
{"id":1256,"date":"2009-10-22T00:15:48","date_gmt":"2009-10-21T23:15:48","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=1256"},"modified":"2009-10-18T18:17:49","modified_gmt":"2009-10-18T17:17:49","slug":"matthaus-26-28","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=1256","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 26 &#8211; 28"},"content":{"rendered":"<h3>Kapitel 26<\/h3>\n<p>Als nun Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen J\u00fcngern: 2\u00a0\u201eIhr wi\u00dft, da\u00df in zwei Tagen das Passah sein wird, und der Menschensohn soll \u00fcberliefert werden, um an den Pfahl gebracht zu werden.\u201c<\/p>\n<p>3\u00a0Dann versammelten sich die Oberpriester und die \u00e4lteren M\u00e4nner des Volkes im Hof des Hohenpriesters, der Kaiphas hie\u00df, 4\u00a0und beratschlagten miteinander, um Jesus durch einen listigen Anschlag zu ergreifen und ihn zu t\u00f6ten. 5\u00a0Sie sagten jedoch wiederholt: \u201eNicht beim Fest, damit unter dem Volk kein Aufruhr entstehe.\u201c<\/p>\n<p>6\u00a0Als sich Jesus gerade in Beth\u1ea1nien im Haus S\u1ecbmons, des Auss\u00e4tzigen, befand, 7\u00a0trat eine Frau mit einem Alabastergef\u00e4\u00df voll kostbarem, wohlriechendem \u00d6l an ihn heran, und sie begann es ihm \u00fcber sein Haupt zu gie\u00dfen, w\u00e4hrend er zu Tisch lag. 8\u00a0Als die J\u00fcnger dies sahen, wurden sie unwillig und sagten: \u201eWozu diese Verschwendung? 9\u00a0Denn dies h\u00e4tte man teuer verkaufen und armen Leuten geben k\u00f6nnen.\u201c 10\u00a0Jesus merkte dies und sagte zu ihnen: \u201eWeshalb sucht ihr der Frau M\u00fche zu machen? Denn sie hat eine vortreffliche Tat an mir getan. 11\u00a0Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber werdet ihr nicht allezeit haben. 12\u00a0Denn als diese Frau dieses wohlriechende \u00d6l \u00fcber meinen Leib go\u00df, tat sie es als Vorbereitung auf mein Begr\u00e4bnis. 13\u00a0Wahrlich, ich sage euch: Wo immer diese gute Botschaft in der ganzen Welt gepredigt wird, wird auch das, was diese Frau tat, zur Erinnerung an sie erz\u00e4hlt werden.\u201c<\/p>\n<p>14\u00a0Hierauf ging einer von den Zw\u00f6lfen, der Judas Isk\u1ea1riot hie\u00df, zu den Oberpriestern 15\u00a0und sagte: \u201eWas wollt ihr mir geben, da\u00df ich ihn an euch verrate?\u201c Sie setzten ihm drei\u00dfig Silberst\u00fccke fest. 16\u00a0Von da an suchte er fortw\u00e4hrend nach einer guten Gelegenheit, ihn zu verraten.<\/p>\n<p>17\u00a0Am ersten Tag der unges\u00e4uerten Brote traten die J\u00fcnger zu Jesus und sagten: \u201eWo willst du, da\u00df wir f\u00fcr dich Vorbereitungen treffen zum Essen des Passahs?\u201c 18\u00a0Er sprach: \u201eGeht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Lehrer sagt: \u201aMeine bestimmte Zeit ist nahe; ich will das Passah mit meinen J\u00fcngern bei dir zu Hause feiern.\u2018\u00a0\u201c 19\u00a0Und die J\u00fcnger taten so, wie es Jesus ihnen befohlen hatte, und sie machten die Dinge f\u00fcr das Passah bereit.<\/p>\n<p>20\u00a0Als es nun Abend geworden war, lag er mit den zw\u00f6lf J\u00fcngern zu Tisch. 21\u00a0W\u00e4hrend sie a\u00dfen, sprach er: \u201eWahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.