
{"id":2111,"date":"2011-03-27T21:24:20","date_gmt":"2011-03-27T20:24:20","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2111"},"modified":"2011-03-27T22:12:35","modified_gmt":"2011-03-27T21:12:35","slug":"samuel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2111","title":{"rendered":"Samuel"},"content":{"rendered":"<p>*** w10 1. 10. S. 14-18 Er \u201ewuchs heran bei Jehova\u201c ***<\/p>\n<p><center><strong><em>Ihren Glauben nachahmen<\/em><br \/>\nEr \u201ewuchs heran bei Jehova\u201c<\/strong><\/center><\/p>\n<p>SAMUEL blickte in die Gesichter seiner Landsleute. Er, der schon jahrzehntelang Prophet und Richter der Nation war, hatte sie nach Gilgal zusammengerufen. Es war Mai oder Juni gem\u00e4\u00df unserem Kalender. Die Trockenzeit hatte l\u00e4ngst begonnen. Goldgelb stand der erntereife Weizen auf den Feldern. Das Gemurmel der Menschenmenge verstummte. Samuel wollte gern das Herz jedes Einzelnen erreichen. Aber wie?<\/p>\n<p>Den Versammelten war gar nicht bewusst, in welche ernste Lage sie gekommen waren, weil sie verlangt hatten, dass ein Mensch als K\u00f6nig \u00fcber sie regieren sollte. Ihnen entging, welche Verachtung sie dadurch ihrem Gott, Jehova, und seinem Propheten entgegenbrachten. Damit verwarfen sie tats\u00e4chlich Jehova als ihren K\u00f6nig! Wie konnte Samuel sie dazu bewegen, ihr Verhalten zu bereuen?<\/p>\n<p>Samuel ergriff das Wort. \u201eIch bin alt und grau geworden\u201c, sagte er zu den Versammelten. Sein ergrautes Haar verlieh den Worten Nachdruck. Weiter erkl\u00e4rte er: \u201eIch bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag\u201c (1.\u00a0Samuel 11:14,\u00a015; 12:2). Der betagte Samuel hatte seine Kindheit und Jugend keineswegs vergessen. Seine Erinnerung daran war immer noch lebendig. Entscheidungen, die er bereits damals getroffen hatte, waren wegweisend f\u00fcr ein Leben im Glauben an seinen Gott, Jehova, und in Ergebenheit ihm gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Samuel musste seinen Glauben st\u00e4ndig st\u00e4rken. Dies gelang ihm, obwohl es in seiner unmittelbaren Umgebung ungl\u00e4ubige, treulose Menschen gab. Heute ist es ebenfalls nicht leicht, einen starken Glauben zu haben, denn wir leben in einer gottlosen Welt. Was k\u00f6nnen wir denn von Samuel lernen? Beginnen wir mit seiner fr\u00fchen Kindheit.<\/p>\n<p><strong>Er \u201everrichtete den Dienst vor Jehova als Knabe\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Samuel hatte eine ungew\u00f6hnliche Kindheit. Nach seiner Entw\u00f6hnung, vielleicht im Alter von vier Jahren, begann f\u00fcr ihn ein neues Leben\u00a0\u2014 der Dienst an der heiligen Stiftsh\u00fctte Jehovas. Diese stand in Silo, mehr als 30\u00a0Kilometer von seinem Heimatort Rama entfernt. Seine Eltern, Elkana und Hanna, stellten Jehova ihren Sohn f\u00fcr eine besondere Form des Dienstes zur Verf\u00fcgung: Er sollte sein Leben lang ein Nasir\u00e4er sein. Wurde Samuel etwa von seinen Eltern versto\u00dfen? Liebten sie ihn nicht?<\/p>\n<p>Ganz im Gegenteil! Sie wussten ja, dass man in Silo gut f\u00fcr ihren Sohn sorgen w\u00fcrde. Da Samuel in der N\u00e4he des Hohen Priesters Eli arbeitete, achtete dieser gewiss auf ihn. Au\u00dferdem gab es bei der Stiftsh\u00fctte einige Frauen, die dort offenbar einen organisierten Dienst verrichteten (2.\u00a0Mose 38:8).