
{"id":2055,"date":"2011-03-26T10:32:06","date_gmt":"2011-03-26T09:32:06","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2055"},"modified":"2011-03-26T10:34:46","modified_gmt":"2011-03-26T09:34:46","slug":"gideon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=2055","title":{"rendered":"Gideon"},"content":{"rendered":"<h3>\u201eSchwert Jehovas und Gideons!\u201c<\/h3>\n<p>SIE sind so zahlreich wie Heuschrecken und verwandeln fruchtbare Felder in w\u00fcste Ein\u00f6den. Es ist die Zeit der Richter, und die Israeliten sind in einer verzweifelten Lage. Seit sieben Jahren fallen pl\u00fcndernde Horden kamelreitender Midianiter, Amalekiter und Leute des Ostens immer dann ins Land ein, wenn die Saat auf den Feldern aufgegangen ist. Ihre Herden breiten sich auf der Suche nach Weideland \u00fcberall aus und verzehren noch den letzten gr\u00fcnen Halm. Den verarmten Israeliten dagegen bleibt weder Schaf noch Stier noch Esel. Die Terrorherrschaft der Midianiter lastet so schwer auf ihnen, dass sie sich in Bergen, H\u00f6hlen und an schwer zug\u00e4nglichen Orten unterirdische Vorratsstellen anlegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Warum sind sie in so gro\u00dfe Not geraten? Israel ist abtr\u00fcnnig geworden und dient falschen G\u00f6ttern. Daraufhin hat Jehova sie Unterdr\u00fcckern preisgegeben. Als die S\u00f6hne Israels es nicht mehr aushalten k\u00f6nnen, rufen sie zu Jehova um Hilfe. Wird er sie erh\u00f6ren? Was k\u00f6nnen wir aus ihrer Erfahrung lernen? (Richter 6:1-6).<\/p>\n<p><strong>Vorsichtiger Landwirt oder \u201etapferer Starker\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Normalerweise dreschen die Landwirte Israels den Weizen mit von Ochsen gezogenen Dreschschlitten auf offenen Dreschtennen, wo der Wind die Spreu erfassen und hinwegwehen kann. Aber solange Pl\u00fcnderer im Land sind und alles an sich rei\u00dfen wollen, w\u00e4re das viel zu auff\u00e4llig. Deshalb drischt Gideon seinen Weizen au\u00dfer Sichtweite der Midianiter in einer Weinkelter\u00a0\u2014 m\u00f6glicherweise eine gro\u00dfe in den Fels geschlagene, gesch\u00fctzt gelegene Kufe (Richter 6:11). Dort kann das Korn wahrscheinlich nur in kleinen Mengen mit einem Stock ausgeschlagen werden. Aber unter den gegebenen Umst\u00e4nden bleibt Gideon nichts anderes \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Wie \u00fcberrascht muss er sein, als ihm Jehovas Engel erscheint und zu ihm sagt: \u201eJehova ist mit dir, du tapferer Starker\u201c! (Richter 6:12). Da er gerade heimlich Weizen in einer Weinkelter ausschl\u00e4gt, kommt sich Gideon bestimmt ganz und gar nicht tapfer vor. Aber die Worte zeigen, dass Gott es Gideon zutraut, ein tapferer F\u00fchrer der Israeliten zu werden. Gideon selbst muss davon allerdings erst noch \u00fcberzeugt werden.<\/p>\n<p>Als Jehova ihn beauftragt, \u2018Israel aus der Faust Midians zu retten\u2019, sagt Gideon bescheiden: \u201eEntschuldige, Jehova. Womit soll ich Israel retten? Siehe! Meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste im Hause meines Vaters.