\u201c 22\u00a0Tief betr\u00fcbt dar\u00fcber, fing jeder einzelne von ihnen an, zu ihm zu sagen: \u201eHerr, ich bin es doch nicht etwa?\u201c 23\u00a0Er erwiderte und sprach: \u201eDer seine Hand mit mir in die Sch\u00fcssel taucht, der wird mich verraten. 24\u00a0Allerdings geht der Menschensohn weg, so wie \u00fcber ihn geschrieben steht, wehe aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es w\u00e4re besser f\u00fcr ihn, wenn dieser Mensch nicht geboren worden w\u00e4re.\u201c 25\u00a0Judas, der im Begriff stand, ihn zu verraten, gab ihm zur Antwort: \u201eIch bin es doch nicht etwa, Rabbi?\u201c Er sprach zu ihm: \u201eDu selbst hast [es] gesagt.\u201c<\/p>\n<p>26\u00a0W\u00e4hrend sie weitera\u00dfen, nahm Jesus ein Brot, und nachdem er einen Segen gesprochen hatte, brach er es, gab es den J\u00fcngern und sagte: \u201eNehmt, e\u00dft! Dies bedeutet meinen Leib.\u201c 27\u00a0Auch nahm er einen Becher, und nachdem er Dank gesagt hatte, gab er ihnen diesen und sprach: \u201eTrinkt daraus, ihr alle; 28\u00a0denn dies bedeutet mein \u201aBlut des Bundes\u2018, das zugunsten vieler zur Vergebung der S\u00fcnden vergossen werden wird. 29\u00a0Ich sage euch aber: Ich werde von nun an bestimmt nicht mehr von diesem Erzeugnis des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich es neu mit euch trinke im K\u00f6nigreich meines Vaters.\u201c 30\u00a0Nach Lobges\u00e4ngen gingen sie schlie\u00dflich  hinaus  zum  \u00d6lberg.<\/p>\n<p>31\u00a0Dann sprach Jesus zu ihnen: \u201eIhr alle werdet in dieser Nacht meinetwegen zum Straucheln gebracht werden, denn es steht geschrieben: \u201aIch will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.\u2018 32\u00a0Nachdem ich aber auferweckt sein werde, will ich euch nach Galil\u00e4\u0323a vorangehen.\u201c 33\u00a0Petrus aber gab ihm zur Antwort: \u201eWenn auch alle anderen deinetwegen zum Straucheln kommen, werde ich niemals zum Straucheln gebracht werden!\u201c 34\u00a0Jesus sprach zu ihm: \u201eWahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe ein Hahn kr\u00e4ht, wirst du mich dreimal verleugnen.\u201c 35\u00a0Petrus sagte zu ihm: \u201eSelbst wenn ich mit dir sterben m\u00fc\u00dfte, will ich dich auf keinen Fall verleugnen.\u201c Auch alle anderen J\u00fcnger sagten dasselbe.<\/p>\n<p>36\u00a0Dann kam Jesus mit ihnen zu der Stelle, die Geths\u1eb9mane hie\u00df, und er sprach zu den J\u00fcngern: \u201eSetzt euch hier nieder, w\u00e4hrend ich dorthin\u00fcber gehe und bete.\u201c 37\u00a0Und er nahm Petrus und die beiden S\u00f6hne des Zebed\u00e4\u0323us mit und fing an, betr\u00fcbt und schmerzlich beunruhigt zu sein. 38\u00a0Dann sprach er zu ihnen: \u201eMeine Seele ist tief betr\u00fcbt, ja bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir.\u201c 39\u00a0Und er ging ein wenig weiter, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: \u201eMein Vater, wenn es m\u00f6glich ist, so gehe dieser Becher an mir vor\u00fcber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.\u201c<\/p>\n<p>40\u00a0Und er kam zu den J\u00fcngern und fand sie schlafend, und er sprach zu Petrus: \u201eKonntet ihr denn nicht auch nur e\u00a0i\u00a0n\u00a0e Stunde mit mir wachen? 