
{"id":2466,"date":"2011-06-28T19:32:41","date_gmt":"2011-06-28T18:32:41","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2466"},"modified":"2011-06-28T19:34:39","modified_gmt":"2011-06-28T18:34:39","slug":"jona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2466","title":{"rendered":"Jona"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Ihren Glauben nachahmen<\/strong><br \/>\n<strong>Er lernte eine Lektion in Sachen Barmherzigkeit<\/strong><\/h3>\n<p>ZEIT zum Nachdenken w\u00fcrde Jona jetzt mehr als genug haben. Vor ihm lag eine Reise, f\u00fcr die er mindestens einen Monat brauchte. Lange 800 Kilometer \u00fcber Land! Zun\u00e4chst stand er vor der Frage, welche Route er w\u00e4hlen sollte\u00a0\u2014 ob eine k\u00fcrzere oder eine sicherere. Und dann ging es los: durch zahllose T\u00e4ler und \u00fcber ebenso zahllose Gebirgsp\u00e4sse. Er musste die weite Syrische W\u00fcste umgehen, Fl\u00fcsse wie den m\u00e4chtigen Euphrat durchqueren und nachts irgendwo in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern Syriens, Mesopotamiens und Assyriens unter v\u00f6llig Fremden Unterkunft finden. Ein Tag nach dem anderen verging und Schritt f\u00fcr Schritt n\u00e4herte sich Jona dem Reiseziel, um das seine Gedanken kreisten und vor dem er sich so sehr f\u00fcrchtete\u00a0\u2014 Ninive.<\/p>\n<p>Eins wusste Jona ganz genau: Umkehren und davonlaufen kam nicht infrage. Das hatte er schon einmal probiert. Als Jehova ihn zum ersten Mal damit beauftragt hatte, sich in die assyrische Festungsstadt zu begeben, um ihr Strafe anzuk\u00fcndigen, hatte sich Jona geweigert. Schnurstracks war er an Bord eines Schiffs gegangen, das ihn in die entgegengesetzte Richtung bringen sollte. Daraufhin hatte Jehova einen gewaltigen Sturm gesandt, und Jona hatte schnell begriffen, dass alle Seeleute seinetwegen in Lebensgefahr waren. Da Jona nicht am Tod der tapferen M\u00e4nner schuld sein wollte, sagte er, dass sie ihn \u00fcber Bord werfen sollten\u00a0\u2014 was sie dann, wenn auch widerwillig, machten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jona schon mit dem Leben abgeschlossen. Doch Jehova schickte einen gro\u00dfen Fisch, der Jona verschluckte und ihn drei Tage sp\u00e4ter unversehrt an Land ausstie\u00df: nun ein gel\u00e4uterter Mann, der zur Zusammenarbeit bereit war (Jona, Kapitel 1,\u00a02).<\/p>\n<p>Als Jehova ihn zum zweiten Mal nach Ninive schickte, machte sich Jona gehorsam auf den langen Weg in Richtung Osten (Jona 3:1-3). Hatte der Prophet aus seiner Erfahrung mit Jehova eine Lehre gezogen und seine Einstellung ge\u00e4ndert? Jehova war schlie\u00dflich nachsichtig mit ihm gewesen. Er hatte ihn vor dem Ertrinken bewahrt und f\u00fcr seinen Ungehorsam nicht bestraft. Und jetzt gab er Jona eine zweite Chance! War Jona nach seinem Abenteuer weichherziger geworden? Barmherzig mit anderen umzugehen ist f\u00fcr unvollkommene Menschen oft alles andere als leicht. Aus Jonas Kampf mit sich selbst l\u00e4sst sich da manches lernen.<\/p>\n<p><strong>Die Strafank\u00fcndigung und eine unerwartete Reaktion<\/strong><\/p>\n<p>Jehova sah Ninive mit anderen Augen als Jona. In der Bibel steht: \u201eNinive nun erwies sich als eine f\u00fcr Gott gro\u00dfe Stadt\u201c (Jona 3:3). In dem Bibelbuch Jona bezeichnet Jehova Ninive dreimal als \u201edie gro\u00dfe Stadt\u201c (Jona 1:2; 3:2; 4:11). Wieso war Ninive f\u00fcr Jehova gro\u00df oder bedeutend?