
{"id":2516,"date":"2011-07-07T15:01:27","date_gmt":"2011-07-07T14:01:27","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2516"},"modified":"2011-07-07T15:49:45","modified_gmt":"2011-07-07T14:49:45","slug":"gottes-barmherzigkeit-gegenuber-der-menschheit-im-zwanzigsten-jahrhundert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2516","title":{"rendered":"Gottes Barmherzigkeit gegen\u00fcber der Menschheit im zwanzigsten Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<p>WT 01.06.1976<\/p>\n<p><em><strong>\u201eEs ist so, wie er auch in Hosea sagt: \u201aDie nicht mein Volk sind, will ich \u201emein Volk\u201c nennen und sie, die Nichtgeliebte, \u201eGeliebte\u201c; und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: \u201eIhr seid nicht mein Volk\u201c, dort werden sie \u201eS\u00f6hne des lebendigen Gottes\u201c genannt werden\u2018\u00a0\u201c<br \/>\n(R\u00f6m. 9:25, 26).<\/strong><\/em><\/p>\n<p>SICHER sind wir alle froh, da\u00df sich unsere Eltern liebevoll und erbarmend um uns gek\u00fcmmert, haben, als wir noch hilflose Babys waren. Frauen sind froh, wenn ihre M\u00e4nner liebevoll und mitf\u00fchlend auf ihre Unp\u00e4\u00dflichkeiten, Gem\u00fctsschwankungen und Schw\u00e4chen R\u00fccksicht nehmen. Sie finden die vor neunzehnhundert Jahren niedergeschriebenen Worte, mit denen Ehem\u00e4nner ermahnt werden, barmherzig zu sein, heute noch passend: \u201eIhr Ehem\u00e4nner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gem\u00e4\u00df Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schw\u00e4cheren Gef\u00e4\u00df, dem weiblichen, Ehre zuerkennt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid\u201c (1.\u00a0Petr. 3:7).<\/p>\n<p>2 Es gibt auch heute noch Menschen, die sich bem\u00fchen, nach den Worten aus der ber\u00fchmten Bergpredigt zu leben: \u201eGl\u00fccklich sind die Barmherzigen, da ihnen Barmherzigkeit erwiesen werden wird\u201c (Matth. 5:7). Sie sind gl\u00fccklich, weil sie den Sch\u00f6pfer der Menschheit und seine Barmherzigkeit gegen\u00fcber unserem widerspenstigen Geschlecht nachahmen. Doch immer mehr Menschen zweifeln daran, da\u00df der Sch\u00f6pfer barmherzig ist. Sie sagen vorwurfsvoll: \u201eWenn es einen Gott gibt, warum l\u00e4\u00dft er dann die schlechten Zeiten und all das B\u00f6se auf der Erde zu? Wenn er wirklich allm\u00e4chtig ist, warum hat er kein Erbarmen mit uns? Warum macht er nicht allem ein Ende und l\u00e4\u00dft uns das Leben endlich genie\u00dfen?\u201c Solche Leute setzen sich dem Einflu\u00df der schockierenden Theorie aus, die besagt, Gott sei tot, das hei\u00dft \u201etot\u201c, soweit es sein Interesse an der Menschheit und seine Barmherzigkeit ihr gegen\u00fcber betrifft. Sie denken wahrscheinlich, sie seien barmherziger als dieser \u201etote\u201c Gott. Sie sehen keine Beweise der Barmherzigkeit Gottes im zwanzigsten Jahrhundert.<\/p>\n<p>3 Haben wir aber auch schon daran gedacht, da\u00df Gottes Zulassung des B\u00f6sen und der schlechten Zeiten in Wirklichkeit einem barmherzigen Zweck dienen k\u00f6nnte? Wenn Gott zum Beispiel das B\u00f6se nicht dulden w\u00fcrde, k\u00f6nnte er keine Barmherzigkeit erweisen. Hat das B\u00f6se auf der Erde nicht schon Jahrtausende vor unserer Geburt bestanden? Wenn Gott, der Allm\u00e4chtige, dem B\u00f6sen also schon fr\u00fcher ein Ende gemacht h\u00e4tte, w\u00e4ren wir dann heute hier und am Leben?