41\u00a0Wacht und betet unabl\u00e4ssig, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist zwar voller Eifer, aber das Fleisch ist schwach.\u201c 42\u00a0Wieder ging er hin, zum zweiten Mal, und betete, indem er sprach: \u201eMein Vater, wenn es nicht m\u00f6glich ist, da\u00df dieser vor\u00fcbergehe, ohne da\u00df ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.\u201c 43\u00a0Und er kam wieder und fand sie schlafend, denn ihre Augen waren schwer. 44\u00a0Da lie\u00df er sie zur\u00fcck, ging wieder weg und betete zum dritten Mal, indem er nochmals dasselbe Wort sprach. 45\u00a0Dann kam er zu den J\u00fcngern und sprach zu ihnen: \u201eZu einer solchen Zeit, wie diese es ist, schlaft ihr und ruht euch aus! Seht! Die Stunde hat sich genaht, da der Menschensohn in die H\u00e4nde von S\u00fcndern \u00fcberliefert wird. 46\u00a0Steht auf, la\u00dft uns gehen. Seht! Mein Verr\u00e4ter hat sich gen\u00e4hert.\u201c 47\u00a0Und w\u00e4hrend er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zw\u00f6lfen, und mit ihm eine gro\u00dfe Volksmenge mit Schwertern und Kn\u00fcppeln von den Oberpriestern und \u00e4lteren M\u00e4nnern des Volkes her.<\/p>\n<p>48\u00a0Nun hatte ihnen sein Verr\u00e4ter ein Zeichen gegeben, indem er sprach: \u201eWen immer ich k\u00fcsse, der ist es; nehmt ihn in Gewahrsam.\u201c 49\u00a0Und geradewegs auf Jesus zugehend, sagte er: \u201eGuten Tag, Rabbi!\u201c und k\u00fc\u00dfte ihn sehr z\u00e4rtlich. 50\u00a0Jesus aber sprach zu ihm: \u201eFreund, zu welchem Zweck bist du hier?\u201c Dann traten sie herzu und legten Hand an Jesus und nahmen ihn in Gewahrsam. 51\u00a0Doch siehe, einer von denen, die mit Jesus waren, streckte seine Hand aus und zog sein Schwert und schlug den Sklaven des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab. 52\u00a0Da sagte Jesus zu ihm: \u201eStecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. 53\u00a0Oder denkst du, ich k\u00f6nne nicht meinen Vater anrufen, da\u00df er mir in diesem Augenblick mehr als zw\u00f6lf Legi\u1ecdnen Engel sende? 54\u00a0Wie aber w\u00fcrden in diesem Fall die Schriften erf\u00fcllt werden, da\u00df es so geschehen mu\u00df?\u201c 55\u00a0In jener Stunde sagte Jesus zu den Volksmengen: \u201eSeid ihr mit Schwertern und Kn\u00fcppeln wie gegen einen R\u00e4uber ausgezogen, um mich festzunehmen? Tag f\u00fcr Tag pflegte ich im Tempel zu sitzen und zu lehren, und doch nahmt ihr mich nicht in Gewahrsam. 56\u00a0Aber all dies ist geschehen, damit die Schriftworte der Propheten erf\u00fcllt werden.\u201c Dann verlie\u00dfen ihn alle J\u00fcnger und flohen.<\/p>\n<p>57\u00a0Die, die Jesus in Gewahrsam nahmen, f\u00fchrten ihn ab zu Kaiphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die \u00e4lteren M\u00e4nner versammelt waren. 58\u00a0Petrus aber folgte ihm in gutem Abstand bis zum Hof des Hohenpriesters, und nachdem er hineingegangen war, sa\u00df er bei den Dienern [des Hauses], um den Ausgang [der Sache] zu sehen.<\/p>\n<p>59\u00a0Mittlerweile suchten die Oberpriester und der gesamte Sanhedr\u1ecbn nach einem falschen Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen, 60\u00a0aber sie fanden keines, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. Sp\u00e4ter traten zwei auf 61\u00a0und sprachen: \u201eDieser hat gesagt: \u201aIch kann den Tempel Gottes niederrei\u00dfen und ihn in drei Tagen aufbauen.