<\/p>\n<p>Hanna und Elkana verga\u00dfen ihren geliebten erstgeborenen Sohn niemals. Seine Geburt war die Erh\u00f6rung eines Gebets, in dem Hanna versprochen hatte, Gott diesen Jungen f\u00fcr ein Leben im heiligen Dienst zur Verf\u00fcgung zu stellen. Bei ihren allj\u00e4hrlichen Besuchen brachte Hanna Samuel jeweils ein neues \u00e4rmelloses Obergewand mit, das sie ihm f\u00fcr den Dienst an der Stiftsh\u00fctte gemacht hatte. Der kleine Junge freute sich ganz bestimmt \u00fcber diese Besuche. Ihm taten die liebevollen, ermunternden Worte seiner Eltern zweifellos sehr gut. Sicher f\u00fchrten sie ihm vor Augen, was f\u00fcr eine Ehre es war, Jehova an diesem einzigartigen Ort zu dienen.<\/p>\n<p>Von Hanna und Elkana k\u00f6nnen heutige Eltern manches lernen. Bei der Erziehung der Kinder stehen oft materielle Interessen im Vordergrund; der Glaube an Gott spielt kaum eine Rolle. F\u00fcr Samuels Eltern dagegen war der Dienst f\u00fcr Gott das Wichtigste, was das gesamte Leben ihres Sohnes nachhaltig pr\u00e4gte (Spr\u00fcche 22:6).<\/p>\n<p>Stellen wir uns vor, wie der Junge heranwuchs und durch die H\u00fcgel rund um Silo streifte. Sah er auf die Stadt und das Tal davor hinunter, erf\u00fcllte es ihn bestimmt mit Stolz und Freude, wenn sein Blick auf die Stiftsh\u00fctte Jehovas fiel\u00a0\u2014 eine wirklich heilige St\u00e4tte. Man hatte sie fast 400\u00a0Jahre zuvor unter der Anleitung von Moses gebaut und sie war das einzige Zentrum der reinen Anbetung Jehovas auf der Erde.<\/p>\n<p>F\u00fcr Samuel war die Stiftsh\u00fctte sein Ein und Alles. In dem Bericht, den er sp\u00e4ter selbst aufzeichnete, lesen wir: \u201eSamuel verrichtete den Dienst vor Jehova als Knabe, mit einem leinenen Ephod umg\u00fcrtet\u201c (1.\u00a0Samuel 2:18). Dieses einfache \u00e4rmellose Kleidungsst\u00fcck kennzeichnete ihn offensichtlich als Gehilfen der Priester an der Stiftsh\u00fctte. Er geh\u00f6rte nicht zu dem Personenkreis, der Priesterdienste leisten durfte; seine Aufgabe bestand unter anderem darin, morgens die T\u00fcren zum Vorhof der Stiftsh\u00fctte zu \u00f6ffnen und den betagten Eli zu bedienen. Samuel machte das gern, doch im Lauf der Zeit bedr\u00fcckte etwas sein unschuldiges Herz. Schlimme Dinge gingen im Haus Jehovas vor sich.<\/p>\n<p><strong>Von Verdorbenheit <em>nicht<\/em> angesteckt<\/strong><\/p>\n<p>Schon in jungen Jahren wurde Samuel Zeuge schlimmster Verkommenheit. Eli hatte zwei S\u00f6hne, Hophni und Pinehas. Samuel berichtet von ihnen: \u201eDie S\u00f6hne Elis nun waren nichtsnutzige M\u00e4nner; sie erkannten Jehova nicht an\u201c (1.\u00a0Samuel 2:12). Die beiden Gedanken in diesem Vers gehen Hand in Hand. Hophni und Pinehas waren \u201enichtsnutzige M\u00e4nner\u201c\u00a0\u2014 w\u00f6rtlich \u201eS\u00f6hne der Nichtsw\u00fcrdigkeit\u201c\u00a0\u2014, weil sie keine Achtung vor Jehova hatten. Sie hielten nichts von seinen gerechten Ma\u00dfst\u00e4ben und Anforderungen. Dieses Vers\u00e4umnis zog s\u00e4mtliche weiteren S\u00fcnden nach sich.<\/p>\n<p>Gott hatte in seinem Gesetz nicht nur die Pflichten der Priester genau festgelegt, sondern auch, wie die Opfer darzubringen waren. Das war deshalb so wichtig, weil manche dieser Opfer schlie\u00dflich zur S\u00fcndenvergebung dienten. Der Opfernde konnte in Gottes Augen wieder rein dastehen sowie Segen und Anleitung von ihm erhalten. Hophni und Pinehas verleiteten ihre Mitpriester jedoch dazu, die Opfer \u00e4u\u00dferst respektlos zu behandeln.