Doch im Jahre 33 u.\u00a0Z. kam es zum endg\u00fcltigen Bruch, als die Nation Israel Jesus, den Messias, verwarf und ihn au\u00dferhalb der Mauern Jerusalems t\u00f6ten lie\u00df. Damals wurde ihre Ehe mit Jehova Gott aufgel\u00f6st. Hat sich dies seither in der j\u00fcdischen Geschichte best\u00e4tigt? Jawohl. Einzelnen Juden, die an Jesus, den Messias, glaubten, erm\u00f6glichte es Jehova in seiner Barmherzigkeit jedoch, ihr Verh\u00e4ltnis zu ihm durch einen neuen Bund, dessen Mittler Jesus, der Messias, war, zu erneuern.<\/p>\n<p>16 Heute behauptet die Christenheit, in diesem neuen Bund zu stehen. Sie ist aber trotz dieser Behauptung, trotz des Heiligen Jahres, das die katholische Kirche 1975 feierte, und trotz anderer religi\u00f6ser Erweckungsbestrebungen zum Untergang in der \u201egro\u00dfen Drangsal\u201c, die nun bald \u00fcber die heutige gottlose Welt hereinbrechen wird, verurteilt. In seiner Liebe und Barmherzigkeit hat Jehova aber einen reum\u00fctigen \u00dcberrest geistiger Israeliten aus der babylonischen Christenheit herausgerufen, damit dieser nicht mit ihr vernichtet werde (Offb. 18:4). Doch nicht nur ein \u00dcberrest geistiger Israeliten ist aus ihr herausgekommen. Auch eine \u201egro\u00dfe Volksmenge\u201c, bestehend aus anderen schaf\u00e4hnlichen Menschen, hat seit dem Jahre 1935 aus Jehovas Barmherzigkeit Nutzen gezogen. Diese Menschen sind aus allen Teilen Gro\u00df-Babylons herausgekommen. Sie haben sich dem \u00dcberrest angeschlossen und sind nun Jehova ausschlie\u00dflich ergeben (Offb. 7:9-17; Joh. 10:16).<\/p>\n<p><strong>Die Strafe f\u00fcr geistigen Ehebruch<\/strong><\/p>\n<p>17 Da die Religionsgemeinschaften der Christenheit behaupten, mit dem Gott der Bibel in einem Bundesverh\u00e4ltnis zu stehen, sich aber durch ihre Freundschaft mit Politikern und Militaristen in geistigem Sinne der Prostitution preisgegeben haben, werden sie der Strafe nicht entgehen. Sie sollten daran denken, da\u00df \u00fcber die Nation Israel damals Gottes Fl\u00fcche kamen, weil sie den Gesetzesbund, der zwischen ihr, dem \u201eWeibe\u201c Jehovas, und ihm, ihrem himmlischen Ehegemahl, bestand, \u00fcbertreten hatte. Jehova warnte sie vor dieser Bestrafung, indem er zu Hosea weiter sagte:<\/p>\n<p>18 \u201e\u00a0,Darum werde ich umkehren und gewi\u00dflich mein Korn zu seiner Zeit und meinen s\u00fc\u00dfen Wein zu seiner rechten Zeit wegnehmen, und ich will meine Wolle und mein Linnen [meinen Flachs, Menge] zur Bedeckung ihrer Bl\u00f6\u00dfe wegrei\u00dfen. Und nun werde ich ihre Schamteile vor den Augen ihrer leidenschaftlichen Liebhaber aufdecken, und da wird kein Mann sein, der sie meiner Hand entrei\u00dft. Und ich werde gewi\u00dflich all ihr Frohlocken, ihr Fest, ihren Neumond und ihren Sabbat und jede ihrer Festzeiten aufh\u00f6ren lassen. Und ich will ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verw\u00fcsten, von denen sie sprach: \u201eSie sind mir eine Gabe, die mir meine leidenschaftlichen Liebhaber gegeben haben\u201c; und ich will sie zu einem Wald machen, und die wilden Tiere des Feldes werden sie gewi\u00dflich verzehren. Und ich will Abrechnung halten mit ihr wegen aller Tage der Baalbildnisse, denen sie st\u00e4ndig r\u00e4ucherte, als sie sich fortgesetzt mit ihrem Ring und ihrem Schmuck zierte und st\u00e4ndig ihren leidenschaftlichen Liebhabern nachging, und mich verga\u00df sie\u2018 ist der Ausspruch Jehovas\u201c (Hos. 2:9-13).<\/p>\n<p>19 Die Nation Israel hatte also Jehova vergessen. Welche Behandlung verdiente sie daher? Sie war Jehova, ihrem himmlischen Ehegemahl, untreu geworden, und so war er gem\u00e4\u00df den eindeutigen Warnungen in den Bestimmungen des Ehebundes, den er mit ihr geschlossen hatte, verpflichtet, ihr seine materiellen Segnungen zu entziehen. Er war nicht verpflichtet, f\u00fcr eine Ehebrecherin zu sorgen, f\u00fcr eine Nation, die ihren Bund gebrochen und sich der Anbetung von Baalbildnissen zugewandt hatte, ja die ehebrecherische Beziehungen zu weltlichen Liebhabern unterhielt. Er konnte ihre moralische Unzuverl\u00e4ssigkeit und ihre Z\u00fcgellosigkeit mit Recht vor aller \u00d6ffentlichkeit blo\u00dfstellen, so da\u00df sich sogar ihre weltlichen Freunde voll Verachtung von ihr abwandten.