
{"id":855,"date":"2009-06-14T22:26:52","date_gmt":"2009-06-14T21:26:52","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=855"},"modified":"2009-07-13T23:34:08","modified_gmt":"2009-07-13T22:34:08","slug":"hohelied-1-4","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=855","title":{"rendered":"Hohelied 1 &#8211; 4"},"content":{"rendered":"<h3>Kapitel 1<\/h3>\n<p>DAS HOHELIED<\/p>\n<p>(DAS LIED SALOMOS)<\/p>\n<p>1 Das erhabenste Lied, das Salomos ist: 2 &#8222;Er k\u00fcsse mich mit den K\u00fcssen seines Mundes, denn deine Liebkosungen sind besser als Wein. 3 Des Duftes wegen sind deine \u00d6le gut. Wie ein \u00d6l, das ausgegossen wird, ist dein Name. Darum haben dich herangereifte M\u00e4dchen, ja sie, geliebt. 4 Zieh mich mit dir; la\u00df uns laufen. Der K\u00f6nig hat mich in seine inneren Gem\u00e4cher gef\u00fchrt! La\u00df uns doch frohlocken und uns deiner freuen. Ja, wir wollen deine Liebkosungen erw\u00e4hnen mehr als Wein. Mit Recht haben sie dich geliebt.<\/p>\n<p>5 Ein schwarzes M\u00e4dchen bin ich, aber anmutig, o ihr T\u00f6chter Jerusalems, wie die Zelte von Kedar, [doch] wie die Zeltt\u00fccher Salomos. 6 Schaut mich nicht an, weil ich schw\u00e4rzlich bin, weil die Sonne mich angeblickt hat. Die S\u00f6hne meiner eigenen Mutter wurden zornig auf mich; sie setzten mich zur H\u00fcterin der Weing\u00e4rten ein, [obwohl] ich meinen Weingarten, einen, der mein war, nicht geh\u00fctet habe.<\/p>\n<p>7 Teil mir doch mit, o du, den meine Seele geliebt hat, wo du h\u00fctest, wo du das Kleinvieh am Mittag lagern l\u00e4\u00dft. Warum denn sollte ich wie eine in Trauer Geh\u00fcllte unter den Herden deiner Mitgenossen werden?&#8220;<\/p>\n<p>8 &#8222;Wenn du es selbst nicht wei\u00dft, o du sch\u00f6nste unter den Frauen, so geh selbst hinaus, den Fu\u00dfspuren der Kleinviehherde nach, und weide deine Zicklein den Wohnst\u00e4tten der Hirten entlang.&#8220;<\/p>\n<p>9 &#8222;Mit einer meiner Stuten an den Wagen Pharaos habe ich dich verglichen, o meine Gef\u00e4hrtin. 10 Lieblich sind deine Wangen zwischen den Haarflechten, dein Hals in einer Perlenschnur. 11 Ringe aus Gold werden wir dir machen mit silbernen K\u00fcgelchen.&#8220;<\/p>\n<p>12 &#8222;Solange sich der K\u00f6nig in seiner Tafelrunde befindet, hat meine eigene Narde ihren Duft gespendet. 13 Wie ein Myrrhenbeutel ist mir mein Liebster; zwischen meinen Br\u00fcsten wird er die Nacht verbringen. 14 Wie eine Hennatraube ist mir mein Liebster, inmitten der Weing\u00e4rten von En-Gedi.&#8220;<\/p>\n<p>15 &#8222;Siehe! Du bist sch\u00f6n, o meine Gef\u00e4hrtin. Siehe! Du bist sch\u00f6n. Deine Augen sind Tauben[augen].&#8220;<\/p>\n<p>16 &#8222;Siehe! Du bist sch\u00f6n, mein Liebster, ja lieblich. Auch ist unser Diwan einer aus Laubwerk. 17 Die Balken unseres gro\u00dfartigen Hauses sind Zedern, unsere Sparren Wacholderb\u00e4ume.<\/p>\n<h3>Kapitel 2<\/h3>\n<p>2 Nur ein Safran der K\u00fcstenebene bin ich, eine Lilie der Tiefebenen.&#8220;<\/p>\n<p>2 &#8222;Wie eine Lilie unter dornigem Unkraut, so ist meine Gef\u00e4hrtin unter den T\u00f6chtern.&#8220;<\/p>\n<p>3 &#8222;Wie ein Apfelbaum unter den B\u00e4umen des Waldes, so ist mein Liebster unter den S\u00f6hnen. Seinen Schatten habe ich leidenschaftlich begehrt, und dort habe ich mich gesetzt, und seine Frucht ist meinem Gaumen s\u00fc\u00df gewesen. 4 Er brachte mich in das Haus des Weines, und sein Banner \u00fcber mir war Liebe. 5 Erfrischt mich doch mit Rosinenkuchen, st\u00e4rkt mich mit \u00c4pfeln; denn ich bin krank vor Liebe. 