\u201c Vorsichtig, wie Gideon ist, bittet er um ein Zeichen, dass Gott mit ihm sein wird, wenn er Midian niederschl\u00e4gt, und Jehova ist bereit, ihm die Sicherheit zu geben, die er vern\u00fcnftigerweise braucht. Als Gideon dem Engel eine Mahlzeit als Gabe vorsetzt, steigt Feuer aus einem Felsen auf und verzehrt sie. Gideon ger\u00e4t deshalb in Furcht, wird aber von Jehova beruhigt und baut daraufhin an diesem Ort einen Altar (Richter 6:12-24).<\/p>\n<p><strong>\u201eM\u00f6ge Baal mit ihm rechten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem der Israeliten ist nicht die Unterdr\u00fcckung durch Midian, sondern ihre Verstrickung in die Baalsanbetung. Jehova ist \u201eein eifernder Gott\u201c, und man kann ihm unm\u00f6glich auf annehmbare Weise dienen, wenn man gleichzeitig andere G\u00f6tter verehrt (2.\u00a0Mose 34:14). Deshalb gebietet Jehova Gideon, den Altar Baals zu zerst\u00f6ren, der seinem Vater geh\u00f6rt, und dessen heiligen Pfahl umzuhauen. Gideon f\u00fcrchtet sich davor, wie sein Vater und andere reagieren werden, wenn er das am helllichten Tag tut. Also tut er es nachts mit der Hilfe von zehn Dienern.<\/p>\n<p>Dass seine Vorsicht angebracht war, best\u00e4tigt sich am n\u00e4chsten Tag: Als die ortsans\u00e4ssigen Baalsanbeter den \u201eFrevel\u201c entdecken, fordern sie seinen Tod. Doch Joas, Gideons Vater, argumentiert mit unwiderlegbarer Logik, wenn Baal ein Gott sei, k\u00f6nne er sich selbst verteidigen. Dann gibt Joas seinem Sohn den passenden Namen Jerubbaal, der bedeutet \u201eM\u00f6ge Baal mit ihm rechten\u201c (Richter 6:25-32, Fu\u00dfnote).<\/p>\n<p>Gott segnet seine Diener immer, wenn sie mutig f\u00fcr die wahre Anbetung eintreten. Als die Midianiter und ihre Verb\u00fcndeten wieder in das Gebiet Israels einfallen, \u2018h\u00fcllt Jehovas Geist Gideon ein\u2019 (Richter 6:34). Unter dem Einfluss des Geistes Gottes, seiner wirksamen Kraft, zieht Gideon Truppen aus den St\u00e4mmen Manasse, Ascher, Sebulon und Naphtali zusammen (Richter 6:35).<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung f\u00fcr den Kampf<\/strong><\/p>\n<p>Gideon hat jetzt immerhin ein Heer von 32\u00a0000 Mann. Trotzdem bittet er Gott um ein Zeichen. Wenn Gott Israel durch ihn retten wird, dann soll ein Vlies, das er \u00fcber Nacht auf der Dreschtenne ausgebreitet liegen l\u00e4sst, von Tau bedeckt werden, w\u00e4hrend gleichzeitig der umliegende Boden trocken bleibt. Jehova bewirkt dieses Wunder, worauf Gideon um das Gegenteil bittet und auch das erh\u00e4lt: Der Boden wird nass und das Vlies bleibt trocken. Ist Gideon \u00fcbervorsichtig? Offenbar nicht, denn Jehova gew\u00e4hrt ihm seine Bitte um wiederholte Best\u00e4tigung (Richter 6:36-40). Wir erwarten heute keine solchen Wunder. Aber durch Jehovas Wort erhalten auch wir von ihm Anleitung und beruhigende Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Gott erhebt nun den Einwand, Gideons Heer sei zu gro\u00df. W\u00fcrden die Israeliten ihre Feinde mit so einer gro\u00dfen Streitmacht besiegen, k\u00f6nnten sie sich hinterher wom\u00f6glich br\u00fcsten, sich selbst gerettet zu haben. Der bevorstehende Sieg muss aber Jehova zugeschrieben werden. Die L\u00f6sung? Gideon soll eine Regelung aus dem mosaischen Gesetz anwenden und denen, die sich f\u00fcrchten, erlauben, nach Hause zu gehen. Davon machen 22\u00a0000 seiner M\u00e4nner Gebrauch, sodass ihm nur noch 10\u00a0000 bleiben (5.