<\/p>\n<p>20 Jehova wollte sie einem Urwald gleichmachen, der keinen Schutz und keine Sicherheit vor wilden Tieren bietet. Es h\u00e4tte ihr nichts genutzt, aufgrund ihrer Abstammung von den treuen Patriarchen Abraham, Isaak, Jakob (Israel) und den zw\u00f6lf Stammv\u00e4tern, den S\u00f6hnen Jakobs, Straffreiheit zu beanspruchen. Die verwandtschaftlichen Bande, durch die sie mit jenen M\u00e4nnern verbunden war, w\u00e4ren nicht stark genug, um sie aus der Hand Jehovas zu rei\u00dfen, wenn er sein Strafurteil an ihr vollstrecken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>21 Das bedeutete nicht, da\u00df Jehova des Bundes, den er mit seinem Freund Abraham im Jahre 1943 v.\u00a0u.\u00a0Z. geschlossen hatte, nicht mehr gedachte und ihn nicht halten w\u00fcrde. Jehova hatte bei sich selbst geschworen, als er diesen Bund machte, und er wird ihn nie brechen. Die ehebrecherische Nation Israel bewies aber, da\u00df sie trotz ihrer Abstammung von Abraham nicht w\u00fcrdig war, an der Erf\u00fcllung dieses Bundes teilzuhaben. Jehova hatte zu Abraham, dem Vorvater der Israeliten, gesagt: \u201eErweise dich als ein Segen. Und ich will die segnen, die dich segnen; und den, der \u00dcbles auf dich herabruft, werde ich verfluchen, und alle Familien des Erdbodens werden sich bestimmt durch dich segnen\u201c (1.\u00a0Mose 12:2, 3). \u201eIch [werde] dich bestimmt segnen .\u00a0.\u00a0. und deinen Samen bestimmt mehren .\u00a0.\u00a0. wie die Sterne der Himmel und wie die Sandk\u00f6rner, die am Ufer des Meeres sind; und dein Same wird das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen. Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde .\u00a0.\u00a0. segnen\u201c (1.\u00a0Mose 22:17, 18).<\/p>\n<p>22 Das Hauptglied des Samens Abrahams, der Messias, war noch nicht gekommen, als Samaria im Jahre 740 v.\u00a0u.\u00a0Z. zerst\u00f6rt wurde. Dieser messianische Nachkomme Abrahams war auch noch nicht gekommen, als Jerusalem im Jahre 607 v.\u00a0u.\u00a0Z. zerst\u00f6rt wurde. Doch er mu\u00dfte aus Abrahams Abstammungs- oder Geschlechtslinie kommen. Jehova lie\u00df zwar zu, da\u00df die Feinde das K\u00f6nigreich Israel und das K\u00f6nigreich Juda st\u00fcrzten, aber er mu\u00dfte den nat\u00fcrlichen Samen Abrahams erhalten. Warum? Eben, weil aus dieser Linie der Messias kommen sollte, durch den alle Nationen der Erde gesegnet werden (Matth. 1:1-3; Gal. 3:8-29). Zu diesem Zweck bewahrte Jehova in seiner Barmherzigkeit einen \u00dcberrest reum\u00fctiger Israeliten w\u00e4hrend der siebzigj\u00e4hrigen Gefangenschaft, die der Zerst\u00f6rung Jerusalems und dem Sturz des K\u00f6nigreiches Juda folgte. Er hielt an seinem Ehebund unverbr\u00fcchlich fest. Dann erweckte er den Mann, der ein Vorbild des Messias sein sollte: Cyrus, den Eroberer Babylons. Diesen Befreier benutzte Jehova, um den \u00dcberrest des Samens Abrahams in das Land Juda zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>23 Um diese Vers\u00f6hnung zwischen ihm und seinem \u201eWeibe\u201c, seinem Bundesvolk, vorherzusagen, inspirierte Jehova seinen Propheten Hosea zu folgenden Worten: \u201e\u00a0\u201aDarum, siehe, ich \u00fcberrede sie, und ich will sie in die Wildnis gehen lassen, und ich will ihr zu Herzen reden. Und ich will ihr von da an ihre Weing\u00e4rten geben und die Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung; und sie wird dort gewi\u00dflich antworten wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, da sie aus dem Land \u00c4gypten heraufkam. Und es soll geschehen an jenem Tage\u2018, ist der Ausspruch Jehovas, ,da\u00df du mich Mein Mann [ischi] nennen wirst, und du wirst mich nicht mehr Mein Besitzer [baali] nennen\u2018\u00a0\u201c (Hos. 2:14-16).