\u2018\u00a0\u201c 62\u00a0Darauf stand der Hohepriester auf und sagte zu ihm: \u201eHast du keine Antwort? Was ist das, worin diese gegen dich zeugen?\u201c 63\u00a0Jesus aber schwieg. Da sprach der Hohepriester zu ihm: \u201eBei dem lebendigen Gott stelle ich dich unter Eid, uns zu sagen, ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist!\u201c 64\u00a0Jesus sprach zu ihm: \u201eDu selbst hast [es] gesagt. Doch ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.\u201c 65\u00a0Da zerri\u00df der Hohepriester seine \u00e4u\u00dferen Kleider und\u00a0sprach: \u201eEr hat gel\u00e4stert! Wozu brauchen wir weiter Zeugen? Seht! Jetzt habt ihr die L\u00e4sterung geh\u00f6rt. 66\u00a0Was ist eure Meinung?\u201c Sie entgegneten ihm: \u201eEr ist des Todes schuldig.\u201c 67\u00a0Darauf spien sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit ihren F\u00e4usten. Andere gaben ihm Backenstreiche 68\u00a0und sprachen: \u201eProphezeie uns, du Christus: Wer ist es, der dich schlug?\u201c<\/p>\n<p>69\u00a0Petrus nun sa\u00df drau\u00dfen im Hof; und ein Dienstm\u00e4dchen trat auf ihn zu und sagte: \u201eAuch du warst bei Jesus, dem Galil\u00e4\u0323er!\u201c 70\u00a0Er aber leugnete es vor ihnen allen und sprach: \u201eIch wei\u00df nicht, wovon du redest.\u201c 71\u00a0Nachdem er hinausgegangen war zum Torhaus, bemerkte ihn ein anderes M\u00e4dchen und sagte zu denen, die dort waren: \u201eDieser war bei Jesus, dem Nazar\u1eb9ner.\u201c 72\u00a0Und wieder leugnete er es mit einem Eid: \u201eIch kenne den Menschen nicht!\u201c 73\u00a0Nach einer kleinen Weile traten die Herumstehenden herzu und sagten zu Petrus: \u201eBestimmt bist auch du einer von ihnen, denn dein Dialekt macht dich tats\u00e4chlich kenntlich.\u201c 74\u00a0Da fing er an zu fluchen und zu schw\u00f6ren: \u201eIch kenne den Menschen nicht!\u201c Und sogleich kr\u00e4hte ein Hahn. 75\u00a0Und Petrus erinnerte sich an den Ausspruch Jesu, der gesagt hatte: \u201eEhe ein Hahn kr\u00e4ht, wirst du mich dreimal verleugnen.\u201c Und er ging hinaus und weinte bitterlich.<\/p>\n<h3>Kapitel 27<\/h3>\n<p>Als es Morgen geworden war, hielten alle Oberpriester und die \u00e4lteren M\u00e4nner des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen. 2\u00a0Und nachdem sie ihn gebunden hatten, f\u00fchrten sie ihn ab und \u00fcbergaben ihn Pil\u1ea1tus, dem Statthalter.<\/p>\n<p>3\u00a0Als dann Judas, der ihn verraten hatte, sah, da\u00df er verurteilt worden war, hatte er Gewissensbisse und brachte die drei\u00dfig Silberst\u00fccke den Oberpriestern und \u00e4lteren M\u00e4nnern zur\u00fcck 4\u00a0und sagte: \u201eIch habe ges\u00fcndigt, als ich gerechtes Blut verriet.\u201c Sie sprachen: \u201eWas geht das uns an? Das ist deine Sache!\u201c 5\u00a0Da warf er die Silberst\u00fccke in den Tempel und zog sich zur\u00fcck und ging hin und erh\u00e4ngte sich. 6\u00a0Die Oberpriester aber nahmen die Silberst\u00fccke und sagten: \u201eEs ist nicht erlaubt, sie in den heiligen Schatz zu werfen, denn sie sind der Blutpreis.