
{"id":1193,"date":"2009-09-27T16:16:59","date_gmt":"2009-09-27T15:16:59","guid":{"rendered":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=1193"},"modified":"2009-09-27T16:16:59","modified_gmt":"2009-09-27T15:16:59","slug":"daniel-4-6","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bibellesen.jule-pape.de\/?p=1193","title":{"rendered":"Daniel 4 &#8211; 6"},"content":{"rendered":"<h3>Kapitel 4<\/h3>\n<p>\u201eNebukadn\u1eb9zar, der K\u00f6nig, an alle V\u00f6lker, V\u00f6lkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: M\u00f6ge euer Frieden gro\u00df werden. 2\u00a0Die Zeichen und Wunder zu verk\u00fcnden, die Gott, der H\u00f6chste, an mir getan hat, hat mir gut geschienen. 3\u00a0Wie gro\u00dfartig sind seine Zeichen, und wie m\u00e4chtig sind seine Wunder! Sein K\u00f6nigreich ist ein K\u00f6nigreich auf unabsehbare Zeit, und seine Herrschaft w\u00e4hrt Generation um Generation.<\/p>\n<p>4\u00a0Ich, Nebukadn\u1eb9zar, befand mich geruhsam in meinem Haus und hatte Gedeihen in meinem Palast. 5\u00a0Da sah ich einen Traum, und er begann mich in Furcht zu versetzen. Und da waren Gedankenbilder auf meinem Bett und Visionen meines Hauptes, die mich zu erschrecken begannen. 6\u00a0Und ein Befehl wurde von mir erlassen, alle Weisen Babylons vor mich hereinzuf\u00fchren, damit sie mir die wahre Deutung des Traumes bekanntg\u00e4ben.<\/p>\n<p>7\u00a0Da traten die Magie treibenden Priester, die Beschw\u00f6rer, die Chald\u00e4\u0323er und die Astrologen herein; und ich sagte vor ihnen, was der Traum war, aber seine Deutung gaben sie mir nicht bekannt. 8\u00a0Und zuletzt kam Daniel vor mich, dessen Name Beltsch\u1ea1zzar ist, nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen G\u00f6tter ist; und vor ihm sagte ich, was der Traum war:<\/p>\n<p>9\u00a0\u201aO Beltsch\u1ea1zzar, du Oberster der Magie treibenden Priester \u2014 weil ich selbst wohl wei\u00df, da\u00df der Geist der heiligen G\u00f6tter in dir ist und da\u00df es \u00fcberhaupt kein Geheimnis gibt, das dir M\u00fche macht, teil [mir] die Visionen meines Traumes mit, die ich gesehen habe, und seine Deutung.<\/p>\n<p>10\u00a0Was nun die Visionen meines Hauptes auf meinem Bett betrifft, so sah ich dann, und siehe, ein Baum mitten auf der Erde, dessen H\u00f6he riesenhaft war. 11\u00a0Der Baum wuchs heran und wurde stark, und seine H\u00f6he selbst erreichte schlie\u00dflich die Himmel, und er war bis ans \u00e4u\u00dferste Ende der ganzen Erde sichtbar. 12\u00a0Sein Laub war sch\u00f6n, und seine Frucht war reichlich, und da war Nahrung f\u00fcr alle an ihm. Unter ihm suchten gew\u00f6hnlich die Tiere des Feldes Schatten, und auf seinen Zweigen wohnten st\u00e4ndig die V\u00f6gel der Himmel, und von ihm pflegte sich alles Fleisch zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>13\u00a0Ich schaute weiter in den Visionen meines Hauptes auf meinem Bett, und siehe, ein W\u00e4chter, ja ein Heiliger, der von den Himmeln selbst herabkam. 