<\/p>\n<p>24 W\u00e4hrend der Gefangenschaft im Lande Babylon waren die Israeliten gleichsam in der \u201eWildnis\u201c. Dort \u2018\u00fcberredete\u2019 Jehova in seiner Barmherzigkeit den reum\u00fctigen \u00dcberrest, und durch liebevolle Zucht und durch die Propheten Hesekiel und Daniel \u2018redete er ihm zu Herzen\u2019. Er hatte verhei\u00dfen, seiner gez\u00fcchtigten weibesgleichen Organisation \u2018von da an ihre Weing\u00e4rten zu geben\u2019. Das bedeutete, da\u00df er sie aus der babylonischen \u201eWildnis\u201c herausnehmen und sie in ihr lange ver\u00f6detes Heimatland, nach Juda und Jerusalem, zur\u00fcckf\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>25 Jehovas Bezugnahme auf die \u201eTalebene Achor\u201c erinnerte an folgende Begebenheit: Nachdem die Israeliten bei der Einnahme Kanaans die Stadt Jericho zerst\u00f6rt hatten, wurden der habgierige Achan und seine Angeh\u00f6rigen gesteinigt. Achan hatte von der Beute genommen und so zufolge seiner Selbstsucht das Gebot Jehovas verletzt und dadurch Israel in Schwierigkeiten gebracht. Das Tal, in dem Achan gesteinigt wurde, erhielt daher passenderweise den Namen \u201eTalebene Achor\u201c, denn Achor bedeutet \u201eBetr\u00fcbnis\u201c (Josua 7:10-26). Jehovas Verhei\u00dfung, seiner weibes\u00e4hnlichen Organisation \u201edie Talebene Achor als Eingang zur Hoffnung\u201c zu geben, wies demnach auf ihre R\u00fcckkehr in ihre Heimat hin, wo diese Talebene lag.<\/p>\n<p>26 Wie verhielten sich nun die reum\u00fctigen Israeliten, die den \u00dcberrest der weibes\u00e4hnlichen Organisation Jehovas ausmachten? \u2018Antworteten\u2019 sie auf seine Bem\u00fchungen, \u2018sie zu \u00fcberreden\u2019 und \u2018ihnen zu Herzen zu reden\u2019, ja gingen sie dankbar darauf ein? Die biblische Geschichte beantwortet diese Frage mit Ja. Die Nation Israel hatte in den Tagen ihrer \u201eJugend\u201c von ganzem Herzen \u2018geantwortet\u2019. Sie hatte Jehovas Einladung, den mosaischen Bund, den Gesetzesbund, einzugehen und so seine weibes\u00e4hnliche Organisation zu werden, angenommen. In \u00e4hnlicher Weise ging der reum\u00fctige \u00dcberrest im alten Babylon auf die Erneuerung des Ehebundes zwischen Israel und seinem himmlischen Ehegemahl, Jehova, ein. Zum Beweis f\u00fcr die Erneuerung dieses Eheverh\u00e4ltnisses gebrauchte Jehova Cyrus den Gro\u00dfen, das Vorbild des Messias, um den treuen israelitischen \u00dcberrest in dessen Heimat, nach Juda und Jerusalem, zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>27 Der in sein Land zur\u00fcckgekehrte \u00dcberrest des Bundesvolkes Jehovas wandte sich nie mehr dem Baalskult oder irgendeiner anderen Form des G\u00f6tzendienstes zu. Diese Israeliten bem\u00fchten sich nach ihrer R\u00fcckkehr eifrig, die Anbetung ihres Gottes und himmlischen Ehegemahls in dem Land, das er ihnen gegeben hatte, wiederherzustellen. Sie empfanden ebenso tiefe Dankbarkeit und Wertsch\u00e4tzung wie ihre Vorfahren, als diese von \u00c4gypten und dessen Streitkr\u00e4ften befreit worden waren. Es war so, als ob sie dem himmlischen Ehegemahl Israels n\u00e4hergekommen oder mit ihm vertrauter geworden w\u00e4ren. Unwillk\u00fcrlich redete die weibes\u00e4hnliche Organisation Jehova jetzt mit vertrauteren, liebevolleren Bezeichnungen an. Sie nannte ihn daher in geistigem Sinne \u201eMein Mann\u201c statt \u201eMein Besitzer\u201c. Sie wollte nicht mehr das Gef\u00fchl haben, lediglich \u201eBesitz\u201c oder Eigentum eines Herrn zu sein. Sie wollte das Empfinden haben, ihm eine Gehilfin zu sein, wie Eva es ihrem Mann Adam h\u00e4tte sein sollen (1.\u00a0Mose 2:19-24). Wie wunderbar das alles war!<\/p>\n<p>28 Ebenso wunderbar ist die neuzeitliche Parallele hierzu. Zu welch erstaunlichen Ergebnissen hat doch Jehovas Barmherzigkeit als Folge seiner Treue gegen\u00fcber seinem geistigen Ehebund heute schon gef\u00fchrt! Gl\u00fccklich sind die, denen seine Barmherzigkeit jetzt zuteil wird!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WT 15.06.1976 \u201eUnd ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender G\u00fcte und in Erbarmungen verloben. Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst gewi\u00dflich Jehova erkennen\u201c (Hos. 2:19, 20). 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