<\/p>\n<p>Stellen wir uns vor, wie der kleine Samuel mit gro\u00dfen Augen diese schlimmen Missst\u00e4nde beobachtete, gegen die nichts unternommen wurde. Wie viele Menschen mag er wohl gesehen haben\u00a0\u2014 darunter arme, einfache und unterdr\u00fcckte Leute\u00a0\u2014, die zur heiligen Stiftsh\u00fctte kamen und hofften, Trost und Kraft im Glauben zu finden, aber entt\u00e4uscht, verletzt oder gedem\u00fctigt von dort weggingen? Und wie hat es ihn wohl ber\u00fchrt, als er mitbekam, dass Hophni und Pinehas auch Jehovas Sittengesetz missachteten, indem sie mit Frauen schliefen, die bei der Stiftsh\u00fctte dienten? (1.\u00a0Samuel 2:22). Vielleicht hoffte er, dass Eli etwas dagegen unternehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Eli h\u00e4tte das ausufernde Problem am besten ansprechen k\u00f6nnen. Als Hoher Priester war er ja f\u00fcr das verantwortlich, was an der Stiftsh\u00fctte geschah. Und als Vater w\u00e4re es seine Pflicht gewesen, seine S\u00f6hne zurechtzuweisen. Schlie\u00dflich wirkte sich ihr Tun nicht nur f\u00fcr sie selbst schlimm aus, sondern auch f\u00fcr viele ihrer Landsleute. Eli versagte jedoch nicht nur als Vater, sondern auch als Hoher Priester. Er erteilte seinen S\u00f6hnen nur einen milden Verweis (1.\u00a0Samuel 2:23-25). Sie h\u00e4tten aber weit strenger angefasst werden m\u00fcssen. Immerhin stand auf das, was sie taten, die Todesstrafe.<\/p>\n<p>Die Dinge spitzten sich so zu, dass Jehova einen \u201eMann Gottes\u201c, einen nicht namentlich genannten Propheten, mit einer strengen Strafank\u00fcndigung zu Eli sandte. \u201eDu f\u00e4hrst fort, deine S\u00f6hne mehr zu ehren als mich\u201c, legte Gott ihm zur Last. Au\u00dferdem sagte er voraus, dass Elis b\u00f6se S\u00f6hne an ein und demselben Tag sterben w\u00fcrden und dass auf seine Familie gro\u00dfes Leid zuk\u00e4me. Seine Nachkommen w\u00fcrden sogar die Stellung in der Priesterschaft verlieren. Bewirkte diese nachdr\u00fcckliche Warnung, dass sich in der Familie etwas \u00e4nderte? Der Bibelbericht l\u00e4sst jedenfalls keinen Gesinnungswandel erkennen (1.\u00a0Samuel 2:27 bis 3:1).<\/p>\n<p>F\u00e4rbte all diese Verdorbenheit irgendwie auf den kleinen Samuel ab? In dem d\u00fcsteren Bericht finden sich hin und wieder helle Lichtstrahlen\u00a0\u2014 gute Nachrichten dar\u00fcber, wie Samuel heranwuchs und Fortschritte machte. Erinnern wir uns daran, was wir in 1.\u00a0Samuel 2:18 gelesen haben: Treu verrichtete Samuel \u201eden Dienst vor Jehova als Knabe\u201c. Schon in jungen Jahren drehte sich also sein Leben um den Dienst f\u00fcr Gott. In Vers\u00a021 desselben Kapitels lesen wir etwas, was sogar noch mehr zu Herzen geht: \u201eDer Knabe Samuel wuchs heran bei Jehova.\u201c Die Bindung an seinen himmlischen Vater wurde in dieser Zeit immer st\u00e4rker. Solch ein enges pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis zu Jehova ist der beste Schutz vor Verdorbenheit.<\/p>\n<p>Samuel h\u00e4tte schlussfolgern k\u00f6nnen: Wenn der Hohe Priester und seine S\u00f6hne s\u00fcndigen, k\u00f6nne er doch auch tun und lassen, was er wolle. Doch das verkehrte Handeln anderer, selbst H\u00f6hergestellter, ist niemals eine Entschuldigung f\u00fcr eigene S\u00fcnden. Heute ahmen viele christliche Jugendliche das Beispiel Samuels nach; sie wachsen gewisserma\u00dfen \u201ebei Jehova\u201c heran\u00a0\u2014 selbst wenn einige in ihrer Umgebung kein gutes Beispiel geben.<\/p>\n<p>Was brachte es Samuel, so eingestellt zu sein? Wir lesen: \u201eUnterdessen wurde der Knabe Samuel immer gr\u00f6\u00dfer und beliebter, sowohl vom Standpunkt Jehovas aus als auch von dem der Menschen\u201c (1.\u00a0Samuel 2:26). Samuel war also beliebt, zumindest bei denen, deren Ansicht z\u00e4hlte. Jehova sch\u00e4tzte diesen Jungen wegen seiner Treue. F\u00fcr Samuel stand fest, dass Gott gegen all die Schlechtigkeit in Silo vorgehen w\u00fcrde. Die Frage war nur, wann.