14\u00a0Er rief laut aus, und dies ist, was er sprach: \u201eHaut den Baum um, und schneidet seine Zweige ab. Sch\u00fcttelt sein Laub herunter, und verstreut seinen Fruchtertrag. Die Tiere m\u00f6gen unter ihm wegfliehen und die V\u00f6gel von seinen Zweigen. 15\u00a0Seinen Wurzelstock aber la\u00dft in der Erde, n\u00e4mlich mit einem Band aus Eisen und aus Kupfer, im Gras des Feldes; und mit dem Tau der Himmel werde er benetzt, und bei den Tieren sei sein Teil unter der Pflanzenwelt der Erde. 16\u00a0Sein Herz ver\u00e4ndere sich von dem eines Menschen, und es werde ihm das Herz eines Tieres gegeben, und sieben Zeiten sollen \u00fcber ihm vergehen. 17\u00a0Durch die Verordnung von W\u00e4chtern ist die Sache, und [durch] den Spruch von Heiligen ist die Bitte, damit die Lebenden erkennen, da\u00df der H\u00f6chste [der] Herrscher ist im K\u00f6nigreich der Menschheit und da\u00df er es gibt, wem er will, und er dar\u00fcber sogar den niedrigsten der Menschen setzt.\u201c<\/p>\n<p>18\u00a0Dies war der Traum, den ich selbst, K\u00f6nig Nebukadn\u1eb9zar, sah; und du deinerseits, o Beltsch\u1ea1zzar, sprich, was die Deutung ist, da mir alle [anderen] Weisen meines K\u00f6nigreiches die Deutung selbst nicht bekanntgeben k\u00f6nnen. Aber du bist sachkundig, weil der Geist heiliger G\u00f6tter in dir ist.\u2018<\/p>\n<p>19\u00a0Sodann war Daniel selbst, dessen Name Beltsch\u1ea1zzar ist, einen Augenblick lang entsetzt, und schon seine Gedanken begannen ihn zu erschrecken.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig ergriff das Wort und sprach: \u201aO Beltsch\u1ea1zzar, la\u00df den Traum und die Deutung selbst dich nicht erschrecken.\u2018<\/p>\n<p>Beltsch\u1ea1zzar antwortete und sagte: \u201aO mein Herr, m\u00f6ge der Traum denen [gelten], die dich hassen, und seine Deutung deinen Widersachern.<\/p>\n<p>20\u00a0Der Baum, den du erblicktest, der gro\u00df und stark wurde und dessen H\u00f6he schlie\u00dflich die Himmel erreichte und der f\u00fcr die ganze Erde sichtbar war 21\u00a0und dessen Laub sch\u00f6n und dessen Frucht reichlich war und an dem es Nahrung f\u00fcr alle gab, unter dem die Tiere des Feldes wohnten und auf dessen Zweigen die V\u00f6gel der Himmel weilten, 22\u00a0der bist du, o K\u00f6nig, denn du bist gro\u00df und stark geworden, und deine Gr\u00f6\u00dfe hat sehr zugenommen und hat bis zu den Himmeln gereicht und deine Herrschaft bis an das \u00e4u\u00dferste Ende der Erde.<\/p>\n<p>23\u00a0Und da\u00df der K\u00f6nig einen W\u00e4chter erblickte, ja einen Heiligen, der von den Himmeln herabkam, der auch sprach: \u201eHaut den Baum um, und verderbt ihn. Aber seinen Wurzelstock, den la\u00dft in der Erde, doch mit einem Band aus Eisen und aus Kupfer, im Gras des Feldes, und mit dem Tau der Himmel werde er benetzt, und mit den Tieren des Feldes sei sein Teil, bis sieben Zeiten selbst \u00fcber ihm vergehen\u201c, 24\u00a0das ist die Deutung, o K\u00f6nig, und die Verordnung des H\u00f6chsten ist das, was meinem Herrn, dem K\u00f6nig, widerfahren soll. 25\u00a0Und man wird dich von den Menschen vertreiben, und bei den Tieren des Feldes wird schlie\u00dflich deine Wohnung sein, und Pflanzen wird man auch dir zu essen geben so wie Stieren; und mit dem Tau der Himmel wirst du selbst benetzt werden, und sieben Zeiten werden \u00fcber dir vergehen, bis du erkennst, da\u00df der H\u00f6chste [der] Herrscher ist im K\u00f6nigreich der Menschheit und da\u00df er es gibt, wem er will.