\u00a0Mose 20:8; Richter 7:2,\u00a03).<\/p>\n<p>Aus Gottes Sicht sind das immer noch zu viele. Gideon wird angewiesen, sie an ein Gew\u00e4sser hinabgehen zu lassen. Der j\u00fcdische Geschichtsschreiber Josephus sagt, Gideon habe sein Heer an einen Fluss f\u00fchren sollen, w\u00e4hrend die Hitze am gr\u00f6\u00dften war. Auf jeden Fall beobachtet Gideon, wie die M\u00e4nner trinken. Nur 300 f\u00fchren mit einer Hand Wasser zum Mund und lecken davon, w\u00e4hrend sie gleichzeitig auf der Hut bleiben vor einem m\u00f6glichen feindlichen Angriff. Und nur diese 300 wachsamen M\u00e4nner werden Gideon begleiten (Richter 7:4-8). Versetzen wir uns in ihre Lage. Uns stehen 135\u00a0000 Feinde gegen\u00fcber! Ein Sieg \u2014 so viel steht fest \u2014 kann nicht durch unsere eigene Kraft, sondern nur durch die Macht Jehovas m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>Gott sagt Gideon, er solle doch mit einem Bediensteten das Lager Midians aussp\u00e4hen. Dort bekommt Gideon zu h\u00f6ren, wie ein Mann seinem Gef\u00e4hrten einen Traum erz\u00e4hlt und dieser ihn ohne zu z\u00f6gern dahin gehend deutet, dass Gott beschlossen habe, Midian in die Hand Gideons zu geben. Genau das hat Gideon gebraucht. Er ist sicher, dass Jehova ihm und seinen 300 M\u00e4nnern den Sieg \u00fcber die Midianiter schenken wird (Richter 7:9-15).<\/p>\n<p><strong>Strategie<\/strong><\/p>\n<p>Die 300 M\u00e4nner werden in drei Trupps zu je 100 aufgeteilt. Jeder erh\u00e4lt ein Horn und einen gro\u00dfen, leeren Krug. Darin wird eine Fackel versteckt. Gideons erste Anweisung lautet: \u2018Seht mir zu und tut ebenso. Sobald ich in das Horn sto\u00dfe, sto\u00dft auch ihr in die H\u00f6rner und ruft: \u201eSchwert Jehovas und Gideons!\u201c\u00a0\u2019 (Richter 7:16-18,\u00a020).<\/p>\n<p>Die 300 israelitischen Krieger schleichen sich an das feindliche Lager heran. Es ist jetzt etwa zehn Uhr abends. Gerade sind die Wachen abgel\u00f6st worden. Das ist offenbar genau der richtige Moment f\u00fcr den Angriff, denn die Augen der neuen Wachen m\u00fcssen sich erst noch an die Dunkelheit gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Dann f\u00e4hrt den Midianitern der Schreck in die Glieder! Pl\u00f6tzlich wird die Stille zerrissen von dem Zerschmettern der 300 Kr\u00fcge, dem Blasen der 300 H\u00f6rner und dem Geschrei der 300 M\u00e4nner. V\u00f6llig verst\u00f6rt, vor allem von dem Ruf \u201eSchwert Jehovas und Gideons!\u201c, fangen auch die Midianiter an zu schreien. In dem allgemeinen Durcheinander k\u00f6nnen sie Freund und Feind nicht mehr unterscheiden. Die 300 M\u00e4nner bleiben an ihrem zugewiesenen Platz stehen, w\u00e4hrend Gott die Feinde dazu bringt, die Schwerter gegeneinander zu richten und sich niederzumetzeln. Das Lager wird auseinander getrieben, die Fluchtwege werden abgeschnitten und die versprengten Midianiter in einer beschwerlichen Verfolgungsjagd aufgerieben, sodass sie keine Bedrohung mehr sind. Die lange und m\u00f6rderische Besatzungszeit ist endlich vorbei (Richter 7:19-25; 8:10-12,\u00a028).