<\/p>\n<p>4 Aus zuverl\u00e4ssigen geschichtlichen Aufzeichnungen geht hervor, da\u00df der Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde vor \u00fcber 4\u00a0300 Jahren (2370 v.\u00a0u.\u00a0Z.) einer Welt, die voller Gewalttat und Bosheit war, ein Ende machte. Er f\u00fchrte die Sintflut herbei, in der nur acht Menschen in einer riesigen dem Wasser standhaltenden Arche mit dem Leben davonkamen. Demzufolge starben die Tausende und aber Tausende von Familien, die nicht in die von Noah und seinen S\u00f6hnen erbaute Arche hineingegangen waren, in jener Weltkatastrophe aus. Wir haben es also Noah, Sem, Ham und Japhet und ihren treuen Frauen zu verdanken, da\u00df wir heute, im zwanzigsten Jahrhundert, am Leben sind (1.\u00a0Mose 6:1 bis 9:19).<\/p>\n<p>5 K\u00f6nnten wir es also nicht als einen Beweis der Barmherzigkeit Gottes betrachten, da\u00df wir heute am Leben sind? Ja, trotz der Ausbreitung von Gewalttat und Gesetzlosigkeit, durch die sich das zwanzigste Jahrhundert auszeichnet, \u00fcbt Gott immer noch \u201eBarmherzigkeit\u201c. Es erhebt sich jetzt nur die Frage: Wie lange l\u00e4\u00dft Gott das B\u00f6se in der Welt noch zu, damit Menschen aus seiner Geduld und Barmherzigkeit Nutzen ziehen k\u00f6nnen? Gem\u00e4\u00df den Hinweisen in der Bibel nicht mehr allzulange. Beklagen wir uns also nicht \u00fcber Gottes Zulassung des B\u00f6sen auf der Erde! Machen wir uns vielmehr seine Barmherzigkeit zunutze! Dann wird er, wenn er nun in K\u00fcrze allem B\u00f6sen unter den Menschen ein Ende machen wird, nicht auch unserem Leben ein Ende machen. Er wird uns Barmherzigkeit erweisen und uns in eine gerechte, friedliche neue Ordnung auf der Erde hin\u00fcberleben lassen. Wir sollten daher genauso eingestellt sein wie der christliche Apostel Paulus, der schrieb:<\/p>\n<p>6 \u201eWas? Hat der T\u00f6pfer nicht Gewalt \u00fcber den Ton, um aus derselben Masse ein Gef\u00e4\u00df f\u00fcr einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes f\u00fcr einen unehrenhaften Gebrauch zu machen? Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gef\u00e4\u00dfe des Zornes, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gef\u00e4\u00dfen der Barmherzigkeit kundtun k\u00f6nnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, n\u00e4mlich uns, die er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den [nichtj\u00fcdischen] Nationen, was dann? Es ist so, wie er auch in Hosea sagt: ,Die nicht mein Volk sind, will ich \u201emein Volk\u201c nennen und sie, die Nichtgeliebte, \u201eGeliebte\u201c; und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: \u201eIhr seid nicht mein Volk\u201c, dort werden sie \u201eS\u00f6hne des lebendigen Gottes\u201c genannt werden\u2018\u00a0\u201c (R\u00f6m. 9:21-26; siehe ferner 1.\u00a0Petrus 2:9, 10).<\/p>\n<p><strong>Gottes Problem mit seinem Weib<\/strong><\/p>\n<p>7 Wer war dieser Hosea, aus dessen Schriften der Apostel Paulus die obigen Worte zitierte? Hosea war ein Prophet, der im neunten und achten Jahrhundert v.\u00a0u.\u00a0Z. lebte. Der Apostel Paulus entnahm seine Zitate aus Hosea 1:10 und 2:23 der griechischen Septuaginta. Dort hei\u00dft es: \u201eEs wird aber geschehen, da\u00df an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.\u201c \u201eUnd ich werde sie mir im Lande einpflanzen und sie, die Nichtgeliebte, lieben; und zu denen, die nicht mein Volk waren, werde ich sagen: Du bist mein Volk; und sie werden sagen: Du, der Herr, bist mein Gott\u201c (The Septuagint Bible von Charles Thomson).