<\/p>\n<p>26\u00a0Und da\u00df man sprach, den Wurzelstock des Baumes [solle man] belassen: Dein K\u00f6nigreich wird dir sicher sein, sobald du erkannt hast, da\u00df die Himmel herrschen. 27\u00a0Darum, o K\u00f6nig, m\u00f6ge dir mein Rat gut scheinen, und entferne deine eigenen S\u00fcnden durch Gerechtigkeit und deine Missetat dadurch, da\u00df du Armen Barmherzigkeit erweist. Vielleicht wird dein Wohlergehen l\u00e4nger dauern.\u2018\u00a0\u201c<\/p>\n<p>28\u00a0All dies widerfuhr Nebukadn\u1eb9zar, dem K\u00f6nig.<\/p>\n<p>29\u00a0Am Ende von zw\u00f6lf Mondmonaten wandelte er gerade auf dem K\u00f6nigspalast von Babylon. 30\u00a0Der K\u00f6nig ergriff das Wort und sprach: \u201eIst das nicht Babylon die Gro\u00dfe, die ich selbst f\u00fcr das K\u00f6nigshaus mit der St\u00e4rke meiner Macht und f\u00fcr die W\u00fcrde meiner Majest\u00e4t gebaut habe?\u201c<\/p>\n<p>31\u00a0W\u00e4hrend das Wort noch im Mund des K\u00f6nigs war, da fiel eine Stimme von den Himmeln her ein: \u201eDir wird gesagt, o K\u00f6nig Nebukadn\u1eb9zar: \u201aDas K\u00f6nigreich selbst ist von dir gewichen, 32\u00a0und von den Menschen treibt man dich sogar weg, und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein. Pflanzen wird man auch dir zu essen geben so wie Stieren, und sieben Zeiten, sie werden \u00fcber dir vergehen, bis du erkennst, da\u00df der H\u00f6chste [der] Herrscher ist im K\u00f6nigreich der Menschheit und da\u00df er es gibt, wem er will.\u2018\u00a0\u201c<\/p>\n<p>33\u00a0In demselben Augenblick erf\u00fcllte sich an Nebukadn\u1eb9zar das Wort selbst, und aus der Menschheit wurde er vertrieben, und Pflanzen begann er zu essen so wie Stiere, und mit dem Tau der Himmel wurde sein eigener Leib benetzt, bis sogar sein Haar so lang wuchs wie Adler[federn] und seine N\u00e4gel wie Vogel[krallen].<\/p>\n<p>34\u00a0\u201eUnd am Ende der Tage erhob ich, Nebukadn\u1eb9zar, meine Augen zu den Himmeln, und mein Verstand, er begann zu mir zur\u00fcckzukehren; und den H\u00f6chsten segnete ich, und den auf unabsehbare Zeit Lebenden pries und verherrlichte ich, weil seine Herrschaft eine Herrschaft auf unabsehbare Zeit ist und sein K\u00f6nigreich Generation um Generation [w\u00e4hrt]. 35\u00a0Und alle Bewohner der Erde werden als blo\u00dfes Nichts geachtet, und er tut nach seinem eigenen Willen inmitten des Heeres der Himmel und der Bewohner der Erde. Und es existiert keiner, der seiner Hand wehren oder der zu ihm sprechen kann: \u201aWas hast du getan?