\u201c 7\u00a0Nachdem sie sich miteinander beraten hatten, kauften sie damit das Feld des T\u00f6pfers, um [darauf] Fremde zu begraben. 8\u00a0Daher ist dieses Feld bis auf den heutigen Tag \u201eBlutfeld\u201c genannt worden. 9\u00a0Damals erf\u00fcllte sich das, was durch Jeremia, den Propheten, gesagt wurde, welcher sprach: \u201eUnd sie nahmen die drei\u00dfig Silberst\u00fccke, den Preis f\u00fcr den Abgesch\u00e4tzten, auf den einige der S\u00f6hne Israels einen Preis gesetzt hatten, 10\u00a0und sie gaben sie f\u00fcr das Feld des T\u00f6pfers, so wie es Jehova mir geboten hatte.\u201c<\/p>\n<p>11\u00a0Jesus stand nun vor dem Statthalter; und der Statthalter stellte ihm die Frage: \u201eBist du der K\u00f6nig der Juden?\u201c Jesus erwiderte: \u201eDu selbst sagst [es].\u201c 12\u00a0Als er aber von den Oberpriestern und \u00e4lteren M\u00e4nnern angeklagt wurde, gab er keine Antwort. 13\u00a0Da sagte Pil\u1ea1tus zu ihm: \u201eH\u00f6rst du nicht, wie vieles sie gegen dich bezeugen?\u201c 14\u00a0Er aber antwortete ihm nicht, nein, nicht ein Wort, so da\u00df sich der Statthalter sehr verwunderte.<\/p>\n<p>15\u00a0Nun war es von Fest zu Fest Brauch, da\u00df der Statthalter der Volksmenge einen Gefangenen, den, den sie haben wollten, freigab. 16\u00a0Gerade zu jener Zeit hatte man einen ber\u00fcchtigten Gefangenen, der B\u1ea1rabbas hie\u00df. 17\u00a0Als sie somit versammelt waren, sagte Pil\u1ea1tus zu ihnen: \u201eWen soll ich euch nach eurem Willen freigeben, B\u1ea1rabbas oder Jesus, den sogenannten Christus?\u201c 18\u00a0Denn er wu\u00dfte, da\u00df sie ihn aus Neid \u00fcberliefert hatten. 19\u00a0W\u00e4hrend er auf dem Richterstuhl sa\u00df, sandte \u00fcberdies seine Frau zu ihm und lie\u00df sagen: \u201eHabe nichts mit diesem gerechten Menschen zu schaffen, denn ich habe heute seinetwegen in einem Traum viel gelitten.\u201c 20\u00a0Doch die Oberpriester und die \u00e4lteren M\u00e4nner \u00fcberredeten die Volksmengen, um B\u1ea1rabbas zu bitten, Jesus dagegen umzubringen. 21\u00a0Da ergriff der Statthalter das Wort und sprach zu ihnen: \u201eWelchen von den beiden soll ich euch nach eurem Willen freigeben?\u201c Sie sprachen: \u201eB\u1ea1rabbas.\u201c 22\u00a0Pil\u1ea1tus sagte zu ihnen: \u201eWas soll ich denn mit Jesus, dem sogenannten Christus, tun?\u201c Sie alle sagten: \u201eAn den Pfahl mit ihm!\u201c 23\u00a0Er sprach: \u201eNun, was hat er denn Schlechtes getan?\u201c Sie aber schrien fortgesetzt nur noch mehr: \u201eAn den Pfahl mit ihm!\u201c<\/p>\n<p>24\u00a0Da Pil\u1ea1tus sah, da\u00df es nichts n\u00fctzte, sondern da\u00df vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch seine H\u00e4nde vor der Volksmenge und sprach: \u201eIch bin unschuldig am Blut dieses [Menschen]. Das ist eure Sache.\u201c 25\u00a0Darauf erwiderte alles Volk und sprach: \u201eSein Blut komme \u00fcber uns und \u00fcber unsere Kinder.\u201c 26\u00a0Dann gab er ihnen B\u1ea1rabbas frei, Jesus aber lie\u00df er auspeitschen und lieferte ihn aus,\u00a0damit er an den Pfahl gebracht werde.