<\/p>\n<p>Ninive geh\u00f6rte zu den ersten St\u00e4dten, die Nimrod nach der Sintflut errichtet hatte, war also uralt. Die weitl\u00e4ufige Metropole bestand offensichtlich aus einer ganzen Kette von Siedlungen. Drei Tage brauchte man, um von einem Ende der Stadt bis zum anderen zu laufen (1.\u00a0Mose 10:11; Jona 3:3). Ninive muss beeindruckend gewesen sein. Es gab dort pr\u00e4chtige Tempel, imposante Mauern und andere stattliche Bauwerke. Doch nichts davon machte die Stadt f\u00fcr Jehova bedeutend. Worauf es ihm ankam, waren die Menschen! F\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse hatte die Stadt eine hohe Einwohnerzahl. Und wenn die Menschen noch so schlecht waren, Jehova lagen sie am Herzen. F\u00fcr Gott z\u00e4hlt ein Menschenleben viel, und er wei\u00df, dass jeder Einzelne das Potenzial besitzt, zu bereuen und neu anzufangen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich traf Jona in Ninive ein. Das Gewimmel einer Stadt, in der \u00fcber 120\u00a0000 Menschen lebten, trug sicher nicht gerade dazu bei, seine Bedenken zu zerstreuen. Einen Tag lang war er zu Fu\u00df unterwegs und drang dabei immer tiefer in das Gro\u00dfstadtgew\u00fchl ein\u00a0\u2014 wom\u00f6glich auf der Suche nach einem geeigneten Platz im Herzen der Stadt als Ausgangspunkt f\u00fcr seine Strafank\u00fcndigung. Wie verst\u00e4ndigte sich Jona mit den Niniviten? Hatte er Assyrisch gelernt? Oder wirkte Jehova ein Wunder? Das wissen wir nicht. Eventuell zog Jona ja auch jemand heran, der seine Muttersprache, Hebr\u00e4isch, konnte und f\u00fcr ihn dolmetschte. Jedenfalls war Jonas Botschaft recht knapp und nicht unbedingt dazu geeignet, sich beliebt zu machen. Sie lautete: \u201eNur noch vierzig Tage, und Ninive wird umgekehrt werden\u201c (Jona 3:4). Freiheraus sagte der Prophet, was zu sagen war\u00a0\u2014 und das mehr als einmal. Dadurch zeigte er enormen Mut und Glauben, beides Eigenschaften, die Christen heute wie nie zuvor ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Die Leute in Ninive h\u00f6rten Jona an. Bestimmt hatte er sich innerlich darauf vorbereitet, dass man ihm feindselig begegnen und sogar handgreiflich werden w\u00fcrde. Stattdessen passierte etwas Unglaubliches: Die Menschen h\u00f6rten auf ihn! Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich seine Worte. Schon bald war die Untergangsvorhersage das Stadtgespr\u00e4ch. Die Bibel berichtet: \u201eDie M\u00e4nner von Ninive begannen an Gott zu glauben, und sie riefen dann ein Fasten aus und legten Sacktuch an, von ihrem Gr\u00f6\u00dften selbst bis zu ihrem Geringsten\u201c (Jona 3:5). Ob reich oder arm, stark oder schwach, jung oder alt\u00a0\u2014 alle waren sie tief ins Herz getroffen, ja zerknirscht. Schon bald kam auch dem K\u00f6nig zu Ohren, was unter seinem Volk ausgel\u00f6st worden war.