\u2018<\/p>\n<p>36\u00a0Zu derselben Zeit begann mein Verstand selbst zu mir zur\u00fcckzukehren, und f\u00fcr die W\u00fcrde meines K\u00f6nigreiches begannen meine Majest\u00e4t und mein Glanz zu mir zur\u00fcckzukehren; und eifrig begannen auch meine hohen k\u00f6niglichen Beamten und meine Gro\u00dfen, nach mir zu suchen, und \u00fcber mein K\u00f6nigreich wurde ich wiedereingesetzt, und au\u00dfergew\u00f6hnliche Gr\u00f6\u00dfe wurde mir hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>37\u00a0Nun preise ich, Nebukadn\u1eb9zar, und erhebe und verherrliche den K\u00f6nig der Himmel, weil all seine Werke Wahrheit und seine Wege Gerechtigkeit sind und weil er die, die in Stolz wandeln, erniedrigen kann.\u201c<\/p>\n<h3>Kapitel 5<\/h3>\n<p>Was Bels\u1ea1zar, den K\u00f6nig, betrifft, er machte ein gro\u00dfes Festmahl f\u00fcr tausend seiner Gro\u00dfen, und vor den tausend trank er Wein. 2\u00a0Unter dem Einflu\u00df des Weins sprach Bels\u1ea1zar, [man solle] die Gef\u00e4\u00dfe aus Gold und aus Silber hereinbringen, die Nebukadn\u1eb9zar, sein Vater, aus dem Tempel, der in Jerusalem war, weggenommen hatte, damit daraus der K\u00f6nig und seine Gro\u00dfen, seine Konkubinen und seine Zweitfrauen trinken k\u00f6nnten. 3\u00a0Zur selben Zeit brachte man die Gef\u00e4\u00dfe aus Gold herein, die man aus dem Tempel des Hauses Gottes weggenommen hatte, das in Jerusalem war, und der K\u00f6nig und seine Gro\u00dfen, seine Konkubinen und seine Zweitfrauen tranken daraus. 4\u00a0Sie tranken Wein, und sie priesen die G\u00f6tter aus Gold und aus Silber, Kupfer, Eisen, Holz und Stein.<\/p>\n<p>5\u00a0In jenem Augenblick kamen die Finger einer Menschenhand hervor und schrieben dem Leuchter gegen\u00fcber auf den Putz der Wand des K\u00f6nigspalastes, und der K\u00f6nig erblickte den R\u00fccken der Hand, die schrieb. 6\u00a0Da ver\u00e4nderte sich, was den K\u00f6nig betrifft, selbst seine Gesichtsfarbe an ihm, und seine eigenen Gedanken begannen ihn zu erschrecken, und seine H\u00fcftgelenke l\u00f6sten sich, und sogar seine Knie schlugen aneinander.<\/p>\n<p>7\u00a0Der K\u00f6nig rief laut, [man solle] die Beschw\u00f6rer, die Chald\u00e4\u0323er und die Astrologen hereinbringen. Der K\u00f6nig antwortete und sprach zu den Weisen von Babylon: \u201eIrgendein Mensch, der diese Schrift lesen und mir ihre wahre Deutung anzeigen wird, der wird mit Purpur bekleidet werden, mit einer Halskette aus Gold um seinen Hals, und als der Dritte im K\u00f6nigreich wird er herrschen.\u201c<\/p>\n<p>8\u00a0Darauf kamen alle Weisen des K\u00f6nigs herein, aber sie waren nicht sachkundig genug, die Schrift selbst zu lesen oder dem K\u00f6nig die Deutung bekanntzugeben. 9\u00a0Demzufolge war K\u00f6nig Bels\u1ea1zar sehr erschrocken, und seine Gesichtsfarbe ver\u00e4nderte sich an ihm; und seine Gro\u00dfen waren verwirrt.<\/p>\n<p>10\u00a0Was die K\u00f6nigin betrifft, sie trat wegen der Worte des K\u00f6nigs und seiner Gro\u00dfen geradewegs in den Festsaal. Die K\u00f6nigin antwortete und sagte: \u201eO K\u00f6nig, auf unabsehbare Zeiten bleibe am Leben. La\u00df deine Gedanken dich nicht erschrecken, noch m\u00f6ge sich deine Gesichtsfarbe ver\u00e4ndern. 