<\/p>\n<p>27\u00a0Dann nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus in den Palast des Statthalters mit und versammelten die ganze Truppeneinheit um ihn. 28\u00a0Und sie entkleideten ihn, legten ihm einen scharlachroten Mantel um, 29\u00a0und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie ihm auf den Kopf und [gaben ihm] ein Rohr in seine rechte Hand. Und sie fielen vor ihm auf die Knie und trieben Spott mit ihm, indem sie sprachen: \u201eGuten Tag, du K\u00f6nig der Juden!\u201c 30\u00a0Und sie spien ihn an und nahmen das Rohr und begannen ihn auf seinen Kopf zu schlagen. 31\u00a0Nachdem sie Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm schlie\u00dflich den Mantel ab und legten ihm seine \u00e4u\u00dferen Kleider an und f\u00fchrten ihn ab, um ihn an den Pfahl zu bringen.<\/p>\n<p>32\u00a0W\u00e4hrend sie hinausgingen, fanden sie einen Einheimischen von Kyr\u1eb9ne namens S\u1ecbmon. Diesen zwangen sie zu dem Dienst, seinen Marterpfahl aufzunehmen. 33\u00a0Und als sie zu einer St\u00e4tte kamen, die G\u1ecdlgotha, das hei\u00dft Sch\u00e4delst\u00e4tte, genannt wurde, 34\u00a0gaben sie ihm Wein, mit Galle vermischt, zu trinken; doch nachdem er ihn geschmeckt hatte, lehnte er es ab zu trinken. 35\u00a0Als sie ihn an den Pfahl gebracht hatten, verteilten sie seine \u00e4u\u00dferen Kleider, indem sie Lose warfen, 36\u00a0und w\u00e4hrend sie dort sa\u00dfen, bewachten sie ihn. 37\u00a0Auch brachten sie \u00fcber seinem Haupt die Inschrift \u00fcber die gegen ihn erhobene Beschuldigung an: \u201eDieser ist Jesus, der K\u00f6nig der Juden.\u201c<\/p>\n<p>38\u00a0Dann wurden zwei R\u00e4uber mit ihm an den Pfahl gebracht, einer zu seiner Rechten und einer zu seiner Linken. 39\u00a0Die Vor\u00fcbergehenden nun begannen l\u00e4sterlich \u00fcber ihn zu reden, ihren Kopf zu sch\u00fctteln 40\u00a0und zu sagen: \u201eOh, der du den Tempel niederrei\u00dfen und ihn in drei Tagen aufbauen wolltest, rette dich selbst! Wenn du ein Sohn Gottes bist, so steige vom Marterpfahl herab!\u201c 41\u00a0Gleicherweise begannen auch die Oberpriester samt den Schriftgelehrten und \u00e4lteren M\u00e4nnern Spott mit ihm zu treiben und zu sagen: 42\u00a0\u201eAndere hat er gerettet; sich selbst kann er nicht retten! Er ist K\u00f6nig von Israel; er steige nun vom Marterpfahl herab, und wir wollen an ihn glauben. 43\u00a0Er hat auf Gott vertraut; ER befreie ihn nun, wenn ER ihn [haben] will, denn er sagte: \u201aIch bin Gottes Sohn.\u2018\u00a0\u201c 44\u00a0Desgleichen begannen ihn auch die R\u00e4uber zu schm\u00e4hen, die mit ihm zusammen an den Pfahl gebracht worden waren.<\/p>\n<p>45\u00a0Von der sechsten Stunde an brach eine Finsternis \u00fcber das ganze Land herein bis zur neunten Stunde. 46\u00a0Um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: \u201eEl\u00ed, El\u00ed, lam\u00e1 sabachth\u00e1ni?\u201c\u00a0, das hei\u00dft: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c 47\u00a0Als einige der dort Stehenden dies h\u00f6rten, begannen sie zu sagen: \u201eDieser ruft den El\u1ecba.\u201c 48\u00a0Und sogleich lief einer von ihnen hin und nahm einen Schwamm und f\u00fcllte ihn mit saurem Wein und steckte ihn an ein Rohr und gab ihm zu trinken. 49\u00a0Die \u00fcbrigen aber sprachen: \u201eLa\u00df [ihn]! Wir wollen sehen, ob El\u1ecba kommt, um ihn zu retten.\u201c [[Ein anderer nahm einen Speer und durchstach seine Seite, und es kam Blut und Wasser heraus.]] 