<\/p>\n<p><strong>\u201eRede, denn dein Knecht h\u00f6rt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Antwort kam eines Nachts. Es war kurz vor Tagesanbruch, aber immer noch dunkel. Im Zelt flackerte das Licht des gro\u00dfen Leuchters. Rundherum herrschte Stille, als Samuel pl\u00f6tzlich eine Stimme h\u00f6rte, die seinen Namen rief. Er dachte, es sei Eli, der inzwischen sehr alt und nahezu blind war. Samuel stand auf und \u201elief\u201c zu dem alten Mann. K\u00f6nnen wir uns vorstellen, wie der Junge barfu\u00df zu Eli eilte, um festzustellen, was er ben\u00f6tigte? Es geht zu Herzen, wie respektvoll und freundlich Samuel ihn behandelte. Immerhin war Eli trotz all seiner S\u00fcnden der Hohe Priester Jehovas (1.\u00a0Samuel 3:2-5).<\/p>\n<p>Samuel weckte Eli mit den Worten auf: \u201eHier bin ich, denn du hast mich gerufen.\u201c Eli verneinte dies jedoch und schickte den Jungen wieder zu Bett. Das wiederholte sich noch zwei Mal. Schlie\u00dflich wurde Eli klar, was vor sich ging. Jehova hatte sich in letzter Zeit kaum noch mit einer Vision oder prophetischen Botschaft an sein Volk gewandt\u00a0\u2014 aus offenkundigen Gr\u00fcnden. Eli merkte, dass sich Jehova durch diesen Jungen jetzt wieder mitteilte. Er forderte Samuel auf, wieder zu Bett zu gehen, und wies ihn an, wie er reagieren sollte. Samuel gehorchte. Bald h\u00f6rte er wieder die Stimme rufen: \u201eSamuel, Samuel!\u201c Der Junge antwortete: \u201eRede, denn dein Knecht h\u00f6rt\u201c (1.\u00a0Samuel 3:1, 5-10).<\/p>\n<p>Jehova hatte endlich wieder einen Diener in Silo, der auf ihn h\u00f6rte. Das tat Samuel sein ganzes Leben lang. H\u00f6ren auch wir Jehova zu? Wir brauchen nicht auf eine \u00fcbernat\u00fcrliche Stimme in der Nacht zu warten. Wir k\u00f6nnen Gottes Stimme eigentlich jederzeit h\u00f6ren, n\u00e4mlich wenn wir sein Wort, die Bibel, zu uns sprechen lassen. Je mehr wir Gott zuh\u00f6ren und entsprechend reagieren, desto gr\u00f6\u00dfer wird unser Glaube. So war es auch bei Samuel.<\/p>\n<p>Jene Nacht in Silo war der Wendepunkt in Samuels Leben, denn von da an lernte er Jehova in ganz besonderer Weise kennen\u00a0\u2014 er wurde Gottes Prophet und Sprecher. Anf\u00e4nglich f\u00fcrchtete sich der Junge, Eli das mitzuteilen, was Jehova ihm \u00fcbermittelt hatte: Die gegen seine Familie ge\u00e4u\u00dferte Prophezeiung sollte sich sehr bald bewahrheiten. Doch Samuel brachte schlie\u00dflich den n\u00f6tigen Mut auf und Eli f\u00fcgte sich dem g\u00f6ttlichen Urteilsspruch. Kurz darauf ging alles in Erf\u00fcllung, was Jehova vorausgesagt hatte. In einem Krieg, den Israel gegen die Philister f\u00fchrte, wurden Hophni und Pinehas am selben Tag get\u00f6tet. Auch Eli starb, als er erfuhr, dass die heilige Lade Jehovas den Feinden in\u00a0die\u00a0H\u00e4nde gefallen war (1.\u00a0Samuel 3:10-18; 4:1-18).<\/p>\n<p>Samuel dagegen erwarb sich einen Ruf als treuer Prophet. \u201eEs erwies sich, dass Jehova seinerseits mit ihm war\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht. Weiter hei\u00dft es, dass er jede Prophezeiung Samuels in Erf\u00fcllung gehen lie\u00df (1.\u00a0Samuel 3:19).<\/p>\n<p><strong>\u201eSamuel rief Jehova an\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Folgten die Israeliten deshalb der F\u00fchrung Samuels und wurden treue Glaubensmenschen? Leider nicht. Nach einiger Zeit war es ihnen nicht mehr genug, lediglich von einem Propheten gerichtet oder angeleitet zu werden. Sie wollten so sein wie andere Nationen und einen sichtbaren K\u00f6nig haben. Auf Anweisung Jehovas entsprach Samuel ihrer Bitte. Allerdings musste er ihnen auch mitteilen, dass sie damit eine schwere S\u00fcnde begangen hatten. Immerhin verwarf Israel dadurch nicht einfach einen Menschen, sondern Jehova selbst. Deshalb rief Samuel das Volk nach Gilgal.