<\/p>\n<p>8 Jehova Gott spricht hier durch den hebr\u00e4ischen Propheten Hosea, seinen Wortf\u00fchrer. Mit den Worten: \u2018Ich werde sie, die Nichtgeliebte, lieben\u2019 oder: \u2018Ich will die Nichtgeliebte \u201eGeliebte\u201c nennen\u2019 deutete Jehova an, da\u00df zwischen ihm und derjenigen, die er eine Zeitlang nicht geliebt hatte, ein Problem bestand. Die Art und Weise, wie er dar\u00fcber spricht, l\u00e4\u00dft erkennen, da\u00df es sich um ein Problem handelt, das in seiner Ehe mit ihr entstanden war. Er vergleicht sie mit der Frau eines Mannes.<\/p>\n<p>9 Von wem spricht Jehova so, als ob sie mit ihm verm\u00e4hlt w\u00e4re? Nicht von einer einzelnen buchst\u00e4blichen Frau. Durch seine eigenen Worte zeigt Jehova, da\u00df es sich dabei um ein Volk, um die Nation Israel, die Nachkommen der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, handelt, also um ein aus einer Nation oder Organisation bestehendes sinnbildliches \u201eWeib\u201c. Jehova war mit der Organisation der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels verm\u00e4hlt. Im Nahen Osten war es \u00fcblich, eine Frau durch Kauf zu erwerben, und auf diese Weise war die Nation der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels ihrem Gott, Jehova, angetraut worden.<\/p>\n<p>10 Wann wurde diese Ehe geschlossen? Im Jahre 1513 v.\u00a0u.\u00a0Z., nachdem Jehova die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels erkauft hatte. Wie? Indem er sie aus der Sklaverei in \u00c4gypten befreite. Unter der sichtbaren F\u00fchrung des Propheten Moses brachte Jehova sie zum Berg Sinai auf der arabischen Halbinsel. Dort machte er ihnen durch Moses, seinen Mittler, den Vorschlag, mit ihm einen Bund zu schlie\u00dfen. Dieser Bund sollte auf einer Sammlung von Gesetzen beruhen, denen sich die Nation Israel bereitwillig unterordnete, wie sich damals eine Frau dem Gesetz ihres Mannes unterordnete (R\u00f6m. 7:2). Vom Berg Sinai aus sagte Jehova zu den Israeliten: \u201eNun, wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen anderen V\u00f6lkern werden, denn die ganze Erde geh\u00f6rt mir. Und ihr, ihr werdet mir ein K\u00f6nigreich von Priestern und eine heilige Nation werden\u201c (2.\u00a0Mose 19:1-6). Nachdem die Israeliten entsprechend unterrichtet worden waren, gingen sie bereitwillig diesen Bund ein.<\/p>\n<p>11 Auf diese Weise ging Jehova als der himmlische Ehegemahl dort in der Wildnis Sinai mit der Nation Israel, seiner weibes\u00e4hnlichen irdischen Organisation, eine Ehe ein. Diese heilige Verbindung kam \u00fcber dem vergossenen Blut von Tieropfern zustande. Ein Teil dieses Blutes wurde auf das Buch des Gesetzes Gottes und ein Teil auf das Volk Israel gesprengt (2.\u00a0Mose 24:1-8; Hebr. 9:19, 20). Von da an waren die Israeliten, solange der Gesetzesbund in Kraft war, verpflichtet, Jehova, ihrem Gott, treu zu sein, wie eine Frau ihrem Mann treu sein sollte. Gem\u00e4\u00df den Zehn Geboten mu\u00dften sie Jehova als ihren Gott anbeten, durften dabei aber keine Bilder verwenden (2.\u00a0Mose 20:1-6). Sie sollten sich als sein \u201ebesonderes Besitztum\u201c betrachten, das keinem anderen Besitzer geh\u00f6rte. Sie waren als Nation Jehova etwas Heiliges und sollten es auch bleiben, indem sie sich von den weltlichen Nationen fernhielten. Durch diese Handlungsweise h\u00e4tten sie die eheliche Gemeinschaft aufrechterhalten (Jer. 2:2, 3; 31:31, 32).