6 Seine Linke ist unter meinem Haupt; und seine Rechte &#8211; sie umarmt mich. 7 Ich habe euch unter Eid gestellt, o T\u00f6chter Jerusalems, bei den Gazellenweibchen oder bei den Hindinnen des Feldes, da\u00df ihr nicht versucht, die Liebe [in mir] zu wecken oder zu erregen, bis sie sich [dazu] geneigt f\u00fchlt.<\/p>\n<p>8 Horch &#8211; mein Liebster! Siehe! Dieser kommt, steigt \u00fcber die Berge, springt \u00fcber die H\u00fcgel. 9 Mein Liebster gleicht einer Gazelle oder dem Jungen der Hirsche. Siehe! Dieser steht hinter unserer Mauer, schaut unverwandt durch die Fenster, blickt durch die Gitter. 10 Mein Liebster hat geantwortet und zu mir gesagt: &#8218;Steh auf, du meine Gef\u00e4hrtin, meine Sch\u00f6ne, und komm mit. 11 Denn siehe, die Regenzeit, sie ist vorbei, der Regengu\u00df selbst ist vor\u00fcber, er ist vergangen. 12 Bl\u00fcten sind im Land erschienen, ja die Zeit zum Beschneiden der Reben ist gekommen, und die Stimme der Turteltaube, sie ist geh\u00f6rt worden in unserem Land. 13 Was den Feigenbaum betrifft, er hat seine Fr\u00fchfeigen eine reife Farbe gewinnen lassen; und die Weinst\u00f6cke stehen in Bl\u00fcte, sie haben [ihren] Duft gespendet. Steh auf, komm, o meine Gef\u00e4hrtin, meine Sch\u00f6ne, und komm mit. 14 O meine Taube in den Schlupfwinkeln des zerkl\u00fcfteten Felsens, im Versteck des steilen Weges, zeig mir deine Gestalt, la\u00df mich deine Stimme h\u00f6ren, denn deine Stimme ist angenehm, und deine Gestalt ist lieblich.&#8216; &#8220;<\/p>\n<p>15 &#8222;Fa\u00dft uns doch die F\u00fcchse, die kleinen F\u00fcchse, die die Weing\u00e4rten verheeren, da unsere Weing\u00e4rten in Bl\u00fcte stehen.&#8220;<\/p>\n<p>16 &#8222;Mein Liebster ist mein, und ich bin sein. Er h\u00fctet unter den Lilien. 17 Bis der Tag[eswind] weht und die Schatten entflohen sind, wende dich um, o mein Liebster; sei gleich der Gazelle oder gleich dem Jungen der Hirsche auf den Bergen der Trennung.<\/p>\n<h3>Kapitel 3<\/h3>\n<p>3 Auf meinem Bett w\u00e4hrend der N\u00e4chte habe ich den gesucht, den meine Seele geliebt hat. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht. 2 La\u00dft mich bitte aufstehen und in der Stadt umhergehen; auf den Stra\u00dfen und auf den \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen la\u00dft mich den suchen, den meine Seele geliebt hat. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht. 3 Die W\u00e4chter, die in der Stadt umhergingen, fanden mich: &#8218;Habt ihr den gesehen, den meine Seele geliebt hat?&#8216; 4 Kaum war ich von ihnen aus weitergegangen, da fand ich den, den meine Seele geliebt hat. Ich ergriff ihn, und ich wollte ihn nicht loslassen, bis ich ihn in das Haus meiner Mutter gebracht hatte und in das innere Gemach derjenigen, die mit mir schwanger gewesen war. 5 Ich habe euch unter Eid gestellt, o T\u00f6chter Jerusalems, bei den Gazellenweibchen oder bei den Hindinnen des Feldes, da\u00df ihr nicht versucht, die Liebe [in mir] zu wecken oder zu erregen, bis sie sich [dazu] geneigt f\u00fchlt.&#8220;<\/p>\n<p>6 &#8222;Was ist das, das wie Rauchs\u00e4ulen von der Wildnis heraufkommt, umduftet von Myrrhe und duftendem Harz, ja von allerlei w\u00fcrzigem Pulver eines H\u00e4ndlers?&#8220;<\/p>\n<p>7 &#8222;Siehe! Es ist sein Ruhebett, dasjenige, das Salomo geh\u00f6rt. Sechzig starke M\u00e4nner sind rings darum her, von den Starken Israels, 8 sie alle im Besitz eines Schwertes, in der Kriegf\u00fchrung unterwiesen, jeder mit seinem Schwert an seiner H\u00fcfte wegen des Schreckens in den N\u00e4chten.