
{"id":2198,"date":"2011-04-14T11:21:33","date_gmt":"2011-04-14T10:21:33","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2198"},"modified":"2011-04-14T11:23:29","modified_gmt":"2011-04-14T10:23:29","slug":"mephiboscheth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2198","title":{"rendered":"Mephiboscheth"},"content":{"rendered":"<p>*** w80 1. 1. S. 29-31 Mephiboscheth \u2014 ein dankbarer Mensch ***<\/p>\n<h3>Mephiboscheth \u2014 ein dankbarer Mensch<\/h3>\n<p>MEPHIBOSCHETH oder Merib-Baal war ein Sohn Jonathans und ein Enkel K\u00f6nig Sauls. Seine Zugeh\u00f6rigkeit zum ersten K\u00f6nigshaus Israels stellte ihm jedoch nicht etwa eine herrliche Zukunft in Aussicht. Er wurde geboren, als sein Gro\u00dfvater Saul das K\u00f6nigtum bereits verwirkt hatte. Mit f\u00fcnf Jahren verlor er seinen Vater und seinen Gro\u00dfvater, die in ein und derselben Schlacht ums Leben kamen. Als seine W\u00e4rterin von dieser Nachricht h\u00f6rte, geriet sie in Panik und floh mit dem Knaben. Auf der Flucht st\u00fcrzte Mephiboscheth und wurde aufgrund einer L\u00e4hmung seiner beiden F\u00fc\u00dfe f\u00fcr den Rest seines Lebens zum Kr\u00fcppel. Ungef\u00e4hr sieben Jahre danach wurde sein Onkel Isch-Boscheth kaltbl\u00fctig ermordet (2.\u00a0Sam. 4:4-8). Mephiboscheth war wirklich das Opfer tragischer Umst\u00e4nde. Doch das verbitterte ihn nicht. Er wuchs zu einem dankbaren Menschen heran.<\/p>\n<p>Mephiboscheth heiratete schon sehr fr\u00fch und zeugte einen Sohn namens Micha. Er lebte mit seiner Familie im Hause Machirs, eines bekannten, wohlhabenden Mannes, der in Lo-Debar, einer Stadt in Gilead, wohnte (2.\u00a0Sam. 9:4, 12; vergleiche 2.\u00a0Samuel 17:27-29).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich schenkte K\u00f6nig David diesem Sohn Jonathans wohlwollend seine Aufmerksamkeit. Nachdem David im Laufe der Jahre sein K\u00f6nigtum \u00fcber ganz Israel befestigt hatte, dachte er \u00fcber das beeidigte Versprechen nach, das er seinem Freund Jonathan gegeben hatte (1.\u00a0Sam. 20:42). Seinetwegen wollte David irgend jemandem, der vom Hause Sauls \u00fcbriggeblieben war, G\u00fcte erweisen. Durch Sauls Diener Ziba erfuhr er von Mephiboscheth, den er, ohne zu z\u00f6gern, herbeirufen lie\u00df. Dem\u00fctig verneigte sich dieser Sohn Jonathans vor David. \u201eDann sprach David: ,Mephiboscheth!\u2018, worauf er sprach: ,Hier ist dein Knecht.\u2018\u00a0\u201c Wahrscheinlich schwang in Mephiboscheths Stimme Furcht mit, denn David versicherte ihm sogleich: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, denn um Jonathans, deines Vaters, willen werde ich bestimmt liebende G\u00fcte dir gegen\u00fcber \u00fcben; und ich will dir das ganze Feld Sauls, deines Gro\u00dfvaters, zur\u00fcckgeben, und du selbst wirst best\u00e4ndig an meinem Tisch Brot essen\u201c (2.\u00a0Sam. 9:1-7).<\/p>\n<p>Warum f\u00fcrchtete sich Mephiboscheth? Man mu\u00df im Sinn behalten, da\u00df sein Onkel Isch-Boscheth als ein Rivale Davids als K\u00f6nig regiert hatte und Mephiboscheth daher als jemand gelten konnte, der Anspruch auf die Herrschaft hatte. Da es bei orientalischen Herrschern \u00fcblich war, ihre Stellung dadurch zu sichern, da\u00df sie alle m\u00f6glichen Rivalen t\u00f6teten, f\u00fcrchtete Mephiboscheth vielleicht um sein Leben.