<\/p>\n<p>12 Heute sind Ehescheidungen an der Tagesordnung. In diesen F\u00e4llen handelt es sich um Verbindungen, an denen nur zwei Personen, ein Mann und eine Frau, beteiligt sind. Welche Aussichten bestanden also f\u00fcr eine Ehe zwischen Jehova und einer ganzen Nation, zu der Millionen Menschen geh\u00f6rten? Diese Frage sollte uns heute interessieren, denn das, was mit jener Ehe geschah, war ein prophetisches Bild von dem, was mit einer \u00e4hnlichen sp\u00e4ter geschlossenen Ehe geschehen sollte. Das, was mit der Ehe zwischen Jehova und Israel geschah, wirkte sich nur auf e\u00a0i\u00a0n\u00a0e Nation aus. Das, was jedoch mit seiner sp\u00e4ter geschlossenen Ehe geschieht, wird sich auf die ganze religi\u00f6se Welt, ja auf die ganze Menschheitsfamilie auswirken. Mit anderen Worten, wir werden alle davon betroffen. Das k\u00f6nnte f\u00fcr einen jeden von uns Unheil in naher Zukunft bedeuten. Darum ist eine Betrachtung der Ehe Jehovas mit dem damaligen Volk Israel und dessen, was dadurch dargestellt wurde, f\u00fcr uns so wichtig.<\/p>\n<p><strong>Was durch Hosea dargestellt wurde<\/strong><\/p>\n<p>13 Nach einigen Jahrhunderten war die Nation Israel nicht mehr damit zufrieden, nur Jehova, ihren unsichtbaren himmlischen Ehegemahl, als K\u00f6nig zu haben. Auf ihr Verlangen gestattete er deshalb im Jahre 1117 v.\u00a0u.\u00a0Z., da\u00df Saul vom Stamme Benjamin zu ihrem ersten menschlichen K\u00f6nig gesalbt wurde. Saul wurde Jehova aber untreu. Darum lie\u00df Jehova nicht zu, da\u00df das K\u00f6nigtum \u00fcber ganz Israel in Sauls Familie weiterbestand, sondern \u00fcbertrug es auf David, den Sohn Isais vom Stamme Juda. Im Jahre 1077 v.\u00a0u.\u00a0Z. begann David als K\u00f6nig zu regieren. Im Jahre 1070 v.\u00a0u.\u00a0Z. machte er Jerusalem zur Hauptstadt seines Reiches, zu dem alle zw\u00f6lf St\u00e4mme geh\u00f6rten. Da David an der wahren Anbetung festhielt, schlo\u00df Jehova mit ihm einen feierlichen Bund, durch den er ihm und seinem Haus ein ewigw\u00e4hrendes K\u00f6nigtum zusicherte. Davids k\u00f6nigliche Geschlechtslinie endete daher bei dem Messias, der f\u00fcr immer K\u00f6nig sein wird (Apg. 13:20-24; 2.\u00a0Sam. 7:1-17).<\/p>\n<p>14 K\u00f6nig Salomo, der erste Nachfolger Davids, fiel schlie\u00dflich von der reinen Anbetung Jehovas, des wahren Gottes, ab und begann, t\u00f6richt zu handeln. Gottes Strafe daf\u00fcr bestand darin, da\u00df das Reich der Nachfolger K\u00f6nig Salomos auf zwei St\u00e4mme, n\u00e4mlich Juda und Benjamin, zusammenschrumpfte, denn unter der Herrschaft Rehabeams, des Sohnes K\u00f6nig Salomos, fielen zehn St\u00e4mme von ihm ab und errichteten ein unabh\u00e4ngiges K\u00f6nigreich, \u00fcber das Jerobeam, der Sohn Nebats, zum K\u00f6nig gemacht wurde. Dieser Rebellenk\u00f6nig f\u00fchrte einen besonderen Kult ein, um dadurch die Anbetung Jehovas in Salomos Tempel in Jerusalem zu ersetzen. Er verleitete das Zehnst\u00e4mmereich Israel zur Anbetung zweier goldener K\u00e4lber, von denen das eine in Bethel und das andere in Dan errichtet worden war. In den Tagen Omris, des siebenten K\u00f6nigs des Zehnst\u00e4mmereiches Israel, wurde die Stadt Samaria erbaut und zur Landeshauptstadt gemacht.<\/p>\n<p>15 K\u00f6nig Omris Sohn Ahab f\u00fchrte in Samaria die Anbetung Baals, des Gottes der Sidonier, ein und errichtete ihm dort einen Tempel (1.\u00a0K\u00f6. 