11\u00a0Es ist ein f\u00e4higer Mann da in deinem K\u00f6nigreich, in dem der Geist heiliger G\u00f6tter ist; und in den Tagen deines Vaters wurden Erleuchtung und Einsicht und Weisheit gleich der Weisheit von G\u00f6ttern in ihm gefunden, und K\u00f6nig Nebukadn\u1eb9zar selbst, dein Vater, setzte ihn zum Obersten der Magie treibenden Priester, der Beschw\u00f6rer, der Chald\u00e4\u0323er [und] der Astrologen ein, [ja] dein Vater, o K\u00f6nig, 12\u00a0da ein au\u00dferordentlicher Geist und Erkenntnis und die Einsicht, Tr\u00e4ume zu deuten, und die Erkl\u00e4rung von R\u00e4tseln und das L\u00f6sen von Knoten in ihm gefunden worden war, in Daniel, den der K\u00f6nig selbst Beltsch\u1ea1zzar nannte. Nun werde er, Daniel, gerufen, damit er die wahre Deutung anzeige.\u201c<\/p>\n<p>13\u00a0Daniel wurde daher vor den K\u00f6nig gebracht. Der K\u00f6nig ergriff das Wort und sprach zu Daniel: \u201eBist du der Daniel, der von den Weggef\u00fchrten aus Juda ist, den der K\u00f6nig, mein Vater, aus Juda hergebracht hat? 14\u00a0Ich habe auch \u00fcber dich geh\u00f6rt, da\u00df der Geist von G\u00f6ttern in dir ist und Erleuchtung und Einsicht und au\u00dferordentliche Weisheit in dir gefunden worden sind. 15\u00a0Und nun sind vor mich die Weisen [und] die Beschw\u00f6rer hereingebracht worden, damit sie gerade diese Schrift lesen, ja um mir deren Deutung bekanntzugeben; aber sie sind nicht sachkundig genug, die wahre Deutung des Wortes anzuzeigen. 16\u00a0Und ich selbst habe \u00fcber dich geh\u00f6rt, da\u00df du Deutungen geben und sogar Knoten l\u00f6sen kannst. Nun, wenn du die Schrift lesen und mir ihre wahre Deutung bekanntgeben kannst, wirst du mit Purpur bekleidet werden, mit einer Halskette aus Gold um deinen Hals, und als der Dritte im K\u00f6nigreich wirst du herrschen.\u201c<\/p>\n<p>17\u00a0Da antwortete Daniel und sagte vor dem K\u00f6nig: \u201eDeine Gaben m\u00f6gen dir selbst verbleiben, und deine Geschenke gib du anderen. Doch die Schrift werde ich dem K\u00f6nig lesen, und die Deutung werde ich ihm bekanntgeben. 18\u00a0Was dich betrifft, o K\u00f6nig, Gott, der H\u00f6chste, selbst gab Nebukadn\u1eb9zar, deinem Vater, das K\u00f6nigtum und die Gr\u00f6\u00dfe und die W\u00fcrde und die Majest\u00e4t. 19\u00a0Und wegen der Gr\u00f6\u00dfe, die ER ihm gab, erwies es sich, da\u00df alle V\u00f6lker, V\u00f6lkerschaften und Sprachen bebten und vor ihm Furcht zeigten. Wen er gerade wollte, t\u00f6tete er; und wen er gerade wollte, schlug er; und wen er gerade wollte, erh\u00f6hte er; und wen er gerade wollte, erniedrigte er. 20\u00a0Als aber sein Herz hochm\u00fctig wurde und sein eigener Geist sich verh\u00e4rtete, so da\u00df er vermessen handelte, wurde er vom Thron seines K\u00f6nigreiches heruntergeholt, und seine W\u00fcrde wurde ihm genommen. 21\u00a0Und hinweg von den Menschens\u00f6hnen wurde er getrieben, und sein Herz, es wurde dem eines Tieres gleichgemacht, und bei den Wildeseln war seine Wohnung. Pflanzen gab man ihm jeweils zu essen so wie Stieren, und mit dem Tau der Himmel wurde sein eigener Leib benetzt, bis er erkannte, da\u00df Gott, der H\u00f6chste, Herrscher ist im K\u00f6nigreich der Menschheit und da\u00df er dar\u00fcber setzt, wen er will.<\/p>\n<p>22\u00a0Und was dich, seinen Sohn Bels\u1ea1zar, betrifft, du hast dein Herz nicht gedem\u00fctigt, obwohl du all dies wu\u00dftest. 