<\/p>\n<p>Mephiboscheth mu\u00df wirklich \u00fcberrascht gewesen sein, da\u00df der K\u00f6nig ihm seine Gunst schenkte, vor allem was die Sache mit dem Land betraf, das Saul geh\u00f6rt hatte. Es kann sein, da\u00df es in Davids Verwaltung \u00fcbergegangen war, als dieser \u00fcber ganz Israel K\u00f6nig wurde. Oder vielleicht hatten andere es nach dem Tode Sauls in Besitz genommen. David entschied jedenfalls, da\u00df das Land Mephiboscheth, dem rechtm\u00e4\u00dfigen Erben, zur\u00fcckgegeben werden sollte. Aber das war nicht alles. Mephiboscheth sollte am Hofe Davids eine Ehrenstellung einnehmen. Es sollte sein Vorrecht sein, regelm\u00e4\u00dfig an der k\u00f6niglichen Tafel zu speisen. Diese Gunst wurde normalerweise nicht hilflosen Kr\u00fcppeln erwiesen, sondern nur M\u00e4nnern, die sich durch Heldentaten ausgezeichnet hatten.<\/p>\n<p>In tiefer Dankbarkeit warf sich Mephiboscheth vor David nieder und sagte: \u201eWas ist dein Knecht, da\u00df du dein Angesicht dem toten Hund zugewandt hast, wie ich einer bin?\u201c (2.\u00a0Sam. 9:8). Er war von Davids G\u00fcte \u00fcberw\u00e4ltigt. Nach seiner eigenen Einsch\u00e4tzung verdiente er all das nicht. Indem er von sich als von einem \u201etoten Hund\u201c sprach, erkannte er an, da\u00df er die niedrigste Stellung einnahm.<\/p>\n<p>David sorgte dann daf\u00fcr, da\u00df Ziba das Feld bebaute, das Mephiboscheth zur\u00fcckgegeben worden war. Der Ertrag sollte dem Unterhalt der Angeh\u00f6rigen und der Diener Mephiboscheths dienen. Das Land mu\u00df ziemlich gro\u00df gewesen sein, da Ziba, seine 12 S\u00f6hne und seine 20 Knechte darauf arbeiteten (2.\u00a0Sam. 9:9, 10; 19:17).<\/p>\n<p>Ziba befolgte den Befehl Davids, doch hielt er anscheinend nach einer Gelegenheit Ausschau, Mephiboscheths Grundst\u00fcck selbst in Besitz zu nehmen. Diese Gelegenheit bot sich ihm w\u00e4hrend des Aufstandes Absaloms, des Sohnes Davids. Als David aus Jerusalem geflohen war, brachte ihm Ziba den notwendigen Proviant. Auf die Frage, wo Mephiboscheth sei, antwortete Ziba verleumderisch: \u201eDort wohnt er, in Jerusalem; denn er hat gesagt: ,Heute wird mir das Haus Israel die K\u00f6nigsherrschaft meines Vaters zur\u00fcckgeben\u2018\u00a0\u201c (2.\u00a0Sam. 16:3). Traurigerweise schenkte David der Verleumdung bedenkenlos Glauben. Von seinem eigenen Sohn Absalom verfolgt zu werden hatte David offensichtlich so verwirrt, da\u00df er annahm, Mephiboscheth sei ihm untreu geworden. So versprach David Ziba Mephiboscheths Land.<\/p>\n<p>In all der Zeit, in der David gezwungen war, au\u00dferhalb der Hauptstadt zu leben, vernachl\u00e4ssigte Mephiboscheth die Pflege seines \u00c4u\u00dferen, wodurch er seinen Kummer \u00fcber Davids mi\u00dfliche Lage zum Ausdruck brachte. Nach der Niederschlagung des Aufstandes Absaloms traf Mephiboscheth in diesem offensichtlichen Zustand der Trauer mit David in Jerusalem zusammen. Er wurde mit den Worten empfangen: \u201eWarum bist du nicht mit mir gezogen, Mephiboscheth?\u201c (2.