16:23-33). Durch diese treulose Handlungsweise beging das Zehnst\u00e4mmereich Israel Ehebruch; es verlie\u00df den himmlischen Ehegemahl des ganzen Volkes Israel und ging eine unsittliche Verbindung mit dem falschen Gott Baal als nationalem Eheherrn ein (Hos. 9:10).<br \/>\n16 Und was ist von den K\u00f6nigen des Zweist\u00e4mmereiches Juda zu sagen? Sie schwankten zwischen der reinen Anbetung Jehovas und der Anbetung falscher G\u00f6tter hin und her. K\u00f6nig Ahas, der zw\u00f6lfte K\u00f6nig, von David an gerechnet, wandte sich der Anbetung falscher G\u00f6tter zu. Er verschlo\u00df sogar die T\u00fcren des Tempels Jehovas in Jerusalem. Aber sein Sohn, K\u00f6nig Hiskia, \u00f6ffnete sie wieder und stellte die reine Anbetung im K\u00f6nigreich Juda wieder her. Hoseas segensreiche T\u00e4tigkeit als Prophet erstreckte sich bis in die Regierungszeit K\u00f6nig Hiskias. Er befand sich selbst mitten in dem Geschehen, \u00fcber das er sprach.<\/p>\n<p><strong>Ein widerw\u00e4rtiger Dienstauftrag<\/strong><\/p>\n<p>17 Wie w\u00e4re uns wohl zumute, wenn unser Vater, nachdem wir ins heiratsf\u00e4hige Alter gekommen sind, von uns verlangen w\u00fcrde, da\u00df wir eine Frau heiraten, die nachher Ehebruch begehen und uns schlie\u00dflich wegen ihres Geliebten verlassen w\u00fcrde? Das w\u00e4re uns bestimmt zuwider. Doch ungef\u00e4hr so erging es Hosea. Seine Geschichte ist keine Dichtung, kein Phantasieprodukt, keine Legende.<\/p>\n<p>18 Dieser Hosea, der eine historische Gestalt ist, schildert uns die Tatsachen in dem Buch, das seinen Namen tr\u00e4gt. Seine Vertrauensw\u00fcrdigkeit l\u00e4\u00dft sich durch mindestens sieben Zitate in den sp\u00e4ter geschriebenen inspirierten Schriften (von Matth\u00e4us bis Offenbarung) nachweisen. Sogar der Gr\u00fcnder des Christentums f\u00fchrte ihn an. Wir haben somit allen Grund, Hoseas Bericht \u00fcber den Dienstauftrag, den er als Prophet Jehovas erhalten hatte, ernst zu nehmen; wir sollten nicht denken, es handle sich dabei lediglich um eine frei erfundene Geschichte, die zur Unterhaltung von Freunden pornographischer Schriften geschrieben worden sei. Da die prophetische Bedeutung der Handlungsweise Hoseas genau auf die Geschichte eines noch heute lebenden Volkes pa\u00dft, k\u00f6nnen wir wirklich davon \u00fcberzeugt sein, da\u00df der Bericht der Wahrheit entspricht.<\/p>\n<p>19 Hosea zeigt in der Einleitung genau, in welcher Zeit der nachweislichen Geschichte der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels er gelebt hat, indem er sich mit den Worten vorstellt: \u201eDas Wort Jehovas, das an Hosea, den Sohn Beeris, in den Tagen des Usija, Jotham, Ahas und Hiskia, der K\u00f6nige von Juda, und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes Joas\u2019, des K\u00f6nigs von Israel, erging\u201c (Hos. 1:1). Usija, Jotham, Ahas und Hiskia waren Nachkommen des K\u00f6nigs David und regierten in Jerusalem \u00fcber das Zweist\u00e4mmereich Juda. Usija begann im Jahre 829 v.\u00a0u.\u00a0Z., als K\u00f6nig zu regieren, und Hiskias Herrschaft endete im Jahre 716 v.\u00a0u.\u00a0Z. Die Regierungszeit dieser K\u00f6nige umfa\u00dfte also insgesamt 113 Jahre. Jerobeam, der Sohn des Joas, war der zweite in der Linie der K\u00f6nige des Zehnst\u00e4mmereiches Israel, der diesen Namen trug. Er war also Jerobeam II.