23\u00a0Sondern gegen den Herrn der Himmel hast du dich erhoben, und man brachte sogar die Gef\u00e4\u00dfe seines Hauses vor dich; und du selbst und deine Gro\u00dfen, deine Konkubinen und deine Zweitfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken, und G\u00f6tter aus Silber und aus Gold, Kupfer, Eisen, Holz und Stein, die nichts sehen oder nichts h\u00f6ren oder nichts wissen, hast du gepriesen; aber den Gott, in dessen Hand dein Odem ist und dem alle deine Wege geh\u00f6ren, hast du nicht verherrlicht. 24\u00a0Folglich wurde von ihm her der R\u00fccken einer Hand gesandt, und ebendiese Schrift wurde aufgezeichnet. 25\u00a0Und dies ist die Schrift, die aufgezeichnet wurde: MEN\u1eb8, MEN\u1eb8, TEK\u1eb8L und PARS\u1ecaN.<\/p>\n<p>26\u00a0Das ist die Deutung des Wortes: MEN\u1eb8, Gott hat [die Tage] deines K\u00f6nigreiches gez\u00e4hlt und ihm ein Ende gemacht.<\/p>\n<p>27\u00a0TEK\u1eb8L, du bist auf der Waage gewogen und als zu leicht befunden worden.<\/p>\n<p>28\u00a0PER\u1eb8S, dein K\u00f6nigreich ist geteilt und den Medern und den Persern gegeben worden.\u201c<\/p>\n<p>29\u00a0Sodann gebot Bels\u1ea1zar, und man bekleidete Daniel mit Purpur, mit einer Halskette aus Gold um seinen Hals; und man rief \u00f6ffentlich \u00fcber ihn aus, da\u00df er der dritte Herrscher im K\u00f6nigreich werden solle.<\/p>\n<p>30\u00a0In derselben Nacht wurde Bels\u1ea1zar, der chald\u00e4ische K\u00f6nig, get\u00f6tet, 31\u00a0und Dar\u1ecbus selbst, der Meder, empfing das K\u00f6nigreich, als er etwa zweiundsechzig Jahre alt war.<\/p>\n<h3>Kapitel 6<\/h3>\n<p>Es schien Dar\u1ecbus gut, und er setzte \u00fcber das K\u00f6nigreich einhundertzwanzig Satr\u1ea1pen, die \u00fcber das ganze K\u00f6nigreich sein sollten, 2\u00a0und \u00fcber sie drei hohe Beamte, von denen Daniel einer war, damit diese Satr\u1ea1pen ihnen fortw\u00e4hrend den Bericht ablegten und der K\u00f6nig selbst nicht zum Verlierer w\u00fcrde. 3\u00a0Dann zeichnete sich dieser Daniel vor den hohen Beamten und den Satr\u1ea1pen best\u00e4ndig aus, da ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Geist in ihm war; und der K\u00f6nig beabsichtigte, ihn \u00fcber das ganze K\u00f6nigreich zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>4\u00a0Zu jener Zeit suchten die hohen Beamten und die Satr\u1ea1pen selbst fortw\u00e4hrend, einen Vorwand gegen Daniel hinsichtlich des K\u00f6nigreiches zu finden; aber da war \u00fcberhaupt kein Vorwand noch gar etwas Korruptes, was sie h\u00e4tten finden k\u00f6nnen, da er vertrauensw\u00fcrdig war und sich an ihm \u00fcberhaupt keine Nachl\u00e4ssigkeit und gar nichts Korruptes fand. 5\u00a0Demzufolge sprachen diese kr\u00e4ftigen M\u00e4nner: \u201eWir werden an diesem Daniel \u00fcberhaupt keinen Vorwand finden, es sei denn, wir m\u00fcssen [ihn] im Gesetz seines Gottes gegen ihn finden.\u201c<\/p>\n<p>6\u00a0Demgem\u00e4\u00df dr\u00e4ngten sich diese hohen Beamten und Satr\u1ea1pen selbst zum K\u00f6nig hinein, und dies ist, was sie zu ihm sprachen: \u201eO Dar\u1ecbus, du K\u00f6nig, lebe weiterhin, ja auf unabsehbare Zeiten. 