\u00a0Sam. 19:25). In Anbetracht dessen, was Ziba gesagt hatte, war es verst\u00e4ndlich, da\u00df David diese Frage stellte. Mephiboscheth antwortete:<br \/>\n\u201eMein Herr und K\u00f6nig, mein Diener war es, der mich hinterging. Denn dein Knecht hatte gesagt: ,Ich will mir die Eselin satteln lassen, damit ich darauf reite und mit dem K\u00f6nig ziehe\u2018, denn dein Knecht ist lahm. Da verleumdete er deinen Knecht bei meinem Herrn und K\u00f6nig. Aber mein Herr und K\u00f6nig ist wie ein Engel des wahren Gottes, und so tue, was gut ist in deinen Augen. Denn die ganze Hausgemeinschaft meines Vaters w\u00e4re vor meinem Herrn und K\u00f6nig nichts anderes geworden als zum Tode bestimmt, und doch hast du deinen Knecht unter die gesetzt, die an deinem Tisch essen. Was habe ich da noch f\u00fcr einen gerechten Anspruch, weiter zum K\u00f6nig zu schreien?\u201c (2.\u00a0Sam. 19:26-28).<\/p>\n<p>Als David das h\u00f6rte, mu\u00df er sich \u00fcber seinen Fehler, Zibas Worten geglaubt zu haben, klargeworden sein, und er \u00e4rgerte sich anscheinend dar\u00fcber. Er wollte nun nichts mehr von dieser Angelegenheit h\u00f6ren, denn er sagte zu Mephiboscheth: \u201eWeshalb redest du noch weiter deine Worte? Ich sage bestimmt: Du und Ziba, ihr solltet euch in das Feld teilen\u201c (2.\u00a0Sam. 19:29).<\/p>\n<p>Mephiboscheth nahm David diese Entscheidung nicht \u00fcbel. Er machte sich keine Sorgen \u00fcber einen materiellen Verlust. F\u00fcr ihn war es wichtig, da\u00df David unversehrt nach Jerusalem zur\u00fcckgekehrt war. Daher sagte Mephiboscheth: \u201eEr [Ziba] mag sogar das ganze nehmen, nun, da mein Herr und K\u00f6nig in Frieden zu seinem Hause gekommen ist\u201c (2.\u00a0Sam. 19:30).<\/p>\n<p>Obgleich Mephiboscheth \u00fcber sein Los im Leben h\u00e4tte bitter werden k\u00f6nnen, war er f\u00fcr das Leben an sich dankbar. In Anbetracht der damaligen Umst\u00e4nde h\u00e4tte er von David get\u00f6tet werden k\u00f6nnen. Das veranla\u00dfte ihn, f\u00fcr das Vorrecht, an der k\u00f6niglichen Tafel zu speisen, sehr dankbar zu sein, und er unterwarf sich dem\u00fctig und loyal den Entscheidungen K\u00f6nig Davids. So ist Mephiboscheth ein leuchtendes Beispiel f\u00fcr einen Menschen, der das sch\u00e4tzt, was er hat, und nicht \u00fcber etwas trauert, was er nicht hat. Seien wir ebenso dankbar wie Mephiboscheth.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** w80 1. 1. S. 29-31 Mephiboscheth \u2014 ein dankbarer Mensch *** Mephiboscheth \u2014 ein dankbarer Mensch MEPHIBOSCHETH oder Merib-Baal war ein Sohn Jonathans und ein Enkel K\u00f6nig Sauls. Seine Zugeh\u00f6rigkeit zum ersten K\u00f6nigshaus Israels stellte ihm jedoch nicht etwa eine herrliche Zukunft in Aussicht. Er wurde geboren, als sein Gro\u00dfvater Saul das K\u00f6nigtum bereits [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[515],"tags":[],"class_list":["post-2198","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-biblische-personen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2198"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2198\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2200,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2198\/revisions\/2200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}