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig nahm die Botschaft Jonas ebenfalls als von Gott kommend ernst und beugte sich. Er erhob sich von seinem Thron, legte seine feinen K\u00f6nigsgew\u00e4nder ab, h\u00fcllte sich in das gleiche grobe Sacktuch, das seine Untertanen bereits trugen, und setzte sich sogar \u201ein die Asche\u201c. Gemeinsam mit seinen \u201eGro\u00dfen\u201c, sprich seinen Ministern, gab er einen Erlass heraus, der der spontanen Volksbewegung einen offiziellen Charakter verlieh. Er befahl, jedermann solle Sacktuch anlegen, selbst die Haustiere. Dem\u00fctig erkannte der K\u00f6nig an, dass sich sein Volk b\u00f6swilliger Grausamkeiten schuldig gemacht hatte. Er hoffte, der wahre Gott w\u00fcrde sich durch ihre Reue erweichen lassen und \u201evon seiner Zornglut umkehren\u201c, sodass sie \u201enicht zugrunde gehen\u201c (Jona 3:6-9).<\/p>\n<p>Einige Kritiker bezweifeln, dass sich die Niniviten von heute auf morgen derma\u00dfen \u00e4ndern konnten. Nach Aussage von Bibelgelehrten ist eine Massenbewegung dieser Art jedoch gar nicht so abwegig in Anbetracht des impulsiven Wesens und des abergl\u00e4ubischen Denkens der damaligen Orientalen. Wie auch immer: Jesus selbst best\u00e4tigte sp\u00e4ter, dass die Menschen in Ninive bereuten (Matth\u00e4us 12:41). Und er wusste, wovon er sprach, hatte er doch jene Ereignisse vom Himmel aus mitverfolgen k\u00f6nnen (Johannes 8:57, 58). Wie reagierte nun aber Jehova auf die Umkehr der Niniviten?<\/p>\n<p><strong>G\u00f6ttliche Barmherzigkeit trifft auf menschliche Unerbittlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Jona schrieb sp\u00e4ter: \u201eUnd der wahre Gott bekam ihre Werke zu sehen, dass sie von ihrem schlechten Weg umgekehrt waren; und so empfand der wahre Gott Bedauern \u00fcber das Ungl\u00fcck, das ihnen antun zu lassen er geredet hatte; und er lie\u00df es nicht tun\u201c (Jona 3:10).<br \/>\nHatte sich Jehova etwa in seinem Urteil geirrt? Unvorstellbar! In der Bibel wird Jehova so beschrieben: \u201eVollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er\u201c (5.\u00a0Mose 32:4). Gottes gerechter Zorn auf die Niniviten hatte sich schlicht gelegt. Er hatte Notiz von der inneren Umkehr dieser Menschen genommen und hielt die vorgesehene Strafe nicht mehr f\u00fcr n\u00f6tig. Nun konnte er seine barmherzige Nachsicht zeigen.<\/p>\n<p>Jehova ist nicht der strenge, kalte oder gar unerbittliche Gott, wie ihn viele Religionen darstellen. Im Gegenteil: Er ist mitf\u00fchlend, flexibel und ber\u00fccksichtigt die Umst\u00e4nde. Und wenn er sich dazu entschlie\u00dft, die B\u00f6sen zur Verantwortung zu ziehen, l\u00e4sst er sie erst wiederholt durch seine Diener auf der Erde warnen. Ihm ist n\u00e4mlich sehr daran gelegen, dass schlechte Menschen in sich gehen und sich \u00e4ndern\u00a0\u2014 wie einst die Niniviten (Hesekiel 33:11). Zu seinem Propheten Jeremia sagte er: \u201eIn irgendeinem Augenblick, da ich gegen eine Nation und gegen ein K\u00f6nigreich reden mag, um sie auszurotten und sie niederzurei\u00dfen und sie zu vernichten, und jene Nation tats\u00e4chlich umkehrt von ihrer Schlechtigkeit, gegen die ich redete, so will ich Bedauern empfinden \u00fcber das Ungl\u00fcck, das ich an ihr zu vollstrecken gedacht hatte\u201c (Jeremia 18:7,\u00a08).