<\/p>\n<p>20 Der Urgro\u00dfvater dieses Jerobeam war K\u00f6nig Jehu, der Sohn Nimschis. Jehu rottete den Baalskult im Zehnst\u00e4mmereich Israel aus und lie\u00df Isebel, die diesen Kult in Israel mit gemeinen Mitteln gef\u00f6rdert hatte, aus einem Fenster st\u00fcrzen, so da\u00df sie tot liegenblieb. Jerobeam II. begann als K\u00f6nig zu regieren, als Amazja K\u00f6nig \u00fcber Juda war. Jerobeams Regierungszeit fiel zum Teil noch mit der Regierungszeit K\u00f6nig Usijas, des Nachfolgers Amazjas, zusammen. Jehova Gott machte Hosea also in der Zeit zum Propheten, als Jerobeam und Usija gleichzeitig regierten, oder nach dem Jahre 829 v.\u00a0u.\u00a0Z.<\/p>\n<p>21 K\u00f6nnen wir uns vorstellen, wie Hosea wahrscheinlich reagierte, als das geschah, was er als n\u00e4chstes berichtet? \u201eDa war ein Beginn des durch Hosea ergangenen Wortes Jehovas, und Jehova sprach dann zu Hosea: ,Geh, nimm dir ein Weib der Hurerei und Kinder der Hurerei, denn durch Hurerei wendet sich das Land bestimmt davon ab, Jehova zu folgen\u2018\u00a0\u201c (Hos. 1:2).<\/p>\n<p>22 Schockiert es uns, zu erfahren, da\u00df Hosea zu Beginn seiner Prophetenlaufbahn einen solchen Befehl erhielt? Jehova befahl ihm jedoch nicht, eine Frau zu heiraten, die bereits eine Hure war. Die Frau, mit der sich Hosea verheiraten sollte wird nicht als eine Frau (oder ein Weib) bezeichnet, \u2018das Hurerei trieb\u2019, sondern Jehova nennt sie \u201eein Weib der Hurerei [buchst\u00e4blich: der Hurereien]\u201c. \u00dcbrigens h\u00e4tte diese Frau, die doch Jehovas sinnbildliches irdisches \u201eWeib\u201c darstellen sollte, nicht in das Bild gepa\u00dft, wenn sie von Anfang an eine l\u00fcsterne Hure gewesen w\u00e4re. Jehova hatte sich mit einem sittlich reinen \u201eWeib\u201c, mit einer Jungfrau, verm\u00e4hlt oder verehelicht, damit sie ihm in geistigem Sinne legitime Kinder hervorbringe. Der Ausdruck \u201eKinder der Hurerei\u201c deutet somit prophetisch an, was f\u00fcr \u201eKinder\u201c Jehova in geistigem Sinne erhalten w\u00fcrde, das hei\u00dft, zu was f\u00fcr \u201eKindern\u201c sich diese entwickeln w\u00fcrden. Wieso? Weil Jehova sagt: \u201eDenn durch Hurerei wendet sich das Land bestimmt davon ab, Jehova zu folgen.\u201c Mit dem hier erw\u00e4hnten \u201eLand\u201c ist das Zehnst\u00e4mmereich Israel gemeint.<\/p>\n<p>23 Hosea gehorchte dem g\u00f6ttlichen Befehl, obwohl die Aussichten auf eine gute Ehe f\u00fcr ihn im Augenblick schlecht waren. So begann er seine Laufbahn als Prophet Jehovas. \u201eUnd er ging dann hin und nahm Gomer, die Tochter Diblajims, so da\u00df sie schwanger wurde und ihm mit der Zeit einen Sohn gebar\u201c (Hos. 1:3).<\/p>\n<p>24 Dieser Sohn Hoseas war ein ehelicher Sohn, kein \u201eSohn der Hurerei\u201c, der von Hosea h\u00e4tte adoptiert werden m\u00fcssen. Welchen Namen sollte Hosea ihm am achten Tag nach der Geburt, als er beschnitten werden sollte, geben? Da der Name des Knaben prophetisch sein sollte, sagte Jehova, der das prophetische Drama leitete, wie Hosea ihn nennen sollte. Der Name sollte auf einen Vorsatz Jehovas aufmerksam machen. \u201eUnd Jehova sprach weiter zu ihm: ,Nenne seinen Namen Jesreel, denn noch eine kleine Weile, und ich werde bestimmt Abrechnung halten wegen der Taten des Blutvergie\u00dfens Jesreels am Hause Jehus, und ich werde gewi\u00dflich die K\u00f6nigsherrschaft des Hauses Israel aufh\u00f6ren lassen. Und es soll an jenem Tage geschehen, da\u00df ich den Bogen Israels in der Tiefebene Jesreel zerbrechen mu\u00df\u2018\u00a0\u201c (Hos. 1:4, 5).