&#8220;<\/p>\n<p>9 &#8222;Es ist die S\u00e4nfte, die sich K\u00f6nig Salomo aus den B\u00e4umen des Libanon gemacht hat. 10 Ihre S\u00e4ulen hat er aus Silber gemacht, ihre St\u00fctzen aus Gold. Ihr Sitz ist aus purpurr\u00f6tlichgef\u00e4rbter Wolle, ihr Inneres von den T\u00f6chtern Jerusalems liebevoll ausgestattet.&#8220;<\/p>\n<p>11 &#8222;Geht hinaus, o ihr T\u00f6chter Zions, und schaut den K\u00f6nig Salomo an mit dem Kranz, den ihm seine Mutter am Tag seiner Hochzeit und am Tag der Freude seines Herzens geflochten hat.&#8220;<\/p>\n<h3>Kapitel 4<\/h3>\n<p>4 &#8222;Siehe! Du bist sch\u00f6n, o meine Gef\u00e4hrtin. Siehe! Du bist sch\u00f6n. Deine Augen sind Tauben[augen] hinter deinem Schleier. Dein Haar ist gleich einer Herde Ziegen, die von der Berggegend Gileads herabgeh\u00fcpft sind. 2 Deine Z\u00e4hne sind wie eine Herde frisch geschorener [Mutterschafe], die von der Schwemme heraufgestiegen sind, die alle Zwillinge geb\u00e4ren, ohne da\u00df eines unter ihnen seine Jungen verloren hat. 3 Deine Lippen sind so wie ein Karmesinfaden, und dein Reden ist angenehm. Wie ein Granatapfelst\u00fcck sind deine Schl\u00e4fen hinter deinem Schleier. 4 Dein Hals ist wie der Turm Davids, in Steinschichten gebaut, an den tausend Schilde geh\u00e4ngt sind, all die Rundschilde der starken M\u00e4nner. 5 Deine beiden Br\u00fcste sind wie zwei Junge, die Zwillinge eines Gazellenweibchens, das unter den Lilien weidet.&#8220;<\/p>\n<p>6 &#8222;Bis der Tag[eswind] weht und die Schatten entflohen sind, werde ich meines Weges zum Myrrhenberg und zum H\u00fcgel duftenden Harzes gehen.&#8220;<\/p>\n<p>7 &#8222;Du bist ganz und gar sch\u00f6n, o meine Gef\u00e4hrtin, und es ist kein Makel an dir. 8 Mit mir vom Libanon, o Braut, mit mir vom Libanon m\u00f6gest du kommen. M\u00f6gest du herabsteigen vom Gipfel des Antilibanon, vom Gipfel des Senir, ja des Hermon, von den Lagerpl\u00e4tzen der L\u00f6wen, von den Bergen der Leoparden. 9 Du hast mir Herzklopfen bereitet, o meine Schwester, [meine] Braut, du hast mir Herzklopfen bereitet durch eines deiner Augen, durch einen Anh\u00e4nger deines Halsschmuckes. 10 Wie sch\u00f6n sind deine Liebkosungen, o meine Schwester, [meine] Braut! Wieviel besser sind deine Liebkosungen als Wein und der Duft deiner \u00d6le als allerlei Wohlgeruch! 11 Von Wabenhonig triefen st\u00e4ndig deine Lippen, o [meine] Braut. Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon. 12 Ein verriegelter Garten ist meine Schwester, [meine] Braut, ein verriegelter Garten, ein versiegelter Quell. 13 Deine Haut ist ein Paradies von Granat\u00e4pfeln, mit den erlesensten Fr\u00fcchten, Hennapflanzen nebst Nardenpflanzen, 14 Narde und Safran, Rohr und Zimt samt allerlei B\u00e4umen duftenden Harzes, Myrrhe und Aloe nebst all den feinsten Riechstoffen, 15 [und] ein Gartenquell, ein Brunnen frischen Wassers und vom Libanon rieselnde B\u00e4che. 16 Erwache, o Nordwind, und komm herbei, o S\u00fcdwind. Wehe \u00fcber meinen Garten. La\u00df seine Wohlger\u00fcche rieseln.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;M\u00f6ge mein Liebster in seinen Garten kommen und dessen erlesenste Fr\u00fcchte essen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 1 DAS HOHELIED (DAS LIED SALOMOS) 1 Das erhabenste Lied, das Salomos ist: 2 &#8222;Er k\u00fcsse mich mit den K\u00fcssen seines Mundes, denn deine Liebkosungen sind besser als Wein. 3 Des Duftes wegen sind deine \u00d6le gut. Wie ein \u00d6l, das ausgegossen wird, ist dein Name. Darum haben dich herangereifte M\u00e4dchen, ja sie, geliebt. 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