<\/p>\n<p>Auch nach diesem Sieg bleibt Gideon bescheiden. Als die Ephraimiter \u2014 offenbar beleidigt, weil sie nicht zu der Schlacht gerufen wurden \u2014 einen Streit mit ihm anzetteln wollen, reagiert er sanftm\u00fctig. Seine milde Antwort wendet ihren Grimm ab und beruhigt sie (Richter 8:1-3; Spr\u00fcche 15:1).<\/p>\n<p>Jetzt, wo wieder Frieden herrscht, dr\u00e4ngen die Israeliten Gideon dazu, ihr K\u00f6nig zu werden. Was f\u00fcr eine Versuchung! Aber Gideon lehnt ab. Er hat nicht vergessen, wer in Wirklichkeit den Sieg \u00fcber Midian errungen hat, und erkl\u00e4rt: \u201eIch selbst werde nicht \u00fcber euch herrschen, noch wird mein Sohn \u00fcber euch herrschen. Jehova ist es, der \u00fcber euch herrschen wird\u201c (Richter 8:23).<\/p>\n<p>Allerdings ist auch Gideon unvollkommen und trifft eine unbedachte Entscheidung. Aus einem nicht genannten Grund l\u00e4sst er aus der Kriegsbeute ein Ephod anfertigen und stellt es in seiner Stadt aus. Wie der Bericht sagt, f\u00e4ngt ganz Israel an, \u201eunsittlichen Verkehr\u201c damit zu haben. Man betet es an und es wird sogar Gideon und seinen Hausgenossen zu einer Schlinge. Er selbst wird jedoch kein G\u00f6tzendiener, denn die Bibel erw\u00e4hnt ihn anerkennend als einen Mann des Glaubens (Richter 8:27; Hebr\u00e4er 11:32-34).<\/p>\n<p><strong>Lehren f\u00fcr uns<\/strong><\/p>\n<p>Die Erlebnisse Gideons enthalten sowohl eine Warnung als auch eine Ermunterung f\u00fcr uns. Wir werden warnend darauf aufmerksam gemacht, dass wir geistig in eine \u00e4hnliche Lage geraten w\u00fcrden wie die verarmten Bewohner eines von Heuschrecken heimgesuchten Landes, wenn uns Jehova seinen Geist und Segen entziehen m\u00fcsste, weil wir eigenwillig handeln. Wir leben in kritischen Zeiten und sollten nie vergessen, dass nur \u2018der Segen Jehovas reich macht und keinen Schmerz hinzuf\u00fcgt\u2019 (Spr\u00fcche 10:22). Dienen wir Gott \u201emit ungeteiltem Herzen und einer Seele voller Lust\u201c, werden wir von ihm gesegnet. Ansonsten w\u00fcrde er uns verwerfen (1.\u00a0Chronika 28:9).<\/p>\n<p>Ermunternd ist der Bericht \u00fcber Gideon, weil er beweist, dass Jehova sein Volk aus jeder Bedrohung retten und dabei sogar jemand gebrauchen kann, der schwach oder hilflos zu sein scheint. Dass Gideon und seine 300 M\u00e4nner 135\u00a0000 Midianiter bezwingen konnten, ist ein Zeugnis f\u00fcr die unbegrenzte Macht Gottes. Es kann sein, dass wir in eine verzweifelte Lage geraten und einer scheinbar erdr\u00fcckenden \u00dcberzahl von Feinden gegen\u00fcberstehen. Doch der Bibelbericht \u00fcber Gideon ermuntert uns, auf Jehova zu vertrauen, denn er wird alle, die ihren Glauben auf ihn setzen, segnen und befreien.<\/p>\n<p>WT 15.07.2005<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSchwert Jehovas und Gideons!\u201c SIE sind so zahlreich wie Heuschrecken und verwandeln fruchtbare Felder in w\u00fcste Ein\u00f6den. Es ist die Zeit der Richter, und die Israeliten sind in einer verzweifelten Lage. 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