<\/p>\n<p>25 Demnach sollte sowohl \u00fcber die Dynastie K\u00f6nig Jehus \u2014 und zwar nach der vierten Generation \u2014 als auch \u00fcber das ganze Zehnst\u00e4mmereich Israel Unheil kommen. Dieses K\u00f6nigreich umfa\u00dfte den gr\u00f6\u00dferen Teil des einst vereinigten Zw\u00f6lfst\u00e4mmereiches Israel, der urspr\u00fcnglichen Nation Israel. Diese Nation war im Jahre 1513 v.\u00a0u.\u00a0Z. in der Wildnis Sinai mit Jehova Gott einen geistigen Ehebund eingegangen. Das geschah, als der mosaische Bund, der Gesetzesbund, zwischen Israel und Jehova geschlossen wurde. Nach den Bestimmungen dieses Ehebundes sollte die Zw\u00f6lfst\u00e4mmenation Israel Jehova treu bleiben, indem sie nur ihn als Gott anbetete. Sie durfte sich nicht des geistigen Ehebruchs schuldig machen, indem sie ihn verlie\u00df, um falsche G\u00f6tter anzubeten.<\/p>\n<p>26 Jehovas Ehe mit Israel wurde durch Hoseas Ehe mit Gomer, deren Name \u201eVollendung\u201c bedeutet, versinnbildlicht. Logischerweise stellte Gomer dann die Nation Israel dar. In den Tagen Hoseas vertraten aber die St\u00e4mme, die das Zehnst\u00e4mmereich Israel geworden waren, ganz Israel. Nachdem dieses Reich nun schon \u00fcber 150 Jahre bestanden hatte, war das \u201eLand\u201c tats\u00e4chlich so geworden, wie Jehova es beschrieb, als er sagte: \u201eDurch Hurerei wendet sich das Land bestimmt davon ab, Jehova zu folgen.\u201c<\/p>\n<p>27 Als die Nation Israel unter dem Propheten Moses gegr\u00fcndet worden war, befand sie sich in einem reinen Zustand, doch nun trafen die Worte des von Jehova inspirierten Propheten Hosea (Hos. 10:1, 2) auf sie zu: \u201eIsrael ist ein entartender Weinstock. Frucht bringt er st\u00e4ndig f\u00fcr sich hervor. [Ein wilder Weinstock war Israel, und er trug reichlich Frucht (nach der \u00dcbersetzung von Moffatt).] Entsprechend der F\u00fclle seiner Frucht hat er seine Alt\u00e4re gemehrt. Entsprechend dem Guten seines Landes stellten sie gute S\u00e4ulen [geweihte Steine, Einheits\u00fcbersetzung] auf. Ihr Herz ist heuchlerisch geworden; nun werden sie f\u00fcr schuldig befunden werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die prophetische Bedeutung des Namens &#8222;Jesreel&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>28 Im Hinblick auf das, was Jehova gegen das in geistigem Sinne ehebrecherische Israel unternehmen wollte, sagte er zu Hosea, er solle seinen ersten Sohn, den ihm Gomer geboren hatte, Jesreel nennen. Dieser Name war sehr passend, denn in der Sprache Hoseas (Hebr\u00e4isch) bedeutete er \u201eGott wird s\u00e4en\u201c. Ja, Gott w\u00fcrde \u201es\u00e4en\u201c, aber nicht in gutem Sinne. An dieser Stelle hat \u201es\u00e4en\u201c die Bedeutung von \u201eausstreuen\u201c oder \u201eversprengen\u201c, denn wenn man Samen s\u00e4t, streut man ihn aus. Das gegen das k\u00f6nigliche Haus Jehus gerichtete Vorgehen Jehovas, das dem Ausstreuen von Samen gleichen sollte, w\u00fcrde den Untergang dieser Dynastie, ihren Zerfall, bedeuten. Ein \u00e4hnliches Vorgehen gegen das Zehnst\u00e4mmereich Israel w\u00fcrde dessen Zerfall, dessen Vernichtung, bedeuten. (Vergleiche Lukas 22:31.)<\/p>\n<p>29 Jesreel war eine Residenzstadt des K\u00f6nigs Ahab von Israel, dessen eigentliche Hauptstadt Samaria war. Jesreel war sp\u00e4ter auch die Residenzstadt der Dynastie K\u00f6nig Jehus. Jehu hatte im Gehorsam gegen\u00fcber dem Auftrag Jehovas den Baalskult im K\u00f6nigreich Israel schonungslos ausgerottet. Er betete jedoch weiter die beiden goldenen K\u00e4lber an und ging nicht nach Jerusalem, um Jehova anzubeten. Durch die Anbetung von G\u00f6tzenbildern \u00fcbertrat das Haus Jehus das zweite der Zehn Gebote. Es verstie\u00df auch gegen das Gebot: \u201eDu sollst nicht morden\u201c (2.