<\/p>\n<p>Kommen wir nun wieder zu dem spannungsgeladenen Augenblick, als sich Samuel in Gilgal an Israel wandte. Dort erinnerte der betagte Mann die Nation an sein jahrzehntelanges treues Wirken. Schlie\u00dflich \u201erief Samuel Jehova an\u201c und bat ihn, ein Gewitter herbeizuf\u00fchren (1.\u00a0Samuel 12:17,\u00a018).<\/p>\n<p>Donner und Regen in der Trockenzeit? Das hatte es ja noch nie gegeben! Doch falls es unter den Versammelten irgendwelchen Zweifel oder Spott gab, war es damit schnell vorbei. Wolken verdunkelten pl\u00f6tzlich den Himmel. Der Wind dr\u00fcckte den Weizen auf den Feldern zu Boden. Ohrenbet\u00e4ubend waren die Donnerschl\u00e4ge. Und es regnete in Str\u00f6men. Die Reaktion? \u201eAlles Volk war in gro\u00dfer Furcht vor Jehova und Samuel.\u201c Jetzt hatten alle begriffen, wie gro\u00df ihre S\u00fcnde tats\u00e4chlich war (1.\u00a0Samuel 12:18,\u00a019).<\/p>\n<p>Was Samuel mit Worten nicht gelang, erreichte Jehova auf seine Weise. Die Israeliten waren in ihrem Innersten getroffen. Samuel hatte von seiner Jugend bis ins hohe Alter volles Vertrauen zu Jehova gezeigt. Und dieser belohnte ihn daf\u00fcr. Jehova hat sich nicht ge\u00e4ndert. Er unterst\u00fctzt auch heute diejenigen, die den Glauben Samuels nachahmen.<\/p>\n<p><strong>[Fu\u00dfnoten]<\/strong><br \/>\nNasir\u00e4er standen unter einem Gel\u00fcbde, das ihnen unter anderem verbot, Alkohol zu trinken und sich die Haare zu schneiden. Die meisten nahmen dieses Gel\u00fcbde nur f\u00fcr eine bestimmte Zeit auf sich, aber es gab auch einige wie Simson, Samuel und Johannes den T\u00e4ufer, die lebenslang Nasir\u00e4er waren.<\/p>\n<p>Die Stiftsh\u00fctte war ein rechteckiges Bauwerk, genau genommen ein gro\u00dfes Zelt, getragen von h\u00f6lzernen Fachwerkrahmen. Es bestand aus erlesenen Materialien: Seehundsfellen, kunstvoll bestickten T\u00fcchern und kostbaren H\u00f6lzern, die mit Gold oder Silber \u00fcberzogen waren. Umgeben war das Heiligtum von einem rechteckigen Vorhof, wo unter anderem ein gro\u00dfer Opferaltar stand. Im Lauf der Zeit wurden an den Seiten der Stiftsh\u00fctte offenbar weitere R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die Priester geschaffen. Dort schlief wohl auch Samuel.<\/p>\n<p>Der Bericht liefert zwei Beispiele f\u00fcr Respektlosigkeit: Im Gesetz war genau festgelegt, welche Teile einer Opfergabe den Priestern als Nahrung zustanden (5.\u00a0Mose 18:3). <\/p>\n<p>Die gewissenlosen Priester in der Stiftsh\u00fctte handhabten das jedoch ganz anders: Sie schickten ihre Diener los, die mit einer gro\u00dfen Gabel in die Kessel stie\u00dfen, in denen das Fleisch gekocht wurde, und jedes gute St\u00fcck mitnahmen, das sie herausholten. <\/p>\n<p>Und jemand, der sein Opfertier zum Altar brachte, wurde von den Dienern der b\u00f6sen Priester bedr\u00e4ngt, ihnen rohes Fleisch zu geben, noch bevor das Fett des Tieres Jehova geopfert worden war (3.\u00a0Mose 3:3-5; 1.\u00a0Samuel 2:13-17).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** w10 1. 10. S. 14-18 Er \u201ewuchs heran bei Jehova\u201c *** Ihren Glauben nachahmen Er \u201ewuchs heran bei Jehova\u201c SAMUEL blickte in die Gesichter seiner Landsleute. 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