<\/p>\n<p>Jonas Vorhersage traf zwar nicht ein, aber sie war nicht falsch. Sie war so lange aktuell, solange die Niniviten B\u00f6ses taten\u00a0\u2014 doch sie kehrten ja um. Damit hatte die Strafank\u00fcndigung ihren Zweck als Warnung erf\u00fcllt. W\u00fcrden die Niniviten allerdings wieder in ihre alten Fehler zur\u00fcckfallen, w\u00fcrde Gott sie zur Verantwortung ziehen. Genau das geschah sp\u00e4ter auch (Zephanja 2:13-15).<\/p>\n<p>Wie reagierte nun Jona, als die Vernichtung ausblieb? \u201eJona aber missfiel das sehr, und er entbrannte von Zorn\u201c (Jona 4:1). Er redete mit dem Allm\u00e4chtigen sogar so, als w\u00fcrde er ihm regelrecht Vorhaltungen machen: W\u00e4re er doch zu Hause geblieben, in seiner Heimat. Er habe ja von vornherein gewusst, dass Jehova Ninive verschonen w\u00fcrde. Gerade deshalb habe er zuerst nach Tarschisch weglaufen wollen. W\u00e4re er doch nur tot! Das w\u00e4re f\u00fcr ihn besser, als weiterzuleben (Jona 4:2,\u00a03).<\/p>\n<p>Was war mit Jona eigentlich los? Wir wissen nat\u00fcrlich nicht, was ihm alles durch den Kopf ging. Aber eins wissen wir: Jona hatte Ninive den Untergang vor den Ohren all der vielen Menschen verk\u00fcndet. Man hatte ihm auch geglaubt. Und jetzt ging Ninive nicht unter! Hatte er nun Angst, verspottet zu werden, als falscher Prophet zu gelten? Jedenfalls freute sich Jona weder dar\u00fcber, dass die Menschen bereuten, noch dar\u00fcber, dass Jehova barmherzig mit ihnen umging. Stattdessen lie\u00df er sich anscheinend in eine Abw\u00e4rtsspirale aus Verbitterung, Selbstmitleid und verletztem Stolz ziehen. Ganz offensichtlich sah Jonas mitf\u00fchlender Gott trotzdem, was in diesem niedergeschlagenen Mann an Gutem steckte. Er zog Jona f\u00fcr seine Respektlosigkeit nicht zur Rechenschaft, sondern stellte ihm einfach sanft eine Frage, die Jona unter die Haut gehen sollte: \u201eBist du mit Recht von Zorn entbrannt?\u201c (Jona 4:4). Ob Jona diese Frage beantwortete? Dazu schweigt der Bibelbericht.<\/p>\n<p><strong>Wie Jehova seinem Propheten eine Lektion erteilte<\/strong><\/p>\n<p>Ein deprimierter Jona verlie\u00df jetzt die Stadt. Doch er machte sich nicht auf den Heimweg, sondern ging nach Osten, wo er von den Bergen aus die Gegend \u00fcberblicken konnte. Er baute sich eine kleine H\u00fctte, lie\u00df sich darin nieder und wartete ab. Wom\u00f6glich hoffte er im Stillen darauf, zu sehen, dass Jehova Ninive doch noch vernichtete. Was w\u00fcrde Jehova nun tun, um diesen hartherzigen Mann zu erweichen?<\/p>\n<p>Jehova lie\u00df \u00fcber Nacht eine Flaschenk\u00fcrbispflanze in die H\u00f6he wachsen. Als Jona aufwachte, war auf einmal eine Pflanze mit riesigen Bl\u00e4ttern \u00fcber ihm aufgeschossen. Sie bot ihm viel mehr Schatten, als es seine d\u00fcrftige H\u00fctte je gekonnt h\u00e4tte. Gleich ging es ihm besser, ja, \u201eJona begann sich \u00fcber die Flaschenk\u00fcrbispflanze sehr zu freuen\u201c. Vielleicht deutete er dieses Wunder sogar als ein Zeichen daf\u00fcr, dass Gott mit ihm war. Jehova hatte allerdings mehr im Sinn, als Jona nur vor der Hitze zu sch\u00fctzen oder ihn aus seiner Schmollecke herauszuholen. Er wollte, dass Jona tief im Innern verstand, worum es in Wirklichkeit ging. Erst schickte Jehova einen Wurm, der die Pflanze anfra\u00df, damit sie abstarb. Als N\u00e4chstes lie\u00df er \u201eeinen sengenden Ostwind\u201c wehen, bis Jona durch die Hitze \u201ein Ohnmacht fiel\u201c. Erneut st\u00fcrzte der Prophet gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig ab; er bat Gott darum, sterben zu k\u00f6nnen (Jona 4:6-8).