50\u00a0Nochmals schrie Jesus mit lauter Stimme und hauchte [seinen] Geist aus.<\/p>\n<p>51\u00a0Und siehe, der Vorhang des Heiligtums wurde von oben bis unten entzweigerissen, und die Erde erbebte, und die Felsen wurden gespalten. 52\u00a0Und die Ged\u00e4chtnisgr\u00fcfte wurden ge\u00f6ffnet, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden aufgerichtet 53\u00a0(und Leute, die nach seiner Auferweckung von den Ged\u00e4chtnisgr\u00fcften herkamen, gingen in die heilige Stadt), und sie wurden vielen sichtbar. 54\u00a0Der Offizier aber und die, die mit ihm Jesus bewachten, gerieten in gro\u00dfe Furcht, als sie das Erdbeben und die Dinge geschehen sahen, und sprachen: \u201eBestimmt war dieser Gottes Sohn.\u201c<\/p>\n<p>55\u00a0Au\u00dferdem sahen dort viele Frauen, die Jesus von Galil\u00e4\u0323a her begleitet hatten, um ihm zu dienen, aus einiger Entfernung zu; 56\u00a0unter ihnen befanden sich Maria Magdal\u1eb9ne, auch Maria, die Mutter des Jakobus und des J\u1ecdses, und die Mutter der S\u00f6hne des Zebed\u00e4\u0323us.<\/p>\n<p>57\u00a0Am sp\u00e4ten Nachmittag nun kam ein reicher Mann von Arimath\u1ecba namens Joseph, der auch selbst ein J\u00fcnger Jesu geworden war. 58\u00a0Dieser ging zu Pil\u1ea1tus hinauf und bat um den Leib Jesu. Da gebot Pil\u1ea1tus, da\u00df er \u00fcbergeben werden sollte. 59\u00a0Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine, feine Leinwand 60\u00a0und legte ihn in seine neue Ged\u00e4chtnisgruft, die er im Felsen ausgehauen hatte. Und nachdem er einen gro\u00dfen Stein an die T\u00fcr\u00f6ffnung der Ged\u00e4chtnisgruft gew\u00e4lzt hatte, ging er weg. 61\u00a0Maria Magdal\u1eb9ne und die andere Maria aber blieben dort vor dem Grab sitzen.<\/p>\n<p>62\u00a0Am n\u00e4chsten Tag, der auf den Vorbereitungstag folgte, versammelten sich die Oberpriester und die Pharis\u00e4er vor Pil\u1ea1tus 63\u00a0und sprachen: \u201eHerr, wir haben uns daran erinnert, da\u00df jener Betr\u00fcger, als er noch lebte, gesagt hat: \u201aNach drei Tagen werde ich auferweckt werden.\u2018 64\u00a0Daher gebiete, da\u00df das Grab bis zum dritten Tag gesichert werde, damit nicht etwa seine J\u00fcnger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: \u201aEr ist von den Toten auferweckt worden!\u2018 und dieser letzte Betrug schlimmer werde als der erste.\u201c 65\u00a0Pil\u1ea1tus sagte zu ihnen: \u201eIhr habt eine Wache. Geht und sichert es so, wie ihr es versteht.\u201c 66\u00a0Da gingen sie hin und sicherten das Grab, indem sie den Stein versiegelten und die Wache hatten.<\/p>\n<h3>Kapitel 28<\/h3>\n<p>Nach dem Sabbat, als es am ersten Tag der Woche hell wurde, kamen Maria Magdal\u1eb9ne und die andere Maria, um das Grab zu besehen.<\/p>\n<p>2\u00a0Und siehe, ein gro\u00dfes Erdbeben hatte sich ereignet; denn Jehovas Engel war vom Himmel herabgestiegen und herzugetreten und hatte den Stein weggew\u00e4lzt und sa\u00df darauf. 3\u00a0Sein Aussehen war wie der Blitz und seine Kleidung so wei\u00df wie Schnee. 4\u00a0Ja, aus Furcht vor ihm zitterten die W\u00e4chter und wurden wie Tote.<\/p>\n<p>5\u00a0Der Engel aber ergriff das Wort und sprach zu den Frauen: \u201eF\u00fcrchtet ihr euch nicht, denn ich wei\u00df, da\u00df ihr Jesus sucht, der an den Pfahl gebracht wurde. 