7\u00a0Alle hohen Beamten des K\u00f6nigreiches, die Pr\u00e4fekten und die Satr\u1ea1pen, die hohen k\u00f6niglichen Beamten und die Statthalter, haben sich zusammen beraten, eine k\u00f6nigliche Satzung aufzustellen und ein Verbot in Kraft zu setzen, da\u00df, wer immer im Laufe von drei\u00dfig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen stellt au\u00dfer an dich, o K\u00f6nig, in die L\u00f6wengrube geworfen werden sollte. 8\u00a0Nun, o K\u00f6nig, m\u00f6gest du die Satzung aufstellen und die Schrift unterzeichnen, damit [sie] nicht ge\u00e4ndert werde, nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht aufgehoben wird.\u201c<\/p>\n<p>9\u00a0In \u00dcbereinstimmung damit unterzeichnete K\u00f6nig Dar\u1ecbus selbst die Schrift und das Verbot.<\/p>\n<p>10\u00a0Sobald aber Daniel wu\u00dfte, da\u00df die Schrift unterzeichnet worden war, ging er in sein Haus, und w\u00e4hrend die Fenster in seinem Dachgemach f\u00fcr ihn nach Jerusalem hin offen waren, kniete er sich sogar dreimal am Tag auf seine Knie und betete und brachte Lobpreis dar vor seinem Gott, wie er es zuvor regelm\u00e4\u00dfig getan hatte. 11\u00a0Zu jener Zeit dr\u00e4ngten sich diese kr\u00e4ftigen M\u00e4nner hinein und fanden Daniel bittend und um Gunst flehend vor seinem Gott.<\/p>\n<p>12\u00a0Dann war es, da\u00df sie sich nahten und vor dem K\u00f6nig wegen des Verbots des K\u00f6nigs sagten: \u201eGibt es nicht ein Verbot, das du unterzeichnet hast, da\u00df irgendein Mensch, der im Laufe von drei\u00dfig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, au\u00dfer an dich, o K\u00f6nig, in die L\u00f6wengrube geworfen werden sollte?\u201c Der K\u00f6nig antwortete und sprach: \u201eDie Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht aufgehoben wird.\u201c 13\u00a0Sogleich antworteten sie, und sie sagten vor dem K\u00f6nig: \u201eDaniel, der von den Weggef\u00fchrten aus Juda ist, hat dir keine Beachtung geschenkt, o K\u00f6nig, noch dem Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern dreimal am Tag \u00e4u\u00dfert er seine Bitte.\u201c 14\u00a0Sobald daher der K\u00f6nig das Wort h\u00f6rte, mi\u00dffiel es ihm sehr, und er richtete [seinen] Sinn auf Daniel, um ihn zu befreien; und bis zum Untergang der Sonne bem\u00fchte er sich st\u00e4ndig, ihn zu befreien. 15\u00a0Schlie\u00dflich dr\u00e4ngten sich diese kr\u00e4ftigen M\u00e4nner selbst zum K\u00f6nig hinein, und sie sprachen zum K\u00f6nig: \u201eBeachte, o K\u00f6nig, da\u00df es bei den Medern und Persern Gesetz ist, da\u00df irgendein Verbot oder [eine] Satzung, die der K\u00f6nig selbst festlegt, nicht ge\u00e4ndert werden darf.\u201c<\/p>\n<p>16\u00a0Demgem\u00e4\u00df gebot der K\u00f6nig selbst, und man brachte Daniel und warf ihn in die L\u00f6wengrube. Der K\u00f6nig antwortete und sagte zu Daniel: \u201eDein Gott, dem du mit Beharrlichkeit dienst, er selbst wird dich befreien.\u201c 17\u00a0Und ein Stein wurde gebracht und auf die \u00d6ffnung der Grube gelegt, und der K\u00f6nig versiegelte ihn mit seinem Siegelring und mit dem Siegelring seiner Gro\u00dfen, damit im Fall Daniels nichts ge\u00e4ndert werde.