\u00a0Mose 20:2-6, 13).<\/p>\n<p>30 Mit der Zeit wurde die k\u00e4lberanbetende Dynastie K\u00f6nig Jehus, die ihren Sitz in Jesreel hatte, f\u00fcr ihr Blutvergie\u00dfen bekannt. Das konnte Gott, der die Zehn Gebote gegeben hatte, nicht \u00fcbersehen. Deshalb sagte er: \u201eIch werde bestimmt Abrechnung halten wegen der Taten des Blutvergie\u00dfens Jesreels am Hause Jehus\u201c (Hos. 1:4). Genauso geschah es auch. Die Herrschaft der Dynastie K\u00f6nig Jehus \u00fcber Israel fand ein j\u00e4hes Ende, als Sacharja, der Sohn Jerobeams II., nachdem er sechs Monate regiert hatte, ermordet wurde (2.\u00a0K\u00f6. 15:8-12).<\/p>\n<p>31 Auf diese Weise endete die Herrschaft der Dynastie K\u00f6nig Jehus \u00fcber Israel im Jahre 791 v.\u00a0u.\u00a0Z. Das Zehnst\u00e4mmereich Israel blieb danach aber noch einundf\u00fcnfzig Jahre, n\u00e4mlich bis zum Jahr 740 v.\u00a0u.\u00a0Z., bestehen. Dann \u2018lie\u00df Jehova die K\u00f6nigsherrschaft des Hauses Israel aufh\u00f6ren\u2019 (Hos. 1:4). Er benutzte die assyrische Weltmacht, um \u2018den Kriegsbogen Israels in der Tiefebene Jesreel zu zerbrechen\u2019. Die Einnahme Samarias, der Hauptstadt Israels, war f\u00fcr die abtr\u00fcnnige Nation eine Erniedrigung. Ihre Macht wurde gleichsam zerstreut, als die \u00fcberlebenden Israeliten in die fernen Provinzen des assyrischen Reiches weggef\u00fchrt, also wie Samen ausgestreut wurden. Dieses schreckliche Erlebnis entsprach der sinnbildlichen Bedeutung des Ausdrucks \u201eTiefebene Jesreel [Gott wird Samen s\u00e4en]\u201c. Es war gerade das Gegenteil von dem, was geschah, als der Richter Gideon, der Befreier Israels, mit nur 300 ausgew\u00e4hlten Kriegern die pl\u00fcndernden Midianiter unweit von Megiddo, in der N\u00e4he der \u201eTiefebene Jesreel\u201c, zerstreute (Ri. 6:33, 34). Im Jahre 740 v.\u00a0u.\u00a0Z. war jedoch kein Befreier da, und das Zehnst\u00e4mmereich Israel war kampfunf\u00e4hig geworden. Deshalb \u2018h\u00f6rte es zu bestehen auf\u2019 oder ging unter.<\/p>\n<p>32 Wissen wir, was all das f\u00fcr uns heute bedeutet? Wir sollten uns dar\u00fcber im klaren sein, denn die erw\u00e4hnten Dinge spielen sich heute, im zwanzigsten Jahrhundert, in Verbindung mit dem Gegenst\u00fcck des in geistigem Sinne ehebrecherischen, untreuen Israel erneut ab. Dieses Gegenst\u00fcck ist die Christenheit, zu der in der ganzen Welt nahezu eine Milliarde Kirchenmitglieder geh\u00f6ren. Angesichts des Unheils, das der Christenheit droht, k\u00f6nnten wir uns fragen: \u201eWem erweist denn Jehova Gott Barmherzigkeit?\u201c Wenn wir unsere Betrachtung der Handlungsweise Jehovas mit seinem Propheten Hosea fortsetzen, werden wir es erfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WT 01.06.1976 \u201eEs ist so, wie er auch in Hosea sagt: \u201aDie nicht mein Volk sind, will ich \u201emein Volk\u201c nennen und sie, die Nichtgeliebte, \u201eGeliebte\u201c; und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: \u201eIhr seid nicht mein Volk\u201c, dort werden sie \u201eS\u00f6hne des lebendigen Gottes\u201c genannt werden\u2018\u00a0\u201c (R\u00f6m. 9:25, 26). 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