6\u00a0Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er es gesagt hat. Kommt, seht den Ort, wo er gelegen hat. 7\u00a0Und geht eilends und sagt seinen J\u00fcngern, da\u00df er von den Toten auferweckt worden ist, und siehe, er geht euch nach Galil\u00e4\u0323a voraus; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe! Ich habe [es] euch gesagt.\u201c<\/p>\n<p>8\u00a0Da verlie\u00dfen sie die Ged\u00e4chtnisgruft eilends mit Furcht und gro\u00dfer Freude, und sie liefen, um es seinen J\u00fcngern zu berichten. 9\u00a0Und siehe, Jesus begegnete ihnen und sprach: \u201eGuten Tag!\u201c Sie traten herzu und fa\u00dften ihn bei den F\u00fc\u00dfen und huldigten ihm. 10\u00a0Da sprach Jesus zu ihnen: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht! Geht, berichtet meinen Br\u00fcdern, da\u00df sie nach Galil\u00e4\u0323a fortgehen sollen; und dort werden sie mich sehen.\u201c<\/p>\n<p>11\u00a0W\u00e4hrend sie weggingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und berichteten den Oberpriestern alles, was geschehen war. 12\u00a0Und nachdem sich diese mit den \u00e4lteren M\u00e4nnern versammelt und Rat gehalten hatten, gaben sie den Soldaten eine gen\u00fcgende Anzahl Silberst\u00fccke 13\u00a0und sprachen: \u201eSagt: \u201aSeine J\u00fcnger kamen bei Nacht und stahlen ihn, w\u00e4hrend wir schliefen.\u2018 14\u00a0Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir [ihn] bereden und veranlassen, da\u00df ihr ohne Sorge sein k\u00f6nnt.\u201c 15\u00a0Da nahmen sie die Silberst\u00fccke und taten, wie sie angewiesen worden waren; und dieses Wort ist unter den Juden verbreitet worden bis auf den heutigen Tag.<\/p>\n<p>16\u00a0Die elf J\u00fcnger dagegen gingen nach Galil\u00e4\u0323a zu dem Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte, 17\u00a0und als sie ihn sahen, huldigten sie ihm, einige aber zweifelten. 18\u00a0Und Jesus trat herzu und redete zu ihnen, indem er sprach: \u201eMir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden. 19\u00a0Geht daher hin, und macht J\u00fcnger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, 20\u00a0und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschlu\u00df des Systems der Dinge.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 26 Als nun Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen J\u00fcngern: 2\u00a0\u201eIhr wi\u00dft, da\u00df in zwei Tagen das Passah sein wird, und der Menschensohn soll \u00fcberliefert werden, um an den Pfahl gebracht zu werden.\u201c 3\u00a0Dann versammelten sich die Oberpriester und die \u00e4lteren M\u00e4nner des Volkes im Hof des Hohenpriesters, der Kaiphas [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[476,2],"tags":[],"class_list":["post-1256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matthaus","category-text-in-der-bibel"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1256"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1256\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1257,"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1256\/revisions\/1257"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}