<\/p>\n<p>18\u00a0Dann ging der K\u00f6nig in seinen Palast und verbrachte die Nacht fastend, und keine Musikinstrumente wurden vor ihn hereingebracht, und sein Schlaf selbst floh ihn. 19\u00a0Schlie\u00dflich stand der K\u00f6nig dann bei der Morgend\u00e4mmerung, bei Tageslicht, auf, und eilends ging er geradewegs zur L\u00f6wengrube. 20\u00a0Und als er an die Grube herankam, rief er mit trauriger Stimme, ja nach Daniel. Der K\u00f6nig ergriff das Wort und sprach zu Daniel: \u201eO Daniel, Diener des lebendigen Gottes, hat dein Gott, dem du mit Beharrlichkeit dienst, dich von den L\u00f6wen befreien k\u00f6nnen?\u201c 21\u00a0Daniel redete sogleich mit dem K\u00f6nig selbst: \u201eO K\u00f6nig, lebe weiterhin, ja auf unabsehbare Zeiten! 22\u00a0Mein eigener Gott hat seinen Engel gesandt und das Maul der L\u00f6wen verschlossen, und sie haben mich nicht ins Verderben gebracht, da ja vor ihm Unschuld selbst an mir gefunden wurde; und auch vor dir, o K\u00f6nig, habe ich keine verletzende Handlung begangen.\u201c<\/p>\n<p>23\u00a0Da wurde der K\u00f6nig selbst sehr froh, und er gebot, Daniel aus der Grube heraufzuheben. Und Daniel wurde aus der Grube heraufgehoben, und es fand sich \u00fcberhaupt keine Verletzung an ihm, weil er auf seinen Gott vertraut hatte.<\/p>\n<p>24\u00a0Und der K\u00f6nig gebot, und man brachte jene kr\u00e4ftigen M\u00e4nner, die Daniel angeklagt hatten, und in die L\u00f6wengrube warf man sie, ihre S\u00f6hne und ihre Frauen; und sie hatten den Boden der Grube noch nicht erreicht, als die L\u00f6wen sich schon ihrer bem\u00e4chtigten, und all ihre Gebeine zermalmten sie.<\/p>\n<p>25\u00a0Dann schrieb Dar\u1ecbus selbst, der K\u00f6nig, an alle V\u00f6lker, V\u00f6lkerschaften und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnen: \u201eM\u00f6ge euer Frieden sehr gro\u00df werden! 26\u00a0Von mir aus ist ein Befehl erlassen worden, da\u00df in jeder Herrschaft meines K\u00f6nigreiches die Menschen beben und sich vor dem Gott Daniels f\u00fcrchten sollen. Denn er ist der lebendige Gott und besteht auf unabsehbare Zeiten, und sein K\u00f6nigreich ist eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird, und seine Herrschaft w\u00e4hrt immerdar. 27\u00a0Er rettet und befreit und vollbringt Zeichen und Wunder in den Himmeln und auf der Erde, denn er hat Daniel von der Tatze der L\u00f6wen befreit.\u201c<\/p>\n<p>28\u00a0Und was diesen Daniel betrifft, ihm ging es gut im K\u00f6nigreich des Dar\u1ecbus und im K\u00f6nigreich des Cyrus, des Persers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 4 \u201eNebukadn\u1eb9zar, der K\u00f6nig, an alle V\u00f6lker, V\u00f6lkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: M\u00f6ge euer Frieden gro\u00df werden. 2\u00a0Die Zeichen und Wunder zu verk\u00fcnden, die Gott, der H\u00f6chste, an mir getan hat, hat mir gut geschienen. 3\u00a0Wie gro\u00dfartig sind seine Zeichen, und wie m\u00e4chtig sind seine Wunder! 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