<\/p>\n<p>Und noch einmal fragte Jehova Jona, ob er zu Recht zornig sei\u00a0\u2014 diesmal dar\u00fcber, dass die Flaschenk\u00fcrbispflanze verdorrt war. Statt in sich zu gehen, rechtfertigte sich Jona: \u201eIch bin mit Recht von Zorn entbrannt bis zum Tod.\u201c Damit konnte Jehova nun zum eigentlichen Kern der Sache kommen (Jona 4:9).<\/p>\n<p>Gottes Argumentation lautete im Prinzip so: Jona, dir tut es schon leid um eine blo\u00dfe Pflanze, die \u00fcber Nacht gewachsen ist. Du hast sie weder gepflanzt noch dich sonst um sie gek\u00fcmmert.\u00a0\u2014 Dann brachte er es auf den Punkt: \u201eUnd sollte es mir meinerseits nicht leidtun um Ninive, die gro\u00dfe Stadt, in der mehr als einhundertzwanzigtausend Menschen am Dasein sind, die nicht einmal den Unterschied zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken kennen, dazu viele Haustiere?\u201c (Jona 4:10, 11).<\/p>\n<p>Ist das nicht ein pr\u00e4gnanter Anschauungsunterricht? Jona hatte in die Flaschenk\u00fcrbispflanze rein gar nichts investiert. Jehova dagegen hatte den Niniviten das Leben geschenkt und sie am Leben erhalten, so wie er es auch mit allen anderen Gesch\u00f6pfen auf der Erde tut. Wie konnte Jona da eine einzige Pflanze wichtiger sein als das Leben von 120\u00a0000 Menschen samt ihrem Viehbestand?! Lag es nicht daran, dass Jona zu ichbezogen geworden war? Schlie\u00dflich tat es ihm um die Pflanze nur deshalb leid, weil sie ihm gute Dienste geleistet hatte. Steckte hinter seinem Zorn auf Ninive nicht auch eine Portion Egoismus? Wollte er aus Stolz das Gesicht nicht verlieren oder hatte er Angst, als falscher Prophet dazustehen?<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Lektion! Ob sie bei Jona wohl ankam? Die Frage, die Jehova am Ende stellte, bleibt im Raum stehen, ja sie hallt noch immer nach. Kritiker bem\u00e4ngeln vielleicht, dass sich Jona zu dieser letzten Frage ausschweigt. Aber in Wirklichkeit hat er eine Antwort gegeben: Es ist das Bibelbuch Jona. Alles spricht n\u00e4mlich daf\u00fcr, dass Jona selbst der Schreiber war. Man stelle sich also einmal vor, wie der Prophet wieder daheim und in Sicherheit seinen Bericht niederschreibt. Man sieht ihn direkt vor sich: diesen \u00e4lter gewordenen, weiser gewordenen und dem\u00fctiger gewordenen Mann, der kopfsch\u00fcttelnd seine eigenen Fehler beschreibt, seinen Ungehorsam und seine sture Weigerung, barmherzig mit anderen umzugehen. Jona hat sich die einpr\u00e4gsame Lektion, die Jehova ihm erteilte, ganz eindeutig zu Herzen genommen. Er lernte Barmherzigkeit. Und wie ist es mit uns?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>WT 01.04.2009<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihren Glauben nachahmen Er lernte eine Lektion in Sachen Barmherzigkeit ZEIT zum Nachdenken w\u00fcrde Jona jetzt mehr als genug haben. Vor ihm lag eine Reise, f\u00fcr die er mindestens einen Monat brauchte. Lange 800 Kilometer \u00fcber Land! Zun\u00e4chst stand er vor der Frage, welche Route er w\u00e4hlen sollte\u00a0\u2014 ob eine k\u00fcrzere oder eine sicherere. 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